Suche Tipps im Umgang mit schwieriger 5. Klasse

  • Hallo, ich habe hier schon mal erwähnt, dass ich seit kurzer Zeit in mehreren 5. Klassen Erdkunde als Vertrtungskraft unterrichte. Bestimmt habe ich den ein oder anderen Anfängerfehler gemacht, aber dies auch gemerkt und geändert. Es läuft außer in einer Klasse auch gut. In dieser Klasse habe ich das Gefühl, es treten immer gleich drei Probleme gleichzeitig auf: Mindestens drei SuS fühlen sich ungerecht behandelt und zwei haben bestimmt auch gerade Streit miteinander. Wenn ich versuche in der einen Ecke einen Konflickt zu lösen, treten in einer anderen Ecke zwei neue auf und die SuS müssen mir das dann möglichst laut mitteilien. Zwischendurch gibt es immer wieder Phasen, in denen ich mit der Situation zu frieden bin, aber insgesammt wird mir zu viel reingerufen, gepetzt, geredet und rumgelaufen. Ein anderes Thema sind noch die Hausaufgaben, die zu wenig gemacht werden. Ich habe heute 11 SuS eine Info an die Eltern über nicht gemachten HA gegeben, weil sie die zum 2. Mal nicht gemacht haben; 3 hatten sie nachgemacht. Ein Zettel, auf den die SuS schreiben sollten was sie falsch gemacht habe usw., den ich beim letzten Mal an 3 SuS verteilt hatte, weil sie beim vorvorletzten mal Papier geworfen hatte und der Aufforderung ohne den Zettel nicht nachkamen bzw. krank waren, kam von einem zu kurz, von einem gar nicht und von einem mit der der Erklärung, dass nicht er sondern ein anderer S. etwas falsch gemacht habe, zurück. Ich habe vor zu mindest bei den beiden Letzteren die Eltern anzurufen, um das zu klären. Dann habe ich heute den Unterricht unterbrochen, wenn jem. geredet hat und gesagt ich würde das hinten dran hängen (habe auch ein paar Minuten nach dem Gong geendet), was mir aber für die SuS auch etwas Leid tut, die nichts machen und dadurch ihren Bus verpassen, der teilweise nur selten kommt. Außerdem habe ich der Klasse ein Spiel verweigert, was ich mit den anderen machen werde, weil sie sich nicht ordentlich verhalten haben, in den letzten Wochen.
    Das sind die Sachen, die ich schildern kann. Zufrieden bin ich mit der Situation nicht. Kann mir vllt. jem. mit mehr Erfahrung einen Tipp geben, was ich noch machen kann, damit ein konzentriertes Arbeiten ohne ständiges Reinreden und eine regelmäßige HA-Anfertigung möglich sind? Soll ich noch mehr Aufgaben an SuS, die stören, verteilen? Was mach ich, wenn sie die nicht anfertigen? Ich finde es auch zimlich schwirig, die ganzen Stör-Formulare an die Eltern auszufüllen, wärend man drauf achten muss, dass keiner redet oder in der Pause (im Raum) sich welche Prügeln, wenn man wegschaut. Vielleicht war ich mit dem androhen und umsetzen (Wenn ich es angedroht habe, habe ich es auch umgesetzt.) von Konsequenzen etwas zu lasch, aber welche Konsequenzen machen in der Klasse Sinn? Ich habe schon an umsetzen gedacht, könnte die SuS aber nur alleine mit dem Stuhl in die Ecke oder ans Pult setzen, weil die Sitzordnung schon so ist, dass die problematischen SuS weit von einenander weg sitzen, manche auch Einzeln.

  • Den Schülern scheint es zu Hause an der nötigen Konzentration zu fehlen, eine zusätzliche Aufgabe fristgerecht und vollständig zu bearbeiten. Gib ihnen doch die Gelegenheit, diese in Ruhe und in einer geistig anregenden Umgebung in der Schule anzufertigen, besonders freitags in der 7. oder 8. Stunde. ;)


    Kurze Tests bieten gerade ruhigeren Schülern die Gelegenheit, auch mal "zu Wort zu kommen" und zu zeigen, wie gut sie sich vorbereitet haben.


    Was die ungerechte Behandlung angeht: du bist der Schiedsrichter und bestimmst, was richtig ist in dem Augenblick. Du kannst ihnen dann aber auch versprechen, dass du in der nächsten Stunde ihr Verhalten genauer beobachtest und in der nächsten oder übernächsten Stunde gibst du ihnen eine entsprechende Rückmeldung.


    À+

    • Offizieller Beitrag

    warum füllst du die Störformulare denn in der Stunde aus? Dann gibst du ja den Schülern ein Signal, dass du nicht aufmerksam ihnen gegenüber bist. Ich notiere mir die Schüler, sage ihnen das, und dann werden die Formulare in der nächsten Pause ausgefüllt.


    Manchmal hilft es Schülern, zu sich zu kommen, wenn sie mal kurz aus dem Klassenraum gehen (Aufsichtspflicht!)


    Insgesamt habe ich den Eindruck, dass immer, wenn du dich um Einzelne kümmerst, anderswo Rumor beginnt. Vielleicht kannst du den Rest der Klasse beschäftigen, wenn das der Fall ist? Oder sind das immer Notfälle? Wie ist denn der Unterricht strukturiert? Machst du Gruppenarbeit, Partnerarbeit, Einzelarbeit, so dass (fast) immer jeder beschäftigt ist?


    Hausaufgabenkontrolle halte ich für ganz wichtig. Die Schüler müssen wissen, was passiert, wenn sie die HA nicht haben- egal, ob sie sie zu machen vergessen haben oder zu Hause liegengelassen haben. Sag ihnen, welche Konsequenzen es für sie hat, wenn sie die HA nicht machen. Avantasia hat dir da ein paar sehr sinnvolle Beisüiele genannt. Ist zwar für dich selbst auch doof, Freitags länger zu bleiben, wirkt aber (bei den Meisten). Nicht vergessen: die Eltern rechtzeitig informieren, am besten mit Stempel der Schulleitung.

  • Erst mal danke für die ersten Antworten.

    warum füllst du die Störformulare denn in der Stunde aus? Dann gibst du ja den Schülern ein Signal, dass du nicht aufmerksam ihnen gegenüber bist. Ich notiere mir die Schüler, sage ihnen das, und dann werden die Formulare in der nächsten Pause ausgefüllt.


    Es ist manchmal knapp bei mir mit der Zeit nach hinten, aber das müsste nach den Ferien besser passen vom Stundenplan, dass ich die Formulare nach der Stunde ausfülle.

    Insgesamt habe ich den Eindruck, dass immer, wenn du dich um Einzelne kümmerst, anderswo Rumor beginnt. Vielleicht kannst du den Rest der Klasse beschäftigen, wenn das der Fall ist? Oder sind das immer Notfälle? Wie ist denn der Unterricht strukturiert? Machst du Gruppenarbeit, Partnerarbeit, Einzelarbeit, so dass (fast) immer jeder beschäftigt ist?


    Meist mache ich kurze Phasen der Einzel- oder Partnerarbeit im Wechsel mit kurzen Phasen im Plenum. Es fängt z.B. an, dass ein S. eine Frage hat und ich zu ihm komme. Das nutzen andere zum Reden oder Unsinn machen. Wenn ich dort hingehe, passiert wo anders etwas. Ich finde diese Klasse auch sehr unselbstständig; sie fragen bei allem nach, wie es geht oder ob das SO richtig ist oder sagen gleich, sie verstehen das alles nicht. Das passiert mir in den anderen 5. nur sehr selten.

    Hausaufgabenkontrolle halte ich für ganz wichtig. Die Schüler müssen wissen, was passiert, wenn sie die HA nicht haben- egal, ob sie sie zu machen vergessen haben oder zu Hause liegengelassen haben. Sag ihnen, welche Konsequenzen es für sie hat, wenn sie die HA nicht machen. Avantasia hat dir da ein paar sehr sinnvolle Beisüiele genannt. Ist zwar für dich selbst auch doof, Freitags länger zu bleiben, wirkt aber (bei den Meisten). Nicht vergessen: die Eltern rechtzeitig informieren, am besten mit Stempel der Schulleitung.


    Ich gehe jede Stunde rum und gucke mir an, wen seine HA gemacht hat. Bis jetzt habe ich das Nachzeigen der HA freiwillig gemacht, sodass die SuS zu mir kommen müssen und ich dafür nur "halb HA vergessen" aufschreibe, um das in die Note einfließen zu lassen, aber ich denke in der 5. ist es besser, das Nachzeigen zur Pflicht zu machen oder? Ich könnte vllt. noch mal betonen, dass sich jede nicht gemacht HA negativ auf die Note auswirkt und ich eine nicht Nachgemachte HA auch als neue nicht gemacht HA anrechne oder ist das zu viel des Guten?
    Das mit dem Nachsitzen ist so eine Sache, da es schwirig ist Std. zu finden, in denen die SuS und ich Zeit haben, weil ich zu Schulzeiten meist noch Uni habe oder die SuS auch oft nachmittags AGs oder Unterricht oder HA-Betreuung haben. Ich denke, das ist das äußerste Mittel, ich probere erst mal die Eltern zu kontaktieren oder auf die Note hinzuweisen.
    Was die HA angeht, ist es auch so, dass die Klasse vor mir eine Lehrerin hatte, die nie was aufgegeben hat und ich jede Woche ein bisschen aufgebe; auch um noch möglichst viel Stoff zu schaffen, weil der Unterricht ständig ausgefallen ist, weil keine Lehrer da waren, ich in der Uni Blockseminare hatte oder weil mein Vertrag noch nicht da war und ich nicht unterrichten durfte. In dieser Zeit hatten die SuS ja weder Unterricht noch HA, also wieso nun keine HA aufgeben?


  • Meist mache ich kurze Phasen der Einzel- oder Partnerarbeit im Wechsel mit kurzen Phasen im Plenum.


    Ich hab eine 5. (allerdings Primarstufe, unterrichte die meisten Sachen als KL). Ich versteh nicht ganz, in welchem Fall dich dann das Reden stoert. Bei der Einzel- oder Partnerarbeit? Sollen sie in deinen Stunden in Stillarbeit arbeiten? Das waere fuer meine Klasse ein totaler Albtraum, sowohl fuer meine Kids als auch fuer jegliche Lehrer, die das durchsetzen wollten. Meine reden regelmaessig im Unterricht. Meist (aber sicherlich nicht immer) beziehen sich die Unterhaltungen auf's Unterrichtsthema. Wir haben mit sehr kurzen Stillarbeitsphasen zu Beginn des Jahres begonnen und auch jetzt sind es meist nur 5 oder 10 Minuten am Stueck. Allerdings koennen meine inzwischen auch fuer die gesamten 60 Minuten in absoluter Stille arbeiten, wenn es notwendig ist. Das liegt aber daran, dass wir klar gemacht haben, wann und warum die Stille notwendig ist.
    Die Fragen sind also: Warum stoert dich das Reden? Muss es in der Zeit wirklich still sein?


    Es fängt z.B. an, dass ein S. eine Frage hat und ich zu ihm komme. Das nutzen andere zum Reden oder Unsinn machen. Wenn ich dort hingehe, passiert wo anders etwas. Ich finde diese Klasse auch sehr unselbstständig; sie fragen bei allem nach, wie es geht oder ob das SO richtig ist oder sagen gleich, sie verstehen das alles nicht. Das passiert mir in den anderen 5. nur sehr selten.


    Stell dich so, dass du den Grossteil der Klasse im Auge behalten kannst. Selbst wenn ich mit nem Schueler arbeite, kann ich meine Labertaschen sehen...und ein Blick bringt sie meist zum Schweigen, denn sie wissen ja selbst, ob sie grade vom Thema abschweifen.
    Meine wissen auch, dass sie erst ihren Partner oder an ihrem Tisch nach Hilfe fragen, bevor sie zu mir kommen. (Dazu muessen sie mit anderen reden.) Alle Materialien sind greifbar und klar ausgewiesen und meine Schueler holen sich selbst Woerterbuecher oder Mathezeugs, wenn sie es brauchen. Das hat etwas gedauert und ich ignoriere Schueler auch mal gezielt, wenn noetig, aber du wirst ja einigermassen wissen, was deine Schueler selbstaendig bearbeiten koennen und was nicht. Wenn mir mehrere Schueler sagen, dass sie etwas nicht verstehen, dann stoppe ich die Arbeitsphase auch und wir gehen nochmal gemeinsam durch eine Beispielaufgabe. Vielleicht nicht geplant, aber besser, als wenn sie die ganze Stunde keine Ahnung haben.


    Meine haben derzeit die Angewohnheit reinzuplappern und zu unterbrechen, was erstens unhoeflich und zweitens nervig ist (noch ein Schultag und dann haben wir zwei Wochen Osterferien). Ich hab mit ihnen heute "Bouncy Detention" gespielt. Dabei wandert das Nachsitzen in der Pause von einer Person zur naechsten, wenn sie reinrufen. Am Ende der Stunde bekommt die letzte Labertasche dann das Nachsitzen. Sie finden es relativ witzig, wenn sie auch kein Nachsitzen bekommen wollen. Ausserdem finden sie es fair, denn sie haetten sich auch melden oder still sein koennen.



    Ich gehe jede Stunde rum und gucke mir an, wen seine HA gemacht hat. Bis jetzt habe ich das Nachzeigen der HA freiwillig gemacht, sodass die SuS zu mir kommen müssen und ich dafür nur "halb HA vergessen" aufschreibe, um das in die Note einfließen zu lassen, aber ich denke in der 5. ist es besser, das Nachzeigen zur Pflicht zu machen oder? Ich könnte vllt. noch mal betonen, dass sich jede nicht gemacht HA negativ auf die Note auswirkt und ich eine nicht Nachgemachte HA auch als neue nicht gemacht HA anrechne oder ist das zu viel des Guten?
    Das mit dem Nachsitzen ist so eine Sache, da es schwirig ist Std. zu finden, in denen die SuS und ich Zeit haben, weil ich zu Schulzeiten meist noch Uni habe oder die SuS auch oft nachmittags AGs oder Unterricht oder HA-Betreuung haben. Ich denke, das ist das äußerste Mittel, ich probere erst mal die Eltern zu kontaktieren oder auf die Note hinzuweisen.


    Bis zur "Note" dauert es aber meist einige Zeit. Wenn Schueler ihre Hausaufgaben nicht machen, musst du entweder (a) entscheiden, dass sie nicht so wichtig und dahingehend freiwillig sind (wer sie also macht, hat nen Vorteil und bekommt ne Belohnung...wer nicht, der halt nicht) oder (b) zeitnah auf Versaeumnisse reagieren und auf Erledigung der Hausaufgaben bestehen. Wenn das dann bedeutet, dass sie in der Pause drin bleiben und die Hausaufgaben erledigen, dann ist dies eben der Fall.

  • Ich hab eine 5. (allerdings Primarstufe, unterrichte die meisten Sachen als KL). Ich versteh nicht ganz, in welchem Fall dich dann das Reden stoert. Bei der Einzel- oder Partnerarbeit? Sollen sie in deinen Stunden in Stillarbeit arbeiten? Das waere fuer meine Klasse ein totaler Albtraum, sowohl fuer meine Kids als auch fuer jegliche Lehrer, die das durchsetzen wollten. Meine reden regelmaessig im Unterricht. Meist (aber sicherlich nicht immer) beziehen sich die Unterhaltungen auf's Unterrichtsthema. Wir haben mit sehr kurzen Stillarbeitsphasen zu Beginn des Jahres begonnen und auch jetzt sind es meist nur 5 oder 10 Minuten am Stueck. Allerdings koennen meine inzwischen auch fuer die gesamten 60 Minuten in absoluter Stille arbeiten, wenn es notwendig ist. Das liegt aber daran, dass wir klar gemacht haben, wann und warum die Stille notwendig ist.
    Die Fragen sind also: Warum stoert dich das Reden? Muss es in der Zeit wirklich still sein?


    Danke erst mal für die Antwort.
    In einer der 5. Klassen geht das ohne Probleme, dass die SuS die ganze Doppelstunde ruhig sind, also nicht im Plenum oder bei der Einselarbeit reden, sondern nur zuhören oder ihre Aufgabe machen. Ich fide, so sollte es in allen Klassen sein, damit sich die SuS besser auf den Unterricht oder die Aufgaben konzentrieren können (Dann werden sie bestimmt auch schneller fertig.). Außerdem finde ich das persönlich auch angenehmer, wenn es leise ist. Es ist doch auch eine Frage von Respekt, wenn jem. sich unterhällt, wärend ein anderer oder ich etwas sagt. Außerdem ist in der beschriebenen Klasse auch die Lautstäre das Problem. Wenn einer etwas sagt, was dem anderen nicht passt, wird direkt lauter zurückgeschrien usw.
    Deine Idee mit dem Nachsitzen (es kann ja auch eine Zusatztaufgabe sein) weiterreichen gefällt mir. Vielleicht probiere ich das nach den Ferien mal aus. Obwohl ich mir vorstelle das "der Letzte" ein riesen Fass aufmacht, dass das ja sooo unfair wäre.


    Ich denke, du hast als KL auch den Vorteil, die SuS öffter zu sehen, besser zu kennen und mehr über Regeln und deren Sinn reden zu können. Ich habe gerade mal eine Doppelstd. in der Woche, die auch schon mal ausfällt, und den Stoff für das Schuljahr kann ich sowieso nicht mehr schaffen. Da finde ich es auch nicht richtig, zu viel Zeit auf Diskusionen über Regeln und deren Sinn zu legen.


    zu den Hausaufgaben: Ich finde, dass man vermitteln muss, dass alle HA wichtig sind und daher gemacht werden müssen. Wenn ich sage, es wäre freiwillig, würden die SuS dch denken, sie müssten die HA bei mir und ggf. auch in anderen Fächern nicht machen. Wenn man an der Uni eine Hausarbeit nicht abgiebt, bekommt man auch eine 6 dafür.


    Ich will sagen, mir gefällt dieser Zustad (HA, Reden, Streiten) nicht und deshalb will ich versuchen, das zu ändern. Mir fällt nur nicht so viel ein wie. Ich kann ja nicht jede Woche Formulare an die Eltern schicken und dann noch die anrufen, bei denen die Kinder das nicht abgeben. Das verliert seine Wirkung.

    • Offizieller Beitrag

    du hast hier schon einige Tipps bekommen.


    Wichtig finde ich: auch wenn du dich intensiver mit einem Schüler (?) beschäftigst, solltest du die anderen im Blick haben. Wie schon gesagt, oft reichen Blicke.
    Oder du nimmst die größten Labertaschen einfach dran: "Nico, was wolltest du zum Unterricht beitragaen?" Bzw. stellst eine Frage, die sich direkt auf das vorher Durchgenommene bezieht.
    Ist auch ein gutes Signal für den Rest der Klasse.


    Mich würde auch interessieren, was denn das für Dinge sind, die du so häufig mit Einzelschülern abklärst? Vieles lässt sich ja im Plenum klären, Mitschüler können erklären, wiederholen (Arbeitsaufträge z.B.), viele Fragen können an die Klasse zurückgegeben werden.


    bei Partnerarbeit musst du davon ausgehen, dass es ein bisschen lauter wird. Du gibst genau die Aufgabenstellungen vor und die Arbeitsbedingungen so wie Hilfsmittel, Zeitdauer usw. Dann kann man im Plenum kurz (!) Fragen klären, anschließend geht es an die Partnerarbeit. Währenddessen gehst du rum und schuast, ob alle arbeiten. Fragen solltest du nicht sofort beantworten, vieles können sich die Schüler mit ein bisschen Nachdenken selbst beantworten.


    Sei mir nicht böse, für mich liest es sich ein bisschen so, als würdest du jede Unterrichtsphase sehr stark auf dich selbst als Vorturner fokussieren.


    Vll versuchst du mal, dich mehr rauszuziehen bei gleichzeitiger Kontrollpräsenz.


    Zu den HA:
    Wie genau handhabst du das denn? Einmal nicht gemacht = Bericht an die Eltern?
    Bei mir gibt es Striche. Fürs ganze SCHULJAHR.
    Wer die HA vergessen hat, muss sie freilich nachmachen. Aber der Strich bleibt. Nachmachen sollte er/sie die HA, weil die ja Übung bedeuten. Ist schnell notiert, damit du selbst den Überbliock behältst.


    Und noch etwas: wenn sich Schüler aufregen, dass "Nur sie" Konsequenzen z.B. fürs Quatschen spüren, wo doch "der Max vor mir genausoviel geredet hat", sag ich immer:
    Wenn du bei Rot mit dem Rad über die Ampel fährst und bekommst Ärger vom Polizisten, interessiert den das gar nicht, ob der Max das vor dir auch gemacht hat."


  • In einer der 5. Klassen geht das ohne Probleme, dass die SuS die ganze Doppelstunde ruhig sind, also nicht im Plenum oder bei der Einselarbeit reden, sondern nur zuhören oder ihre Aufgabe machen. Ich fide, so sollte es in allen Klassen sein, damit sich die SuS besser auf den Unterricht oder die Aufgaben konzentrieren können (Dann werden sie bestimmt auch schneller fertig.). Außerdem finde ich das persönlich auch angenehmer, wenn es leise ist. Es ist doch auch eine Frage von Respekt, wenn jem. sich unterhällt, wärend ein anderer oder ich etwas sagt. Außerdem ist in der beschriebenen Klasse auch die Lautstäre das Problem. Wenn einer etwas sagt, was dem anderen nicht passt, wird direkt lauter zurückgeschrien usw.


    Ich hab was gegen "stille" Klassen und wuerde so nicht arbeiten wollen (ich haette auch was dagegen, wenn Fachlehrer meine Klasse so unterrichten wollten...). Vor allem, wenn Schueler in dem Alter fuer die "ganze Doppelstunde" nichts sagen - ausser, es ist eine Testsituation - dann faende ich das bedenklich und unsere SL waere alles andere als gluecklich.
    Es gibt einen Unterschied zwischen "reinquasseln, wenn der Lehrer/ein Mitschueler etwas zur gesamten Klasse sagt" und "sich unterhalten, waehrend man Aufgaben in Partnerarbeit erledigt". Ersteres hat mit Respekt und Regeleinhaltung zu tun, zweiteres ist meiner Meinung nach ein integraler Bestandteil des Lernens. Ich lern besser, wenn ich Ideen durchdenken und diskutieren kann. Es hilft vielen Schuelern ein besseres Verstaendnis fuer Themen zu entwickeln, denn es geht ja nicht darum, dass sie nur lernen koennen, was du vorgibst. Ich will, dass meine Schueler eigenstaendig lernen lernen, Informationen selbst besorgen koennen, Ideen diskutieren und ggf. anpassen koennen, selbstaendig ihr Lernen steuern. Dazu kann ich beitragen und ich kann sie unterstuetzen, aber den Hauptteil des Denkens muessen sie schon selbst uebernehmen. Bei staendiger Stillarbeit sind diese Denkprozesse eingeschraenkt.
    Ausserdem bedeutet es, dass ich nicht staendig jedem helfen muss, sondern sie erstmal bei ihrem Partner nach Hilfe fragen. (Offiziell haben derzeit 9 meiner 29 Schueler Foerderbedarf, darunter zwei, die kaum eigenstaendig schreiben und lesen koennen. Inoffiziell hab ich noch ein paar mehr.)
    Damit das diszipliniert ablaufen kann, muessen Regeln und Konsequenzen klar sein. Dann dauert das eben ne Stunde, bis diese klar gemacht und verstanden sind. Das ist immernoch besser, als wochenlang gegen Lautstaerke und in unklarem Rahmen unterrichten zu wollen.


    Meine wissen, dass ich ueber Konsequenzen nicht in der Stunde diskutiere. Sie koennen mich in der Pause ansprechen und ihre Situation erklaeren, wenn sie denken, die Strafe ist ungerecht (entweder stimm ich ihnen zu,...oder eben nicht; auch Lehrer verstehen mal was falsch). Die meisten Konsequenzen sind ihnen aber sowieso klar, und da braucht man nicht diskutieren. So war eine Unterhaltung in meiner Klasse diese Woche:
    Ich: "Right, I want this done properly and NEATLY. What happens, if it's not neat and I'm not happy?"
    J.: "You take out the page..."
    Ich: "Yeah,...and then?"
    C.: "We have to start again."
    Ich: "And then?"
    H: "Then it's bye, bye lunchtime." :D:rolleyes:

  • Mich würde auch interessieren, was denn das für Dinge sind, die du so häufig mit Einzelschülern abklärst? Vieles lässt sich ja im Plenum klären, Mitschüler können erklären, wiederholen (Arbeitsaufträge z.B.), viele Fragen können an die Klasse zurückgegeben werden.


    Einige S. sagen bei fast jeder Aufgabe, sie würden diese nicht verstehen. Ich denke, das liegt oft daran, dass sie zu wenig lesen. Vielleicht sollte ich da nochmals drauf hinweisen in der nächsten Stunde. Manche S. kommen auch des öffteren an, weil sie irgendwelchen Ausschlag bekommen, sie weiß ich was für Krankheiten haben sollen (kann ich ja nicht wissen, was stimmt und was nicht) oder sonst welche Schmerzen haben. Dann gibt es gewisse Jungen, bei denen ständig Streit um sonst was ausbricht. Die KL sagte mir auch, sie hätte noch nie eine solche Klasse gehabt, in der es so viel Streit gibt wie in dieser. Ich kann ja diese Dinge schlecht alle im Plenum besprechen. Dann ist die Stunde um und die Aufgabe nicht fertig.

    bei Partnerarbeit musst du davon ausgehen, dass es ein bisschen lauter wird. Du gibst genau die Aufgabenstellungen vor und die Arbeitsbedingungen so wie Hilfsmittel, Zeitdauer usw. Dann kann man im Plenum kurz (!) Fragen klären, anschließend geht es an die Partnerarbeit. Währenddessen gehst du rum und schuast, ob alle arbeiten. Fragen solltest du nicht sofort beantworten, vieles können sich die Schüler mit ein bisschen Nachdenken selbst beantworten.


    Sei mir nicht böse, für mich liest es sich ein bisschen so, als würdest du jede Unterrichtsphase sehr stark auf dich selbst als Vorturner fokussieren.


    Ich mache es eigentlich so wie du beschrieben hast. Fragen von Einzelnen beantworte ich nicht mit der Musterlösung sondern gebe Hinweise, was sie noch lesen sollten, um es zu ferstehen oder gebe einen Denkanstoß, damit sie in die richtige Richtung denken. Was heißt "Vorturner", dass ich zuviel frontal mache? Ich bin der Meinung, es ist besser oft zwischen Frontalunterricht und Arbeitsphasen zu wechseln, gerade bei Doppelstunden. Daher unterbreche ich auch oft Arbeitsphasen, wenn viele SuS die Aufgabe beendet haben, damit wir vorrankommen. Außerdem versuche ich auch immer, die SuS selber auf etwas kommen zu lassen (im Plenum) und nehme oft SuS dir sich nicht melden dran, damit sie merken, dass sie nicht unaufmerksam sein können.

    Zu den HA:
    Wie genau handhabst du das denn? Einmal nicht gemacht = Bericht an die Eltern?
    Bei mir gibt es Striche. Fürs ganze SCHULJAHR.
    Wer die HA vergessen hat, muss sie freilich nachmachen. Aber der Strich bleibt. Nachmachen sollte er/sie die HA, weil die ja Übung bedeuten. Ist schnell notiert, damit du selbst den Überbliock behältst.


    Ich schreibe mir jedes Mal auf, wer die HA nicht hat (Kreuze) und mache zum Zeugnis eine HA-Note, die in die Zeugnisnote einfließt. Bis jetzt habe ich es so gehandhabt, mir die HA freiwillig nachzeigen zu lassen und dann ein "halb-nicht-gemcht" (Kreuz in Klammern) aufzuschreiben. Aber ich will es nun anders machen und das Nachzeigen einfordern, sodass die alte HA zusätzlich zu der neuen HA zu machen ist und es dann auch in der 2., 3., 4., usw. Woch ein Kreuz für die selbe HA geben kann. Ich hoffe, dass die SuS verstehen, dass die HA wichtig für sie sind, wenn es ihre mündliche Note runterzieht. Vielleicht gebe ich der Klasse auch noch Mal ihre Quartalsnoten nach den Ferien, die bei den meisten schlechter sind als die Zeugnisnote, um sie zu motivieren (Tatsächlich sind v.a. die SuS mit schlechten Zeugnis-Noten motivierter und bei mir war das auch immer so.).
    Die Elternnachricht habe ich in Abstimmung mit der Klassenlehrerin verteilt, weil diese SuS die gleiche HA zwei Mal nicht gemacht hatten; auch um ein Zeichen zu setzen, dass es nicht OK ist, dass 15 SuS keine HA haben. Natürlich hat es dabei auch zuverlässigere SuS getroffen, aber zwei Mal die selbe HA noch nicht mal zu probieren, ist ja auch kein Zeichen von Zuverlässigkeit und Anstrengung. Diese Zettel habe ich auch erst da kennen gelernt. Ich muss die Regeln und Formulare der Schule ja auch erst Mal selber kennenlernen und bin nicht oft in der Schule. Ich habe das Gefühl, dass diese Klasse es immer verucht, Regeln falsch auszulegen oder auszutesten, was sie sich bei mir erlauben können. Daher denke ich, es ist richtig, eine harte Linie zu fahren, damit das besser wird.

    sich unterhalten, waehrend man Aufgaben in Partnerarbeit erledigt


    Das habe ich auch nicht bestritten, dass man sich bei einer Partnerarbeit unterhalten muss. Aber das sollte im Flüsterton, also so dass es nur der Nachbar hören kann, passieren. Aber wenn ein anderer Spricht (Plenum) oder die SuS eine Einzelarbeit erledigen sollen, muss es doch still sein.


  • Einige S. sagen bei fast jeder Aufgabe, sie würden diese nicht verstehen. Ich denke, das liegt oft daran, dass sie zu wenig lesen. Vielleicht sollte ich da nochmals drauf hinweisen in der nächsten Stunde.


    Da verweist man an den Banknachbarn, der nochmal erklaeren kann. Ansonsten ist es in dem Alter ziemlich normal, dass sie nicht richtig lesen oder zu wenig lesen (die meisten Schueler sind dabei einfach faul...). Sowas braucht Uebung und gezieltes Training. :D Allerdings geh ich generell Aufgabenstellungen als Klasse durch, frage nochmal nach, ob sie alles verstanden haben und lasse ggf. Schueler nochmal wiederholen.


    Manche S. kommen auch des öffteren an, weil sie irgendwelchen Ausschlag bekommen, sie weiß ich was für Krankheiten haben sollen (kann ich ja nicht wissen, was stimmt und was nicht) oder sonst welche Schmerzen haben.


    Wie reagierst du denn darauf?


    Dann gibt es gewisse Jungen, bei denen ständig Streit um sonst was ausbricht. Die KL sagte mir auch, sie hätte noch nie eine solche Klasse gehabt, in der es so viel Streit gibt wie in dieser.


    Nochmal, wie reagierst du darauf?


    oder die SuS eine Einzelarbeit erledigen sollen, muss es doch still sein.


    Wie gesagt, ich hab was gegen stille Klassen. Meine werden von alleine still, wenn es noetig ist. Wir machen nicht besonders oft Einzelarbeiten, bei denen Stille noetig waere. :X:

  • Dejana:
    Bei dem Punkt, ob Stille nun ein wünschenswerter Zustand in einer Klasse ist, kommen wir wohl nicht auf einen Nenner, aber da wird es hier im Forum sicher viele mit unterschiedlichen Ansichten zu dem Thema geben.


    Auf die Schmerzen, Ausschlag usw. reagiere ich so, dass ich mir das ansehe, ggf. andere SuS frage, ob das stimmt (Ich kann ja nicht bei jedem Kind wissen, welche Krankheit es hat und will auch nicht, dass jem. was ernstes hat und ich nichts mache.) und entscheide dann, ob das Kind raus darf oder es weiterarbeiten soll, weil es nicht so schlimm ist.


    Auf die Streitsituationen reagiere ich, in dem ich die SuS ihre Meinung sagen lasse (Aber nicht zu lange, weil es sonst wieder die ganze Stunde dauert.). Manche bestelle ich auch nach der Stunde zu mir um ihnen klar zu machen, was sie falsch gemacht haben und hoffe, dass sie das ernsthaft einsehen und besser machen. Natürlich sage ich ihnen auch immer wieder, dass es falsch ist den anderen zu schlagen oder zu beleidigen, EGAL was er vorher gemacht hat und dass sie sich so nur gegenseitig hochschaukeln. Aber sie fühlen sich immer ungerecht behandelt.
    Letztens hat ein S. einen anderen auf sein operiertes Ohr geschlagen. Ich habe dann natürlch versucht, dem S. klar zu machen, dass es falsch war und dass er sich entschuldigen muss. Er hat das aber damit begründet, dass der andere angfagen habe und er sich nicht entschudigen würde. Ab dem Zeitpunkt war die Stunde gelaufen, papier wurde geworfen und die Aufgaben nicht gemacht. Ich habe gefordert, dass sie es in der Müll werfen, sie haben damit angefangen. Dann bin ich nicht daneben stehen gebliben, weil in der anderen Ecke der Klasse ein S. den anderen gehauen hat und ich dahin musste. Dann flog irgendwann wieder das Papier usw. Ich habe dann erst gsagt, dass ich die Aufgabe einsammel und benote und später an die Papierwerfer Zettel an die Eltern verteilt. Da hieß es wieder ein anderer hätte viel mehr gemacht und der sei ungestraft davon gekommen. Konnte ich nicht sehen... Die Krönung war dann noch, dass ich bei den eingesammelten Heftern einen Zettel gefunden habe, auf dem sich ein S. darüber freut, dass der andere mal eins aufs Ohr bekommen hat und geheult hat. Den hab ich mir beim nächsten mal dran genommen. Es ist ja nicht so, als würde ich die SuS nicht ermahnen und mit ihnen (einzeln) über ihre Fehler sprechen, aber es ist ein solches Konflicktpotential in der Klasse und die Kinder kennen keine Regeln. Letztens hab ich einen Vater angerufen, weil der Sohn als sein Fehlverhalten aufgeschrieben hat, dass er sich neben einen anderen gesetzt hat, der ALLES Schuld war, der mir sagte: "Ich habe das so nebenbei unterschrieben und gehofft, dass sie anrufen. Ich weiß auch nicht, was ich mit meinem Kind machen soll." Da steh ich mit meiner keinen Erfahrung natürlich zimlich auf dem Schlauch und eigentlich bin ich ja auch nur der Fachlehrer. Natürlich informiere ich die KL immer über alles. Ich kam mir nach dem recht langen Gespräch aber besser vor, als vorher. Das muss ich zugeben.
    Ok, das waren jetzt viele Problemschilderungen und wie ich reagiert habe. Ich habe mir für nach den Ferien vorgenommen, alles noch genauer nachzuprüfen und schneller mit Konsequenzen zu sein. Außerdem will ich mir noch mehr Mühe geben, den Unterricht so zu gestallten, dass es erst gar nicht zu so vielen Problemen kommen kann. Ich werde auch veruchen, Probleme im Einzelgespräch zu klären, um das ständige Reingerufe der anderen und, dass ich abgelenkt bin, zu vermeiden. Vielleicht haben die Formulare an die Eltern ja auch schon etwas bewirkt. Fehlt noch etwas wichtiges?


  • Bei dem Punkt, ob Stille nun ein wünschenswerter Zustand in einer Klasse ist, kommen wir wohl nicht auf einen Nenner.


    Wahrscheinlich nicht. Ich bin aber auch nicht an ner Sekundarschule...


    Auf die Schmerzen, Ausschlag usw. reagiere ich so, dass ich mir das ansehe, ggf. andere SuS frage, ob das stimmt (Ich kann ja nicht bei jedem Kind wissen, welche Krankheit es hat und will auch nicht, dass jem. was ernstes hat und ich nichts mache.) und entscheide dann, ob das Kind raus darf oder es weiterarbeiten soll, weil es nicht so schlimm ist.


    Gibt's bei euch keinen Krankenraum/Sekretariat, die fuer sowas zustaendig sind? Wenn Schueler meiner Klasse krankheitsbedingte Probleme haben, lasse ich das Fachlehrer wissen. Die Frage bei uns ist meist: "Hilft da ein Eisbeutel?" Wenn ja, holen sie einen und kommen dann wieder...wenn nein, bleiben sie im Raum. Wenn's ihnen wirklich ganz furchtbar geht, schick ich sie nach der Stunde zu ihrem KL, damit er/sie entscheiden kann.


    Letztens hat ein S. einen anderen auf sein operiertes Ohr geschlagen. Ich habe dann natürlch versucht, dem S. klar zu machen, dass es falsch war und dass er sich entschuldigen muss. Er hat das aber damit begründet, dass der andere angfagen habe und er sich nicht entschudigen würde. Ab dem Zeitpunkt war die Stunde gelaufen, papier wurde geworfen und die Aufgaben nicht gemacht. Ich habe gefordert, dass sie es in der Müll werfen, sie haben damit angefangen. Dann bin ich nicht daneben stehen gebliben, weil in der anderen Ecke der Klasse ein S. den anderen gehauen hat und ich dahin musste. Dann flog irgendwann wieder das Papier usw. Ich habe dann erst gsagt, dass ich die Aufgabe einsammel und benote und später an die Papierwerfer Zettel an die Eltern verteilt. Da hieß es wieder ein anderer hätte viel mehr gemacht und der sei ungestraft davon gekommen. Konnte ich nicht sehen...


    Du versuchst sowas im Klassenraum vor der gesamten Klasse zu regeln? Ach herrje...Mal abgesehen davon, dass dieser Vorfall bei uns automatisch zum Stundenausschluss und Verweis an den Stufenleiter gefuehrt haette, macht man sowas doch nicht, waehrend der Stunde. Ich wuerde "hauen" in meinem Klassenraum nicht erlauben, denn meine Schueler wissen genau, dass sie fuer Pruegeleien auf dem Schulhof schon ne Woche Nachsitzen kassieren. Pruegeleien im Klassenraum sind vollkommen unangemessen. Da wird nicht diskutiert und da gibt's auch keine lahmen Ausreden. (Unsere Sekundarschueler bekommen fuer jegliche koerperliche Angriffe automatisch einen Tag Unterrichtsausschluss.) Sie duerfen mir erklaeren, wie es zu einem Vorfall gekommen ist...die Konsequenzen bleiben aber die gleichen. Das wissen sie und da fuehlt sich auch keiner ungerecht behandelt.


    Gibt's ne Moeglichkeit streitende Schueler kurzzeitig woanders zu "parken" (vor der Tuer/Nebenraum/etc.). Dann stellt man sicher, dass der Rest der Klasse versorgt ist und unterhaelt sich dann mit den Nervensaegen abseits des Publikums. Wenn das nicht geht, diskutiert man das nach der Stunde. Bei mir geht's meist so:
    1.) Warnung geben. So wird sich nicht benommen. Entweder lassen sie den Unsinn, oder sie leben mit den Konsequenzen.
    2.) Schueler auseinander setzen.
    3.) Raus und Gespraech unter vier/sechs Augen.
    4.) Stundenausschluss und Eintrag in "Behaviour Log"
    5.) Verweis an Stufenleiter -> Meldung an Schulleitung und Eltern, Eintrag in Schulakte

    • Offizieller Beitrag

    ich habe den Eindruck, Suiram, du bist so gutmütig, dass die Schüler dich und deine scheinbare Hilfsbereitschaft ausnutzen.
    Schick die angeblich kranken ins Sekretariat, und wenn insgesamt die Klasse nicht arbeiten will, könntest du mit Schreiben anfangen:
    diktiere ihnen Aufgaben, Zusammenfassungen, das, was eigentlich ein Tafelanschrieb wäre. Lass sie möglichst viel schriftlich tun, in EA.
    Schreiben hält ruhig.


    Und versuche, solche privaten Kinkerlitzchen nicht IN der Stunde zu klären. Damit lässt du dich nur instrumentalisieren.


    Ich hatte mal eine sehr wilde 7.Klasse. Die waren durchaus pfiffig, aber laut (besonders die Mädchen kreischten auch auf dem Pausenhof ständig) ujnd unkonzentriert. Sehr schnell ablenkbar.
    Durch ständigen Methodenwechsel, viel viel Schreiberei, unentwegte Kontrollen nicht nur der HA, sondern auch der Lernschritte, durch die Maßnahme growing homework, dazu ganz konsequentes Durchgreifen beim Unterschleif, jede Woche Elterngespräche und wiederum Belohnungen, wenn der Tages-Stoff geschafft worden war, wurde die Situation im Laufe der Wochen besser.
    Persönliche Streitereien würge ich sofort ab: "Das tut jetzt nichts zur Sache, ihr könnt NACH der Stunde kommen". Meist hatte es sich bis dahin eh erledigt, weil sie ihre Pause nicht kürzen wollten, bzw. weil der Unterricht eh weiter ging und ich ihnen kein Publikum bot. ;)


    Vielleicht kannst du mal einen Kollegen mit in die Klasse nehmen zur Hospitation, damit du ein konkretes Feedback erhältst?

  • Ich habe das mit dem S., der geschlagen hat, nicht vor der Klasse geklärt, sondern bin mit ihm vor die Tür gegangen. Aber in der Zeit ist in der Klasse wieder etwas gewesen (Ich weiß gar nicht mehr genau was.), auf jeden Fall hat mich wieder jemand etwas gefragt usw. Ich habe dann irgendwie gedacht, das wäre besser jetzt mit dem unterricht weiter zu machen (Die Pause von eig. 5 min dauerte schon 20 min). Das ist ja auch passiert, weil ich mal nicht geguckt habe, was in der Klasse passiert, sondern was aufgeschrieben habe, sonst hätte das vllt. vorher unterbinden können. Ich will die Klasse nicht gerne alleine lassen. Durch die anschließende Papierwerferei, in die auch die beiden S. verwickelt waren, habe ich das mit dem Schlagen dann verdrängt. Das war sicher die falsche Umgehensweise. Vielleicht hätte ich den S. nach der Stunde zu mir bestellen sollen oder ihn zur Schulleitung bringen sollen.


    Das mit dem Schreiben ist sicher eine gute Idee. Ich lasse die SuS in allen Klassen viel schreiben, meist schreibe ich es aber an die Tafel oder auf dem Projektor. Das mit dem Diktieren wird die Konzentration erhöhen. Das Problem mit dem Schreiben in Einzelarbeit ist, dass sie dabei ja immer irgendwas haben, entweder können sie es nicht oder sie haben andere Nöte, die sie mir oder der Klasse mitteilen müssen. Ich kann natürlich mal versuchen, die ganze Sache so zu machen, dass ich die Aufgabe durchspreche und dann keine Hilfe mehr zulasse und ankündige es am Ende einzusammeln.


    Mit "rauslassen" meinte ich, dass sie sich dann im Sekreteriat einen Kühlbeuten holen können.


    Ich habe heute die Zwischennoten für jeden mit Einzelnoten für mündlich sowie Hefter + HA aufgeschrieben. Letztes Halbjahr hatten die SuS danach gefragt, weil ihre alte Lehrerin die Noten wohl immer hat einsehen lassen oder gesagt hat. Jetzt hoffe ich, dass sie das Motiviert, wenn sie z.B. sehen, dass aus ihrer 2- wegen der HA eine 3+ wird.


    Ich werde jetzt erst mal neue Regeln wie ich verfahre, wenn etwas passiert, für mich selber überlegen und nach den Ferien umsetzen. Vielleicht fehlte mir auch so ein Plan im Hinterkopf und ich habe zu spontan gehandelt. Man muss in der Klasse ja recht schnell Entscheidungen treffen. Wenn es dann nicht besser wird, wende ich mich an Kollegen. Obwohl ich von anderen, die in dieser Klasse unterrichten auch höre, dass sie es schwer aushalten und sowas noch nicht erlebt habe. Das ist natürlich ungünstig für den Anfang, aber so hat sich das beim Vertretungsbedarf ergeben.

  • Heute war ich mal wieder in der Klasse und habe mir vorher überlegt, wie ich auf einzelne Störfälle eingehe und festgelegt jetzt immer wenn ein S. die HA drei mal (ob die gleiche oder eine andere) vergessen hat ein Formular an die Eltern zu geben. Insgesamt hat es heute gut geklappt, sodass ich zufrieden bin. Ich habe der Klasse auch die Zwischennoten gegeben und hoffe, dass sich das positiv auf ihre Bereitschaft zum HA machen auswirkt.
    Das einzig unschöne waren drei Kinder, die die HA-Vergessen-Formullare von vor den Ferien nicht mit hatten und zwei Kinder, deren Eltern mir einen Brief geschrieben hatten, dass sie das nicht einsehen, weil die HA angeblich zu viel bzw. zu schwer war und ich das nicht erklärt hätte. Ich bin der Meinung, dass die SuS eine Aufgabe, speziell diese Aufgaben (z.B. Temperaturen aus einem Thermometer ablesen und in eine Tebelle schreiben.), aus dem Schulbuch lösen können müssen und die Aufgabe jedem einzeln zu erklären ist zeitlich ja wohl nicht drin. Wir besprechen die Aufgaben ja zusammen und jeder soll das hingeschrieben haben, was er vermutet bzw. versuchen die Aufgaben zu lösen. Die Parallelklasse hatte damit so gut wie keine Probleme. Eine diser Schülerinnen sagte mir auch, ihr Vater sei Erdkundelehrer und hätte die Aufgabe (5. Klasse) nicht verstanden. Entweder er muss einem Leid tun oder, was ich eher vermute, dass die SuS andere Informationen an mich, aber auch an ihre Eltern geben, die ihnen dann aber leider glauben und die SuS größtenteils zu faul sind, sich mit HA zu beschäftigen und sich mal hinzusetzen und nachzudenken. Bald ist Elternsprechtag (natürlich auch mein erster) und dann werde ich diese Eltern mit den ungerecht behandelten Kindern bestimmt vor der Tür stehen haben. Ist meine Argumentation so schlüssig oder sollte ich das anders begründen bzw. kann mir noch jem. mit mehr Erfahrung einen Rat zu dem Elterngespräch geben.
    Das einzige was ich einräumen würde, ist, dass ich viel aufgebe. Ich versuche jede Woche eine kurze HA zu gaben. Jedoch ist die Klasse oft so langsam gewesen, dass ich die HA verlängert habe, um im Stoff weiterzukommen. Außerdem ist auch viel Unterricht ausgefallen. Die Klasse war es von der alten Lehrerin gewöhnt, nie etwas auf zu bekommen und nun sollen sie jede Woche etwas machen. Vielleicht ist die Umstellung zu groß. Wie handhabt ihr das denn mit dem Umfang der HA (insbesondere in Nebenfächern, die nur einmal die Woche sind) in der 5. Klasse? Bin ich da zu anspruchsvoll oder ist das in Ordnung?

  • Meine positive Stimmung der letzten Woche hat sich wieder verflogen. Ich habe mit der beschriebenen Klasse eine Stationenarbeit gemacht, weil ich dachte, daran hätten sie mehr Spaß. Im Endeffekt kam es dann so, dass viele Kinder nicht zusammen arbeiten wollten und wegen jeder Kleinigkeit streit hatten (Der arbeitet nicht... die macht nur quatsch... der will nicht mit mir zusammen arbeiten... usw.) oder mich alle 5 min gefragt haben, wie das geht, anstatt sich in der Gruppe auszutauschen. Um diese Stationenarbeit, die in der Parallelklasse mal wieder gut läuft, fertig zu machen, brauche ich mit der Klasse mindestesn eine oder sogar zwei Doppelstunden. Ich frage mich jetzt, ob das Sinn macht, so weiterzuarbeiten oder ob ich das lieber abbrechen soll und in der Klasse wieder "normalen" Unterricht machen soll, bzw. wenn ich mit der Stationenarbeit weitermache, was ich dann ändern kann, um das ständige Streiten, Petzen und Nachfragen zu unterbinden. Achso: Ich habe deutlich gesagt, dass ich die Ergebnisse einsammeln und benoten werde. An mangelndem Leistungsdruck kann es also auch nicht liegen. Vielleicht ist diese Klasse einfach nicht für Gruppenarbeit bereit. Was für Erfahrungen oder Tipps habt ihr?

  • Vielleicht haben sie Stationen lernen noch nicht gemacht und kennen es nicht.


    Sie sagten mir, in der Grundschule hätten sie das bereits gemacht.

  • Das abschließen von Methoden- und Unterrichtseinheiten bedeutet nicht, dass es ab da gelernt ist. Gerade Methoden müssen immer wieder geübt werden, gerade auch denn, wenn der
    soziale Kontext (neue Mitschüler) sich geändert hat.

  • Hallo Suiram,


    dass Stationenlernen manchmal nicht sofort fuktioniert, ist normal. Und dass die Kleinen noch stark auf dich fixiert sind und nicht mit den anderen kooperieren, ist auch völlig normal, weil sie es nicht aus deinem Unterricht kennen oder du es nicht konsequent durchziehst.
    Als Fachlehrer hat man da immer Probleme, weil man einfach zu selten in der Klasse ist. Besser ist es vielleicht dann, statt fester Stationen eine kleine Lerntheke mit nur wenigen Aufträge zu erstellen und eine begrenzte Auswahl an Wahlaufgaben - neben den Pflichtaufgaben - anzubieten.
    Enorm wichtig ist aber auch, dass die Arbeitsaufträge kurz und eindeutig formuliert sein müssen. Und das ist oftmals gar nicht mal so einfach, das ist einer der häufigsten Fehler, die man als Lehrer überhaupt macht.
    Weiterhin gilt, dass du dich von dem Gedanken lösen solltest, unbedingt den Stoff durchziehen zu wollen. Geh das lieber etwas entspannter an, wichtiger ist erstmal, dass die SuS bei dir an den Punkt kommen, lernbereit und aufnahmefähig zu sein. Zeige ihnen ganz klar, was du fachlich erwartest, indem du beispielsweise ein Plakat an die Wand hängst, auf denen die wichtigsten Stichworte der Reihe gesammelt sind.
    Zu Beginn jeder Stunde lässt du sie dazu Stellung nehmen. Im Verlauf der Stunde kommen weitere Begriffe dazu, sobald sie erarbeitet wurden.
    Auch wenn es vielleicht langweilig klingt, würde ich also erst einmal zu viel Transparenz und stur ritualisierten Abläufen raten. Entscheide dich für ein Konzept und ziehe es dann durch. Wenn du häufig etwas veränderst, wird immer Unruhe entstehen, weil die SuS dann häufig nicht begreifen, was du überhaupt von ihnen willst.


    Und grundsätzlich gilt: Methoden sind nicht dazu da, dass die Schüler Spaß daran haben. Die meisten Schüler finden es sehr viel angenehmer, ein Wachschläfchen zu halten, wenn der Lehrer vorne an der Tafel etwas erzählt.
    Methoden wie Stationenlernen, Lerntheke, Wochenplan etc. sind sogar oft sehr anstrengend für Schüler, weil sie hier nicht nur ihr Fachwissen einbringen müssen, sondern auch selbstständig und kooperativ arbeiten müssen. Und auch das muss vom Lehrer bewertet werden, am besten so, dass es die SuS sofort mitkriegen.


    LG


    Edda

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