Grundsatzfrage: Geld in guten Unterricht investieren?

  • @ Silicium:


    Meine Güte, wieviel Energie, Schreibarbeit und Argumentationsstrategien du für dich entwickelst, nur um dir selber immer wieder vorzusagen (du wiederholst dich ja ständig!), wie hochqualifiziert deine Ausbildung ist. Dass du daneben überhaupt noch Zeit hast, dich um den Unterricht zu kümmern, bewundere ich grenzenlos. Hast du dir schon mal überlegt, es dir deutlich sichtbar eintätowieren zu lassen (z.B. auf die Stirn oder den Handrücken), dass du ein "Studierter" bist und noch dazu von einer "richtigen" Universität, nicht so ein "Halbspurakademiker" wie die von den PHs oder gar FHs (so schätzt du das ja offenbar ein)? Damit es auch ja keiner übersieht, der mit dir zu tun hat???


    Sorry, aber ich konnte grad nicht anders..... :whistling:


    Bloß so nebenher - ich wage auf dieser Ebene mit dir zu sprechen, weil ich einen gleichwertigen Abschluß habe wie du. Und das schon inzwischen mein halbes Leben. Aber so viel eingebildet wie du habe ich mir darauf bisher noch nie.

  • Silicium hat sein Studium noch nicht ageschlossen...

  • Woher weißt du denn eigentlich, dass ein GS-Studium mit viel Didaktik, Pädagogik, Psychologie Pillepalle ist?

    Weil ich noch nie ein Konzept in Didaktik, Pädagogik oder Psychologie so komplex fand, dass ich tage- und nächtelang darüber brüten musste um es grundlegend verstehen zu können. Im Gegensatz dazu haben mich in Mathe ein komplizierter Beweis oder ein Übungszettel in Physik auf diese Weise schon mehrfach gefordert.
    Für mich sind diese Argumente, dass Pädagogik auch fachlich so kompliziert sei wie ein naturwissenschaftliches Hochschulstudium einfach nicht tragbar. Das hat dann auch nichts mehr mit Meinung zutun.

    Und wieso ist ein Diplom in Sozialpädagogik weniger als ein Diplom in Mathe? Weil Mathematiker per se intelligenter als Sozialpädagogen sind? Weil ein Sozialpädagogikstudium eigentlich völlig easy ist, während Mathe eben nicht jeder kann?

    Ja, für ein Sozialpädagogikstudium ist deutlich weniger Intelligenz nötig, als für ein Mathematikstudium! Daraus kann man natürlich nicht schlussfolgern, dass jemand, der Sozialpädagogik studiert nicht intelligent ist. Aber es könnte durchaus so sein.

    Natürlich hast du Recht damit, dass ein naturwissenschaftliches Studium von weniger Menschen angestrebt wird, als einige geisteswissenschaftliche Studiengänge. Dennoch sagt das meiner Meinung nach nichts über die grundlegenden intellektuellen Fähigkeiten der jeweiligen Personen aus.

    Vollkommen richtig, habe ich auch nie behauptet! Da wird mir wieder etwas untergeschoben, was ich so nie gesagt habe. Bei gewissen Studiengänge muss man für einen erfolgreichen Abschluss intelligenter sein, als bei anderen Studiengängen. Das hält sehr intelligente Menschen aber nicht davon ab einen leichteren Studiengang zu machen.

  • Weil ich noch nie ein Konzept in Didaktik, Pädagogik oder Psychologie so komplex fand, dass ich tage- und nächtelang darüber brüten musste um es grundlegend verstehen zu können. Im Gegensatz dazu haben mich in Mathe in ein komplizierter Beweis oder ein Übungszettel in Physik auf diese Weise schon mehrfach gefordert.


    DA haben wir es wieder, das ist bei dir so, aber wer sagt, denn, dass es bei anderen nicht genau andersrum ist?!? Das war das mit den unterschiedlichen Begabungen ;)

  • Exakt dieses -->

    Noch ein bisschen mehr off topic: Ich erinnere mich auch, mal von einem Experiment gehört zu haben, bei dem die Probanden zwischen zwei Alternativen wählen durften: A) Du verdienst 3000 €, dein Nachbar ebenfalls. B) Du verdienst 2500 €, dein Nachbar nur 2000. (Zahlen fiktiv, die weiß ich nicht mehr, aber so war das Prinzip) Die Mehrheit der Probanden hat Variante B gewählt, weil das subjektive Empfinden, MEHR zu haben als der andere, irgendwie befriedigender ist, als der objektiv höhere Verdienst...

    ist des Pudels Kern!

    Die Wahrheit liegt im Blickwinkel des Betrachters.

  • DA haben wir es wieder, das ist bei dir so, aber wer sagt, denn, dass es bei anderen nicht genau andersrum ist?!? Das war das mit den unterschiedlichen Begabungen ;)

    Stimmt, ich habe die große Masse der Menschen vergessen, für die die Beschäftigung mit der Fourier-Transformation easy ist, deren intellektuelle Leistung aber nicht ausreicht pädagogische Modelle zu verstehen. [Ironie] (<-- sicher ist sicher)


    Ich meine die Diskussion ist wirklich fruchtlos geworden und meine Thesen sind sicherlich nicht immer gut begründbar.
    Aber Deine Thesen empfinde ich als noch unhaltbarer und unbegründbarer, ganz ehrlich.

  • Du meinst also tatsächlich, dass von Dir gemeinte Begabungsmuster in nennenswerter Zahl existiert? Es gibt Deiner Meinung nach also annähernd gleich viel Menschen, denen ein Hochschulstudium in Mathematik intellektuell leicht fällt, die aber intellektuelle Probleme bei Pädagogik oder Didaktikkursen haben wie es Menschen mit Begabungsmuster anders herum gibt?
    Ich kann es Dir nicht beweisen, aber ich halte das für sehr sehr unwahrscheinlich!
    Meine These ist, dass der Großteil der Abiturienten intellektuell in der Lage ist pädagogische und didaktische Modelle im Studium zu verstehen und ein seeeehr viel geringerer Teil in der Lage ist Mathe erfolgreich zu studieren.

  • Möglicherweise reden wir hier von unterschiedlichen Definitionen von Intelligenz? Intelligenz beinhaltet für mich mehr als "nur" die Fähigkeit zu mathematisch-logischem Denken.
    Und nein ich glaube nicht, dass jeder Physikstudent in der Lage ist, alle pädagogisch-psychologischen Konzepte problemlos zu verstehen. Ich glaube tatsächlich, dass es Physikstudenten geben kann, die genau daran in einem Lehramtsstudium scheitern würden. Und ich glaube auch, dass es Grundschulstudenten gibt die durchaus auch ein Mathestudim schaffen würden. Ich glaube allerdings auch, dass es Menschen gibt, die in allen oder doch sehr vielen Bereichen sehr begabt sind und die problemlos ein Physik-Diplom machen und die dennoch in der Lage sind, pädagogisch-psychologische Konzepte zu verstehen. Es gibt bestimmt auch welche, die nebenbei noch chinesisch lernen.
    Silicium, ich glaube, der Punkt, der hier einige gegen dich aufbringt ist deine teilweise sehr überhebliche Art die Grundschulkollegen abzuwerten und deine Leistungen (die sicher gut sind) hier so hervorzuheben und auf einen Thron zu stellen. Du scheinst dich für etwas besseres zu halten und das kommt bei einigen hier nicht gut an.

    • Offizieller Beitrag

    Silicium beschreibt in einem anderen Thread seine schulische Laufbahn, in der er eine Art Überflieger gewesen sein muss.
    Intellektuell mag das hinkommen, doch drängt sich bei mir ganz stark der Verdacht auf, dass es ihm menschlich nicht wirklich gutgetan hat. Lassen wir ihm also sein schlichtes Weltbild, er hat es offenbar nie anders gelernt....


    (Für mich persönlich ein abschreckendes Beispiel gegen frühe Einschulung und Überspringen von Schuljahren, doch das gehört hier strenggenommen genausowenig rein wie die momentane Diskussion :whistling: )

  • Silicium, ich glaube, der Punkt, der hier einige gegen dich aufbringt ist deine teilweise sehr überhebliche Art die Grundschulkollegen abzuwerten und deine Leistungen (die sicher gut sind) hier so hervorzuheben und auf einen Thron zu stellen. Du scheinst dich für etwas besseres zu halten und das kommt bei einigen hier nicht gut an.

    Ja, das wird den Kern der Sache treffen. Mir ist klar, dass ich mit dem Ansprechen dieser Punkte irgendwie auch gegen ungeschriebene soziale Gesetze verstoße. In Deutschland zu behaupten, dass es gerechtfertigt ist mehr zu verdienen, weil man sagt man hätte einen Job hat der anspruchsvoller ist, führt automatisch bei vielen zu einer totalen Abwehrhaltung. Vor allen Dingen bei Leuten, die in ihrem Beruf aufgehen.
    Es gleicht einem Skandal solche Dinge anzusprechen, dabei liegen die Unterschiede oftmals klar auf der Hand. Diese ständige Gleichmacherei stört mich.
    Ähnlich ist es mit der Intelligenz. Da wird dann diskutiert und palavert, herumgeschwänzelt um Definition und es gäbe doch auch emotionale Intelligenz, Intelligenz sei gar nicht wirklich messbar, weil Kreativität schwer messbar sei und so weiter. Extreme Auswüchse nimmt das an mit Sätzen wie jeder sei gleich begabt.
    Auch die Studiengänge liessen sich alle gar nicht nach intellektuellem Anspruch sortieren und so weiter.
    Die Unterschiede sind einfach da, es ist eben nur fraglich, was man aus diesen Unterschieden ableiten darf.


    Auf Intelligenz angesprochen sind die Menschen total empfindlich. Was optische Attraktivität angeht übrigens auch! Und aus Schutz fängt man wie verbissen zu verteidigen, obwohl es sachlich falsch oftmals falsch ist.
    Es ist doch nichts dabei zuzugeben, dass man in einem Bereich einem anderen unterlegen ist.
    Nehmen wir durchaus mal mich als Beispiel, ich habe da kein Problem mit. Ich bin mir meiner Stärken und Schwächen bewusst und diskutiere da auch nichts weg.


    Ich bin überdurschnittlich intelligent, nur durchschnittlich attraktiv und unterdurchschnittlich musikalisch begabt.
    Mal abgesehen davon, dass meine Freundinnen trotzdem oftmals deutlich attrakiver waren als Frau, als ich es als Mann bin, ist mir klar, was ich äußerlich zu bieten habe und orientiere mich in meiner optischen Liga. Das macht eigentlich fast jeder Mensch ganz instinktiv. Trotzdem ist es total verpönt, wenn man sagt, dass man sich für zu attraktiv für jemanden hält, obwohl natürlich jeder inoffiziell genau das macht.
    So fände ich es von mir selbst vermessen, wenn ich bei einem Model nicht lande, weil sie mich nicht hübsch findet, und mich beschweren würde, dass ich doch auch attraktiv bin. Im Verhältnis zu ihr, bin ich es nicht!
    (Jaja, Partnerwahl folgt auch anderen Kriterien, brauchen wir nicht erwähnen ;))


    Wenn mir jemand sagt, ich könne nur mäßig singen, meine Stimme sei nicht sehr voll und ich träfe nicht immer jeden Ton, hat er recht! Das ist gesellschaftlich auch noch recht anerkannt solcherlei Kommentare zu machen.
    Sage ich, dass ich meinen Beruf höher qualifiziert finde und deshalb auch etwas mehr verdienen möchte, ist es total aus der Luft gegriffen, unbegründbar, indiskutabel.


    Du scheinst dich für etwas besseres zu halten und das kommt bei einigen hier nicht gut an.

    Den Punkt verstehe ich. Allerdings möchte ich zu bedenken geben, dass viele einfach nicht zugeben, was sie denken aus gesellschaftlicher Konvention. Wer hat nicht schonmal einen Partner abgelehnt, weil er / sie zwar nett ist, aber optisch einfach zu schlecht? Wer findet sich gegenüber manch einem nicht deutlich intelligenter, fachlich besser, rhetorisch gewandter?
    Mir ist klar, dass man es natürlich auch nicht jedem auf die Nase binden muss.
    Aber wenn man schon darüber spricht, dann sollte man mal bei den Fakten bleiben und sich nichts selber einreden.



    Ja, ich halte mein Studium für anspruchsvoller als das Primarstufenstudium. Und ja, ich halte meinen Physikprofessor für intelligenter als mich! Und ja, ich halte die Arbeit eines Schulleiters für höher qualifiziert als meinen Unterricht.
    Ich finde es in Ordnung, wenn man seinen Platz auf der Leiter (egal in welcher Rubrik) kennt und auch für diesen Eintritt. Es gibt tausend Berufe, die zurecht besser bezahlt werden, es gibt tausend Berufe, die zurecht schlechter bezahlt werden. Mal ist man recht weit oben auf der Leiter, mal recht weit unten.
    Aber ständige Gleichmacherei finde ich nicht gut.



    Ich muss mir sicherlich noch die Hörner abstoßen, keine Frage. Es ist schön, wenn Du große menschliche Fähigkeiten und Weisheit entwickelt hast. Vielleicht gelingt mir das auch irgendwann, wer weiß.

    2 Mal editiert, zuletzt von Silicium ()

  • Ich hielt Silicium anfangs für einen Troll. Wenn er aber - davon gehe ich jetzt aus - wirklich "echt" ist, mache ich mir schon Gedanken über seine künftigen Schüler.


    Auch wenn er pädagogische und psychologische Konzepte rein analytisch-theoretisch versteht, heißt das noch nicht, dass er sie leben kann. Dazu gehört mehr als die Art von Intelligenz, die für ihn offenbar die allein zugängliche ist. Und diese Fähigkeit, wirklich pädagogisch zu denken und fühlen und die Bedeutung dieses Aspekts des Lehrerdaseins zu würdigen, kann ich nicht erkennen.


    Der Erziehungsbedarf z.B. wird künftig auch in Gymnasien ansteigen; ein großer Teil der Lehrtätigkeit ist heute schon (und in der Zukunft noch mehr) bestimmt von pädagogischer Begleitung der Schüler, Übernahme von Erziehungsaufgaben, die im Elternhaus versäumt werden. Und das neben dem reinen Fachunterricht. Das mag einem gefallen oder nicht, als Lehrer ist man aber Pädagoge, nicht nur Stoffvermittler, insofern gehört es mit dazu. Ich bin froh, dass seinerzeit ich selber und auch später meine Kinder immer wirkliche PädagogInnen in ihrer Schullaufbahn an ihrer Seite hatten und ich halte mich auch selbst für eine solche.

  • Auch wenn er pädagogische und psychologische Konzepte rein analytisch-theoretisch versteht, heißt das noch nicht, dass er sie leben kann. Dazu gehört mehr als die Art von Intelligenz, die für ihn offenbar die allein zugängliche ist. Und diese Fähigkeit, wirklich pädagogisch zu denken und fühlen und die Bedeutung dieses Aspekts des Lehrerdaseins zu würdigen, kann ich nicht erkennen.

    Kann Deinen Eindruck, den Du von mir hast, aus dem Geschriebenen verstehen. Wie ich im Unterricht auftrete oder wie ich den Schülern, Eltern oder Kollegen entgegen trete ist noch einmal etwas ganz anderes. Es ist nicht so, dass ich keinen Draht zu den Schülern hätte oder arrogante Bemerkungen gegenüber Eltern oder Kollegen fallen lasse.
    Insgesamt mag ich die Schüler schon, wobei ich immer den Eindruck habe, dass sie mich mehr mögen als ich sie. :D
    Die kommen ganz von selbst und wollen reden.
    Bin so ein bisschen wie... hm kennt ihr den Arzt Becker oder Dr. House? Halt manchmal ein bisschen arrogant oder sarkastisch, aber schon nen Kerl, der sich auch kümmert, wenn es drauf ankommt und dessen Art in den Leuten dann doch irgendwie Sympathien weckt, auch wenn sie nicht immer superlieb erscheint.


    Hm, ist schwer zu beschreiben, ich denke ich bin durchaus empathisch, aber ich bin eben kein "Softie" wie viele andere Männer am Gymnasium. Ich denke ein bisschen männliche Tugenden werden den Schülern auch gut tun und ich weiß nicht, ob man aus der Ferne (dem Forum) so einfach bewerten kann, ob jemand geeignet ist oder nicht. Manch ein Schüler braucht vielleicht sogar grade ein bisschen jemanden, an dem er sich reiben kann und auf den Stärkeren trifft und nicht die zehnte Lehrerin, die ihm ins Gewissen redet? Kann aber Deine Bedenken verstehen.
    Ich denke, dass man mich persönlich kennen müsste um sich ein Bild über die sozialen Fähigkeiten zu machen, ich bin sogesehen recht vielschichtig und die Seite im Forum ist nur eine.

    Der Erziehungsbedarf z.B. wird künftig auch in Gymnasien ansteigen; ein großer Teil der Lehrtätigkeit ist heute schon (und in der Zukunft noch mehr) bestimmt von pädagogischer Begleitung der Schüler, Übernahme von Erziehungsaufgaben, die im Elternhaus versäumt werden. Und das neben dem reinen Fachunterricht. Das mag einem gefallen oder nicht, als Lehrer ist man aber Pädagoge, nicht nur Stoffvermittler, insofern gehört es mit dazu. Ich bin froh, dass seinerzeit ich selber und auch später meine Kinder immer wirkliche PädagogInnen in ihrer Schullaufbahn an ihrer Seite hatten und ich halte mich auch selbst für eine solche.

    Ja, die Erziehungsaufgaben sind deutlich sichtbar, die Erfahrung habe ich auch gemacht. Ob das immer nach pädagogischen Modellen laufen muss, weiß ich nicht. Ich habe vielleicht nicht die Begabung so...hm... pädagogisierende Methoden (rote Karte, stille Treppe :D Spaß) einzusetzen, die passen einfach nicht zu mir (finde die lächerlich), aber ich traue mir mit natürlicher Autorität zu eine Klasse zu leiten. Ja und auch zu motivieren und auf Sorgen und Probleme einzugehen.
    Denke schon, dass meine sozialen Fähigkeiten ausreichen. Das Praxissemester war dahingehend ganz toll, das Ref wird natürlich hart, aber ich gehe da locker und ohne Ängste rein. Man wird schon seinen Weg finden und ich bin kein Kinderschreck :thumbup:

  • Ja, DU und wir alle müssen unseren Weg finden, nicht "man". Ich weiß nicht, was genau du unter Softie-Lehrern verstehst oder was du mit deinen männlichen Tugenden meinst oder mit den ins Gewissen redenden Lehrerinnen; ich höre da viele Klischees heraus, das ist mir offen gestanden zu albern, darauf einzugehen. Du bist noch sehr jung und insofern gestehe ich dir gerne zu, mit solchen Klischees zu leben; sie werden hoffentlich vom Leben überholt.


    Pädagogisches Denken hat nichts mit roten Karten oder sonstwas zu tun. Tut mir leid, aber da disqualifizierst du dich zum wiederholten Male - du hast nicht wirklich VERSTANDEN, um was es geht.


    Und ja, niemand kann aus solchen Forenbeiträgen ein vollständiges Bild von einem Menschen bekommen; ich hoffe auch, dass das von dir dargestellte Bild deiner selbst nur fragmentarisch ist; ansonsten bliebe ich bei meinen Bedenken.

  • Stimmt, ich habe die große Masse der Menschen vergessen, für die die Beschäftigung mit der Fourier-Transformation easy ist, deren intellektuelle Leistung aber nicht ausreicht pädagogische Modelle zu verstehen. [Ironie] (<-- sicher ist sicher)


    Wieso Ironie? Die Fourier-Transformation ist wirklich easy, sogar so easy, dass sie jedes drittklassige mathematische Computerprogramm hinbekommt.


    Ich kenne aber kein Computerprogramm, dass ein didaktisches / pädagogisches Modell abbilden könnte. Ganz ohne Ironie!


    Gruß !

    Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

  • Es gleicht einem Skandal solche Dinge anzusprechen, dabei liegen die Unterschiede oftmals klar auf der Hand

    Es ist kein Skandal diese Dinge anzusprechen. Das Problem ist, dass du Thesen und Behauptungen aufstellt, die nicht bewiesen sind und vielleicht auch nicht beweisbar sind.
    Eines der Probleme bei der Diskussion sind die sehr unterschiedlich angenommenen Axiome, die der Diskussion zugrunde liegen.
    Dir scheint die Annahme, Angebot und Nachfrage aus dem Konsens Marktwirtschaft, immens wichtig zu sein und leitest daran, die höhere Besoldung von Mathematik/ Physik Lehrer in der Sek2 ab.
    Das kann man machen, man kann aber auch vom dem Prinzip: "Gleiche Arbeit, gleiche Bezahlung" ausgehen und würde zu anderen Ergebnissen kommen. Es gibt darüberhinaus
    noch andere Grundsätze/ Prinzipien/ Axiome, die man als Grundlage für die Besoldung nehmen kann. Keines kann meiner Meinung nach argumentativ über ein anderes gehoben werden.
    Keines von diesen Grundsätzen, würde alle zufrieden stellen, man kann für sein "System" kämpfen und gucken, ob es eine Mehrheit gibt.
    Zum Glück wird in der Schule nicht nach nach dem marktwirtschaftlichen Aspekt bezahlt. Schule ist keine Marktwirtschaft. Es gibt auch andere Aspekte die im Leben wichtig sind.
    Die Fachdidaktik sollte in der Schule für die Lehrkräfte ein wichtigerer Faktor sein, als das Fachwissen, denn es gilt Wissen zu lehren und es geht nicht um den Selbstzweck des Lernens für den Lehrer.
    In dem Zusammenhang ist es meiner Meinung nach z.B. totaler Unsinn, dass angehende Sek II Lehrkräfte für die Mathematik den Stoff in dem Umfang mit den Diplomern zusammen studieren, wie es momentan der Fall ist. Alleine schon mit den Anfängervorlesungen Analysis 1, Lineare Algebra 1 und Stochastik 1 hat man mehr als genug gelernt für die Oberstufe (vielleicth noch eine kurze Einführung für Differentialgleichungen). Die überschüssige Zeit sollte man mehr in die Fachdidaktik investieren. Dies ist dringend notwendig, denn, und dies ist meinerseits eine gewagte These,
    vielleicht gibt es auch deshalt mehr Studenten und Lehrer in den anderen Fächern, weil die Mathelehrer einfach einen schlechten Job gemacht haben und didaktisch und pädagogisch versagt haben (sie haben es ja auch nicht gelernt) und die Kinder einfach nicht für Mathe begeistern konnten, geschweige es ihnen vernünftig erklären konnten.


    Ich finde es in Ordnung, wenn man seinen Platz auf der Leiter (egal in welcher Rubrik) kennt und auch für diesen Eintritt.

    Man muss seinen Platz auf der Leiter aber nicht immer akzeptieren, man kann die Leiter auch umschmeissen und eine bessere und "gerechtere" bauen, wie auch immer die aussieht. Das bestehende System ist nicht perfekt und meiner Meinung nach auch nicht gerecht, darüber kann man sich streiten aber nicht über den anderen mit seiner Meinung erheben.

  • Wie erfrischend es mit einem so intelligenten User zu tun zu haben.
    Wie hoch ist denn der IQ genau? Oder ist das auch etwas, was man nicht fragen darf?


    Und welche Bereiche umfasst Deine Intelligenz genau?


    Interesierte Grüße

  • Ich finde es grundsätzlich schade, dass das Lehrergehalt nicht von der Lehrerleistung abhängt. Die vorausgegangene Ausbildung ist ja nur ein kleiner Teil des Ganzen. Mag ja sein, dass ein Mathestudium schwieriger ist als ein Germanistik- oder Grundschulstudium. Aber vielleicht hätte man mit besseren Mathe- und Physiklehrern im Gymnasium auch mehr potentiellle Mathe- und Physikstudenten. Mit Grausen erinnere ich mich an meine eigene, verhasste Schulzeit. Ich hatte genau einen Lehrer, bei dem Physik plötzlich ganz einfach war und das war immerhin in der 11. Klasse. Bei meinen eigenen Kindern muss ich zu Hause öfter mal helfen und plötzlich ist alles ganz einfach. Ich glaube, wenn man im Stoff sooo weit über den Schülern steht, kann man sich einfach nicht vorstellen, wie das jemand nicht verstehen kann. Das gilt meiner Meinung nach für alle Schularten. Mir fällt es immer noch schwer nachzuvollziehen, dass man sich z.B. die Menge 4 nicht vorstellen kann oder warum man nicht hört, dass in Hase kein R ist. Unser aller Aufgabe ist, den Kindern etwas beizubringen. Wenn in einer Klasse sehr viele Schüler versagen liegt das nicht nur an der Intelligenz der Schüler, sondern auch an den Fähigkeiten von uns Lehrern. Ich finde, dass jeder Lehrer seine Arbeit überdenken sollte, wenn in einer Klasse schlechte Schüler sind. Es sind nicht immer nur faule Schüler. Und wenn doch, warum sind die Schüler so faul? Liegt das nur an Ihnen?
    So gesehen fände ich es fair, wenn Gehälter variieren könnten. Es gibt in allen Schularten super Lehrer, aber auch grottenschlechte. Und alle bekommen auf ihrer Schulstufe gleich viel.

  • Ich finde es in Ordnung, wenn man seinen Platz auf der Leiter (egal in welcher Rubrik) kennt und auch für diesen Eintritt. Es gibt tausend Berufe, die zurecht besser bezahlt werden, es gibt tausend Berufe, die zurecht schlechter bezahlt werden. Mal ist man recht weit oben auf der Leiter, mal recht weit unten.
    Aber ständige Gleichmacherei finde ich nicht gut.


    Empathiefähigkeit ist offensichtlich nicht deine Stärke. Das wird dir noch Probleme bereiten, wenn du wirklich vor hast Lehrer zu werden...


    Und ich sage dir jetzt einmal als Gymnasiallehrer (Kollege kann ich dich ja noch nicht nennen) ganz empathiefrei: Wer mit seiner "Intelligenz" und seinen "schweren" (zu schweren?) Studienfächern hausieren gehen muss, der hat es wohl nötig... Und ich hoffe du weißt, wo DEIN momentaner "Platz auf der Leiter" ist, als Student, so ganz ohne praktisch relevante Berufserfahrung.

    Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

  • zu meiner Zeit (dh vor 2 Jahren :D ) gab es für Studenten und Referendare auch noch Tugenden, wo dus gerade ansprichst, Silicium.
    Und die hießen ungefähr, "wenn man keine Ahunung hat einfach mal....".

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