Beiträge von chilipaprika

    deswegen gibt es auch immer eine "Schulnote", die je nach BL echt nicht wenig Bedeutung hat.
    Ja, man kann sich über die Macht der SL auch unterhalten, aber zumindest in meinem BL schreibt die SL auf der Basis der Rückmeldungen aller Ausbildungslehrkräfte, die also auch Alltagsunterricht sehen.
    Der Bäcker-Azubi zeigt zum Abschluss auch nicht (nur) Weißmehlbrötchen, sondern auch Gebäck und Brot, das er nur selten machen würde, weil es zu den besonderen Sachen gehört. Auch eine Hochzeitstorte ist vll ein Konditorei-Abschlussprodukt, aber nicht alltäglich. Trotzdem muss man eben die ganze Bandbreite können.

    Oder glaubst du etwa, dass die Gedichtsanalyse "nur" eine Gedichtsanalyse ist, die man jeden Tag macht? und es nicht um das Schulen vieler kleinen Teilkompetenzen (Verständnis, Interpretation, Rhetorik, eigene Produktion...), die man im Alltag sehr wohl bewusst und unbewusst verwendet?

    Ich kenne die Lehrerausbildung in einigen europäischen Ländern. Keines dieser Länder hat etwas Ähnliches wie das Referendariat. Und die Kollegen dort unterrichten genauso gut wie hierzulande.

    Frankreich: Die Hürde ist, überhaupt in den praktischen Teil zu kommen, bei dem man zwar - außer man fällt durch - schon eine feste Stelle hat, aber 1) nicht an der einen Schule, 2) die Noten am Ende entscheiden auch über die weitere Verwendung (und die vorherigen Noten haben nicht nur entschieden, OB man überhaupt Lehrer werden darf, sondern auch 2) in welcher Ecke Frankreichs (also: Brennpunkt in der Pariser Gegend, Pariser Gegend oder mit seeeeeeehr viel Glück (aka perfekten Noten) seiner Heimatregion). Besoldung: auch schlechter als die eh schon schlechte Besoldung.

    England: ich bin mir ziemlich sicher, dass sowohl QTS als auch PGCE keine Garantie auf eine Stelle geben. Und während der Ausbildung ist man Student und bezahlt hohe Studiengebühren, außer man hat ein Mangelfach und da gibt es hohe Stipendien, die die Studiengebühren übernehmen und manchmal sogar Geld für den Unterhalt geben (aber nicht jede*r hat Physik studiert).
    Relativ neu: NQT (Neu qualified teachers) bekommen in den ersten 2 Jahren bei voller (schlechter!) Bezahlung 2 Stunden Ermässigung, um den Schock der ersten Jahre durchzukriegen, Studien zeigten, dass viele da das Handtuch werfen.

    Irland und Schottland (SCT?) ist meines Wissens relativ ähnlich dem englischen System.

    Klar, innerhalb des Refs kann man schon lange vorher sagen, wer gut und wer wohl weniger gut abschneiden wird. Da die Umstände in diesem Ausbildungsabschnitt aber nur in Spurenelementen mit dem Tagesgeschäft als "echter Lehrer" übereinstimmen, würde ich ein gutes Ref nicht zu hoch hängen. Und bei einem schlechten nicht gleich die Flinte ins Korn werfen.

    Du hast Recht. Innerhalb der Facharztweiterbildung hat alles nicht mit dem echten Leben zu tun, das Medizinstudium erst recht nicht. Ist mir doch egal, ob meine Frauenärztin bestanden hat und eine Eileiterschwangerschaft übersieht oder nicht und ob die Ärzte Ultraschallbilder lesen können und Entzündungen sehen.
    Ach, diese weltfremden Ausbildungen, wo man die Azubis fordert und fördert.

    Da muss die Allergikerin eben eigenverantwortlich und dankend (!) ablehnen. Sonst stirbt sie halt. Selber Schuld. Es kann ja wohl nicht sein, dass ein Mitschüler sich Gedanken machen muss, ob jemand in der Klasse eine Allergie hat.

    1. Ich habe es nur erklärt und keine Anweisungen gegeben.
    2. Doch, selbst ich als Lehrerin an einer weiterführenden Schule (!) würde schon aufpassen, wenn ein Kind in der Unterstufe eine Allergie hat. Und wie im Thread geschrieben wurde, bei starken Allergien kann auch eine Kreuzkontamination / Nähe auch gefährlich sein, so dass es durchaus sein kann, dass zum Beispiel Nüsse in einem Klassenraum gänzlich verboten sind.

    Ein anderer ist dann auch noch Moslem oder was? Nee, da bringt man Nuss-Sahne-Torte mit Gelatine mit, dann kann nur noch die halbe Klasse mitessen und für die gibt es dann sogar zwei Stücke.


    Ich bin ob der Radikalität und des Inhalts, den ich bei dir nicht erwartet hätte, ziemlich irritiert und frage mich, ob ich eine versteckte Ironie übersehen habe.
    Wie Mitschüler*innen in meinen Klassen handeln, kann ich nur schwer beeinflussen, aber ja, ich passe auf, was ICH mitbringe.
    Und weder bringe ich Süssigkeiten während des Ramadans, noch während der restlichen christlichen Fastenzeit, nachdem ich gefragt habe, ob in der Klasse einige auf Süsses verzichten. Bricht mir keinen Zacken und ich bringe nach den Osterferien was.
    Im Kollegium habe ich aufgepasst, es noch rechtzeitig vor dem Ramadan zu bringen, weil mindestens 3 KuK Muslime sind. Unter den Kolleg*innen im Büro war eine mit Unverträglichkeit auf ziemlich alles, womit ich mich ernähre oder backe. Mal habe ich extra Bonbons gekauft, mal habe ich einen zweiten Kuchen gebacken, usw.. es war die liebste Kollegin und es war mir das wert.
    Ich richte nicht mein Leben nach den Unverträglichkeiten von KuK, aber es tut auch nicht weh, Sachen aufzuschreiben oder zu gucken, ob es andere Rezepte gibt, die allen passen.
    Ich kann auch Leute zu mir einladen, die vegetarisch leben, und Fleisch servieren. "Fleisch einfach nur rausnehmen". Oder Schweinefleisch als Pute deklarieren. Oder so. Aber dann wäre ich ein Arsch.

    Bei Allergie ändert es vermutlich wenig, aber ich habe dieses Jahr - auch aus eigener Betroffenheit - etwas zu einem Buffet beigetragen, wo ich extra aufgeschrieben habe "vegan, gluten- und laktosefrei, Kreuzkontamination nicht ausgeschlossen". Meine Küche IST kontaminiert und auf der Haferpackung steht es auch so.
    Ich vermute aber: wenn ich allergisch auf etwas wäre, würde ich mich nicht auf ein Zettelchen verlassen...


    Diese Minute, alles aufzuschreiben, tut nicht weh, aber es zeugt von Wertschätzung.

    Doppelt falsch:
    1. Hier sind wir im Thread zur Optimierung des Stundenlohns.
    2. und dann geben wir auch noch eigenes Geld für Kuchen für Kolleg*innen?! Oh mein Gott...

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