Dienstbesprechungen NRW

  • Hallo zusammen,

    wer kann weiterhelfen? Ich habe eine kleine rechtliche Frage bezüglich angesetzter Dienstbesprechungen. Ich weiss, das Dienstbesprechungen laut der BASS NRW für uns Lehrer natürlich verpflichtend sind, allerdings frage ich mich, ob diese auch verpflichtend sind, wenn der übliche Dienstbesprechungscharakter nicht erkennbar ist. Kurz, wenn die Dienstbesprechung nur angesetzt wird, um Kollegen zu verabschieden (nicht in den Ruhestand sondern bei Schulwechsel, habe hier auch keinen Bezug zu den Kollegen die verabschiedet werden da sie anderen Fachgruppen angehören und auch privat kein Kontakt stattfand). Vor allem Freitag, nach der 6. Stunde am letzten Schultag vor den Herbstferien.

    Danke.

  • Das war ja nicht die Frage.

    Bei uns war die Teilnahme an den letzten Verabschiedungen ausdrücklich freiwillig. Und sonst meistens auch, manchmal aber im Anschluss an eine Konferenz, und da ist man dann natürlich da. Manchmal ist diese Konferenz sehr kurz, aber es ist eine Konferenz und eben nicht ausschließlich eine Feier. Die als Dienstverpflichtung zu definieren, dürfte fragwürdig sein.

  • Ist schon unsensibel, ja geradezu unverschämt, zu dem Termin irgendetwas Verpflichtendes zu machen.

    Vielleicht hat jemand schon am Freitag frei und wäre auf dem Weg in den Urlaub.

    Ich meine Dienstbesprechungen sind verpflichtet, wobei ich hier einen Missbrauch sehe.


    Wie kommt man aus so etwas raus? Ohne ein schlechtes Gefühl gar nicht.


    -Termine können vergessen werden. Eine Entschuldigung reicht dann in der Regel.


    -man kann krank sein oder einen Arzttermin dahin legen.


    - wenn so was öfter passiert, die Schule wechseln. Bei uns sind diese Veranstaltungen immer freiwillig.


    Alles nicht so wirklich prickelnd.

  • Es gibt keine abschließende Liste darüber, was eine dienstliche Aufgabe ist oder was der Inhalt einer Dienstbesprechung sein kann. Es ist dienstlich, wenn der Schulleiter sagt, es ist dienstlich. Hört sich blöd an, ist aber Wesen der Behörde, in der wir nun mal arbeiten und die nun mal eine hierarchische Weisungsstruktur hat. Man kann auch grundsätzlich nicht davon ausgehen, dass an einem Freitag vor den Ferien um 13 Uhr Schluss ist. Der Tag ist ein Arbeitstag, ohne Einschränkung.

    Ob es als Schulleiter klug ist, so etwas auf diese Art und Weise an zu setzten, mag diskussionswürdig sein, aber es ist halt nicht jeder Schulleiter klug. Damit muss man leben.


    Zu den Lösungsvorschlägen:

    -Termine können vergessen werden. Eine Entschuldigung reicht dann in der Regel.

    Klar, so was kann mal passieren und in einer vernünftig geführten Schule ist das auch kein Problem. In einer unvernünftig geführten Schule kann die Nichtwahrnehmung einer Dienstpflicht als Dienstvergehen geahndet werden.


    -man kann krank sein oder einen Arzttermin dahin legen.

    Man kann krank sein, Arzttermine hat man grundsätzlich erst mal so zu legen, dass dienstliche Belange nicht berührt werden. Ist das nicht möglich, so muss man dies auch begründen können, zB mit Dringlichkeit, was schwierig sein dürfte, wenn am Montag danach die Ferien anfangen. Außerdem muss man den Arztbesuch dann ggf. auch nachweisen können, wenn der AG das verlangt, als Tipp um stattdessen frühzeitig in die Ferien zu fahren ist das ganze daher eher untauglich.

  • Vielleicht hat jemand schon am Freitag frei und wäre auf dem Weg in den Urlaub.

    Der Freitag ist noch Schultag, höchstens unterrichtsfrei kann man haben.
    Wirklich frei aber noch nicht.



    Muss eine Einladung zu einer Dienstbesprechung nicht schriftlich erfolgen? Und da steht drin wegen Verabschiedung? Wie groß ist denn das Kollegium?

    Grundsätzlich finde ich es aber schön, wenn Leute gewürdigt werden, wenn sie gehen. Anstatt einfach weg zu sein.

  • Muss eine Einladung zu einer Dienstbesprechung nicht schriftlich erfolgen?

    "Dienstbesprechungen" sind gar keine irgendwie rechtlich geregelte Veranstaltungen. Sie sind keine Teilkonferenz im Sinne des Schulgesetzes und können keine bindenden Beschlüsse treffen, sie unterliegen auch keinen gesonderten Regelungen für Einladungen u.Ä. . Sie fallen einfach unter die sonstigen dienstlichen Verpflichtungen, wie Fortbildungen, Vertretungsunterricht, etc. . Da gibt es auch keine verbindlichen Vorgaben, wenn der Vertretungsplaner dir sagt, dass Kollege Müller gerade vom Blitz getroffen wurde und du jetzt die 9b übernehmen musst, dann musst du halt erst mal ran.

  • Verabschiedungen von KuK in den Ruhestand (bei Schulwechsel wird hier kein Aufheben gemacht) finden bei uns i. d. R. im Rahmen von sowieso angesetzten (Abteilungs-)Dienstbesprechungen statt. Zusätzlich wird dies unter dem TOP "Personalien" in Gesamtkonferenzen erwähnt. Extra-Termine wurden dafür bisher noch nie angesetzt.

    Normalerweise laden dann die scheidenden KuK noch zu einem kleinen Umtrunk mit Buffet o. ä. in ihrer Abteilung ein. Das ist aber ja eine private Angelegenheit, mit der die SL nichts weiter zu tun hat.

    Die Frage würde ich mir gar nicht stellen, sondern da sein (wollen!).

    Warum würdest du denn unbedingt dabei sein wollen, wenn du mit den betreffenden Kollegen gar nichts zu tun hast?

    oder einen Arzttermin dahin legen.

    Da dürfte es nicht viele Ärzte geben, die freitags nach der 6. Stunde noch geöffnet haben.

  • Ich finde die Ausgangsfrage grenzwertig - und zwar deswegen, weil hier ein indirekter Anspruch auf "frei haben" nach der 6. Stunde am Freitag geäußert wird. Natürlich KANN man hier alle möglichen Ausreden erfinden oder wirklich haben, weswegen man da nicht kann. Es gibt aber einige wenige Fälle und Situationen, in denen man auch mal etwas Anstand zeigen kann. Das wäre für mich so eine Situation.

    Und wer seinen Urlaub womöglich freitags ab 11 Uhr, weil er keinen Unterricht hat (ja, ich weiß, hat der TE nicht geschrieben), Spitz auf Knopf legt, der hat einfach schlecht geplant. So etwas sichert man immer im Vorfeld mit der Schulleitung ab.

  • Warum würdest du denn unbedingt dabei sein wollen, wenn du mit den betreffenden Kollegen gar nichts zu tun hast?

    Es ist sicher eine Schulartsache..
    "nichts mit jemandem zu tun haben" ist sicher in der Sek1/am Gym anders als an der BBS / BK.
    An meiner Schule fallen mir viele Kolleg*innen ein, mit denen ich "gar nichts zu tun" hatte, aber trotzdem ab und zu an der Kaffeemaschine getroffen habe, die aber in meiner Klasse eingesetzt waren und mit denen ich gequatscht habe.
    und ja, es gibt Kolleg*innen, die hart im Nehmen sind und die Schule wirklich ausschließlich als Arbeitsort sehen, wo man seine Seele auf keinen Fall zeigt, aber: wie würde man sich selbst fühlen, wenn bei der eigenen Verabschiedung nur die Hälfte der eigenen Fachschaft kommt (die andere Hälfte musste leider auch in den Urlaub).
    Wenn man mit Menschen arbeitet, gibt es Beziehungen und die Würdigung der langjährigen Arbeit von Pensionären gehört für mich genauso wie die Verabschiedung der Abiturient*innen, auch wenn man selbst keinen LK im Jahrgang hatte. (aber selbst da gibt es LK-Lehrer*innen, die leider einen Termin haben.)

  • Warum würdest du denn unbedingt dabei sein wollen, wenn du mit den betreffenden Kollegen gar nichts zu tun hast?

    Weil ich finde, dass es sich bei Verabschiedungen gehört, dass man die betreffenden Personen verabschiedet, wenn es denn irgendwie möglich ist.

    Durch An- und durch Abwesenheit drückt man etwas aus. Ich möchte nicht in einem Kollegium arbeiten, wo die Anwesenheit bei meiner Verabschiedung davon abhängt, ob es eine Verpflichtung dazu gibt oder nicht. Ich gehe dabei nicht von Schulen aus, deren Kollegien größer sind als die Schülerschaft einer kleinen Grundschule, sondern von einem irgendwie überschaubaren Betrieb.

    Aber, wie oben schon geschrieben, war das ja nicht die eigentliche Frage.

  • "Bösmenschen sind nicht boshaft. Sie nehmen alles und jeden ernst und grüßen deshalb nur, wen sie kennen. Wünschen sie einen "Guten Tag" meinen sie das auch, wenigstens ansatzweise. Deshalb gelten sie oft als verschlossen, mundfaul oder sogar autistisch. Sie vermeiden gern inhaltsfreie Floskeln, aus denen sich nichts ergibt. Sie schreien nicht bei jedem Nieser in ihrem Umfeld "Gesundheit" und wollen auch selbst aus diesem Anlass nicht mit der Verpflichtung zur Danksagung behelligt werden. Der Appetit kommt beim Essen. Wenn nicht, kann er auch durch entsprechendes Wünschen nicht herbeigerufen werden, weshalb es aus der Sicht der Bösmenschen ebenfalls verzichtbar erscheint."


    Einen kleinen Schritt in diese Richtung kann ich euch empfehlen.

    Wird einem dann gelegentlich als das Fehlen "einer emotional zugewandten und ungezwungen-kreative Art, besonders auch im kommunikativ-sozialen Miteinander." ausgelegt, aber damit kann ich leben.


    Warum soll ich jemanden verabschieden, den ich nicht kenne? Ich möchte nicht von Leuten verabschiedet werden, die nur da sind, um keinen Ärger mit dem Chef zu bekommen.

  • Einen kleinen Schritt in diese Richtung kann ich euch empfehlen.

    Wird einem dann gelegentlich als das Fehlen "einer emotional zugewandten und ungezwungen-kreative Art, besonders auch im kommunikativ-sozialen Miteinander." ausgelegt, aber damit kann ich leben.


    Warum soll ich jemanden verabschieden, den ich nicht kenne? Ich möchte nicht von Leuten verabschiedet werden, die nur da sind, um keinen Ärger mit dem Chef zu bekommen.

    Die wahren Motive wirst Du selten kennen. Es gehört zum kollegialen Miteinander dazu, dass man sich von KollegInnen verabschiedet bzw. diese vom Kollegium verabschiedet werden. Bei uns wurden alle Pensionärinnen und Pensionäre mit Abschiedsliedern der Lehrerband verabschiedet. Wenn jemand lange da war und versetzt wurde, gab es das auch - ganz gleich, ob sie den Mitgliedern der Lehrerband nahestanden oder nicht.

    Wie gesagt, es gibt so etwas wie Anstand. Den müssen sich die zu verabschiedenden KollegInnen nicht verdienen.

  • Warum soll ich jemanden verabschieden, den ich nicht kenne? Ich möchte nicht von Leuten verabschiedet werden, die nur da sind, um keinen Ärger mit dem Chef zu bekommen.

    Sehe ich ähnlich und daher bin ich auch froh, dass bei uns zu den "privaten" Verabschiedungen normalerweise wirklich nur die KuK kommen, mit denen der/die in Ruhestand Gehende wirklich etwas zu tun hatte.


    Nichtsdestotrotz gebe ich dir recht chilipaprika , dass es abhängig von der Schulart ist, ob man alle KuK kennt oder mit ihnen zumindest ab und zu einen Klönschnack hält. Dadurch, dass es an meiner Schule fünf Abteilungen gibt - verteilt auf sechs einzelne Gebäude bzw. teilweise ineinander übergehende Gebäude an zwei Standorten - und dadurch, dass schätzungsweise 60% der KuK auch nur innerhalb ihrer eigenen Abteilung unterrichten, kenne ich tatsächlich eine ganze Reihe unserer ca. 130-140 KuK nur aus Gesamtkonferenzen. Daher weiß ich oftmals, wenn ich die Nachnamen einzelner KuK höre, gar nicht, wer dies eigentlich ist.

  • Es ist dienstlich, wenn der Schulleiter sagt, es ist dienstlich.

    Nein. Was du da beschreibst, nennt man Despotismus. Das ist etwas anderes als da Dienstrecht. Der Schulleter kann nicht willkürlich entscheiden.


    Im vorliegenden Fall finde ich die Diskussion, ob die Abschiedsparty denn nun dienstlich sei, müßig. Das eigentlich Schlimme ist doch, das hier etwas vorgetäuscht werden soll, von dem man Angst hat, dass es das nicht gibt. Als scheidender Kollege würde ich mich aber schön für eine Verabscheidung bedanken, an der die anderen teilnehmen, weil sie es müssen. da würde ich doch versuchen, da selbst weg bleiben zu können.


    Wenn sich ein Kollegium gut versteht, kommen die Kollegen auch zu so eienr Verabschideung oder finden einen anderen Weg, dem scheidenden Kollegen Wünsche mitzugeben. Wenn man so etwas verordnen muss, hängt da ordentlich 'was schief.


    Wenn so ein Anlass das Kollegium näher zusammenbringen soll, gestaltet man den terminlich und progarmmatisch so attraktiv, dass die Kollegen auch kommen wollen. Dann hat man die Atmosphäre in der sich das entwickelt.


    Im vorliegenden Fall ginge ich hin säße brav meine Zeit ab. 'Ne genervte Fresse ziehen, kann ich ganz gut. Ich mein, irgendwo muss die Stimmung ja herkommen. Da simma dabei, dat ist prima ...

    "Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert."
    Matthäus 10.34

  • Wie gesagt, es gibt so etwas wie Anstand. Den müssen sich die zu verabschiedenden KollegInnen nicht verdienen.

    Das sehe ich auch so!

    Ich finde allerdings, wenn man sich ärgert und/oder grübelt, ob man da "jetzt wirklich hinmuss", dann geht man ja eh nicht wegen der Kollegen hin, sondern eher weil man Ärger mit Vorgesetzen oder Ansehensverlust befürchtet. Und DANN sollte man es lassen. Ist in meinen Augen ehrlicher.

  • Es gehört zum kollegialen Miteinander dazu, dass man sich von KollegInnen verabschiedet bzw. diese vom Kollegium verabschiedet werden. Bei uns wurden alle Pensionärinnen und Pensionäre mit Abschiedsliedern der Lehrerband verabschiedet.

    Ach du liebes Lottchen! So etwas würde ich unter keinen Umständen wollen! Ich habe mir jetzt schon - auch wenn ich noch Jaaahre bis zum Ruhestand habe - bei den jüngeren KuK verbeten, dass bei meiner Verabschiedung irgendein Tamtam gemacht wird. Ich mag sowas überhaupt nicht.

    Für mich persönlich hat solch eine Verabschiedung aber auch nicht unbedingt mit "kollegialem Miteinander" zu tun und mit "Anstand" auch nicht. Ist aber vermutlich mal wieder Ansichtssache... Ich finde es halt am Wichtigsten, dass die Menschen einen verabschieden, mit denen man in seiner Dienstzeit viel zusammengearbeitet hat. Das wären für mich die KuK aus meiner Abteilung und ggf. noch einige andere wie auch unserer Schulsozialarbeiter*innen, die Sekretärinnen, der Schulassistent, die Hausmeister,... und nicht die KuK, die mich gar nicht namentlich kennen, weil ich ihnen nur auf Gesamtkonferenzen begegnet bin.

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