Ergänzung dazu:
Ich mache an meine Schule Einstufungsberatung. Tatsächlich kommt es immer öfter vor, dass die Mutter mit dabei sitzt und teilweise sogar das Sprechen übernimmt. Peinlicher geht's kaum. Vor ein paar Jahren war das VÖLLIG undenkbar und es hat für großes Gelächter im Sekretariat gesorgt, wenn jemand mit Mutti ankam. Da wird eine Generation völliger Unselbstständigkeit herangezogen.
Ich bin ja verwundert, wie krass viel den jugendlichen Kindern in meinem Kollegium oder Bekanntenkreis geholfen wird, einen Praktikumsplatz zu finden. Ich musste das alleine machen früher.
Allerdings denke ich inzwischen, dass das mit ein Grund ist, warum Menschen aus der sozialen Unterschicht 6 Generationen brauchen, bis sie aufgestiegen sind. Das sind weit über 100 Jahre.
Eltern, die ihren Kindern den Weg ebnen, weil sie zum Beispiel "wen" kennen, tragen massiv mit zum Erfolg/Reichtum bei. Insofern mag das bei Ausbildungsberufen lächerlich wirken, weil traditionell nicht so viel Bohei um den Sohn des Klempners gemacht wird. Ich bin mir allerdings nicht so sicher, ob es den Jugendlichen so schadet, wie von dir vermutet.