Beiträge von Palim

    Wenn du das Ziel hast, wieder in der Grundschule zu arbeiten und das als reguläre Lehrkraft und nicht als Vertretung, dann solltest du dich in deinem Land von der Landesschulbehörde beraten lassen, wie du dich weiter qualifizieren kannst.

    Es gibt in allen Ländern Programme, dies auch neben der Beschäftigung zu tun, du würdest angestellt und hättest nebenbei Teile der Ausbildung, also Studium oder etwas ähnliches wie das Referendariat.

    Dabei würde das Land auch prüfen, was die von deinen bisherigen Abschlüssen anerkannt wird und Vorgaben setzen, was nachzuholen wäre.

    Aber offenbar hattest du ja schon Kontakt mit der Berhörde.

    Ich habe dieses Jahr mitbekommen, wer alles auf Teufel komm raus durch die Schuleignungsüberprüfung durchgewunken wurde. Da waren KInder dabei, ...

    Es ist mir schleierhaft, wie das sein kann.

    Es gibt Kriterien, nach denen entschieden wird.

    Dazu gehört, dass die von dir genannten Kinder zwar auffällig sein könnten, aber dennoch schulreif.

    Dazu gehört auch, dass es auch Vorgaben geben kann, was NICHT zu einer Zurückstellung führt, in NDS heißt es, dass Sprachvermögen allein kein Grund ist, ein Kind zurückzustellen.

    Und dazu gehört auch, dass Kinder, die bereits zurückgestellt waren, im folgenden Jahr in jedem Fall eingeschult werden.

    Zum einen werden die Kriterien gelegentlich neu festgesetzt, zum anderen wundert man sich auch immer mal über den Entscheidungsspielraum.

    Thema Sozialindex: sowas gibts in NDS nicht

    NDS arbeitet dran und wird daran in Zukunft die Verteilung von Stunden orientieren.

    Es ist nicht klar, ob die Grundversorgung und die DaZ-Stunden gemeint sind oder die Stunden, die aus den Bundesmitteln zugeteilt werden sollen… oder ob man sich darüber dann einfach noch ehr als bisher spart. Wir werden sehen, ich glaube, schon diesen Sommer.

    Wie ist das heute - wie flexibel ist man in der Stundeneinteilung? Muss man sich streng an den Stundenplan halten oder reicht es "wenn am Ende des Monats die Stundenverteilung insgesamt stimmt"?

    Das ist sehr, sehr unterschiedlich.

    NDS unterbindet das Klassenlehrerprinzip ab Klasse 3, es wird gefordert, dass D/Ma/Su von einer anderen Lehrkraft übernommen werden sollen, es wird auch genannt, dass man nach 1/2 die KL wechseln sollte.

    Unter Lehrkräftemangel ist das gar nicht zu halten, da muss man sehen, dass man die Fächer überhaupt besetzt und ist bemüht, dass man es irgendwie schafft. D/Ma geben wir dann eher an die Lehrkräfte, anderes an die anderen Kräfte (pädagogische Mitarbeiterinnen, Studierende …) Und wenn man schon ständigen Wechsel hat, ist der Wechsel der KL ein weiterer Nachteil, der noch mehr Unruhe bringt.

    Dazu kommt, dass das Aufheben des KL-Prinzips auch im sozial-emotionalen Bereich und bei der Klassenführung mit großen Nachteilen einher geht.

    Auch zum Fördern sehe ich Vorteile, weil man auch gemischte Stunden machen kann, der eine übt dies, der andere macht das, und weil man auch in fremden Klassen zusätzlich noch sämtliche besonderen Bedürfnisse berücksichtigen muss. Das ist auch im Fachunterricht möglich, ich finde es aber in der eigenen Klasse einfacher.

    Gymshark

    Du bist nicht bei mir, wo auch immer du wohnst.

    Du bist auch nicht meiner Meinung. Ich denke nicht, dass es bei einer Stunde mehr Mathe und Deutsch darum geht, ob die Stunde "schaden" würde.

    Du hast einiges, was ich geschrieben habe, offenbar nicht gelesen oder nicht verstanden.

    Die Kinder bekommen nicht alle Zeit der Welt. Aber ich weiß, an welchen Stellen es knifflig wird und ich mir lieber zur Einführung mehr Zeit nehme, um sicher zu gehen, dass die Kinder es begreifen und keine scheinbar leichteren Abkürzungen nehmen. Das rächt sich nämlich bitter in Klasse 3+4.

    Außerdem ist jede Klasse anders und ich passe den Unterricht entsprechend an. Dazu kommt die Differenzierung für die Kinder, die anderes Material benötigen.

    Zudem gehe ich nicht davon aus, dass Kinder zusätzliche Materialien eigenverantwortlich bearbeiten. Das würde ich auch in Klasse 5 nicht denken. Wenn die Eltern da nicht helfen, haben doch diese Kinder keine Chance.

    Palim: Um das von dir Geschriebene mal in konkreten Zahlen zu übertragen: Was würdest du schätzen, wird in deiner Klasse im Fach Mathematik pro Woche im Schnitt zeitlich für Üben/Wiederholen/Trainieren aufgewandt und wie viel für die Erarbeitung von neuem oder Transferwissen?

    Das kommt doch sehr darauf an, was gerade Thema ist.

    Führe ich etwas Neues ein, brauche ich 2, manchmal 3 Stunden, um es einzuführen, Material einzusetzen, sicher zu gehen, dass die Kinder es an sich verstanden haben. In dieser Zeit geht es noch nicht ums Üben.

    Und ich nehme mir dann die Zeit für die Einführung, starte damit früh am Tag und verlängere die Mathestunde, wenn es sein muss, um nicht mittendrin abbrechen zu müssen, setze es nicht am ersten Tag als HA ein, sondern da dann lieber etwas zum Üben.

    Wenn es eingeführt ist, kann es sein, dass täglich geübt wird, in unterschiedlichen Formaten auf unterschiedlichen Niveaus.

    Die Differenzierung wird angepasst.

    Es gibt Transfer-Aufgaben, die ich mit allen bearbeite, es gibt andere, die nur einige Kinder lösen ... und es gibt Kinder, die sehr viel anderes Material bekommen, weil sie weit mehr trainieren oder dies so gut wie gar nicht benötigen, dafür aber etwas, was sie herausfordert, damit sie etwas dazu lernen und nicht nur abarbeiten.

    Und weil du es ja gerne in Zahlen hättest: In meiner Klasse sind Kinder, die noch die Aufgaben bis 10 zählen, und andere Kinder, die locker über 1000 rechnen - im Kopf, denn die schriftlichen Verfahren kennen sie noch nicht.

    Dieser eindimensionale Unterricht, den du dir anscheinend vorstellst, kommt bei mir wenig vor, nicht in D, Ma, SU, Rel, eher mal in Musik oder Kunst.

    Und doch wäre es ein Gewinn, eine Stunde für das Üben zu haben oder die Inhalte auf eine Stunde mehr strecken zu können. Und auch diese Stunde wäre nicht eingleisig.

    Ein noch größerer Gewinn wäre eine pädagogische Assistens in der Klasse, mit der man sich die Aufgaben teilen könnte.

    Ein Kind wird in Mathe nicht automatisch besser dadurch, dass es 10 statt 5 Unterrichtsstunden die Woche hat.

    Hat auch niemand gesagt, es ging um EINE Stunde mehr.

    Entscheidend ist:

    Lernt das Kind gerne Mathe? Das muss übrigens nicht synonym mit "Ist das Kind gut in Mathe?" sein.

    Ist das Kind gerade überhaupt in der Lage, Mathe zu lernen?

    Versteht das Kind, warum es jetzt Mathe lernen soll?

    Ist die Unterrichtsatmosphäre (bzw. der Unterricht selbst) lernfördernd?

    Ist das dein Bild von Schüler:innen und vom Lernen?

    Oder woher nimmst du diese Sätze?

    Mein Bild ist ein anderes.

    Ja, das Kind muss in der Lage sein, etwas zu lernen. Aber das sind ja sehr viele Kinder - und ich habe die Kinder mit Förderbedarf LE und GE mit im Blick.

    Es gehört mit zum Unterricht, dass man die Kinder in die Lage versetzt, dass sie im Unterricht etwas lernen. Das ist die Aufgabe eine Lehrkraft. Man kann nicht erwarten und darauf warten, dass Kinder soweit sind, dass sie lernen wollen und davon alles abhängig machen. Mir stößt das auch auf, weil dahinter m.E. ein Bild steht, dass Kinder lernen können oder auch nicht. Mein Bild ist eher, dass die meisten Kinder etwas lernen, die Lernschritte sind nur unterschiedlich groß und unterschiedlich schnell.

    Die zusätzliche Stunde bildet das gar nicht ab. Man würde sie für das Üben nutzen, Aufgaben trainieren, etwas Vertiefen. Ähnlich sieht es in Deutsch aus.

    Ich hätte gerne eine 6. Stunde Mathe fürs Üben und eine 6. oder 7. Stunde Deutsch für das Training des Lesens.

    Die Inhalte, die über das KC vorgegeben sind, sind sehr umfangreich, da wäre es gut, für das Üben mehr Zeit zu haben.

    Ich hätte auch gerne die Möglichkeit, für alle SuS in Klasse 1-3 Förderung für D und Ma anbieten zu können, um gerade am Anfang auffangen zu können, wenn etwas noch nicht so gut klappt. Ich bin sicher, dass man gerade in diesen Jahren vielen Kindern helfen kann, die dann später erheblich besser zurechtkommen, weil die Grundlagen gefestigt sind.

    Realschule Plus klingt nach RLP,

    in NDS muss Lehrkräften, die mehr als 6 Wochen krank waren (über das Jahr verteilt), ein Care-Verfahren angeboten werden. In diesem bekommt man Hilfe, ggf. eine Wiedereingliederung oder Alternativen, es gibt Gespräche an der Schule oder außerhalb der Schule, je nach Wunsch der Lehrkraft.

    Gibt es Vergleichbares in RLP?

    Schreib dir auf, was die SL von dir verlangt, gleich mit Datum als Gesprächsnotiz, falls es zu weiteren Schikanen kommt.

    Wenn du denkst, such dir Hilfe und Unterstützung beim Bezirks- oder Hauptpersonalrat und nimm dir jemanden in die Gespräche mit.

    Bei der Einladung zum Gespräch durch die SL darfst du Begleitung mitbringen und vorab erfahren, worum es geht.

    vielleicht sogar ein bisschen Werbung für die Schweiz machen, weil man hier als passionierte Lehrperson (nach meinem persönlichen empfinden) recht viele Freiheiten hat und vielleicht sogar mehr Freude am Beruf finden könnte, falls es in Deutschland Rahmenbedingungen gäbe, die als einschränkend empfunden werden.

    Was meinst du damit?

    Was sollen denn die Einschränkungen sein, die du annimmst und die die Lehrkraft eingrenzen oder die die Freude rauben?

    Schliesslich ist in der Primarschule nichts wichtiger, als für die Arbeit mit den kleinen Knirpsen zu brennen.

    Das wäre ein neuer Thread.

    Wenn es allein wichtig wäre, für die Arbeit mit Kindern zu brennen, wozu bräuchte es dann eine Ausbildung gleich welcher Art?

    Für die Arbeit in der Grundschule braucht man durchaus anderes, aber es ist gut, wenn man bedenkt, dass man mit Kindern arbeitet, wenn auch nicht allein mit ihnen.

    Was ich verstanden habe: Du vergleichst deine Erfahrungen in den Kantonen in der Schweiz mit deinen Erfahrungen in BY vor vermutlich 15 Jahren.

    Und du möchtest wissen, ob das in BY weiterhin/generell der Realität entspricht.

    Du fragst allerdings nach Deutschland, dann doch wieder nach BY und BW.

    Ist der Lehrermangel an den Grundschulen immer noch ein grosses Thema? Gibt es den flächendeckend für ganz Deutschland oder nur in ausgewählten Bundesländern?

    Deutschland ist nicht BY und auch nicht Bayern-Württemberg.

    Die Nachfrage, ob du zu wechseln gedenkst, ist berechtigt, wenn du nach dem Mangel fragst und den Bedingungen, was man in welcher Form wählen kann.

    Man kann wählen, in welchem Bundesland man sich eine Schule sucht.

    Man kann wählen, ob man verbeamtet werden möchte, es gibt auch angestellte Lehrkräfte.

    Man kann unter Bedingungen eine Teilzeitstelle wählen, die am Deputat ausgerichtet ist, denn eine Arbeitszeiterfassung gibt es in D bisher noch nicht in Schulen, Bremen will jetzt etwas beginnen.

    Es gibt Bundesländer, die seit etwa 20 Jahren schulscharf ausschreiben, in einigen BL sind nahezu alle GS-Stellen derart ausgeschrieben.

    Durch den Lehrkräftemangel können seit etwa 10-15 Jahren in einigen BL die Ei zustellenden vorab die Schulen kontaktieren, Gespräche führen, Einstellungsgespräche führen, Wünsche angeben und werden am Ende gefragt, WELCHE Stelle sie annehmen wollen.

    Der Mangel ist dann immer dort größer, wo vielen der Standort weniger attraktiv erscheint, keine größere Stadt oder schlechter Sozialindex (oder vergleichbare Einschätzung, denn den Index führt nicht jedes BL), vielleicht auch hohe Lebenshaltungskosten in der Stadt.

    Dennoch müssen auch an diesen Schulen Lehrkräfte sein. Das jeweilige Land muss also überlegen, wie es dort den Mangel ausgleicht.

    Der Mangel besteht bis mindestens 2035 im Primarbereich, dazu geb es zumindest Zahlen, die die Kultusministerien aufgegriffen haben. Ob der Mangel in 10 Jahren dann ausgeglichen werden kann oder sich die Zahlen doch anders entwickeln, da kann man unterschiedlicher Meinung sein.

    Als angehende Lehrkraft in Deutschland kann man also überlegen, ob eines der Bundesländer in Frage kommt.

    Und ja, man kann auch überlegen, ob man in die Schweiz gehen will oder in den Auslandsschuldienst.

    Bekommen nicht einfach die Schulen den Schwarzen Peter zugeschoben,

    sollen auch das noch regeln und die Verantwortung tragen, wofür jemand anderes bezahlt wird,

    und das Land behauptet, es habe eine auskömmliche Regelung geschaffen und drückt sich weiter vor Arbeitszeiterfassung und Entlastung+Entlohnung?

    Dann benötigt man eben nicht weniger Lehrkräfte, sondern mehr - und zwar auf DAZ spezialisierte.

    Wo steht denn, dass das Lehrkräfte übernehmen sollen?

    Ich hatte ja schon gefragt, wohin denn die Kinder zurückgestellt werden sollen und wer das auffängt.

    Die KiTa sind doch jetzt schon mit den Anmeldungen für den Sommer quasi durch.

    Bei uns gibt es jedes Mal im Mai/Juni, das ist dieses Mal schon kurz vor den Sommerferien, Ärger, wenn doch noch Kinder zurückgestellt werden, weil die Untersuchungen spät waren oder oder.

    Oder hat BY ein ausgeprägtes Vorschul- oder Schulkindergarten-System mit vielen freien Ressourcen?

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