Altersvorsorgedepot ab 2027

  • Könntest du einmal erläutern wie das gemeint ist?

    Der MSCI World stand kurz vor dem Coronacrash bei ca. 2400 Punkten, aktuell steht er bei über 4900 Punkten, was einem Wertzuwachs von gut 100% entspricht. Und das wohlgemerkt für den Fall, dass man zur damaligen Zeit kurz vor dem Crash am absoluten Maximum gekauft hat. Maximum Drawdown im Coronacrash war bis runter auf 1600 Punkte, womit wir bei über 200% Rendite liegen von damals zu heute. Wie um alles in der Welt verliert man da Geld?

    Man kündigt doch nicht einen Tag vor der Rente seine Altersvorsorge und investiert die an der Börse und am nächsten Tag stehen wir bei -50% und man wundert sich, dass das Geld futsch ist?! Sorry, aber dann haben deine Bekannten keine Ahnung vom Investieren ;)

    Und so schließt sich der Kreis: Grundlagen des Investierens sind wichtig!

    Er meint damit anekdotische Angst und irrationale Panikverkäufe. Wer sich von der Massenhysterie mitreißen lässt, der sollte lieber das Geld auf dem Sparbuch langsam entwerten lassen.

    Entropy is a bitch, embrace her.

  • Ich finde, dieses Thema gehört in den Lehrplan und sei es nur einmalig 3 Stunden. Dazu sollten unabhängige Experten ausgebildet werden, die dann die Schulen besuchen.

    Eine gute Finanzbildung schützt auch vor diesen abstrusen Linkswahlergebnissen wie in Berlin. Wer von Finanzen keine Ahnung hat, wählt Vermögenssteuern und Mietdeckel und übersieht die schlimmen daraus resultierenden Folgen.

    Etwas Off Topic: Mir wurde ein Produkt von der Debeka Angeboten, das im Deckmantel einer Versicherung ist, sehr geringe Kosten hat und viele Steuervorteile bieten soll. Letztendlich investiert dieses Produkt auch nur in breitgestreute ETFS. Irgendwo sieht man dann Kosten von über 1000€ zugunsten der Debeka (10000 l€ Anlage). Aus meiner Sicht wird damit wieder der Kunde mit dem Versprechen von Steuervorteilen über's Ohr gehauen

    Ein einfacher Welt ETF reicht aus um die allermeisten Finanzprodukte über die Jahrzehnte zu schlagen.

  • Der MSCI World stand kurz vor dem Coronacrash bei ca. 2400 Punkten, aktuell steht er bei über 4900 Punkten, was einem Wertzuwachs von gut 100% entspricht. Und das wohlgemerkt für den Fall, dass man zur damaligen Zeit kurz vor dem Crash am absoluten Maximum gekauft hat. Maximum Drawdown im Coronacrash war bis runter auf 1600 Punkte, womit wir bei über 200% Rendite liegen von damals zu heute. Wie um alles in der Welt verliert man da Geld?

    Du rechnest dir das schön. Kaufkraftbereinigt liegt die Rendite bei dieser Konstellation bei 75% - was nicht schlecht ist und jedes Sparbuch schlägt. Aber übertreiben solltest du nicht.
    BTW: Ich besitze MCI-World-ETF. Nur mal so am Rande bemerkt ;)

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  • 2008 hat der Dow Jones 33,84% verloren. Das ist bitter, wenn man aber über Jahrzehnte ein Depot aufgebaut hat, ist man damit im Normalfall immer noch besser aufgestellt, als wenn man sein Sparbuch bespart hätte. Fünf Jahre später war das Vorcrashniveau wieder erreicht.

    Vor allem braucht man ja als Rentner bzw. Pensionär nicht das komplette Geld auf einmal. Nehmen wir mal als Beispiel einen Arbeitnehmer, der 1941 gebohren wurde und 2008 in Rente gegangen ist, also zum schlechtest möglichen Zeitpunkt. Gehen wir von einer statistischen Lebenserwartung von 82 Jahren aus, so hat er ab Renteneintritt noch 15 Jahre vor sich. Entnimmt er jetzt aus seinem Depot regelmäßig monatlich einen kleinen Betrag und läßt den Rest als ETF einfach die besagten 15 Jahre weiterlaufen, so stellt man fest das er trotz der regelmäßigen entnahmen spätestens 2013 das Geld wieder im Depot hatte. Wir reden also über 5 Jahre.

    Mein Fazit daraus: Man muss einfach den Schneid haben das Ding als Rentner einfach weiterlaufen zu lassen. Schichte ich frühzeitig in sichere Geldanlagen um, wobei wir erst einmal klären müßten welche Geldanlagen überhaupt sicher sind, habe ich den Verlust garantiert. Lasse ich den Aktienfonds weiter laufen, ist es zwar auch ein Risiko, aber im Vergleich zur anderen Alternative kann es eigentlich nur besser enden.

    Was mir derweil etwas Sorgen macht ist das Klumpenrisiko im MSCI-World, was die KI-Blase und die großen amerikanischen Tech-Konzerne betrifft. Man kauft so einen ETF ja, um mögllichst breit aufgestellt zu sein, ist aber in Wahrheit mit einem großen Anteil seines Kapitals in 4-5 Unternehmen investiert.

  • Ich finde, dieses Thema gehört in den Lehrplan und sei es nur einmalig 3 Stunden. Dazu sollten unabhängige Experten ausgebildet werden, die dann die Schulen besuchen.

    Eine gute Finanzbildung schützt auch vor diesen abstrusen Linkswahlergebnissen wie in Berlin. Wer von Finanzen keine Ahnung hat, wählt Vermögenssteuern und Mietdeckel und übersieht die schlimmen daraus resultierenden Folgen.

    Komisch, also ich mache sowas im WBL-Unterricht mit den Azubis. Also Anuitätendarlehen, Altersvorsorge/Sparplan, Steuererklärung, ...

    Im Lehrplan steht leider drin, dass ich mit den Azubis eine Unternehmensgründung und Finanzierung machen soll, wo wir doch alle wissen, dass insb. die Schüler im Berufsgrundschuljahr wahrscheinlich nie eine Firma gründen werden. Aber wenn wir mal die Zahlen um den Faktor 10 runterschrauben, also nicht mehr über ein 3.000.000€ Darlehen sondern über ein 300.000€ Darlehen für die Hausfinanzierung reden, sind die Inhalte identisch, nur paßt das dann etwas eher in die Lebensrealität der Schüler.

  • Im Lehrplan steht leider drin, dass ich mit den Azubis eine Unternehmensgründung und Finanzierung machen soll, wo wir doch alle wissen, dass insb. die Schüler im Berufsgrundschuljahr wahrscheinlich nie eine Firma gründen werden.

    Und dabei könnten wir durch die zahlreichen Insolvenzen der letzten 18 Monate und die hunderttausendfachen Freisetzungen von Mitarbeitern (m/w/d) durchaus Leute gebrauchen, die Firmen gründen, um die zuvor angesprochene Gruppe der Arbeitssuchenden wieder in Beschäftigung zu bringen.

  • Schichte ich frühzeitig in sichere Geldanlagen um, wobei wir erst einmal klären müßten welche Geldanlagen überhaupt sicher sind, habe ich den Verlust garantiert.

    Man soll ja auch nicht alles umschichten, sondern bedarfsgerecht.

    Mal irgendwo gelesen und für sinnvoll befunden: das, was man zusätzlich zu Rente/Pension für den gewünschten Lebensstandard benötigt, sollte man für 3 Jahre in kurzfristig verfügbaren Anlageformen vorhalten (Tagesgeld, Festgeld). Ja, das Geld unterliegt der Inflation und der Topf muss ggf. regelmäßig aufgestockt werden, in einem Börsencrash verschafft es einem aber schonmal 3 Jahre Luft ohne Handlungszwang im Depot. Den Zeithorizont von 4-8 Jahren sichert man z.B. durch risikoarme Geldmarkt-ETF (quasi kein Kursverlustrisiko) oder kurz laufende Anleihen ab. Das hier gebundene Kapital erzielt keine übermäßigen Renditen, sollte aber auch in einem Crash nicht sonderlich an Wert verlieren und dient als Puffer für Krisenzeiten. Das restliche Kapital bleibt in Aktien/Aktien-ETF/Kryptos/whatever investiert, betreibt weiterhin langfristigen Vermögensaufbau und kann ggf. auch ein Krisenjahrzehnt unangetastet bleiben. Soweit die Theorie 😄

    Ich finde zudem auch physisches Gold nicht uninteressant (wohl wissend, dass der Goldpreis meist kurz mitcrashed, aber bisher ist er nach jedem Börsencrash dann auch schnell wieder über den Vorcrashwert gestiegen). Hat auch den Vorteil, dass die Wertsteigerung nach Haltefrist steuerfrei ist.

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