Beiträge von Wolfgang Autenrieth

    Die Schulleitung (SL) und Abteilungsleitungen (AL) versuchen Ordnungsmaßnahmen zu vermeiden oder zu umgehen, wo es nur geht und die Lehrkräfte sind entsprechend gefrustet, weil es nach deren Ansicht ausreichend Beschwerdegründe gibt, um eine OM einzuleiten.

    Die Verantwortung liegt jedoch auch bei den Lehrkräften. Je niederschwelliger man mit Erziehungsmaßnahmen einsteigt und je früher Fehlverhalten gerügt und geahndet wird, desto weniger Eskalationen finden statt. Parallel dazu muss eine Erziehung zu sozialem Verhalten erfolgen.
    Ein passendes Beispiel für den Sinn schneller (und niedrigschwelliger) Interaktion:
    Schulleiter und Hausmeister hatten eine Übereinkunft: Der Hausmeister machte jeden Morgen einen Kontrollgang, bevor die ersten Schüler und Lehrer zur Schule kamen. Falls in der Nacht irgendwelche Schmierfinken die Außenwand bemalt hatten, nahm er einen Eimer weiße Farbe und übertünchte das, bevor jemand es sehen konnte. Weil weiße Farbe billiger als Spraydosen ist, haben sich die Schmierfinken andere Ziele ausgesucht. Falls man Tags stehen lässt, befinden sich dort am nächsten Tag zwei.
    Im Gegenzug haben Lehrkräfte Schüler zu seiner Entlastung "abgeordnet", die am Nachmittag dabei halfen, die Tische in den Klassenzimmern zu putzen, Laub zu rechen oder mit Putzschwämmen beim Reinigen der Wände zu helfen. Es gab sogar Schüler, die Nachmittags freiwillig kamen. Manche haben später eine Malerlehre absolviert. Der Hausmeister war vom Fach und hatte ihnen die Grundlagen vermittelt. ;)

    BTW: Meine Website mit Tipps & Links zur Verhaltensmodifikation hab' ich heute aktualisiert:
    https://www.autenrieths.de/verhalten.html

    Wir im BK können heute nicht mehr die Dinge voraussetzen, die wir noch vor 8-10 Jahren als Grundvoraussetzung annehmen könnten. Jeden Tag sehen wir in allen Fächern, dass den Schülern absolute Basics fehlen. Prozentrechnung, Dreisatz, Mengenlehre, Entstehung eines Regenbogens, Bundesländer, Hautstädte ganz normale Dinge. Das was vor 8-10 Jahren noch Grundlagen der Allgemeinbildung war ist heute ein großes Geheimnis.

    Ja. Genau! Früher war alles besser und das Gras war grüner!
    Da waren wir Boomer aber auch noch im Dienst. Die Lehrer von heute können nur noch am Smartboard wischen und lassen die Kids daddeln.
    Unsereins konnte noch Schillers Glocke rezitieren.
    Die Formel für die Kurzfassung der heutigen Bildung lautet:
    <start>
    S=1OEL<end>

    PS:Beachtet die Fußnote.

    Nachtrag zur Tradition des "Winteraustreibens" per KI:
    -----------------------------
    Das Brauchtum der „Winteraustreibung“ in Oberschwaben – am bekanntesten in Form des Funkenfeuers – hat eine Geschichte, die weit über tausend Jahre zurückreicht, deren Deutung sich jedoch im Laufe der Jahrhunderte stark gewandelt hat.

    Hier ist die zeitliche Einordnung:

    1. Die ältesten Belege (11. Jahrhundert)

    Der historisch sicherste Nachweis für diesen Feuerbrauch stammt aus dem Jahr 1090. Ein lateinischer Bericht des Benediktinerklosters Lorsch dokumentiert, dass das Kloster durch eine brennende Holzscheibe in Brand gesetzt wurde, die Burschen am Abend des 21. März geworfen hatten. Dies belegt das Scheibenschlagen, eine Variante der Feuerbräuche, die damals bereits fest etabliert war.
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    Heute ist der "Funkensonntag" immer der Sonntag nach Aschermittwoch. Hier wird die Fasnet feierlich "verbrannt". Im Allgäu - mit seiner hügeligen Endmoränenlandschaft - kann man die Funkenfeuer über viele Kilometer hinweg sehen.

    Das "Maskenlaufen" ist dagegen wirklich eine Erfindung (oder Neuentdeckung) des 19.Jahrhunderts. Was nicht gegen die SEHR lange Tradition des "Wintervertreibens" spricht. Siehe Zitat.

    Zu den Funkenfeuern und zum Funkenschlagen habe ich auf meiner Webseite einige Fakten zusammengetragen:
    https://oberschwabenschau.info/schwaebisch/br…-johannisfeuer/

    Ach Plattenspieler. Die katholische Kirche stand nicht am Anfang der Geschichte. Im alemannischen Raum sowieso nicht. Die römische Kirche hatte die heidnischen Feste der Frühjahrs- und Wintersonnenwende mit eigenen Gebräuchen überlagert - um das "Heidentum" zu bekämpfen. Es ist kein Zufall, dass Ostern am ersten Sonntag nach der ersten Vollmondnacht nach der Frühlingssonnenwende stattfindet ;)

    Es ist auch kein Zufall, dass Weihnachten drei Tage nach den römischen Saturnalien gefeiert wird - dem höchsten fest der (heidnischen) Römer. Dass die Fasnet heute mit der Fastenzeit in Verbindung steht, ist das typische Henne-Ei-Problem - wobei hier wirklich die Henne (der alte Glaube) zuerst vorhanden war.

    Die Vermischung mit dem Karneval war in unserer Gegend auch deshalb vorhanden, weil das Fürstentum Hohenzollern durch das Fürstenhaus mit den anderen Hohenzollern verbandelt war. Ab 1849/50 wurde Hohenzollern sogar preußisches Staatsgebiet. Sigmaringen lag bis 1806 zudem nur knapp 15 Kilometer von Österreich entfernt - und die Einwohner des Städtchens Mengen sind noch heute stolz darauf. Dass sich Gebräuche und Riten vermischen ist der Lauf der Dinge. ;)

    Quittengelee Das lasse ich mal so stehen. Dein Stöckchen darfst du behalten. Eine kleine Korrektur dennoch: Die Geisteraustreibung findet VOR der Fastenzeit statt. Die Alemannen in Basel knapsen sich zudem noch einige Tage von der Fastenzeit ab und machen Fasnet bis zum Morgestraich, der am 24.Februar um 4 Uhr früh beginnt und am 26.Februar um 4 Uhr früh endet. Wobei DIESE Tradition wirklich ihren Ursprung im 19.Jahrhndert hat.

    Ich mag die "Fasnet" als archaische kulturelle Tradition. Leider werden auch hier Elemente des Rheinischen Karnevals eingeflochten, sodass die Fasnet, die 2014 zum "Imateriellen Kulturerbe" erklärt wurde, dieses Prädikat verlieren könnte.
    Die "Schwäbisch-alemannische Fasnet" ist schon sehr speziell und hebt sich ab. Hier ist der ursprüngliche Sinn - den Winter und dessen Dämonen auszutreiben - noch sichtbar.
    Die Masken werden mit individuellem Gesichtsausdruck aus Holz geschnitzt und werden in der Familie weiter vererbt. Bei den Weißnarren wird die Leinwand von Hand bemalt. Fotos von mir. Publikum mit GIMP "verschmiert".

    .

    Das waren Zeiten. Hier hatte die ARD ihren Bildungsauftrag noch wahrgenommen.
    In dieser Sendung geht es um Reifenqualität, Tanz , Komik und mehr.

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    Ich dachte eher an einen Ballettraum-Spiegel, der die gesamte Seitenwand des Klassenzimmers abdeckt.
    1.) wirkt der Raum dann viel größer

    2.) sehen die Schüler der hinteren Reihen zur Tafel und zum lehrer, wenn 5 Mützenträger vor ihnen sitzen. Zudem erfordert die Spiegelung, den Sachverhalt auch einer anderen Perspektive zu betrachten und schult kognitive Fähigkeiten.

    BTW: Finde die drei Fehler der KI :pirat:

    Ohne Flax:
    Eine ähnliche Wand hatte ich in meinem Klassenzimmer aus billigen, hohen Klebespiegeln auf Pressspanplatten installiert, damit die Schüler*innen der Klasse 9 ihren Tanz für die große Faschingsparty einüben konnten.

    In der Turnhalle der Schule fand (vor der Umwandlung der GHWRS zur GS) als schöne Tradition nach der Schülerbefreiung am "Gumpigen" die Faschingsfeier der Schule statt. Um 10 Uhr kam die Musikkapelle des Narrenvereins mit den Hexen und trieb mit Radau die Schüler aus der Schule in die Turnhalle. Die Halle wurde am Tag zuvor von der SMV geschmückt, die Lehrerband (mit Guitarrero 'Woolf-Gang') baute ihre Verstärker und Instumente auf, der SMV-DJ seine Anlage. Jede Klasse studierte Sketche, Tänze, Artistisches oder Spaßiges ein und führte dies in der "Arena" vor. Klasse 8 übernahm das Catering und verkaufte Saitenwürste, Wecken und Getränke zur Finanzierung der Abschlussfahrt. Gegen 14 Uhr wurde abgebaut und aufgeräumt und das Kollegium traf sich mit den Narren im Lehrerzimmer zum "Nachglühen", bevor man sich in die Winterferien verabschiedete. Leider Geschichte eines lebendigen Schullebens.

    Ich dachte eher an einen Ballettraum-Spiegel, der die gesamte Seitenwand des Klassenzimmers abdeckt.
    1.) wirkt der Raum dann viel größer

    2.) sehen die Schüler der hinteren Reihen zur Tafel und zum lehrer, wenn 5 Mützenträger vor ihnen sitzen. Zudem erfordert die Spiegelung, den Sachverhalt auch einer anderen Perspektive zu betrachten und schult kognitive Fähigkeiten.

    Werden wir ja sehen ;)

    Hier sind nun die Arbeitsgruppen: unterstrichen ist jeweils der Sprecher der Gruppe, kursiv geschrieben der Zeitwächter.
    🧢 Gruppe 1

    • Milli85
    • Wolfgang Autenrieth
    • Humblebee
    • #TheRealBolzbold
    • Quittengelee

    🎓 Gruppe 2

    • RosaLaune
    • BaldPension
    • kleiner gruener frosch
    • Thomas.Paul78
    • Friesin

    👒 Gruppe 3

    • state_of_Trance
    • Maylin85
    • BlackandGold
    • nihilist
    • Kapa

    🎩 Gruppe 4

    • s3g4
    • PaPo
    • pepe
    • Zauberwald
    • Sissymaus


    Arbeitsergebnisse bitte bis Dienstag Abend bei mir einreichen und für eine Präsentation am kommenden Donnerstag visualisieren.

    Vielen Dank.

    STOP! Zeit ist abgelaufen. Ergebnisse bitte!

    Was haltet ihr von Spiegeln in der Schule?

    An meiner Schule hatte der Schulleiter an mehreren Stellen Spiegel anbringen lassen, da diese in der Reformpädagogik wichtige Elemente darstell(t)en. Nach meiner Beobachtung standen zu Beginn der Schule und der Pausen oft Schüler*innen davor und haben ihr "Outfit" in Ordnung gebracht.

    Maria Montessori legte extremen Wert auf die „vorbereitete Umgebung“. In Montessori-Kindergärten und Schulen sind Spiegel auf Augenhöhe der Kinder ein Standardelement. Sie ging davon aus, dass Spiegel die Selbstwahrnehmung und Autonomie fördern. Kinder sollen lernen, sich selbst zu pflegen (z. B. Gesicht waschen, Haare kämmen), ohne auf die Hilfe oder das Urteil eines Erwachsenen angewiesen zu sein. Der Spiegel fungiert dabei als „stummer Lehrer“ zur Selbstkontrolle.

    In der Reggio-Pädagogik von Loris Malaguzzi wird der Raum als der „dritte Erzieher“ bezeichnet. Spiegel spielen hier eine zentrale Rolle, oft sogar in Form von Spiegel-Dreiecken oder verpixelten Spiegelflächen. Die Spiegel sollen die Perspektive erweitern, Licht reflektieren und die Kinder dazu anregen, sich selbst aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen. Es geht um die Entdeckung der eigenen Identität und der optischen Phänomene der Welt.

    In der modernen Schulgestaltung (Stichwort: Psychologie der Architektur) wurde oft behauptet, dass Spiegel in Fluren oder Toiletten Vandalismus und Aggression senken. Dies wird darauf zurückgeführt, dass Menschen, die ihr eigenes Spiegelbild sehen, dazu neigen, sich sozialer und regelkonformer zu verhalten (Selbstaufmerksamkeitstheorie / „Self-Awareness"). Diese Ansicht geht auf sozialpsychologische Studien (z.B. von Edward Diener oder Arthur Beaman) zurück.

    Hier gibt es die Deutschlandkarte zum Fettdonnerstag, nicht ganz fehlerfrei, so scheint es.

    Es heißt im Süden übrigens nicht "Schmutziger Donnerstag", sondern "Schmotziger Donnerstag". Damit ist derselbe Ursprung verbunden wie beim "Fettigen Donnerstag".
    <Belehrungsmodus an>
    "Schmotz" ist im schwäbischen Dialekt der Begriff für Fett oder "Schmiere". Der Zusammenhang mit Fett kommt für diesen Tag aus der Geschichte der Fastenzeit. Der Donnerstag vor Aschermittwoch war in früheren Jahrhunderten der letzte Tag vor der Fastenzeit, an dem noch geschlachtet werden durfte. Somit war an diesem Tag auch viel Tierfett vorhanden, das noch irgendwie verwendet werden musste, damit es in den folgenden 50 Tagen bis Ostern nicht ranzig wurde. Also wurden damit die Wagenräder geschmiert und Fasnetsküchle oder "Berliner" in Fett ausgebacken und beim Umzug in die Menge geworfen
    <Belehrungsmodus off>

    Sodale. Etzadle wissed'r des au.

    Ich dreh' den Blickwinkel einfach mal um. Dann sieht man die leuchtenden Kinderaugen nicht mehr. Nur - wo fangen wir bei Kopfbedeckungen an. Ist schon wieder Fasching? Bei manchen Kommentaren hab' ich den Eindruck, dass noch Nachwirkungen von Äthylhydrat am Werke waren.
    Ich finde, dass dieses Bild ein Paradebeispiel für demokratische Erziehung in der Schule darstellt - und für die Freude am Kopfschmuck im Klassenzimmer. Helau!


    Vielleicht sollten manche die Kopfbedeckung abnehmen und einen kühlen Kopf bewahren - getreu dem Motto meiner Oma:
    "Den Kopf kühl, die Füße warm - das macht den besten Doktor arm!

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