Für Referendarin unangemessener Look?

  • Ja, Abspaltung wäre wirklich gut, auch einschließlich meiner Postings. Weg mit dem Müll, der Traian nicht weiterhilft.


    Das System ist total daneben, eben weil man auf viele Faktoren keinen Einfluss hat! Darauf kann man dann doch aber auch gut Misserfolge attribuieren. Also anstatt sich auch noch mit Selbstzweifeln zu überschütten kann man sich eben sagen, dass es unter den Rahmenbedingungen einfach so kommen musste.


    Daran sieht man eben, dass du von der Praxis keine Ahnung hast. Wenn viel zu viele Faktoren nicht stimmen, hilft es nichts mehr zu sagen: "Ach, ich lasse das einfach an mir abprallen und gucke, dass ich woanders für Ausgleich sorgen kann." Ich halte mich für eine extrem frustrationstolerante Person, aber wenn dir von allen Seiten permanent eingeimpft wird, dass du unfähig bist, und dann läuft es im Unterricht auch noch schief, so dass alle sich bestätigt fühlen, dann wird der Druck auf dich erhöht und es läuft im Unterricht noch mehr schief, woah, da hilft irgendwann das allerdickste Fell manchmal auch nicht mehr.


    MICH regen Tipps von Studenten auf, die so tun, als wüssten sie, wovon sie sprechen. Zu so weitreichenden Tipps sind nur in meinem Augen die berechtigt, die es geschafft haben. Solche Tipps bauen mich auf, für den Fall, dass ich meine jetzige (supertolle) Arbeitsstelle verliere, denn die ist leider befristet.


    Zitat

    Es scheint also auch möglich zu sein psychisch stabil durchs Ref zu kommen.


    Sicher ist das möglich. Das ist sogar die Regel. Die meisten, die ein Ref beginnen, ziehen es bis zum Schluss durch. Selbst ich hatte immer wieder schöne Phasen, sonst hätte ich wohl nicht ein komplettes Schuljahr durchgehalten (darauf bin ich bis heute sehr stolz, auch wenn der Abgang unrühmlich war). Und doch gibt es Faktoren, die sich so stark auswirken, dass auch die stärkste Persönlichkeit ihnen nicht mehr standhalten kann. Aber das scheint nicht in deinen Kopf reinzugehen und von daher habe ich ein ganz gewaltiges Problem mit deinen Tipps.


    Zum Promo-Ref-Vergleich: Ich habe mich auf diese Aussagen bezogen: "Ich glaube kaum, dass die Promovierenden sich so arg selber stressen, wie manch ein Reffi. Kann diese Selbstgeißelungseinstellung irgendwie nicht nachvollziehen. Da ist man doch innerhalb kurzer Zeit psychisch fertig."


    So eine Bemerkung finde ich eine Oberfrechheit gegenüber (Ex-)Referendaren wie mir, die sich wirklich im "positiven Denken" versucht und es doch nicht geschafft haben. Fakt ist: "think positive" allein genügt nicht, um ein Ref zu schaffen. X(X(X(


    Es wäre ehrlich, wenn du dein Profil endlich so anlegen würdest, dass erkennbar ist, dass hier ein Student mit mangelnder Praxiserfahrung schreibt und nicht jemand mit erfolgreich abgeschlossenem Referendariat.


    Jetzt hab ich mich in Rage geschrieben, liebe Moderatoren, verzeiht mir bitte. Aber ich habe die ganze Ref-Scheiße erlebt, habe es nicht geschafft und ich werde echt sauer bei Tipps von Leuten, die diese ganzen Erfahrungen nie gemacht haben.

  • Soooooo... *durchatmen*


    Also:


    Der Lehrerberuf ist generell einer, bei dem man sich mit erhöhter Motivation und Ehrgeiz in erster Linie selber schadet und es einem wenig bringt (monetär und an Ansehen/Bestätigung).
    Nicht umsonst ist die Burnout-Quote vermessen hoch im Vergleich zu den meisten anderen (akademischen) Berufen. Meine Empfehlung: Den Beruf lediglich als moderat bezahlten, verhältnismässig anstrengenden, aber glücklicherweise sehr sicheren Job (nach der Verbeamtung) sehen, nicht als Selbstverwirklichung, und sich dafür lieber in der Freizeit (Hobbies etc.) engagieren und verwirklichen.

    :huh: Hätte ich genug Geld zum Leben und müsste nicht arbeiten, würd ich den Job trotzdem wollen. Und wenn meine Sechser nach der Stunde um mich rumwuseln und sagen: "Frau Traaaaaaian... können wir jetzt nicht lieber noch 'ne Stunde bei Ihnen machen?", ist mir das auch Bestätigung genug. :)


    Für mich ist es nicht entscheident für meine Psyche, was ein Fachleiter von mir hält (auch wenn ich ihm heucheln werde, dass mir seine Meinung ja soooo wichtig ist), solange ich irgendwie verbeamtet werde! ´

    Und Du bist noch nicht im Ref, ja? Bitte, schreib mir einfach nochmal, sagen wir, 14 Tage vorm Examen. :D


    Zufriedenheit (hauptsächlich) aus dem beruflichen Erfolg zu ziehen ist riskant, das gilt für alle Berufe, vor allem für so streßreiche und unwägbare mit sozialem Kontakt wie dem Lehrerberuf!

    Also, ehrlich... bei allem Mist, der mir im Ref. so passiert ist... Schule gibt einem so viel wieder, das kannst Du Dir nicht vorstellen. Klaro, man kriegt keine Preise dafür, aber wenn man die Kleinigkeiten sieht... Allein morgens durch die Flure zu laufen und von grinsenden Schülern begrüßt zu werden... "Frau Traaaaian... was machen wir nachher?"... Gold wert, ehrlich! :love:



    Das wurde in einem anderen Thread bereits mal diskutiert. Sicher sind solche Schüler schwierig. Mir hat es halt immer geholfen denen ganz klar die Grenzen aufzuzeigen und im Zweifel welche vor der Tür oder an einem Einzeltisch direkt vor dem Pult zu parken. Letzteres ist allerdings in den Fachräumen sehr schwierig.
    Vielleicht ist mit "zu viel Wert auf Erziehung und Umgang mit den Schülern" gemeint, dass Du einfach zu viel Geduld hast und, dass Dein Fachunterricht darunter leidet. Ich würde solchen Chaoten einfach nur ganz ganz wenig Raum bieten für ihre Mätzchen und sie an der ganz kurzen Leine halten bzw. kurzen Prozess machen, damit sie möglichst wenig Zeit, die eigentlich für die Wissensvermittlung (jaja und Kompetenzen) da sein sollte, stehlen können. Die anderen Schüler haben auch ein Recht auf Fachinhalte und da sollte man nicht so viel Zeit für die Erziehung und den Umgang mit den Problemschülern verwenden.

    Ich arbeite übrigens an einer integrativen Gesamtschule... :rolleyes:
    Und mein Fachleiter ist Deiner Meinung...


    Ganz arg aufpassen würde ich, wenn Du nach aussen den Eindruck hysterisch zu sein vermittelst. Das untergräbt massiv den Kompetenzeindruck den Du machst und dann wertet man Deinen Unterricht viel schlechter, als er in Wirklichkeit ist. Am besten ist es ruhig und besonnen zu wirken, noch besser es natürlich auch zu sein. Bleib cool, Du bist der Chef im Klassenzimmer und Du hast Deine Klasse im Griff!

    Vor den Schülern mach ich das ja auch nicht! Sondern... vor Kollegen. :whistling: Und die waren wie gesagt sehr hilfreich und halten mich für eine gute Lehrerin.




    Deren Recht ist viel wichtiger, denn diese Leute werden später eventuell promovierte Physiker / Chemiker oder Mediziner

    :cursing: Ich bin jetzt zu faul um im Gesetz nachzuschlagen, aber ich bin sicher, dass auch auf Gymnasien die Förderung auch lernschwächerer Schüler verbindlich vorgeschrieben ist.


    Das hört man von so vielen Reffis. Das Ausbildungssystem ist einfach ein sehr bescheidenes System, in dem Du noch einmal richtig klein gemacht wirst, obwohl Du bereits studiert hast. Man wird oftmals einfach als Jugendlicher in der Ausbildung behandelt. Und so soll man den Perspektivwechsel vom Schüler / Studenten zum Lehrer vollziehen?! Hirnrissig!

    Völlig Deiner Meinung!


    Wie "sehr" man wertgeschätzt wird merkt man allein schon daran, was man [...] verdient

    Übrigens ist die Verknüpfung von Wertschätzung und Gehalt nicht sop fest wie Du es darstellst. In den skandinavischen Ländern sind Lehrer z.B. deutlich höher angesehen, verdienen aber gleichzeitig weniger.


    weswegen allein ich das Referendariat nicht so ehrgeizig angehen würde, wie die meisten Reffis. Für das Mickergehalt auch noch Nachtschichten schieben und auf meinen Schlaf und damit meine Gesundheit, meinen frischen Teint etc. verzichten?

    :lach::rofl::lach: Ja, mach Du mal. Schieb 'ne ruhige Kugel! Bin gespannt, was da rauskommt.




    Also Traian, sei Du selbst und sieh den Beruf nicht als Selbstverwirklichung. Du bist keine Lehrerin, Lehrerin ist nur Dein
    Beruf! Und wenn es dort Schwierigkeiten gibt, so ändert das nichts an Deinem Wert, denn Du bist nicht Dein Beruf, sondern die Traian!


    Wohl richtig, aber Lehrer ist man mit seiner ganzen Person. Und man wird auch als ganze Person von den Fachleitern kritisiert (von meinen jedenfalls). Gleich, ob es da um Stimmlage, Temperament oder fachliche Fragen geht.


  • Anzudeuten, dass etwas, womit man 2/3 des Tages verbringt, keinerlei Einfluss auf die persönliche Gedamtzufredenheit hat, ist äußerst unrealistisch. In einem sozial verantwortungsvollen Beruf auch nicht wirklich anstrebenswert. Berufszufriedenheit ist laut allen aktuellen Studien eine der großen Konstanten was Gesamtgesundheit angeht. Es dient weder dem eigenen noch dem Wohl der Schüler, das als Ziel zu negieren. Und: Berufszufriedenheit sollte sich, wenn man sich selbt halbwegs gescheit reflektieren kann, nicht nur aus dem "Ich geh da hin, kassier die Kröten ab und geh wieder, wenn ich keinen Ärger hatte, war's ein guter Tag. Hauptsache ich bin pünktlich im Fitnessstudio..." aquirieren. Man muss sich da selbst schon mit ein bisschen höheren Maßstäben messen um eine echte Zufriedenheit dauerhaft zu garantieren. Mal abgesehen davon, dass eben auch 100-200 Personen, die von einem abhängig sind, mit dran hängen. Für die sich Engagement durchaus lohnt. Die wenigen Kollegen, die meinen, das lohne sich nicht, sind in unserem Kollegium die echten Klötze am Bein der Schulentwicklung und im Kollegium und bei den Schülern nicht gern gesehen, durchaus auch eher isoliert. Für manche Schüler sind solche Lehrer auch durchaus eine echte Katastrophe - nämlich die, die eh unrund laufen oder Hilfe brauchen, und für die man sich dann eben hätte doppelt einsetzen müssen.

    Das seh ich ganz genau so.


    Deshalb:

    :thumbup: Sehr gut! Das ist der richtige Weg. Außerdem so vel wie möglich Austausch mit erfahrenen Kollegen, die so einiges von dem, was einem im Referendariat/Seminar als "wichtig" verkauft wird, wieder praxisnah relativieren können und einen gut erden können. Das Forum hier hat eine ähnliche Funktion, wobei man alles Virtuelle natürlich immer zweimal reflektieren muss.

    Danke. :)



    Sehe ich das richtig, Du gibst Dein maues Reffigehalt auch noch für zusätzliche Supervision aus? 8|

    Ja, und das ist das beste, was ich machen konnte.


    Traian:
    Ich finde, du machst das genau richtig, vor allem das Hilfe suchen bei der Supervision. Ich bin damals auch beim ersten Mal durchgefallen (in etwa ähnliche Geschichte), leider gab es sowas wie Supervision nicht (zumindest laut Seminarleiter nicht, aber der war eh ein selbstverliebter Idiot, den sonst nichts interessierte - sorry, aber da stimmte das echt mal). Ich denke, auch der Schulwechsel wird gut tun, hatte ich damals auch. Einfach noch mal neu starten und auch wieder neue Ausbildungslehrer, die einem neue Impulse geben können. Aber das Selbstbewusstsein wieder aufzubauen dauert und ist harte Arbeit (ich gestehe, teilweise arbeite ich da jetzt noch dran, nachdem ich schon zwei Jahre fest im Job bin und es überwiegend ganz gut mache - zumindest in den Bereichen, die ICH wichtig finde und den Rückmeldungen nach zu schließen, die ich von Elterrn, Schülern und Kollegen bekomme, sehe ich das wohl auch nicht ganz falsch. Jeder hat seine besonderen Stärken und die muss man finden und sich auch zugestehen, denn auch die Unterschiedlichkeit der Lehrer ist für die Schüler wichtig, die sind schließlich auch sehr unterschiedlich).
    Kannst mir gerne eine PN schreiben, wenn ich dir mit meinen Erfahrungen irgendwie helfen kann.
    (Du weißt, dass man gegen die Gehaltskürzung, die zumindest in NRW kommt, Einspruch einlegen kann innerhalb einer bestimmten Frist?)


    Kopf hoch!


    Vielen Dank. :) Ja, an der Sache mit der Gehaltskürzung bin ich dran, der Personalrat hilft mir da sehr weiter. Dass ich die Schule wechseln muss, finde ich eher schade, denn die ist RICHTIG toll. Aber von dem Seminar muss ich weg... also wechsel ich. :(

    Traian, sehr gut, dass du dich für die Supervision entschieden hast. Für mich kam sie leider zu spät, ich habe sie erst gemacht, als es für mich schon zu spät war, habe nach einem Jahr Referendariat aufgegeben. Ich drücke dir von Herzen die Daumen, dass du es schaffst.


    Dankeschön... ich finde es wirklich sehr aufbauend, was Ihr hier so schreibt. :) Ich hab das Gefühl, ich geh so langsam doch in die richtige Richtung.




    ich finde, dass silicium mit vielen dingen die er sagt recht hat.
    tja, man mag es nicht glauben, aber ich bin fertig.. habe meine ref sehr gut bestanden und trotzdem lebe ich nicht nur für meinen beruf.
    ich finde das auch ganz wichtig. denn silicium hat schon recht, dass gerade die überengagierten diejenigen sind die am ende dauerkrank sind.. oder einen burn out haben.

    Aber es gibt doch eine Ebene zwischen überengagiert und "Cool, ich hab nen sicheren Job - was da passiert ist mir egal"...



    und so musst du es auch sehen. du hast jetzt eine 2te chance. andere schule, andere kinder, auch ein anderes seminar?.
    es wird aufwärts gehen! ich drück dir die daumen. die haare sind da wohl eher egal.

    Japp, auf jeden Fall ein anderes Seminar. Danke für's Daumendrücken!



    Wir haben nächste Woche Elternsprechtag. Da werde ich Anzug mit Weste tragen. Aus der Weste wird eine goldene Taschenuhr herausragen. Auch meine Goldrandbrille, die ich sonst nicht im Unterricht aufsetze, werde ich zum Einsatz bringen (Bei manchen Eltern evt. Auftritt mit Monokel). Frisurenmäßig exact gezogener Seitenscheitel.-Ich möchte auf alle Fälle die Würde unseres Hauses unterstreichen.

    (Hervorhebung von mir)
    Davon würd ich zu gern ein Bild sehen... also ein echtes.



    Tatsächlich ist das statistisch genau andersherum:


    Sind eigentlich seit langem bekannte Ergebnisse. Und deckt sich mit meinen Erfahrungen im GPR...


    Gerade die unengagierten und leistungsunwilligen sind auf Dauer eher die Kollegen, die zur Belastung werden oder ausbrennen, weil sich die Anforderungen des Berufs nicht mit ihrem geringen Leistungswillen/fähigkeit decken. Siehe nicht nur obige, sondern auch zweite Studie.


    Sehr interessant. Ehrlich gesagt hab ich die gleiche Beobachtung gemacht (ok, meine Datengrundlage ist jetzt nicht sooo groß...), dass die Kollegen, die sich viel über die Berge an Arbeit beschweren und wenig Spaß am Job haben, auch die sind, die von den Schülern wenig positive Rückmeldung bekommen, oft krank sind und so weiter. Die, die gerne und mit Elan dabei sind, reden vielleicht mal von Nachtschichten mit Klausuren oder so, beschweren sich aber nicht groß, sind bei Schülern beliebt, mit Schwung dabei, machen öfter mal "besondere" Sachen mit den Schülern und fehlen fast nie. Zugegeben, es gab auch einen Fall, bei dem jemand "überengagiertes" deshalb gesundheitliche Probleme hatte und jetzt erstmal dauerhaft erkrankt ist. :(


    Aber ich denke, wer ein größeres Maß an Erfüllung aus dem Beruf selbst ziehen kann, kommt als Lehrer gut zurecht. Ist jetzt jedenfalls meine Erfahrung.
    Da mach ich mir übrigens in meinem Fall keine größeren Sorgen... ich bin ziemlich sicher, genau am richtigen Platz zu sein. Meine Sorge ist, dass man mich nicht lässt... :|


    LG!

  • Also, Jotto, jetzt habe ich aber Assoziationen. :D


    Meike, DANKE für den Hinweis auf die Studienergebnisse, ist für mich persönlich wichtig.


    Traian, beim Lesen deines Postings stoplere ich noch über die Aussage, dass du dich nicht vor deinen Schülern als hysterische Lehrerin präsentierst, sondern vor deinen Kollegen. Ich möchte dir nur einen Tipp für den Schulwechsel mitgeben, dass du im Lehrerzimmer immer aufpassen solltest, wer mithört und wie du dich präsentierst.


    Als bei mir klar war, dass ich mein Referendariat abbreche (vier Wochen vor Schuljahresende), bekam ich von zwei Kolleginnen, die sich immer neutral verhielten, dass es gut sei, wenn ich aufhöre. Mir wurde da klar, dass ich meine Probleme mit den Schülern ein wenig zu sehr nach außen getragen habe, insbesondere an meine Mentorin, die das an die Seminarleitung weitertrug und so.


    Ich würde ruhig auch immer wieder über gute Unterrichtsstunden erzählen, denn solche Berichte erreichen deine Seminarleitung auch auf Umwegen. Ich hatte bei bestimmten (wenigen) Kollegen schon schnell ein komisches Gefühl, dass die Vorbehalte gegen mich hatten. Das bestätigte sich viel später dann auch tatsächlich.


    "Ausweinen" würde ich mich vor allem bei Menschen, die möglichst keine Verbindungen zu deinen dich bewertenden Vorgesetzten haben.

  • Hm, vielleicht ist das etwas schräg rübergekommen... mein bisher einziger echter Ausraster im Lehrerzimmer war deutlich nach der achten Stunde (nachdem also die allermeisten weg waren) vor einer sehr lieben Kollegin, die äußerst verständnisvoll ist und der ich vertraue und einem Reffi-Kollegen.
    Meine Schule, meine Schüler, meine Kollegen sind auch wie gesagt wirklich nicht das Problem. Die Schüler waren es vor ca. einem Jahr noch, weil ich da so mitten in der größten Verunsicherung war und es nicht gescheit hinbekommen habe, aber das ist deutlich besser geworden.


    Ich glaube nicht, dass ich insgesamt wie eine hysterische Furie rübergekommen bin. :)
    Im Moment sagen mir alle, dass sie es hoch anrechnen, wie viel Engagement ich auch nach der versiebten Prüfung noch an den Tag lege, und drücken mir die Daumen, dass das mit der Versetzung jetzt klappt.


    Auf der neuen Schule werd ich natürlich versuchen, mich so zu präsentieren, wie ich eigentlich bin (nein, nicht als kreischende Irre ;) ) und ich hoffe, dass ich die Unsicherheit mit dem Wechsel auch in den Griff kriege.


    LG!

    • Offizieller Beitrag

    [Blockierte Grafik: http://data.lustich.de/bilder/l/15822-unschulig-guckender-hund.jpg
    Sorry Traian, dass wir deinen Thread kurz zu einem Nebenkriegsschauplatz erklärt haben, aber ich finde, aus deinen letzten Posts kann man erkennen, dass du mit egal welcher Frisur auf einem guten Weg bist :) Ich drück dir die Daumen, dass es beim zweiten Anlauf klappt! Und herzlich willkommen hier im Forum! :)


    edit: Äh, mein Bild bezog sich noch auf Powerflower, ich hab so lange getippt... :)

    • Offizieller Beitrag

    <offtopic>


    Diverse Postings nach "Offtopic (Ausgelagert aus: Für Referendarin unangemessener Look)" ausgelagert.


    Das Auseinanderschnippeln war schwierig, habe mir einige Beiträge dreimal durchgelesen (und das war echt kompliziert), denke aber, dass die Beiträge, die im Originalthread geblieben sind, dort thematisch passen.


    kleiner gruener Frosch, Moderator


    </offtopic>

  • Hallo zusammen!


    Es ist einige Zeit ins Land gegangen und ich hab nix von mir hören lassen - sorry dafür.


    Für die, die sich noch an mich und an diesen Thread erinnern, wollte ich gern aufschreiben, wie es mit mir weiter gegangen ist.


    Ich bin also versetzt worden, hab ein neues Seminar und eine neue Schule bekommen, ein Gymnasium. Meine neuen Fachleiter sind sehr nette, konstruktive Leute, mit denen ich gut zurecht komme und die mir viele gute Anregungen gegeben haben.
    An meiner Schule kam sowohl von unserem Schulleiter als auch vom Oberstufenleiter und auch von anderen Kollegen, bei denen ich im Ausbildungsunterricht war, nach 14 Tagen die verwunderte Frage, wieso ich eigentlich hab durchfallen können.
    Ich hatte anfangs allerdings echte Probleme mit meiner Angst und Unsicherheit. Selbst total liebe Kollegen haben mir schlaflose Nächte bereitet, weil ich Panik hatte, meinen Unterricht von jemandem (eben sogar vom Ausbildungslehrer) begucken zu lassen. Ich hab mir mit Rescuetropfen geholfen und war die ersten drei Monate noch bei der Supervision.
    Danach war alles soweit ok, dass ich ohne Tropfen und ohne "Coach" in den Unterricht konnte. Und ab da gings dann wirklich bergauf.


    Kurz und gut: Ich hab dort ein Jahr lang ein tolles Referendariat gehabt, hab meine Vornoten sehr verbessern können und bin problemlos durch die Prüfung gekommen.
    Ich hab aber auch gemerkt, dass das Gymnasium nichts für mich ist - und so hab ich jetzt eine Stelle an einer ganz tollen Gesamtschule mit wunderbaren Kollegen, (meist) netten Schülern und wirklich großartigen Arbeitsbedingungen.


    Also: Happy End.
    Was meine Haare angeht, die sind mir aktuell mal wieder zu langweilig. Aber das ist ein anderes Thema. ;)

    • Offizieller Beitrag

    Ich gratuliere auch :)


    PS: Ich verweigere als einziges Schulleitungsmitglied bei uns Anzug und Krawatte (besitze ich auch gar nicht), sondern laufe wie gehabt in Jeans und Green-Bay-Packers-T-Shirt (oder ähnlichem) rum.

  • Ich gratuliere auch


    PS: Ich verweigere als einziges Schulleitungsmitglied bei uns Anzug und Krawatte (besitze ich auch gar nicht), sondern laufe wie gehabt in Jeans und Green-Bay-Packers-T-Shirt (oder ähnlichem) rum.



    Bääääh, die Packers! Trägst du dann auch Plastiklhüte in Käseform??


    GO NINERS!!! 8)

    Mit meinem Verhältnis zur Realität ist alles in Ordnung. Ich lasse es alle 14 Tage vorschriftsgemäß warten.

  • ...


    PS: Ich verweigere als einziges Schulleitungsmitglied bei uns Anzug und Krawatte (besitze ich auch gar nicht), sondern laufe wie gehabt in Jeans und Green-Bay-Packers-T-Shirt (oder ähnlichem) rum.



    Die aktuelle ZEIT-Ausgabe beschäftigt sich im Feuilleton mit dem "neuen Proletkult" : "Die Liebe zum Vulgären. Im Fernsehen, in der Mode und der Werbung ist der Prolet zum Star geworden. Was sagt das über unsere Gesellschaft?"

    • Offizieller Beitrag

    Die aktuelle ZEIT-Ausgabe beschäftigt sich im Feuilleton mit dem "neuen Proletkult" : "Die Liebe zum Vulgären. Im Fernsehen, in der Mode und der Werbung ist der Prolet zum Star geworden. Was sagt das über unsere Gesellschaft?"


    Bin ich mit Anzug ein besserer Lehrer und Abteilungsleiter? Vermutlich eher im Gegenteil, da ich dann nicht mehr authentisch bin. Ganz abgesehen davon stehe ich zu meiner proletarischen Herkunft, ich stamme eben nicht wie der typische Lehrer aus dem Bildungsbürgertum, sondern bin einer von den sozial benachteiligten, die es doch mal ins Studium geschafft haben.

  • Ganz abgesehen davon stehe ich zu meiner proletarischen Herkunft, ich stamme eben nicht wie der typische Lehrer aus dem Bildungsbürgertum, sondern bin einer von den sozial benachteiligten, die es doch mal ins Studium geschafft haben.


    Klischees ahoi. Der Underdog in der Masse der Bildungsschnösel. Ich hatte einen Studienkollegen, der sich sein Studium auch so vorgestellt hat: er der Punk unter all den arroganten 'Bürgerlichen'. Er musste schnell einsehen, dass wir anderen in Sachen Herkunft und Verhalten auch nicht groß anders waren.


    Kannst du deine 'proletarische Herkunft' denn auch näher erläutern?


    Gruß

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