Konflikte mit Kindern klären - Tipps?

  • So ähnlich, ja.

    Ich mache dann folgendes:

    Mitteilen, dass wir als Schule und in erster Linie ich über Konsequenzen entscheide.

    Und dass sie natürlich jederzeit in die Sprechstunde kommen können.

    Zusätzlich dazu gratulieren, dass man ein so kompetentes Kind hat, dass seine Konflikte schon alleine lösen kann.

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • So ähnlich, ja.

    Ich mache dann folgendes:

    Mitteilen, dass wir als Schule und in erster Linie ich über Konsequenzen entscheide.

    Und dass sie natürlich jederzeit in die Sprechstunde kommen können.

    Das habe ich gemacht. Die Mutter will aber, dass die Schule Maßnahmen ergreift, "damit so etwas nie wieder passiert ihr Kind geschützt ist".

    Natürlich reagieren wir in der Schule nicht nur auf bereits entstandene Situationen sondern arbeiten auch präventiv. Aber wir können nicht verhindern, das Konflikte zwischen Kindern entstehen und wir können auch nicht verhindern, dass diese unter Umständen körperlich ausgetragen werden.

  • Anbieten, dass alle Lehrkräfte darüber Bescheid wissen und dass das Kind zukünftig in der Nähe der Pausenaufsicht ist.

    Danke!

    Kann man das anordnen? In jeder Pause? Dann kann das Kind aber gar nicht mehr frei spielen ...

    Ich kenne es so, dass das Kind dann nach einem Vorfall einmalig in der Nähe der Pausenaufsicht ist.

  • Naja, die Eltern wollen doch, dass nix mehr passiert. Also kann man das vorschlagen. Mehr geht nicht.

    Ob die es dann wollen, müssen sie selbst entscheiden.

    Anordnen sollte man das nicht, es ist nur ein Angebot seitens der Schule.

  • Danke!

    Kann man das anordnen? In jeder Pause? Dann kann das Kind aber gar nicht mehr frei spielen ...

    Das solltest du genau so kommunizieren. Die Eltern müssen dann entscheiden, ob sie ihr Kind in Watte wickeln und es unglücklich machen wollen oder ob sie akzeptieren, dass es Konflikte gibt und ihr Kind offenbar schon gelernt hat, mit diesen umzugehen.

  • ...

    Aber ein Elternteil regt sich weiterhin auf, schreibt Mails, will Gespräche mit allen Beteiligten, mit der Schulleitung, will weitere Konsequenzen für das andere Kind ...

    "Liebe Frau X,

    Ich habe Ihre Sorgen zur Kenntnis genommen und nehme sie auch sehr ernst. Gewalt ist bei uns kein Mittel zur Problemlösung und wir reagieren immer entsprechend der Situation. Es gibt Erziehungsmaßnahmen über die ich und Ordnungsmaßnahmen über die unsere Schulleitung entscheidet.

    Welche Konsequenzen ein Kind erfährt, teilen wir anderen Eltern nicht mit, das würden Sie sicher auch nicht wollen.

    Im beschriebenen Fall halte ich die Situation für abschließend geklärt. Es ist Ihnen natürlich unbenommen, einen Termin mit unserem Schulleiter Herrn X auszumachen, wenn Sie weiteren Gesprächsbedarf haben."

    Natürlich reagieren wir in der Schule nicht nur auf bereits entstandene Situationen sondern arbeiten auch präventiv. Aber wir können nicht verhindern, das Konflikte zwischen Kindern entstehen und wir können auch nicht verhindern, dass diese unter Umständen körperlich ausgetragen werden.

    Dann sag das. "Wir arbeiten selbstverständlich auch präventiv, wir können aber nicht verhindern, dass Kinder sich streiten."

    Oder alternativ: lade sie ein und rede in Ruhe mit ihnen.

    Eltern machen sich halt Sorgen, die kann man meist nehmen.

    (Edit: Das muss man nicht zynisch sagen, kann man aber entspannt denken): Am Ende steht es ihnen frei, sich eine andere Schule zu suchen, in der nie gestritten wird, viel Erfolg dabei.

  • Das habe ich gemacht. Die Mutter will aber, dass die Schule Maßnahmen ergreift, "damit so etwas nie wieder passiert ihr Kind geschützt ist".

    Natürlich reagieren wir in der Schule nicht nur auf bereits entstandene Situationen sondern arbeiten auch präventiv. Aber wir können nicht verhindern, das Konflikte zwischen Kindern entstehen und wir können auch nicht verhindern, dass diese unter Umständen körperlich ausgetragen werden.

    Auch hier gilt wieder das Gleiche, was ich den Kindern schon klar mache. Nämlich, dass zu einem Streit immer zwei Kinder dazugehören. Wenn du klar machst, dass die zusätzlichen Konsequenzen dann aber natürlich auch für das eigene Kind gelten würden, hat sich der Wunsch bei den meisten Eltern schnell wieder erledigt. Ansonsten wie Magellan schrieb, auf die Expertise und Entscheidungsbefugnis der Schule verweisen.

  • Wir haben für Konflikte einen "Nachdenkzettel", der ausgefüllt werden muss und auf dem geschildert wird, was geschehen ist.

    Oft kommt eher der Vorwurf, was das andere Kind gemacht hat, aber wenn beide einen ausfüllen, stehen dann eben beide Aussagen nebeneinander.

    Am Ende steht, was zur Wiedergutmachung unternommen werden soll.

    Wenn irgend möglich lasse ich den Nachdenkzettel noch am Schultag ausfüllen. Er wird von den Schülern unterschrieben, danach von den Eltern. So ist der Streit in der Schule geklärt, muss am Nachmittag/ Abend von Eltern nicht noch mal aufgewärmt werden ... und er ist auch dokumentiert.

    Ganz selten schreibe ich gemeinsam mit den Kindern auf, was gewesen ist, und moderiere es so lange, bis sie sich gemeinsam auf eine Version einigen können, die sie beide (alle) unterschreiben können.

  • Aber ein Elternteil regt sich weiterhin auf, schreibt Mails, will Gespräche mit allen Beteiligten, mit der Schulleitung, will weitere Konsequenzen für das andere Kind ...

    Kennt ihr solche Situationen?

    Ja. Und zwar ziemlich genau so, dass es immer um Konsequenzen für das andere Kind geht.

    Es kann dann Gespräche geben. Darin wird man auch zur Sprache bringen müssen, dass beide Kinder häufiger aneinander geraten. Es ist dann darzustellen, ob alles allein von einem Kind ausgeht oder ob beide sich nicht angemessen verhalten. Dann stehen die Konsequenzen für beide Kinder an, seien es Erziehungs- oder Ordnungsmaßnahmen.

  • Man merkt übrigens auch im Fachunterricht immer wieder, wie gut die Klassengemeinschaft funktioniert, hängt auch davon ab, wie die jeweiligen KollegInnen mit diesen "Petz-Situationen" umgehen...

    Genau. Man muss ja nicht auf jede Kleinigkeit, die die Kinder erzählen, massiv eingehen. Das kann man ja steuern. Es geht letztendlich darum, dass die Kinder beim Erwachsenen Hilfe für eine vernünftige Konfliktregelung suchen, mit der sie alleine überfordert wären. Zuerst versuchen alleine vernünftig zu regeln und wenn das nicht geht, die Hilfe eines Erwachsenen holen. Dafür sind wir eben auch da.

    Grundschüler mit dem Wort "Petzen" abzuspeisen hat für mich grundsätzlich keinen Lerneffekt. Denn für manche Kinder ist das, was sie gesagt haben, ein ernstes Problem und da muss man als Erwachsener dem Kind gegenüber pädagogisch je nach Fall tätig werden.

  • Kann man das anordnen? In jeder Pause? Dann kann das Kind aber gar nicht mehr frei spielen ...

    Ich kenne es so, dass das Kind dann nach einem Vorfall einmalig in der Nähe der Pausenaufsicht ist.

    Wir haben an meiner (ehemaligen) Schule klare Pausenregeln und einen Maßnahmenkatalog, der von gewissen Personen, was festgelegt ist, angeordnet werden kann. Die werden mit den Schülern besprochen. Vielleicht solltest du so etwas auch für deine Schule anregen.

    Diese Kataloge und Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen sind vor Jahren entstanden, als wir erkannten, dass wir gemeinsame Regeln an der Schule festlegen mussten, weil es nicht mehr anders ging. Das erleichtert die Sache ungemein, weil jede Lehrkraft weiß, was zu tun ist. Die Regeln und Maßnahmen wurden immer wieder überarbeitet. Bis alles entstanden ist, brauchte man aber ein Team, das sich intensiv und ausführlich mit der Sache beschäftigte. Das geht nicht so Adhoc.

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