Keine Ahnung wie das bei euch war, aber hier wurden durchaus Gefährdungsbeurteilungen erstellt, einige Räume aus den Planungen heraus- und andere wie die Mensa u.ä. hineingenommen. Sicherheitsmaßnahmen, die durchaus ausreichend sind, sind u.a. die strikte Einhaltung von Abstandsgeboten, MNB-Pflicht, Lüftungsmaßnahme u.v.m. Lüfter sind z.B. nur in Gebäuden nötig, die keine öffenbaren Fenster besitzen, dann ist aber bereits eine entsprechende Lüftungsanlage verbaut. Wir haben als weitere Sicherheitsmaßnahme bei einer Begehung geprüft, ob deren Einstellung unter den neuen Lüftungsempfehlungen angepasst werden muss und wie schnell ein Luftaustausch erfolgt. Maßstab ist hier oft der CO2-Gehalt der Luft, der sich gut überwachen lässt. Der Nutzen von Trennwänden ist äußerst umstritten, Masken tragen hier alle. Zumindest für hier kann ich durchaus behaupten, dass eine gute Reihe geeigneter Maßnahmen getroffen wurden. Ich kann mir auch schwer vorstellen, dass bei euch bisher keinerlei Sicherheitsmaßnahmen greifen. Tu also bitte nicht so, als sei bislang niemand auf die Idee gekommen.
Dann mal zu meiner Schule.
Kein Raum wurde heraus genommen (ging nicht, weil sonst Schüler zu Hause hätten bleiben müssen. Nur in der Mensa wurden die Sitzplätze gesperrt, die Schüler essen jetzt in den engen Gängen). Also auch kein Vorteil.
Abstand halten geht nirgends, weder in den Gängen (kein Einbahnstraßenmodell möglich, da zu eng), die nicht gelüftet werden können noch in den kleinen Klassenzimmern (in einem Raum habe ich wie hier bereits geschrieben 30 cm Abstand zu zwei Schülern (wir teilen uns aus Platzgründen einen Tisch), auch der Rest der Schüler sitzt eng an eng (ich muss mich durchwinden, wenn ich durchgehen möchte. Es kann nur gelüftet werden (immer nur an einer Seite), wenn mehrere Schüler aufstehen (Fenster lassen sich sonst nicht öffnen, Schüler aber auch nicht umsetzen).
Masken werden seit vorgeschrieben also Ende Oktober getragen, aber meine Kleinen tragen fast alle Erwachsenenmasken, die ständig rutschen, manche haben die OP-Masken auseinander gefaltet, sieht aus wie ein Blatt Papier (entweder weil sie damit spielen oder weil sie so mehr Luft kriegen). Bei anderen lösen sich Masken auf (ich hätte nie gedacht, dass OP-Masken so fusseln können). Außerdem wird auch in den Klassenzimmern ständig gegessen und getrunken (die Mensa hat ja zu), es wurde erlaubt und jetzt ausgenutzt. Und wir haben einige Querdenker, die nachdem sie kein Netz tragen durften, plötzlich alle ein Attest haben.
Zu Hygiene. Mehrere Toilettenräume sind wegen Vandalismus geschlossen (es wird schon ständig repariert, aber wir haben leider auch sehr destruktive Schüler).
Ich wäre froh, wenn AHA+L gelten würde, ich verlange nicht mehr (und rege mich auf, wenn Schule und AHA+L in einem Satz genannt wird. Es geht bei uns nur im Wechselmodell. )
Aber AHA+L gilt noch nicht einmal ansatzweise, schön, wenn es bei dir anders ist.
Ergänzung
Ich sehe gerade, du unterrichst Sek. II. Ich habe in meinen Kursen auch keine Bedenken, mich anzustecken. Ich würde es vermutlich auch so gelassen sehen wie du, hätte ich nur sie. Sie verlassen auch das Schulgelände, wenn sie essen möchten, dürfen unsere kleinen (Unterstufe) nicht, und sie essen normalerweise nicht stundenlang ein Lolli etc. Unsere kleinen essen und trinken jetzt durchgehend, weil sie dann die Maske abnehmen dürfen (Zugeständnisse an die besorgten Eltern, die glauben, dass Masken tragen in Schulen unnötig seien, weil es keine Infektionen gibt).