Verbeamtung trotz Vorstrafe? (Saarland)

  • Hey,

    Ich habe letzte Woche einen Fehler gemacht, der mir als versuchter Betrug ausgelegt werden könnte. Ich bin Ersttäter, es ist kein Schaden entstanden bzw er wurde umgehend beglichen und es handelt sich um ein Delikt im einstelligen Eurobereich.

    Ich weiß noch gar nicht, ob es überhaupt zu einer Anzeige kommt und selbst wenn, kann ich zuversichtlich sein, dass eine Einstellung des Verfahrens (evtl gegen Auflagen) erreichbar ist.

    Aber da ich ein verkopfter Mensch bin und das Internet gut darin ist, einem die schlimmsten Horrorvisionen vor Augen zu führen, wollte ich mal nach Erfahrungen fragen, falls es doch auf einen Strafbefehl (definitiv unter 90 Tagessätzen) hinauslaufen würde.

    Ich möchte mich bis spätestens Februar auf eine Planstelle im Saarland bewerben und weiß, dass ich dort angeben muss, ob ich gerichtlich verurteilt bin. Im Falle einer Verfahrenseinstellung könnte ich dies verneinen, gibt es aber einen Strafbefehl, dann müsste ich es angeben. Das Internet sagt mir nun, dass durch den Delikt Betrug meine charakterliche Eignung in Frage gestellt werden könnte und es damit im Lehrerberuf für mich keine Zukunft geben würde.

    Nun zu meiner Frage: Hat jemand persönliche Erfahrung oder kann von Erfahrungen von Familien. Freunden. Kollegen etc. berichten, die trotz Vorstrafe verbeamtet wurden oder eben nicht. Dazu findet man quasi null Erfahrungsberichte.

    LG

  • Ich versuche die Begriffe: Einstelliger Euro-Bereich, Delikt, Strafbefehl, Vorstrafe, 90 Tagessätze in Einklang zu bringen. Es gelingt mir nicht.

    Hast du beim einkaufen nicht gesagt, dass du 5 Euro zuviel zurückbekommen hast oder wie soll ich mir das Delikt vorstellen?

  • Die Art des Delikts ist egal, es bewegt sich jedenfalls im Bereich einer Bagatelle und wird sehr wahrscheinlich eingestellt. Somit hätte ich keine Vorstrafe und es wäre egal. Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ich aber doch eine Verurteilung (Strafbefehl) bekommen sollte, will ich wissen, wie die saarländischen Behörden damit umgehen. Denn in diesem Fall könnten sie mir aufgrund des versuchten Betrugs die "charakterliche Eignung" absprechen.

    Da das aber Einzelfallentscheidungen sind und ich dazu quasi null Erfahrungsberichte im Internet finde, frage ich hier nach. Den konkreten Fall möchte ich nicht diskutieren, das habe ich mir meinem Anwalt bereits getan und das Ergebnis daraus steht oben.

  • Persönliche Erfahrung ist immer ein Einzelfall und mit Sicherheit nicht auf Deinen Fall übertragbar.

    Ich würde dringend mit einem Anwalt sprechen, das Geld sollte es Dir wert sein.

    Wenn es wirklich nur um einen einstelligen Eurobetrag geht, solltest Du gute Chancen auf eine Einstellung wegen Geringfügigeit haben, falls es zur Anzeige kommt. Wie man sich am besten vorher verhält - da würde ich mich definitiv nicht auf ein Internetforum verlassen!

    Ich wünsche Dir alles Gute.


    EDIT:

    Du schreibst jetzt, dass Du schon mit Deinem Anwalt gesprochen hast, dann erübrigt sich der Punkt von mir.

    Eine Frage wäre für mich, ob eine Selbstanzeige sinnvoll wäre anstatt zu hoffen, dass keine Anzeige erfolgt. Aber auch das wirst Du mit Deinem Anwalt sicher besprochen haben.

    Ich kenne niemanden im öffentlichen Dienst oder verbeamtet, von dem ich wissen würde, dass er vorbestraft ist. Die meisten würden das aber vermutlich auch nicht von sich aus erzählen.

  • Im einstelligen Eurobereich.... Ich kann mir nicht vorstellen, dass da eine Anzeige erfolgt, zumal du alles beglichen hast. Saarlänner sind auch eher nicht so ;) Krimmelpicker.

    Wenn du schon beim Anwalt warst, hat der dich sicher gut beraten. Ich glaube nicht, dass du dir so viele Sorgen machen musst.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Eine Frage wäre für mich, ob eine Selbstanzeige sinnvoll wäre anstatt zu hoffen, dass keine Anzeige erfolgt. Aber auch das wirst Du mit Deinem Anwalt sicher besprochen haben.

    Wer zur Hölle zeigt jemanden an wegen weniger als 10€? Hat die Justiz nicht besseres zu tun, als sich mit sowas rumzuschlagen?

    Ehrlich, wenn mich jemand bei Kleinanzeigen um nen 10er betuppt hätte, würde ich mich höchstens über mich selbst ärgern.

  • diboo Hast du mal die KI bei Google zu deinem Fall befragt?

    Wenn ich die KI bei Google befrage, gibt die mir so ein paar Antworten, mit denen man gut etwas anfangen kann. Aufgrund dieser Antworten braucht man bei diesem Betrag nicht in Panik ausbrechen.

  • Selbstbedienungskasse im Supermarkt? Da ist es häufig schwer Vorsatz überhaupt nachzuweisen - außer man scannt zig Artikel nicht ab. Ein vergessener Artikel wird kaum reichen, um Vorsatz nachzuweisen.

  • Ne, ich dachte, ich bin schlauer als die Deutsche Bahn. Bin ich aber leider nicht.

    Du hast ein falsches Ticket gehabt?

    Dafür bekommst du doch keine Anzeige. Das kostet ein erhöhtes Beförderungsentgelt und fertig.

  • Ich habe mal in Dresden ein S-Bahn-Ticket gekauft, das unentwertet aus dem Automaten kam. Ich war es aber gewohnt, das Einzeltickets automatisch beim Kauf entwertet wurden. Also stieg ich mit dem unentwerteten Ticket in die Bahn. Irgendwann stieg ein Kontrolleur zu, ich zeigte ihm arglos mein Ticket, er wurde recht ernst, meinte, dass er das jetzt aufschreiben müsse, nahm meine Personalien auf, meinte, dass ich jetzt registriert sei und beim nächsten Mal weitere Schritte eingeleitet werden würden.

    Nach dem Bezahlen des erhöhten Beförderungsentgelts habe ich nichts mehr gehört. In meinem erweiterten Führungszeugnis steht nichts davon. Ich habe danach problemlos an verschiedenen Schulen anfangen können und wurde zwischenzeitlich auf A14 befördert.

  • Ich habe mal in Dresden ein S-Bahn-Ticket gekauft, das unentwertet aus dem Automaten kam. Ich war es aber gewohnt, das Einzeltickets automatisch beim Kauf entwertet wurden. Also stieg ich mit dem unentwerteten Ticket in die Bahn. Irgendwann stieg ein Kontrolleur zu, ich zeigte ihm arglos mein Ticket, er wurde recht ernst, meinte, dass er das jetzt aufschreiben müsse, nahm meine Personalien auf, meinte, dass ich jetzt registriert sei und beim nächsten Mal weitere Schritte eingeleitet werden würden.

    Nach dem Bezahlen des erhöhten Beförderungsentgelts habe ich nichts mehr gehört. In meinem erweiterten Führungszeugnis steht nichts davon. Ich habe danach problemlos an verschiedenen Schulen anfangen können und wurde zwischenzeitlich auf A14 befördert.

    Mir ist das mal in München passiert.. Ich hatte aber Glück und musste nur die Karte entwerten.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Mir ist das auch schon passiert. Da wird keiner angezeigt, wenn du das nicht öfter oder regelmäßig machst.

    Dass das als Straftat gilt, ist ohnehin ein Scherz. Solange die öffentlichen kein für alle verständliches Tarifsystem haben, kommen solche Sachen ständig vor und da fühle ich mich auch nicht schlecht.

  • Das Risiko ist ja immer Schadenswahrscheinlichkeit mal potentielle Schadenshöhe.

    Die Wahrscheinlichkeit scheint mir hier auch fast gegen Null, aber die mögliche Schadenshöhe ist halt schon erheblich und könnte den Lebensweg verändern. Von daher verstehe ich den TE schon.

    Es müsste Dir aber schon jemand was böses wollen, das überhaupt anzuzeigen, und sich dann noch ein Richter finden, der mehr als einen schlechten Tag hat. Vermutlich hat Dir das aber Dein Anwalt Dir auch gesagt - Du wolltest ja auch keinen rechtlichen Rat, sondern wissen, ob jemand jemand kennt, der schon ... usw.

    Offensichtlich ist das nicht der Fall, und ich bin sicher, Du wirst auch kein solcher werden.

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