Beiträge von Brick in the wall

    In meinem Onlineunterricht sind fast alle Kameras ausgeschaltet, aus dem Kollegium höre ich die gleichen Erfahrungen.

    Mir fehlt die Rückmeldung über Schülergesichter, die aussagen, dass etwas gerade eintönig, interessant, unverständlich o.ä. ist.

    Appelle nützen nichts.

    Hat jemand ähnlich Erfahrungen gemacht und das Problem irgendwie gelöst? Meine Wege sind bisher die, dass ich immer wieder Leute anspreche, die ich nicht sehe. Außerdem sammle ich Arbeitsergebnisse ein. Vielleicht kennt aber jemand charmantere Wege?

    Dass es aus Schülersicht eine ganze Menge Gründe gibt, im Videounterricht keine Kamera zu nutzen, ist mir klar. Dass ich auch Gründe hätte, ist mir auch klar. Bitte hierzu, also zu mir, keine Diskussion! Meine Kamera ist an, das ist meine Entscheidung. Dass die Kameras der SuS ausgeschaltet sind, ist ebenfalls deren Entscheidung, aber eben mit Nachteilen für den Unterricht.

    Damit sich der Stundenplaner nicht dem Vorwurf aussetzen muss, jemanden bewusst schlecht zu behandeln, achtet er bei "schwierigen Kollegen" (ich formuliere es mal so) besonders darauf, dass der Plan möglichst schlüssig und gut ist.

    Ich habe mal bessere und mal schlechtere Pläne. Mal gewinnt man, mal verliert man. Notwendigkeiten des Systems zu akzeptieren, das ist für mich ein Teil der professionellen Berufsausübung. Unser Stundenplanmacher hat mir auch mal gesagt, den "schwierigen" KuK Wünsche teilweise im Vorfeld von den Lippen abzulesen (etwas überspitzt gesagt), um sich Ärger zu ersparen. Schade nur, dass diejenigen, die nicht laut auf irgendetwas pochen,was ihnen gar nicht zusteht, dann manchmal das Nachsehen haben.

    NRW hat bei Täuschungsversuchen ja nun wirklich eine sehr schülerfreundliche Rechtslage. Wie eine BezREg reagiert, dazu kann ich aus eigener Erfahrung nichts sagen.

    Aber: Man muss sich nicht immer mit Eltern einig sein.

    Wenn ich nach Klassenarbeiten das Gefühl hatte, dass angeschrieben wurde (identische Fehler auch sprachliche Art in Antwortsätzen usw.), habe ich mir die Beteiligten so schnell wie möglich zum Gespräch geschnappt und sie mit der Sache konfrontiert. Ich habe sie dann ein paar Minuten alleine gelassen, so dass sie untereinander reden konnten. Hinterher hat bisher fast immer einer zugegeben, abegschrieben zu haben. Wäre das nciht der Fall gewesen, hötten beide sofort nachgeschrieben, das habe ich jeweils vorher gesagt. Ich hatte die SuS aber auch vor Ort, es ging außerdem um Sitznachbarn, wo es möglich sein kann, dass einer abschreibt, der andere das aber gar nicht merkt.

    Trotzdem: Vielleicht kann das für dich eine Variante sein, wenn du dabei noch vor Mittwoch auch einen Termin in der Schule ansetzt. Ich denke, die Schüler werden zu dem Termin nicht antreten, aber es erhöht den Druck, vielleicht doch etwas zu sagen.

    Warum würdest du denn unbedingt dabei sein wollen, wenn du mit den betreffenden Kollegen gar nichts zu tun hast?

    Weil ich finde, dass es sich bei Verabschiedungen gehört, dass man die betreffenden Personen verabschiedet, wenn es denn irgendwie möglich ist.

    Durch An- und durch Abwesenheit drückt man etwas aus. Ich möchte nicht in einem Kollegium arbeiten, wo die Anwesenheit bei meiner Verabschiedung davon abhängt, ob es eine Verpflichtung dazu gibt oder nicht. Ich gehe dabei nicht von Schulen aus, deren Kollegien größer sind als die Schülerschaft einer kleinen Grundschule, sondern von einem irgendwie überschaubaren Betrieb.

    Aber, wie oben schon geschrieben, war das ja nicht die eigentliche Frage.

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