Von Schüler übel beleidigt. Was tun??

  • Folgendes Szenario heute:


    habe eine Klassenarbeit schreiben lassen. Wir haben an der Schule "Spickstops", eine Art Pappwände, die die Schüler zwischen sich und den Nachbarn stellen müssen, damit weniger abgeschrieben werden kann. Während der Arbeit sehe ich bei einem meiner Kontrollgänge auf einem Spickstop einen Satz stehen, in dem ich als "Fotze" tituliert werde!
    Ich habe den Spickstop erstmal eingesammelt und durch einen neuen ersetzt und mir den Schüler, der dort saß, nach der Stunde vorgeknöpft. Er behauptet natürlich, es nicht geschrieben zu haben, es hätte schon dort gestanden. Die Schrift paßt allerdings zu seinem Schriftbild, die Stiftfarbe ist dieselbe, sein Leugnen war nicht überzeugend.
    Er hat bereits was auf dem Kerbholz, ist auch schon durch obszöne Dinge aufgefallen. Die Kollegen in der Klasse, mit denen ich gesprochen habe, trauen es dem Jungen (übrigens 8. Klasse) zu. Und ich bin mir auch sicher, daß er es war.


    Ich will das auf keinen Fall so durchgehen lassen und saftige Konsequenzen! Das Problem ist nur die Nachweisbarkeit!? !


    Werde morgen hoffentlich den Klassenlehrer erwischen, der heute nicht da war. Bis jetzt waren alle Kollegen ratlos, wie man damit umgehen soll.
    Bin um jeden Tip dankbar!!!


    :-(

  • Hi Quesera,


    nimm's mir nicht übel, aber ich würde gar nichts machen. Denn die Beleidigung hat Dich ja nur versehentlich erreicht. Auch wenn ich sowas ziemlich dreist finde von dem Jungen.


    Der Hintergrund meines Ratschlages: Ich hatte als Ref ganz grob gesagt mal was Ähnliches, das ich ahnden wollte mit Hilfe der Schulleiterin. Das Ende vom Lied war, dass die Strafe der Schulleiterin nicht richtig "gesessen" hat und zudem die Schulleiterin zu mir meinte, das liege an mir und meinem Habitus, dass der Schüler sich sowas überhaupt erlaubt. DA habe ich mir gesagt: "Verhalte Dich fortan möglichst unauffällig in der Schule. Manche Schüler sind halt doof. Es bricht dir aber kein Zacken aus der Krone, wenn du das ignorierst, und zudem ist es stressfreier für alle Seiten." Ich jedenfalls habe keinen Bock, von irgendwelchen dämlichen Schulleiterinnen und Schulleitern dafür, dass ich einigermaßen Ordnung im Laden halte, auch noch eine blöde Bemerkung einzukassieren. Zudem kann es souverän auf die Schüler wirken, wenn der Lehrer auf manche Sachen gar nicht eingeht. ABER natürlich: Wenn ein Schüler mich direkt ins Gesicht beleidigen würde, da würde ich was machen.


    Damit fahre ich bisher ganz gut. Ich halte zwar immer noch "Ordnung im Laden", und das klappt normalerweise auch, weil das den Schülern letztlich ja auch einleuchtet. (Meinen Gymnasialschülern, die sind ja pflegeleicht). Wenn ein Schüler es drauf anlegen würde, würde ich erstmal nichts machen. Nur bei krassem Fehlverhalten würde ich "das Ding durchziehen".


    Hier in Deinem Fall würde ich -wie gesagt- nichts machen, sondern eher in Zukunft alles "Handfeste" (Äußerungen, Zettelchen etc) von diesem Schüler notieren und sammeln, und wenn dann genug Facts vorliegen, kann die Klassenkonferenz besser "greifen".


    Vielleicht kann ich diese meine Meinungsäußerung verallgemeinern: Wenn der Vorfall nur eine Provokation des Lehrers durch den Schüler ist oder dieser sonst irgendwie eine Chance wittert, sich einen kleinen Kampf mit dem Lehrer zu liefern (die Ursache kann ja zufällig sein so wie hier bei Dir), dann sollte man nichts machen. Wenn der Vorfall ein krasses Fehlverhalten ist und zudem einigermaßen unabhängig von dem Lehrer, dann sollte man dem nachgehen.


    Hamilkar

  • Hallo Hamilkar!


    Danke für Deinen Kommentar!


    Schreibst Du von meiner Schulleitung? Ich kenne dieses Verhalten sehr gut und habe es schon bei einem krasseren Vorfall (Stuhlwurf nach mir) erlebt. Von daher kann ich Deine Reaktion und Deine Konsequenzen gut nachvollziehen. Die Schulleitung wollte ich in den Fall auch nach Möglichkeit (erstmal?) nicht einbeziehen (aber schon klar, daß das unweigerlich passieren würde, wenn die Klassenkonferenz irgendetwas beantragt).
    Allerdings ist das Kleinbeigeben auch gegenüber Schulleitung etwas, was ich höchst unzufrieden und rasend macht. Ich will nicht immer einstecken, auch wenn es sich um eine himmelweite Ungerechtigkeit handeln sollte.


    Ich kann mich glaub nicht damit anfreunden, gar nichts weiter zu tun... Mal sehen...


    Freue mich auch über weitere Meinungen. Danke!


    LG,
    Quesera

  • Vorweg die Warnung, ich bin noch Student mit ~30 Stunden Unterrichtserfahrung.


    Zudem kann es souverän auf die Schüler wirken, wenn der Lehrer auf manche Sachen gar nicht eingeht.

    Für mein Empfinden wirkt es auf den Schüler duckmäuserisch, wenn er mitbekommt, dass der Lehrer diesen krassen Satz mitbekommt, und dann trotzdem nichts sagt. Aus meiner Sicht das genaue Gegenteil von souverän!
    Ich bin eigentlich zwar auch ein Freund von "Mal nicht gleich den Zeigefinger erheben und lässig und cool sich geben", aber hier wurde aus meiner Sicht doch ganz gut eine Grenze überschritten.



    Aus meiner Sicht könnte ich mir (für mich) zwei Reaktionen vorstellen:


    1) Gute Laune Variante:
    Während der Arbeit zu dem Schüler sagen "Über den Satz da werden wir beide nochmal reden nach der Klausur" und den Schüler danach zum Gespräch dabehalten.
    Ihn dann mal ein wenig ausfragen, ob er überhaupt weiß was eine "Fotze" ist (unangenehm zu beantworten für den Schüler) und was er sich dabei gedacht hat so respektlos zu sein. Sollte auf jeden Fall ein sehr unangenehmes Gespräch für den Schüler sein. Eine Entschuldigung würde ich definitv auch verlangen.


    2) Schlechte Laune Variante: Bevor man sich wieder auf mich stürzt, was für ein unpädagogischer Lehrer ich sei, lasse ich das Ausformulieren lieber mal aus. Bin recht überzeugt, dass sich bei mir niemand solcherlei Beleidigungen (sichtbar), oder gar Stühle schmeissen, traut, und wenn doch, dann nach Erleben der schlechten Laune Zusammenstauchung sicher nicht mehr.
    Ich verstehe viel Spaß, bleibe bei Kritik eigentlich immer ruhig und bin sicher unter "Kumpeltyp Lehrer" zu verbuchen, aber bei dererlei harter Beleidigung würde ich an einem schlechten Tag auch mal ganz schön laut und dominant aus der Haut fahren und den richtig zur Schnecke machen.
    Irgendwo ist auch mal Schluß und da muss der Schüler erkennen, wer am längeren Hebel sitzt und der Stärkere (im übertragendenen Sinn, sonst ist die Verbeamtung pfutsch) ist.



    Vor dem Einschalten der Schulleitung würde ich als Anfänger erstmal Abstand nehmen. Das wirkt vllt. auch auf den Schüler wie "Der / die weiß sich nicht mehr zu helfen, als andere einzuschalten".
    Ich würde das eher selber klären und bei besonders aufmüpfigen Schülern dann ruhig den kleinen Machtkampf annehmen. Je früher sich herumspricht, dass Herr X " an sich sehr nett, lässig und cool ist", solange man nur nicht respektlos wird, er dann nämlich ganz schön "abgehen kann, was keiner so erleben möchte", umso besser.


    Mal schauen wie es in der Praxis aussieht, falls ich dererlei mal erleben muss. Bis jetzt waren die Schüler nur mal "freundlich frech" und darauf reagiere ich mit Humor.

    Einmal editiert, zuletzt von Silicium ()

  • Ich sehe das im Wesentlichen gleich wie in den die bisherigen Antworten geschildert. Das Gespräch mit ihm hast Du ja bereits gesucht. Das ist sicher das Wichtigste. Aus meiner Sicht ist der Vorfall nicht so schlimm, da er Dich ja nicht offen beleidigen wollte. Ich würde da persönlich nichts mehr weiter machen. Dem Schüler ist es sicher schon so unangenehm genug. Im Wiederholungsfall würde ich dann allerdings enorm wütend werden. Davon, die Angelegenheit über den Klassenlehrer oder die Schulleitung zu regeln halte ich in diesem Fall nichts. Es betrifft ja Dich als Person und nicht die Schule als Ganzes, also solltest Du das auch alleine handhaben.

  • Wehret den Anfängen !

    Zitat

    Er behauptet natürlich, es nicht geschrieben zu haben, es hätte schon
    dort gestanden. Die Schrift paßt allerdings zu seinem Schriftbild, die
    Stiftfarbe ist dieselbe, sein Leugnen war nicht überzeugend.

    3-facher Tatbestandbestand : 1. Beleidigung 2. Frauendiskriminierung 3. Dreiste Lüge


    Ich würde sofort eine Klassenkonferenz einberufen und saftige Maßnahmen beschließen. Ich würde auch noch die Frauenbeauftragte dazu einladen. Das hätte alles eine gute Signalwirkung auf andere freche Schüler.


    Ich denke, die Lehrer in Deutschlands Schulstuben lassen sich von den Schülern viel zu viel gefallen. Deswegen herrscht auch eine breite Disziplinlosigkeit an unseren Schulen. 8)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !


  • Ich würde sofort eine Klassenkonferenz einberufen und saftige Maßnahmen beschließen. Ich würde auch noch die Frauenbeauftragte dazu einladen. Das hätte alles eine gute Signalwirkung auf andere freche Schüler.

    Die Signalwirkung auf den Schüler wäre, dass Quesera damit nicht selbst klarkommt. Er würde sie dann nicht mehr ernst nehmen und den Respekt vor ihr vollends verlieren. Zudem würde er an Ansehen bei anderen Schülern gewinnen, da er die Lehrerin "besiegt" hat. Es ist wie bei grossen männlichen Hunden: Du musst zeigen, dass Du der Rudelführer bist und bleibst.


    Bei Mädchen mag Dein Vorgehen funktionieren, aber auf Jungen hat das garantiert die so beschriebene Wirkung und keine andere.

  • Das Problem bei Ordnungsmaßnahmen in NRW wäre, dass diese erst getroffen werden dürfen, wenn alle erzieherischen Mittel zuvor ausgeschöpft wurden.


    Insofern kann man als einzelne Lehrkraft nicht mal eben so eine Klassenkonferenz einberufen und "saftige Maßnahmen beschließen" - da müssten die anderen Mitglieder schon mitziehen.


    Ferner haben wir ein Problem mit der Beweislast. Die Indizien liegen zwar vor, jedoch müsste eine Ordnungsmaßnahme auch entsprechend "widerspruchssicher" sein. Den Anscheinsbeweis hier anzuführen - denn nichts anderes ist es ja letztlich - sehe ich als problematisch an. Im Falle eines erfolgreichen Widerspruchs würde der Schuss in jedem Fall nach hinten losgehen.


    Zum eigentlichen Problem:


    Wenn der Schüler Dich, liebe Quesera, persönlich damit beleidigen wollte, dann ist das im Wesentlichen ein "Beziehungsproblem" zwischen ihm und Dir, was Du auch nicht durch Ordnungsmaßnahmen gelöst bekommst. Ordnungsmaßnahmen KÖNNEN zwar auch zur Einsicht führen, jedoch dürfte die spontane Reaktion des Schülers, sofern es nicht die erste Ordnungsmaßnahme ist, genau das Gegenteil sein.


    Ich würde das fernab der Schulleitung, wohl aber mit den Eltern klären. Denen dürfte es, sofern sie diese Begriffe nicht wie selbstverständlich selbst im Alltag verwenden, ziemlich peinlich sein. Das setzt aber voraus, dass die Eltern bei dieser Beweislage auch kooperieren.


    Silicium schreibt etwas von Annahme des Machtkampfs. Das kann in der Tat hilfreich sein, jedoch muss man diesen dann mit der Souveränität eines Lehrers und eines Erwachsenen auch ziemlich zügig gewinnen. Sonst ist die Annahme eines solchen "Duells" nämlich schon ein heimlicher Sieg des Schülers. Schüler müssen wissen und spüren, dass sie solche Machtkämpfe, sofern sie sie führen wollen, nicht gewinnen können. Dann ergibt sich so etwas auch nicht.


    Das mit dem Rudelführer, was Andran gesagt hat, sehe ich ähnlich. Letztlich bist Du als Erwachsener auf natürliche Art und Weise für gewöhnlich den Schülern überlegen - das muss man normalerweise nicht explizit demonstrieren - aber gerade als Frau sollte man sehen, dass man auch mit solchen problematischen Schülern versucht selbst klar zu kommen.


    Gruß
    Bolzbold

  • - aber gerade als Frau sollte man sehen, dass man auch mit solchen problematischen Schülern versucht selbst klar zu kommen.


    Find ich hochproblematisch. Heißt ja wieder nichts anderes, als dass Frauen irgendwie überempfindlich sind und spezielle Probleme haben, und dass man sich um die nicht so wirklich kümmern muss.


    Wenn mich jemand beleidigt, habe nicht ich ein "Beziehungsproblem". Typischer Rat an eine Frau, sich den Schuh doch bitteschön selbst anzuziehen. Die Grenze ist hier eindeutig überschritten. Auch den Mädchen in der Klasse darf nicht signalisiert werden, dass sowas irgendwie durchgeht. Sie sind solchen Angriffen selbst dauernd ausgesetzt, es ist das Letzte, zuzuhören, wie so mancher Junge über Mädchen redet oder schreibt.


    Das Problem ist die Schulleitung. Bei uns gäbe es solche Reaktionen wie hier geschildert (bagatellisieren, Lehrkraft maßregeln...) nicht. Der betreffende Schüler würde zumindest zu einem erzieherischen Gespräch mit der Schulleitung vorgeladen. Er ist aber ja auch sonst schon auffällig geworden, so dass hier auch eine Klassenkonferenz angebracht wäre. Bei uns würde die auch stattfinden.


    Durch Ignorieren wird das Problem ganz bestimmt nicht gelöst. Der Junge ist erst in der 8. Klasse, der kann sich noch zu einem richtig fiesen Macho auswachsen, das deutet sich ja im Posting der TE schon an.

  • Mir ist bewusst, das solche Dinge ganz schwer zu lösen sind, aber jeden Konflikt zu scheuen, weil er eventuell schwierig sein könnte, ist sicher keine Lösung. Wenn ich dann so etwas hier lese:


    Aus meiner Sicht ist der Vorfall nicht so schlimm, da er Dich ja nicht offen beleidigen wollte.


    muss ich mich doch etwas wundern - was ist denn für dich eine offene Beleidigung, wenn nicht ein öffentlich hingeschmiertes "Frau x ist eine Fotze"? (Im Berufsleben ein Grund für eine fristlose Kündigung.)
    Die Trennwände werden schließlich permanent benutzt und der Satz hätte auch von dutzenden Schülern gelesen werden können, bis es jemand bemerkt.



    Wenn der Schüler Dich, liebe Quesera, persönlich damit beleidigen wollte, dann ist das im Wesentlichen ein "Beziehungsproblem" zwischen ihm und Dir, was Du auch nicht durch Ordnungsmaßnahmen gelöst bekommst.


    Beim nächsten Strafzettel sage ich dem Polizisten auch, er wäre ein Ar***. Haben wir dann auch ein Beziehungsproblem, das er nicht durch eine Ordnungsmaßnahme (=Anzeige wegen Beleidigung) gelöst bekommt?
    Beziehung hin oder her, man muss Schülern auch vermitteln, dass es Grenzen gibt, die ich nicht ungestraft überschreiten kann, egal was ich persönlich von meinem Gegenüber halte.


    Ein Problem ist auch, dass die anderen Schüler das ja mit Sicherheit mitbekommen haben und denen natürlich klar ist, dass 1. die Beleidigung von dem betreffendem Schüler kommt und 2. die Lehrerin das auch weiß. Wenn es jetzt keine Reaktion gibt, bleibt natürlich hängen, dass man die Lehrerin gefahrlos Beleidigen kann und die sich nicht traut etwas dagegen zu setzen, wenn man sich dabei nicht völlig dämlich anstellt.


    Natürlich sollte man keine Sanktionen anstreben, die man hinterher zurückziehen muss, weil die Unterstützung der Schulleitung fehlt. Aber das mindeste was man machen kann ist doch wohl den Klassenleiter ins Boot zu holen und ein Gespräch mit dem Jungen zu führen, in dem man ihm deutlich mach, dass man irgendwelche "ich war das nicht"-Beteuerungen nicht glaubt, er ab jetzt unter besonderer Beobachtung steht und er beim nächsten Fehlverhalten mit direkten Sanktionen zu rechnen hat.

  • Ich sehe die Sache wie Moebius. Schüler kappieren nicht, dass wir nicht nur da als "Personen" da stehen, sondern auch als Amtsträger (Bsp. mit dem Polizisten). Infolgedessen sind soclhe Beleidigungen absolut unter der Gürtellinie. Das Problem ist, wie geht man in der Praxis damit um? Ich bin der Meinung, dass es eine zu schlimme Beleidigung ist, um es zu einem Bezeihungskonflikt zw. Lehrer/Schüler zu lassen und mindestens die Klassenleitung und die Eltern informiert werden sollte. Eigentlich müsste die Schulleitung meiner Meinung nach auch mit ins Boot, vorausgesetzt dass du dich auf sie verlassen kannst, was eine angemessene (!) Konsequenz für den Schüler angeht (anscheinend ist es nicht unbedingt der Fall - so ein Verhalten ist leider bekannt). Ob die Sache erledigt ist bzw. ob der Schüler kappiert hat, das ist natürlich eine andere Sache. Solche Machos gibt es leider viele, und Sanktionen sind meistens unwirksam.

  • Ich schließe mich den Ausführungen von Moebius an.


    Darüberhinaus würde ich nochmal im Internet (Schüler-VZ/Facebook etc.) recherchieren, was der betreffende Schüler (Eine ehrliche Haut scheint er ja nicht zu sein) sonst noch so über Lehrer schreibt, weil solche Schüler gerne die Lehrer im Internet so richtig abmobben (Oft mit Filmsequenzen aus dem Unterricht). Was die da manchmal schreiben, fällt einem wirklich die Kinnlade runter.-Was wir im Unterricht wahrnehmenn und sehen, ist nur die Spitze eines Eisbergs.


    Bei dem, was ich im Internet schon gelesen habe, bekomme ich immer mehr den Einndruck, dass etliche Schüler die Lehrer für Volltrottel halten, die nicht in der Lage sind durchzugreifen. 8)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

  • +1 für Moebius.


    Zudem:

    Zitat

    Er hat bereits was auf dem Kerbholz

    Wenn es sich nicht um einen einmaligen "Ausrutscher" (den ich nicht so bewerten würde) handelt, muss man befürchten, dass der Junge weiterhin auffällig sein wird - vielleicht sogar noch Steigerungspotenzial enwickelt. Fällt Schwerwiegenderes vor, wird gefragt werden, wie die Schule bisher versucht hat, auf das Verhalten des Jungen einzuwirken. Müsst ihr irgendwann tatsächlich zu Ordnungsmaßnahmen greifen, sollten zuvor schon Erziehungsmaßnahmen gelaufen sein (je nach "Tatbestand"...). Erziehungsmaßnahmen kannst du als Lehrkraft auch allein verhängen - "eindrucksvoller" ist vielleicht die Einladung zu einer Klassenkonferenz nach §xy "Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen".

  • Find ich hochproblematisch. Heißt ja wieder nichts anderes, als dass Frauen irgendwie überempfindlich sind und spezielle Probleme haben, und dass man sich um die nicht so wirklich kümmern muss.


    Ich muss mich doch sehr wundern, was Du aus meinem Posting herauszulesen glaubst. Das Frauenbild mancher Jungen kann man wohl getrost als gestört bezeichnen. Dieses Bild lässt sich aber nicht durch Ordnungsmaßnahmen korrigieren sondern durch Gegenbeispiele von Frauen.


    Zitat


    Wenn mich jemand beleidigt, habe nicht ich ein "Beziehungsproblem". Typischer Rat an eine Frau, sich den Schuh doch bitteschön selbst anzuziehen.


    Können wir mal von der feministischen Ebene wegkommen? Darum ist es mir nie gegangen und ich verwehre mich gegen eine solche Deutung meiner Aussagen.


    Zitat


    Durch Ignorieren wird das Problem ganz bestimmt nicht gelöst. Der Junge ist erst in der 8. Klasse, der kann sich noch zu einem richtig fiesen Macho auswachsen, das deutet sich ja im Posting der TE schon an.


    Richtig. Und Machos brauchen weibliche Rollenvorbilder, die ihnen ziemlich deutlich zeigen, dass dieses Verhalten nicht durchgeht. Da ist die Rolle, die die Lehrerin einnimmt, m.E. von zentralerer Bedeutung als eine Klassenkonferenz. Letztere wird die Wahrnehmung der Rolle der Frau nämlich nicht ändern.


    Gruß
    Bolzbold

  • Zitat

    Zitat Andran :Es ist wie bei grossen männlichen Hunden: Du musst zeigen, dass Du der Rudelführer bist und bleibst.

    Das Problem ist nur, dass die Eltern ihre Kinder in der Erziehung, sofern man das Erziehung nennen kann, ihre Kinder auf Augenhöhe kommen lassen und sie wie gleichberechtigte
    Partner sehen, die alles, ohne Grenzziehung durch Erwachsene, selbst bestimmen können und dadurch jeglicher soziale Kompass abhanden gekommmen ist.-Also nix mit Rudelführer ! Den gibt es im Bewusstsein vieler Kinder heute nicht mehr.


    Michael Winterhoff hat das in seinem Buch sehr treffend beschrieben. 8)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

  • Meistens hat doch jede Schule sowas wie einen "Handlungsplan", wo festgelegt ist, wie mit bestimmten Regelverletzungen umgegangen wird.


    Für mich ist der Fall ganz klar. Der Sichtschutz war in Ordnung, nach der Klausur nicht mehr. Schrift und Stift passen zu dem dort sitzenden Schüler. Wie bereits die anderen schrieben, ist dies durchaus eine öffentliche Beleidigung, die entsprechend zu behandeln ist.


    Das heißt: Schulleitung informieren und Klassenkonferenz einberufen. Eltern dazuholen. Deutliche Konsequenzen verhängen.


    Bei uns an der Schule wird so verfahren: Die Beleidigung einer Lehrkraft (egal in welcher Form!!) ist ein massiver Regelverstoß und wird entsprechend behandelt. Nur bei klaren Regeln und einer konsequenten Einhaltung kann man sicher sein, dass gerade Schüler mit einem nicht so verträglichen Sozialverhalten damit auch zurecht kommen. Wir tun den Kindern keinen Gefallen, wenn wir alles durchgehen lassen. Unsere Schulleitung löst das bei den Eltern in den Fällen "schwieriger Beweisführung" übrigens sehr geschickt: Den Eltern und den Kindern wird klargemacht, dass so ein Vokabular immer Konsequenzen hat, egal, ob es zu einem Mitschüler oder einem Lehrer gesagt wird (meist heißt es ja: Ich hab gar nicht Frau...gemeint, sondern die XY neben mir!). Wenn der betreffende Schüler es nicht selbst geschrieben hat, hätte er den Lehrer zumindest darauf aufmerksam machen müssen, dass dort eine Beleidigung steht. Das machen unsere Schüler meist auch.


    Zwei Dinge gebe ich dabei noch zu bedenken, da es doch anscheinend Kollegen gibt, die lieber den Mund halten, um Stress zu vermeiden:


    1. Der Schüler ist in der 8. Klasse. Damit ist er bald (zumindest theoretisch) berufsfähig. Unsere Achtklässler (Hauptschule) bewerben sich schon für Ausbildungsplätze. Da sollte ihnen klar sein, dass die Beleidigungen von Erwachsenen / Vorgesetzten massive Konsequenzen hat und haben wird! Wenn sie sich sowas in der Ausbildung leisten, können sie ganz schnell weg vom Fenster sein.


    2. Wenn der betreffende Schüler sich schon Erwachsenen gegenüber so verhält, wie geht er dann erst mit seinen Mitschülern um, wo der Tonfall doch meist noch lockerer ist! Außerdem möchte er schließlich auch mit Respekt und Achtung behandelt werden! (Ich stelle mir gerade die umgekehrte Situation vor - du würdest einem Schüler sowas ins Heft schreiben...es wäre deine Schrift und dein Rotstift...die Eltern würden sich über dich mit Recht bei der Schulleitung beschweren ..und du kämst dann mit dem Argument, dass sie es ja nicht gesehen haben :X: ...was deine Schulleitung wohl dann dazu sagt??)


    Edit: Tippfehler

  • Gespräch mit dem Schüler
    2seitiger Besinnungsaufsatz über genau diesen Satz - das ist dann auch dem Schüler unangenehm
    Unterschrift der Eltern


    Auf keinen Fall irgendwie so stehen lassen und gar nichts unternehmen.

  • Das Problem ist nur, dass die Eltern ihre Kinder in der Erziehung, sofern man das Erziehung nennen kann, ihre Kinder auf Augenhöhe kommen lassen und sie wie gleichberechtigte


    Partner sehen, die alles, ohne Grenzziehung durch Erwachsene, selbst bestimmen können und dadurch jeglicher soziale Kompass abhanden gekommmen ist.-Also nix mit Rudelführer ! Den gibt es im Bewusstsein vieler Kinder heute nicht mehr.

    Ja, stimme dem zu aus meinen Beobachtungen.
    Deshalb ist es ja so wichtig aus meiner Sicht, dass die Schüler eben auch wieder Vorbilder einer dominanteren, hierarchischeren Erziehung von Seiten der Schule mitbekommen. Wenn der kleine Satansbraten zuhause schon der unangefochtene König ist, im Kindergarten bereits die lieben, netten Erzieherinnen tyrannisiert hat, dafür vielleicht zuhause sogar noch Unterstützung bekommen hat, als diese ihn mal richtig einnorden wollten, über die rote Karte seiner Grundschullehrerin nur gelacht hat, dann muss er spätestens auf der weiterführenden Schule mal (von mir :D ) auf den Pott gesetzt werden.
    Fakt ist einfach, dass ich keinen Bock auf solche Kinder habe und mir mit Sicherheit nicht meinen Unterricht versauen lassen werde.
    Mal nen Spaß machen ja, mal rumblödeln oder abgelenkt sein, alles nachvollziehbar, aber sobald es respektlos wird, also solch derben Schimpfwörter deutlich sichtbar für den Lehrer geschrieben werden, gar Stühle fliegen oder was man hier liest, würde der Junge seines Lebens nicht mehr glücklich bei mir. Lieber habe ich einmal ein bisschen Streß mit Eltern, die sich darüber beschweren, dass ich den ach so braven Schüler richtig rund gemacht habe und mir mit einem Anwalt drohen, als dass sich jeden morgen verhaltensgestörte Kinder bei mir austoben.


    Ich war auch ein, will mal sagen frecher, aufmüpfiger Schüler, aber solch eine Schwelle hätte ich mich nie getraut zu überschreiten. Und bei gewissen Lehrern und Lehrerinnen schon gar nicht im Ansatz, denn deren Authorität konnte man einfach nicht in Frage stellen. Da war eine klasse Englisch Lehrerin, die Frau T.M., boah die war energisch und so viel gelernt wie bei der hab ich glaube ich nie mehr. Die brauchte nur in die Richtung schauen und man wusste "Jetzt besser den Mund halten :D ".


    Es stimmt mit meinen Beobachtungen überein, dass besonders schüchterne, kleine und zierliche Frauen gegenüber männlichen muslimischen Schülern einen schweren Stand haben. Das hat einfach mit deren Frauenbild zutun. Als großer Mann, der regelmässig ins Fitnesstudio geht, eine recht laute tiefe Stimme hat und, in einer Pubertätsklasse gerne mal breitbeinig und dominant auf Störenfriede zuschreitet, habe ich bislang (kann ja noch kommen!) nur wenig ersthafte Gegenwehr gehabt.
    Dieselbe Klasse bei einer jungen, schüchternen Lehrerin totales Chaos mit Schülern, die über Bänke gingen während der Stunde und ihr anzügliche Kommentare entgegenwarfen.


    Deshalb finde ich es wirklich eine klasse Leistung, wenn Frauen, und auch das habe ich erlebt, besagte Frau T.M, eine Klasse fest im Griff haben und auch die männlichen Machos sich respektvoll verhalten. Ich denke ohne auf irgendwelche Feminismusdikussion einzugehen haben Frauen es einfach tendenziell schwieriger und müssen gegenüber den männlichen Schülern oft stärker "ihre Frau stehen" als wir "unseren Mann" und das dann zu schaffen finde ich eine große Leistung.


    Aus meiner Sicht ist das große Übel an den Schulen (auch als ich Schüler war), dass es zu viele "softe" und zu wenig strenge Lehrer- und Lehrerinnen gibt, was also genau die falsch laufende Erziehung in den Elternhäusern fortführt.
    Es ist einfach schade, dass wenig wirkliche Alpha-Männer sich in den Betrieb Schule verirren, abgesehen von manchem Sportlehrer vielleicht. Und wie mein Eindruck ist, kommt eine männlich dominante Herangehensweise im Kollegium nicht bei allen so gut an, widerspricht es doch der geheiligten Kuschelpädagogik.

  • Aus meiner Sicht ist das große Übel an den Schulen (auch als ich Schüler war), dass es zu viele "softe" und zu wenig strenge Lehrer- und Lehrerinnen gibt, was also genau die falsch laufende Erziehung in den Elternhäusern fortführt.
    Es ist einfach schade, dass wenig wirkliche Alpha-Männer sich in den Betrieb Schule verirren, abgesehen von manchem Sportlehrer vielleicht. Und wie mein Eindruck ist, kommt eine männlich dominante Herangehensweise im Kollegium nicht bei allen so gut an, widerspricht es doch der geheiligten Kuschelpädagogik.


    Ich bin nicht deiner Meinung. In der Schule mangelt es meiner Meinung sicherlich nicht an "Alpha-Männern", sondern an Lehrern mit einer gereiften Persönlichkeit. Zu einer solchen ist man nicht geboren, zu einer solchen wird man und das ist eine Lebensaufgabe! Wenn man sich sowohl selbstkritisch hinterfragen kann als auch selbstbewusst ist und seine Schüler mag, sie sogar sehr mag, ihnen das Beste wünscht und in ihnen das Beste sieht, kann man sich einige Patzer erlauben, ohne dass die Schüler über die Tische gehen.
    Für mich findet Erziehung nur in Beziehung statt. Und das funktioniert in meiner Welt nicht in einem autoritären Führungsstil. Ich für meinen Teil will ERziehen, nicht DREssieren. Und diesen Mittelweg auszutarieren ist nicht einfach und eine Sache der Erfahrung. Diese kann man jedoch nur machen, wenn man sich in das Wagnis hineinbegibt.


    Grüße
    Mara

    "Die beste Methode das Gute im Menschen zu wecken ist, ihn so zu behandeln, als wäre er schon gut." (Gustav Radbruch) :troest:

    Einmal editiert, zuletzt von mara77 ()


  • Ich bin nicht deiner Meinung. In der Schule mangelt es meiner Meinung sicherlich nicht an "Alpha-Männern", sondern an Lehrern mit einer gereiften Persönlichkeit. Zu einer solchen wird man nicht geboren, zu einer solchen wird man und das ist eine Lebensaufgabe! Wenn man sich sowohl selbstkritisch hinterfragen kann als auch selbstbewusst ist und seine Schüler mag, sie sogar sehr mag, ihnen das Beste wünscht und in ihnen das Beste sieht, kann man sich einige Patzer erlauben, ohne dass die Schüler über die Tische gehen.


    Richtig. Und dennoch gehen manchen Kollegen diese Fähigkeiten mit der Zeit verloren bzw. es stellt sich immer stärker heraus, dass sie diese womöglich nie hatten. An diesem Punkt sehe ich dann auch die Crux des Beamtentums, weil dies genau das unterschwellig fördert bzw. zumindest toleriert.


    Zitat


    Für mich findet Erziehung nur in Beziehung statt. Und das funktioniert in meiner Welt nicht in einem autoritären Führungsstil. Ich für meinen Teil will ERziehen, nicht DREssieren. Und diesen Mittelweg auszutarieren ist nicht einfach und eine Sache der Erfahrung. Diese kann man jedoch nur machen, wenn man sich in das Wagnis hineinbegibt.


    Sehe ich ähnlich. Autoritativ tut es doch auch...


    Gruß
    Bolzbold

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