• Das Wort Danke ist ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung, das ist nicht zu viel verlangt.

    Jetzt verlangst du auch noch, dass sich Eltern bei dir bedanken? Merkwürdige Einstellung. Bei mir muss sich niemand bedanken. Wenn Abschlusskurse das machen, ist es schön, aber weder von SuS noch von Eltern erwarte ich in dieser Hinsicht irgendetwas.

  • Quittengelee

    Jetzt, wo du fragst: bei der Anzahl an sinnfreien E-Mails, die ich tagtäglich bekomme, hätte ich tatsächlich gedacht, dass sich entsprechende Eltern mit "Danke, Ihnen auch" keinen Zacken aus der Krone brechen. Und bis vor einigen Jahren habe ich es auch so erlebt.

    Dann ja, sie finden offenbar das Hin- und Hergeschreibe normal, weil es bei euch üblich ist.

    Ich schreibe die Lehrer meiner Kinder äußerst selten an. Was ich umgekehrt erlebe, dass erzieherische Infos kommen der Art "da hat die Klasse dies und das gemacht, das hat mich sehr traurig gestimmt." Oder "bereiten Sie doch mal mit Ihrem Kind zusammen ein leckeres Abendessen zu" Auf die explizit nicht geantwortet werden darf. Da ist halt auch der Feriengruß nur eine Info zum Schuljahresabschluss.

  • Jetzt verlangst du auch noch, dass sich Eltern bei dir bedanken? Merkwürdige Einstellung. Bei mir muss sich niemand bedanken. Wenn Abschlusskurse das machen, ist es schön, aber weder von SuS noch von Eltern erwarte ich in dieser Hinsicht irgendetwas.

    Da sag ich doch gleich mal danke ^^

    Klar, nach 4 Jahren Grundschule schenkt man der Klassenlehrkraft in aller Regel was, weil sichs halt so gehört.

    Und dann als Leistungskurs wieder, insbesondere wenn man sich als Schüler*in dann wirklich selbst bedanken möchte, weil es eine schöne Zeit war.

  • Wenn ein Arzt jemanden aus meiner Familie behandelt, ihn sogar heilt, bedanke ich mich für seine Arbeit. Wenn er es nicht schafft, bedanke ich mich für sein Bemühen. Ziemlich plastisch ausgedrückt jetzt.

    Echt? Wie oft machst du das? Und mit Geschenken oder nur mit Mails, in denen du ihm schönen Urlaub wünschst?

    Wenn ich mich bei einem Arzt herzlich bedanke, dann hat es auch einen besonderen Grund.

  • Echt? Wie oft machst du das? Und mit Geschenken oder nur mit Mails, in denen du ihm schönen Urlaub wünschst?

    Wenn ich mich bei einem Arzt herzlich bedanke, dann hat es auch einen besonderen Grund.

    Wann ich das machen würde, habe ich doch geschrieben, das wie auch. Wie auch bei Lehrern und Eltern gibt es auch in der Gesellschaft unterschiedliche Vorstellungen von Danke und Wertschätzung. Du musst dich meiner Vorstellung nicht anschließen, kannst dir aber den Sarkasmus, den ich hier herauslese und den du bestimmt abstreiten wirst, sparen.

    tzt verlangst du auch noch, dass sich Eltern bei dir bedanken? Merkwürdige Einstellung. Bei mir muss sich niemand bedanken. Wenn Abschlusskurse das machen, ist es schön, aber weder von SuS noch von Eltern erwarte ich in dieser Hinsicht irgendetwas.

    Meine Einstellung muss nicht vereitelt werden. Ich hatte auch hier aufgeschrieben, wann dies erwartbar ist und wann nicht. Wenn du keinen Wert darauf legst, dann lass es. Aber auch hier: andere Menschen machen dies in bestimmten Momenten und da geht es um Wertschätzung.

    Wertschätzung und Danke sind Teil des menschlichen Zusammenlebens und sowas lebt man nun mal auch in der Schule vor. Das nur am Rande.

  • Wenn dein Kind Bronchitis hat und der Kinderarzt verschreibt Hustensaft, dann gehst du nach einer Woche noch mal hin und bedankst dich? Oder beim nächsten Mal, wenn du 3 Monate später zum Impfen gehst, sagst du "Danke, dass Sie Hustensaft verschrieben haben, der hat gut geholfen."? Das kannst du sarkastisch oder ironisch nennen und trotzdem darüber nachdenken.

    Dankbarkeit von anderen zu erwarten und darauf, dass sie auf bestimmte Weise ausgedrückt wird, halte ich insgesamt für ungesund und übrigens auch für wenig wertschätzend.

  • Wenn dein Kind Bronchitis hat und der Kinderarzt verschreibt Hustensaft, dann gehst du nach einer Woche noch mal hin und bedankst dich? Oder beim nächsten Mal, wenn du 3 Monate später zum Impfen gehst, sagst du "Danke, dass Sie Hustensaft verschrieben haben, der hat gut geholfen."? Das kannst du sarkastisch oder ironisch nennen und trotzdem darüber nachdenken.

    Nein, bei einer Erkrankung, die mit Hustensaft behandelbar ist, würde ich das nicht in diesem Ausmaß machen, wie du es gerade darstellst. Wenn es aber eine schwerwiegende Krankheit ist, der Arzt sich sehr gekümmert hat und mein Kind geheilt hat, was eventuell nicht vollständig absehbar war, dann würde ich mich bedanken.
    Deine Frage zeigt, was du augenscheinlich an meinen Beiträgen nicht verstanden hast. Ich erwarte keinen Dank, wenn ich Kinder durch das Schuljahr begleite. Das ist meine Aufgabe wie eine Behandlung mit Hustensaft. Wenn ich aber einen schwierigen Schüler „an die Hand nehme“, unterstütze, damit er das Schuljahr trotz seiner Belastungen schafft, dann wäre ein Dank angemessen. Nicht, weil es nicht meine Aufgabe wäre, sondern weil dazu noch mehr Zeit, Energie und meine persönliche Kraft einsetze, um diesen Schüler zu unterstützen. Gerade, wenn man im engen Austausch mit den Eltern steht.

    Man arbeitet im besten Fall gemeinsam am Erfolg der Kinder und da bekommen die Eltern und die Kinder durchaus mit, was Lehrer leisten (können). Und gerade wenn man eng zusammenarbeitet, ist ein „Danke gleichfalls“, auf Feriengrüsse wünschenswert.

    Dankbarkeit von anderen zu erwarten und darauf, dass sie auf bestimmte Weise ausgedrückt wird, halte ich insgesamt für ungesund und übrigens auch für wenig wertschätzend.

    Bestimmte Erwartungen an das Gegenüber darf man haben. Eine Verkäuferin darf von mir erwarten, dass ich beim Bezahlen nicht mit dem Handy beschäftigt bin, bitte und danke sage und ihr Aufmerksamkeit schenke, auch wenn ich ihm Stress bin. Eine Putzkraft darf erwarten, dass ich sie freundlich grüße. Wenn man Erwartungen abstellt, dann können wir davon ausgehen, dass solche Dinge, die in der Gesellschaft einen wertschätzenden Umgang fördern, wegfallen. Das wäre gerade heutzutage ziemlich fatal, weil wir schon einiges an Wertschätzung, Höflichkeit und Miteinander eingebüßt haben.

  • Hier in meiner Familie und in meinem Dorf gehört es zur Tradition, dass man zu Weihnachten (und Ostern, wenn eine schwerer wiegende Krankheit war) allen Ärzten, Therapeuten u. ä. eine Dankeskarte schreibt/mailt.

  • Ich freue mich, wenn Eltern sich bedanken, klar, aber erwarten muss man das nicht.

    Vielleicht ist das ein Teil der Instagrammisierung der Gesellschaft, dass man für alles e8n Like oder e8ne Reaktion erwartet.

    Naja, ich bekomme ja auch nächtlich versendete Mails mit „dringenden“ Anfragen, Bitten, Informationen und dies soll bitte auch schnellstmöglichst beantwortet werden.

    Nächtliche Mails zeigen, dass Eltern dann gerade Zeit haben, vorher hatten sie diese nicht. Sie denken an etwas, wollen es im Alltag nicht wieder vergessen und schreiben dann die Mail.

    Ich denke nicht, dass jemand am Abend noch eine Antwort erwartet. Manchmal tun Eltern das, Genre auch am Vormittag/ zur Unterrichtszeit. Dann erläutere ich, dass ich im Unterricht anderes zu tun habe und Mails erst beantwortet werden, wenn ich Zeit habe, also am Machmittag oder Abend. Wenn es wirklich dringend ist, kann man in der Schule anrufen, aber auch dann erfolgt die Antwort, wenn ich Zeit habe. „Zeitnah“ ist ein dehnbarer Begriff, bei uns in der Schule bedeutet er „innerhalb von 3 Arbeitstagen“, „schnellstmöglich“ finde ich noch viel dehnbarer, manches ist mir eben nicht schneller möglich, weil anderes Vorrang hat.

  • Kommunizierst du die Erwartung den Eltern gegenüber oder hoffst du, dass sie Gedankenlesen können?

  • Nein, bei einer Erkrankung, die mit Hustensaft behandelbar ist, würde ich das nicht in diesem Ausmaß machen, wie du es gerade darstellst. Wenn es aber eine schwerwiegende Krankheit ist, der Arzt sich sehr gekümmert hat und mein Kind geheilt hat, was eventuell nicht vollständig absehbar war, dann würde ich mich bedanken.

    Eben, nichts anderes schrieb ich. Von besonders schwierigen Fällen war aber nicht die Rede, sondern von Erwartungen an "die Eltern" und was jeder einzelne (!) als höflich empfindet.

    Die meisten Menschen erwarten zum Beispiel nicht, dass Rundmails beantwortet werden. Der Kultusminister meldet sich auch 2x pro Jahr per Rundmail, er erwartet keine 40.000 Antwortbriefe, bin ich recht sicher.

    Mich stört das "so gehört sich das, sonst ist es ein objektiv beschriebener Sittenverfall".

    Diese Dankbarkeitserwartungen nehmen manchmal sehr unsoziale Ausmaße an, kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen. Leute, die irgendwas machen, ob darum gebeten oder nicht und dann Dankbarkeit erwarten. Und zwar bis ans Ende aller Tage hat man dann eine Rechnung offen und bei einem davon unabhängigen Konflikt 3 Jahre später wird die mangelnde Dankbarkeit rausgekramt. "Du hast uns so viel zu verdanken, wir sind ganz enttäuscht von dir" zum Brechen.

    Jedenfalls ist das Thema sehr interessant und facettenreich.

  • Nächtliche Mails zeigen, dass Eltern dann gerade Zeit haben, vorher hatten sie diese nicht. Sie denken an etwas, wollen es im Alltag nicht wieder vergessen und schreiben dann die Mail.

    Na, das würde ich pauschal nicht sagen. Es gibt sehr viele verschiedene Gründe dafür, weshalb sie nachts schreiben. Und das sind nicht ausschließlich Zeitgründe. 🙃

  • Na, das würde ich pauschal nicht sagen. Es gibt sehr viele verschiedene Gründe dafür, weshalb sie nachts schreiben. Und das sind nicht ausschließlich Zeitgründe. 🙃

    Das ist doch gerade der Vorteil an asynchroner Kommunikation z.B. via Mail. Man schreibt, wenn man Zeit hat/daran denkt und man liest, wenn man Zeit hat, daran denkt bzw. in selbst festgelegten Zeitfenstern. Wenn du Antwortzeiten klar kommunizierst, ist das in der Regel unproblematisch.

  • Diese Dankbarkeitserwartungen nehmen manchmal sehr unsoziale Ausmaße an, kann ich dir aus eigener Erfahrung sagen. Leute, die irgendwas machen, ob darum gebeten oder nicht und dann Dankbarkeit erwarten. Und zwar bis ans Ende aller Tage hat man dann eine Rechnung offen und bei einem davon unabhängigen Konflikt 3 Jahre später wird die mangelnde Dankbarkeit rausgekramt. "Du hast uns so viel zu verdanken, wir sind ganz enttäuscht von dir" zum Brechen.

    Ich hatte mir schon gedacht, dass da in meinem Text Trigger sind, weil Sunshine genau das Gleiche schrieb wie ich, nur weniger allgemein und verbindlich. Dennoch war ich diejenige, die sie mehrfach vor euch beiden erklären musste und deren Beispiele nicht so klar aufgenommen wurden, wie ich sie eigentlich dargelegt hatte. Das hatte schon seinen Grund. Aber es hatte auch einen Grund, weshalb ich es so geschrieben habe. Ich schreibe das bewusst so, weil ich verbindlich hinter meinen Werten stehe. Aber das, was du beschreibst, empfinde ich auch als unnötig, übergriffig und eklig. Lass dir versichert sein, dass ich zwar ziemlich deutlich hinter meinen Werten stehe, aber oben genanntes Spiel ziemlich verabscheue.

  • Na, das würde ich pauschal nicht sagen. Es gibt sehr viele verschiedene Gründe dafür, weshalb sie nachts schreiben. Und das sind nicht ausschließlich Zeitgründe. 🙃

    Krass, merkst du eigentlich selbst, wie viel und was du in das Verhalten anderer hineininterpretierst? Was kontrollierst du überhaupt die Uhrzeit, wann andere Menschen Mails verfassen?

  • Das ist doch gerade der Vorteil an asynchroner Kommunikation z.B. via Mail. Man schreibt, wenn man Zeit hat/daran denkt und man liest, wenn man Zeit hat, daran denkt bzw. in selbst festgelegten Zeitfenstern. Wenn du Antwortzeiten klar kommunizierst, ist das in der Regel unproblematisch.

    Danke für den Tipp ☺️ wie gesagt, ich kenne meine Elternschaft und die oftmals auch die Hintergründe und habe dort meine Expertise. Ihr anderen seht das aufgrund einer anderen Konstellation natürlich anders. Das ist normal und ok.

  • Krass, merkst du eigentlich selbst, wie viel und was du in das Verhalten anderer hineininterpretierst? Was kontrollierst du überhaupt die Uhrzeit, wann andere Menschen Mails verfassen?

    Steht neben den Mails? Ich kontrolliere das nicht, ich sehe das. Aber ja, krass, wie du mich jetzt als kontrollierend interpretierst. 😅.

  • Kommunizierst du die Erwartung den Eltern gegenüber oder hoffst du, dass sie Gedankenlesen können?

    Ich?

    Das mit dem Beantworten der Mails oder Anfragen kommuniziere ich auf dem Elternabend, also was „zeitnah“ bedeutet und dass ich erst am Nachmittag/ Abend in meine Mails gucke.

    Ich antworte häufig sehr viel schneller, aber statt „hopp, hopp“ bemühe ich mich, um Verständnis für den Alltag einer Lehrkraft zu werben, so wie ich Verständnis habe, dass Eltern Mails schreiben, wenn sie Zeit dazu finden (Vormittag, später Abend).

    Wenn mich jemand mittendrin (Fest/ Veranstaltung/ Einkauf) anspricht und um etwas bittet, bitte ich manchmal direkt um eine Mail als Erinnerung oder um das Nachhaken, wenn es nach 3 Tagen noch keine Antwort gab. Wenn möglich schreibe ich mir einen Zettel oder bekomme einen von den Kolleginnen, einzelne Kolleginnen schreiben mir eine Erinnerung per Messenger.

    Und nein, ich halte mich bisher nicht für besonders vergesslich, es ist nur manchmal etwas viel auf einmal, da sind mir Erinnerungen lieber, als dass die Leute enttäuscht sind, weil ich mich nicht kümmere.

  • LadyBlondi1989 Noch mal die Frage: kommunizierst du klar, dass du Dank erwartest oder regst du dich einfach nur darüber auf, dass andere deine Gedanken nicht lesen können?

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