Beiträge von WillG

    Jetzt muss WillG nur noch sagen, dass Prüflinge auch in der Prüfung eine KI benutzen dürfen sollten. Dann ist der Drops gelutscht.

    Ich habe auf einer Fortbildung ein Prüfungskonzept gesehen, bei dem in bestimmten Prüfungsphasen KI benutzt werden durfte, das durchaus überzeugend war. Das wird wohl an einer Uni angewandt, ich glaube in Schweden.
    Für den Schulbetrieb zu aufwändig, aber es gibt eben durchaus Möglichkeiten.

    Zu den Hausarbeiten: Wenn ich mir die Hausarbeiten aus meinem Studium ansehe, dann war der Lernzuwachs rein wissenschaftspropädeutisch. Die Inhalte waren so speziell, dass sie mein Fachwissen nur exemplarisch ergänzt haben. Andere Germanisten/Anglisten haben andere Hausarbeiten geschrieben und wissen deshalb nicht die gleichen Details wie ich - und sind trotzdem fachlich nicht schlechter.
    Und für die wissenschaftliche Herangehensweise wird die KI natürlich eine Rolle spielen. Genau so, wie ich nur ganz am Anfang noch mit Microfiche und den dicken MLA-Bänden bibliographiert habe, und damit vermutlich zur letzten Generation gehöre, die die überhaupt noch genutzt habe, bevor alles in Datenbanken zur Verfügung stand.

    Das ist natürlich eine prima Kompetenz.

    Wenn wir uns von einem "Früher war alles besser" lösen, ist das in der Tat eine relevante Kompetenz. KI ist hier und sie wird ein fester Bestandteil unseres Lebens, ebenso wie Smartphones, Internet, Taschenrechner. Da hilft auch kein pearl-clutching.

    Das Problem, das ich wahrnehme, ist, dass Schüler aber mit der KI nicht umgehen können. Das ist einfach nur eine Verlängerung des Phänomens, dass Schüler das Internet nicht richtig zur Recherche für Präsentationen etc. nutzen konnten, nur potenziert.

    Wenn also jemand die Kompetenz hat, Prompts korrekt so zu formulieren, dass sie den gewünschten Output inhaltlich verlässlich und in der notwendigen Tiefe erbringen - und dabei noch andere Faktoren berücksichtigen ("nicht erwischt werden"), ist das eine Kompetenz, die sie im veränderten Berufsleben natürlich brauchen werden. Wir tun uns - und unseren Schülern - keinen Gefallen, wenn wir die Augen davor verschließen. Das heißt nicht, dass sie nicht auch noch lernen müssen, richtig zu recherchieren, zu bibliographieren und zu argumentieren - ebensowenig wie die Einführung des Taschenrechners das Kopfrechnen unnötig gemacht hat oder die Zulassung von Wörterbüchern das Vokabellernen überflüssig gemacht hat.

    Es würde mich wundern, wenn der Schulträger überhaupt irgendwelche Vorgaben dazu machen kann, wie du deinen Unterricht gestaltest. Er kann Ausstattung anschaffen, so viel er will, aber es gibt da noch das Grundprinzip der pädagogischen Freiheit, wobei ich nicht weiß, wie klar das in NRW geregelt ist.

    Wie beurteilungsrelevant ist denn die Respiziens bei euch?

    Ich weiß, dass an meiner Schule die Fachbetreuer bei Lebenszeitverbeamtungen direkt vom Schulleiter angesprochen werden, ob es Auffälligkeiten bei der Korrektur gab. Bei den Regelbeurteilungen ist das meines Wissens nicht der Fall, da ist es wohl so, dass dich Fachbetreuer angehalten sind, anhaltende Probleme sowieso rückzumelden, so dass das dann "irgendwie so" einfließen soll - wobei wir natürlich beide wissen, wie die Noten der Regelbeurteilung zustandekommen und dass das wenig bis gar nichts mit Qualität des Unterrichts oder der Korrektur zu tun hat. Aber das ist die Praxis.
    Ich glaube (!) halt, in der Theorie sollte es wohl schon Respizienzberichte geben, die auch beurteilungsrelevant sein sollten, wodurch eben der Fachbetreuer eine Form von Personalverantwortung im Sinne einer mittleren Führungsebene hat.
    Aber ich kann mich auch täuschen.

    Ich glaube, dass die Beförderungsämter an GS ein deutlich großes Mehr an Verantwortung mit sich bringen als am Gymnasium und gleichzeitig schlechter entlohnt werden. Oft ist es eben nur A13Z statt A14 und A14Z statt A15 und man hat dafür direkt Verantwortung als Schulleitung am Hals statt sich um die iPads zu kümmern oder so.

    Also, in Bayern ist ja wegen der Regelbeförderung alles anders, aber ich würde dem, nach dem, was ich hier so lese und von Freunden aus anderen Bundesländern mitbekomme, zu 100% zustimmen. Ich habe noch nie (!) von einer A14 Aufgabe gehört, die auch nur im Ansatz mit der Verantwortung und der Arbeitsbelastung von Schulleitern - an Grundschulen oder anderen Schulformen - mithalten könnte. Das zeigt nur, wie absurd und kaputt das Besoldungssystem ist, egal wie man den Stellenkegel schönrechnet.

    Vor Jahren hatte fast niemand ein Problem damit, bei Geburtstagen in der Pause anzustoßen. Ich hatte mal einen Kollegen (damals noch in Bayern), der trank jeden Freitag in der 2. Pause ein Weißbier. Bei uns gibt es seit Jahren Alkohol nur nach Schulschluss und dann sind es 1 oder 2 Flaschen Sekt für 10-12 Kolleginnen und auch nur vor Ferienbeginn. Wenn überhaupt.

    Bei uns im Kollegium wird gerne mal angestoßen, auch mal nach Konferenzen, Elternabenden etc. Manchmal auch einfach so. Das kann man natürlich jetzt finden, wie man will, und die soziale Akzeptanz von Alkohol ist gesamtgesellschaftlich sicher nicht unproblematisch, aber es trägt zu sehr gutem Arbeitsklima bei, dass die KuK auf dieser entspannten Ebene zusammensitzen.
    Aber, zumindest soweit ich das mitbekomme, würde niemals jemand Alkohol trinken, bevor er nicht mit seinem Unterricht für den Tag durch ist. D.h. es kann vorkommen, dass die Kollegen Müller, Mayer und Schmidt um 15 Uhr bei einem Bier zusammensitzen, obwohl der Nachmittagsunterricht bis 16.30 Uhr geht, aber diese drei Kollegen sind auf jeden Fall mit dem Unterricht schon durch. Und wenn Kollegin Schneider aus der 10. Stunde kommt, dann setzt sich halt dazu - oder nicht.

    Aber nur am Gymnasium. Wir an der Realschule bekommen nichts (Manche evtl eine Anrechnungsstunden bei großen Fächern).

    Wie ist das denn bei euch mit der Respizienz, die gibt es doch bei euch auch, oder?
    Ich hatte mit die A15 für die Fachschaft immer damit erklärt, dass die Respizienz eine Form der Personalverantwortung darstellt, da auch beurteilungsrelevant. Aber das würde ja dann keinen Sinn machen, wenn man auf die Realschulen blickt.

    ich bilde zuhause neue kleine (3er-) Stapelchen, nach vermutetem Ergebnis, um ein bisschen Abwechslung in Länge / Niveau und entsprechender "Gefühlslage" zu haben.

    Ich habe das oben verkürzt dargestellt, als ich geschrieben habe, dass ich sie einfach so korrigieren, wie sie kommen. Mit ging es darum, dass alphabetisch bei mir kein Ordnungssystem bei der Korrektur ist. Die Wahrheit ist ein wenig chaotischer. Ich suche mir als erste Arbeit eine aus, von der ich eine durchschnittliche bis gute Note erwarte, also so 2-3, und die lesbar geschrieben ist, sozusagen um zu sehen, was ein durchschnittlich guter Schüler leisten konnte und um die Anfangshemmung bei Korrekturen zu überwinden.
    Dann korrigiere ich sie so, wie sie kommen, wobei ich aber die Guten meist erstmal beiseite lege, denn die korrigieren sich in der Regel schneller, weshalb ich mir die gerne für das Ende aufhebe, wenn ich gar keine Nerven mehr habe. Manchmal gönne ich mir eine gute Arbeit zwischendrin, wenn sonst alles zu schrecklich wird.

    Also, "so wie sie kommen" stimmt nicht wirklich, aber alphabetisch auf keinen Fall.

    Ich sortiere auch direkt nach dem Nachnamen, damit ich das daheim nicht machen muss.

    Warum sortierst du denn überhaupt nach Nachnamen? Ich sammle sie ein, wie sie gerade kommen, und daheim korrigiere ich sie dann, wie sie gerade kommen, nicht alphabetisch. Ich sortierer erst nach Nachnamen, wenn ich sie ausgeteilt hatte und dann für die Respizienz wieder einsammle, aber das gibt es ja nur in Bayern.

    Der Kontext ist mit keineswegs entgangen. Ich finde nur, dass man sich erstens lächerlich macht, wenn man sich auf so einen Machtkampf einlässt und dass erwachsene Menschen, und mit 18 ist man durchaus formal erwachsen, ein Recht haben, zu entscheiden, wie sie angesprochen werden. Wenn ich mich entscheiden würde, dass mich der Trainer im Fitnessstudio siezt, dann würde ich auch erwarten, dass das umgesetzt wird, egal was sonst Usus ist.

    Ich kann mich an eine Gerichtsverhandlung in meiner bayerischen Heimatstadt erinnern, in der eine Marktfrau angezeigt worden war, weil sie den Kunden genutzt hat.

    Immerhin kam es zu einer Verhandlung, so ganz egal ist es also wohl nicht, wen ich duze. Sie wurde freigesprochen, aber ich weiß nicht mehr genau, mit welcher Begründung. Aber es war in jedem Fall sprachlich-dialektal begründet, also entweder weil sie im Plural gesprochen hat und das informelle "ihr" gebräuchlichen ist, oder weil man im Bayerischen schneller mal "du" sagt. Das Setting war meiner Erinnerung nach keine Begründung.

    Wenn ein (formal) erwachsener Mensch einfordert, gesiezt zu werden, halte ich fast schon für übergriffig, ihm das zu entsagen oder von einer Mehrheitsmeinung abhängig zu machen. Wo zieht man denn hier die Grenze? Ich halte es auch eher für Eingeständnis der eigenen Unsicherheit, wenn man hier ein Fass aufmacht und sich weigert oder die Klasse abstimmen lässt.

    Wenn ein Kollege von den anderen mit Sie angesprochen werde würde, würde man ja auch nicht sagen "Ne du, das mache ich nicht, das ist schlecht für die Gruppendynamik." Man würde es machen und sich seinen Teil dabei denken. Oder man würde seine Bedenken formulieren... und es trotzdem machen.

    Ich muss gestehen, dass Maastricht hab geraten ist. Selbst falls es richtig sein sollte, könnte ich die Buchhandlung nicht benennen. Ich habe nur eine vage Erinnerung an ein Clickbait listicle, "The ten most amazing bookshops in the world - number 7 will blow your mind!" oder so ähnlich, wo eine Buchhandlung in einer säkularisierten Kirche vorgestellt wurde. Und die war, meine ich, in Maastricht.

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