Mehrarbeit von Lehrern belegt

  • Irgendwo wird aber die Rechnung für den Liter Toluol oder den Liter Schwefelsäure, den Du dafür sinnloserweise verbraten hast, wieder auftauchen, oder? Irgendjemand bezahlt das, egal wer.


    Dafür gibt es selbstverständlich einen "Etat" für Verbrauchsmaterial von einigen hundert Euro pro Jahr. Dummerweise gehören da auch die unbedingt notwendigen Chemikalien für Schüler- und Lehrerexperimente mit hinein. Da ein guter deutscher Pädagoge selbstverständlich nicht auf Kosten der Schüler spart, wird Reinigungsmaterial oft auf dem kleinen Dienstweg, d.h. privat bezahlt. "Bildungsrepublik Deutschland" halt.


    Gruß !


    ps: Bin kein Chemiker, bekomme das aber so mit.

    Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

  • Da ein guter deutscher Pädagoge selbstverständlich nicht auf Kosten der Schüler spart, wird Reinigungsmaterial oft auf dem kleinen Dienstweg, d.h. privat bezahlt. "Bildungsrepublik Deutschland" halt.

    Hinzu kommt, dass der übliche Lieferant der Chemiker ******* keine Spülmaschinentabs im Sortiment hat und man die Flasche Spüli dort nur für den stolzen Preis von 5,49 zzgl. MWSt beziehen kann. Und nun versuch mal was im örtlichen Einzelhandel zu beziehen...

  • Dafür gibt es selbstverständlich einen "Etat" für Verbrauchsmaterial von einigen hundert Euro pro Jahr. Dummerweise gehören da auch die unbedingt notwendigen Chemikalien für Schüler- und Lehrerexperimente mit hinein.

    Ja, den Etat haben wir selbstverständlich auch. Ich lass es jetzt einfach bleiben. Es geht an der Stelle doch überhaupt nicht um "Reinigungsmaterial" sondern um Chemikalien. Schwefelsäure zum Reinigen von Reagenzgläsern findest Du sicher nicht bei REWE. Mein Verdacht erhärtet sich zunehmends - ihr macht euch das Leben selbst unnötig schwer.



    Hinzu kommt, dass der übliche Lieferant der Chemiker ******* keine Spülmaschinentabs im Sortiment hat und man die Flasche Spüli dort nur für den stolzen Preis von 5,49 zzgl. MWSt beziehen kann. Und nun versuch mal was im örtlichen Einzelhandel zu beziehen...

    Gleiche Kategorie. Es wird allmählich lächerlich. Ich habe 12 Jahre an einer DEUTSCHEN Uni hinter mir, ich bin nicht ganz von Dummersdorf, was den Betrieb im deutschen ÖD betrifft. Wenn Du ernsthaft denkst, dass diese eine Spülmaschine nur genau dieses eine Spülmittel verträgt und es nicht möglich ist, das woanders zu kaufen, dann würde ich Dir mal ganz frech das Prädikat "nicht überlebensfähig im Alltagsdschungel" ausstellen.

  • Und woher kommt der Beamer ins Klassenzimmer?

    Hmm ja ... Gegenfrage: woher kommen unser UV/Vis-Spektrometer und unser Gaschromatograph? Sie kommen geschenkt von der Novartis. Man kenne die Quellen um Luxus für umme zu organisieren, dann ist auch mehr Geld für Obligatorischen übrig. Hab ich an der Uni im schönen Heidelberg auch schon so gemacht. Gerät schnorren, mehr Geld übrig.

  • Lieber Wollsocken,
    deine Vorschläge sind ja durchaus interessant, jedoch in den meisten Schulen so nicht umsetzbar.
    Gründe:
    Du unterrichtest an einer Schule, an der - wie du schreibst - 6 Chemiekollegen unterrichten. Die Schule scheint wohl recht groß zu sein. Die meisten Schulen in Deutschland sind froh, wenn dort überhaupt ein Kollege für das Fach Chemie gewonnen werden konnte. An Haupt- und Realschulen wird das Fach oft fachfremd unterrichtet. Die Verhältnisse deiner Schule sind recht exotisch und daher als 'Blaupause' untauglich.
    Du unterrichtest an einer Schule, deren Umfeld von Chemiefirmen geprägt ist die euch wohlwollend unterstützen - bzw. als Abnehmer der Schüler direkt oder indirekt Einfluss auf die Ausstattung der Schule nehmen.
    Du unterrichtest in der Schweiz.

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

  • Ich kenne es aus meiner eigenen Schulzeit ja auch nicht, dass wir mal selbst irgendwas Praktisches in Biologie oder Chemie gemacht hätten. Ist zwar schade, aber da würde ich als Lehrer-Individuum bzw. eben als ganze Schule zuerst schneiden. Selbiges gilt für Demoexperimente im Unterricht. Es gibt heutzutage so viele sehr gut gemachte Clips bei youtube, die man sich alle zu Hause runterladen und dann im Unterricht zeigen kann.


    Mal zusammengefasst: wenn Du zeitlich die Arbeit nicht mehr schaffst, ist es für dich wichtiger, dass Klassenfahrten stattfinden, und bist auch bereit dafür deine Unterrichtsvorbereitung auf das absolute Minimum zu reduzieren (denn mal eben einen Youtube-Clip zu zeigen, in dem jemand ein Experiment runterspult ist meilenweit davon entfernt ein entsprechendes Experiment mit Variationsmöglichkeiten, offener Diskussion und möglichem Eingehen auf Schülerideen im Unterricht zu zeigen und erst recht vom Schülerversuch).


    Diese Haltung ist für mich bezeichnend, für dass was in den letzten 20 Jahren in der Schule schief gelaufen ist: das "Bonusangebot" mit möglichst großer Außenwirkung ist immer mehr aufgeblasen worden, hauptsache man kann genug Fahrten, Projekte und weiß der Geier was auf die Homepage schreiben und ist möglichst oft in der Zeitung. Ordentlicher Unterricht ist da völlig nebensächlich.


    Das wir in Niedersachsen an den Gymnasien die Fahrten ausgesetzt haben, war die beste Entscheidung, die in meiner Personalratszeit getroffen wurde. Nicht weil ich keine Fahrten möchte, ich wünsche mir auch, dass möglichst schnell Änderungen an der Arbeitsbelastung eintreten und die Fahrten wieder stattfinden können. Sondern weil wir zum ersten mal ein Mittel gefunden haben, was offenbar tatsächlich eine Wirkung hat und für Nervösität in den verantwortlichen Kreisen sorgt, die ansonsten reichlich Übung darin haben das ewige Gejammer aus den Lehrerzimmern zu ignorieren.

    • Offizieller Beitrag

    Das wir in Niedersachsen an den Gymnasien die Fahrten ausgesetzt haben, war die beste Entscheidung, die in meiner Personalratszeit getroffen wurde.


    Echt? Flächendeckend im ganzen Land? Das ist ja spannend! Wusste ich ja gar nicht! Wie kam das und wie war die Reaktion der Eltern?


  • Echt? Flächendeckend im ganzen Land? Das ist ja spannend! Wusste ich ja gar nicht! Wie kam das und wie war die Reaktion der Eltern?


    An den Gymnasien (als Reaktion auf die letzte Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung) und das ziemlich flächendeckend, sonst funktioniert es auch nicht. Nach meinem Kenntnisstand haben in etwa 80% der Gymnasien in Niedersachsen die Kollegien entsprechende Aussetzungen beschlossen. Die Reaktion der Eltern war erwartungsgemäß - 10 % "Lehrer sind eh faule Säcke", 10% "Das war überfällig" (in der Regel selber Lehrer oder mit einem verheiratet) und der Rest irgendwo dazwischen. Am Anfang hatten wir viele Diskussionen und Infomationsveranstaltungen, Einbrüche bei den Anmeldezahlen sind aber ausgeblieben.

  • Hat aber keinen Effekt beim Kultusministerium gehabt, oder?


    Würd ich so nicht sagen. Natürlich ist die Erhöhung nicht zurückgenommen worden aber das war wohl auch nicht zu erwarten. Eine gewisse Hektik ist im KuMi im letzten Jahr allerdings schon zu verzeichen. Es wurden sinnfreie Kataloge mit angeblichen Entlastungen für die Lehrer herausgegeben, unser Ministerpräsident hat sich mehrmals in verschiedene Sachen eingemischt, die eigentlich in den Verantwortungsbereich unserer KuMi fallen (was deren "Standing" natürlich nicht gerade verbessert hat), etc. . Die übereilte Rückkehr zu G9 ist auch in diesem Zusammenhang zu sehen.
    Insgesamt brennt in Niedersachsen derzeit ziemlich die Luft in Sachen Schulpolitik.

  • Wenn Du ernsthaft denkst, dass diese eine Spülmaschine nur genau dieses eine Spülmittel verträgt und es nicht möglich ist, das woanders zu kaufen, dann würde ich Dir mal ganz frech das Prädikat "nicht überlebensfähig im Alltagsdschungel" ausstellen.

    Och mir ist das schon klar. Nur dummerweise ist es in dem ganzen Wahnsinn kaum möglich einen Barkauf vom nächsten Supermarkt abzurechnen. Zudem -es lebe Deutschland- ist unklar wer dafür aufzukommen hat: Land oder Kreis.

    • Offizieller Beitrag

    Hmm ja ... Gegenfrage: woher kommen unser UV/Vis-Spektrometer und unser Gaschromatograph? Sie kommen geschenkt von der Novartis. Man kenne die Quellen um Luxus für umme zu organisieren, dann ist auch mehr Geld für Obligatorischen übrig. Hab ich an der Uni im schönen Heidelberg auch schon so gemacht. Gerät schnorren, mehr Geld übrig.


    So: die Schweiz ist nicht Deutschland und BaWü ist auch nicht NRW. Glaubst du wirklich, an die Geschenkidee hat keiner gedacht?
    Wir haben nicht genug CD-Player, es gibt Räume, wo es egal ist, weil die Steckdose nicht benutzbar ist und ich nicht an der anderen Ecke des Raums stehen möchte, der Ton an den wenigen Beamer-Anlagen funktioniert nicht ...
    Wenn sich mehrere Fremdsprachen-Fachschaften geschlossen seit Jahren danach fragen, ist es nicht genug für dich?
    Und sorry, aber ausserhslb von NaWi und Texhnik ist eh noch weniger zu holen.
    Ich hätte gerne Wörterbücher, die intakt aussehen und wo nicht darauf steht '2004! Neue Fassung', ich hätte gerne, dass ich das Lehrwerk häufiger als nach 8 (!!!) Jahren wechseln kann... Ich hätte gerne ...


    Chili

  • Je nach Rechenmodell wird eine Wochen-UE mit ca. 5/3 Wochenzeitstunde eines regulären AN angegeben. Ergibt also 5 Zeitstunden. Nun sagt man, dass für das spülen von Gläsern, dem Sortieren der Sammlung und dem Bereitstellen von Materialien A13 wohl etwas viel wäre.

    Im Bezug auf die Ausgabe von Schulbüchern in Hessen durch Lehrkräfte kann man genau diese Argumentationslinie auch in den jährlichen Berichten des Landesrechnungeshofes, ein Gremium vor dessen Einlassungen die (Bildungs)administration zittert, nachlesen. Und passiert ist: nichts.


    Die Dinge sind eben nicht so einfach, wie Wollsocken sich das an ihrem Schreibtisch in der Ferne der hochwohlgelobten Schweiz neben geschenktem Gerät und spülenden Assistenten so vorstellt.

    Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr. Marie Curie

  • Zum Thema Arbeitsbelastung mal ein nicht fiktives Beispiel:
    Ich habe eine Klassenleitung und eine Klasse mit ein paar sehr speziellen Kindern bzw besonderen Eltern.
    Das erste Elterngespräch in diesem Schuljahr hatte ich am ersten Schultag. Noch bevor ich Schüler gesehen habe.
    Mit der Sozialpädagogin spreche ich regelmäßig.
    Unsere Fachbereichsleitung hat festgestellt (zu Recht!!!) dass die Sammlungsräume der Naturwissenschaften dringend entrümpelt und aufgeräunt werden müssen. Das macht sich leider nicht von allein und einen Assistenten für sowas gibt es bei uns nicht.
    Wer macht das also? Genau, die Fachlehrer.
    Klar, theoretisch ist die Arbeitsstunde eines Fachlehrers sicher teurer als die eines Laboranten. Aber wir werden ja nicht extra bezahlt, sondern das gehört mit zur normalen Arbeit.
    Außerdem mussten neue Sachen bestellt werden. Da es für jede Naturwissenschaft einen Fachlehrer gibt, hat das also jeder Fachlehrer für sein Fach gemacht. Also, geguckt was gebraucht wird, Preise rausgesucht... (Wir werden übrigens auf vieles verzichten müssen...)
    Letzte Woche musste ich ein Kind abholen lassen, leider kam die Mutter zu spät. Mal eben einen halbe Stunde Mehrarbeit für nichts. Die kann ich weder jemandem in Rechnung stellen noch die Zeit einfach einsparen.
    Oh...und eigentlich muss ich noch ganz dringend die "schuleigenen Arbeitspläne" für mein Fach überarbeiten.
    Und einen Bericht für ein Kind mit vermutetem Förderbedarf schreiben. Und einen Bericht für ein Kind, dem die Klassenkonferenz droht.
    Ich komme da nur im Moment so schlecht zu. Ich unterrichte 4 Fächer fachfremd, das kostet etwas Vorbereitung.
    Nächste Woche ist Elternabend, bis dahin muss ich einen Plan zum Thema Klassenfahrt haben.


    Ich habe ein paar Freistunden im Stundenplan. Die Zeit zur Unterrichtsvorbereitung zu nutzen ist aber schwierig. Denn da müsste ich eine menge Zeug mit in die Schule nehmen, da ist aber kein Platz.
    Wobei ich da dieses Halbjahr echt Glück habe. Ohne Konferenzen und Elternabende bin ich nur 27 Stunden (echte Stunden) in der Schule. Das kann auch deutlich mehr sein.


    Noch was Interessantes: Bei uns gibt es eine Betreuung fürs Mittagessen und eine Betreuungszeit (eine Art große Mittagspause). Diese Zeit word nur zur Hälfte angerechnet. Also eine Unterrichtsstunde Betreuung gibt nur eine halbe Unterrichtsstunde, die man offiziell gearbeitet hat.


    Ich finde das gar nicht schlimm. Ich weiß nichtmal, wieviele Stunden pro Woche ich für die Schule aufwende. Oft sicher mehr, als ich müsste. Weil es genug Dinge gibt, die ich gerne tue. Oder nebenbei beim Fernsehen machen kann.


    Aber so zu tun, sei es quasi mit Erfüllung des Stundendeputats getan finde ich völlig daneben.

  • Die Dinge sind eben nicht so einfach, wie Wollsocken sich das an ihrem Schreibtisch in der Ferne der hochwohlgelobten Schweiz neben geschenktem Gerät und spülenden Assistenten so vorstellt.


    Nicht zuletzt ist das auch eine Frage des deutschen Verwaltungsrechtes. Schulen haben nicht "Geld" im eigentlichen Sinne, dass sie einfach so ausgeben können, und erst recht können sie nicht einfach so Personal anstellen. Schulen haben zweckgebundene Etats in geringem Umfang, aber Angestellte anheuern, die die viel teureren Lehrer von Routineaufgaben entlasten, geht nicht so ohne weiteres, auch, wenn es betriebswirtschaftlich sinnvoll wäre. Wenn Studiendirektor Runkelfuß Kopien für seinen Lateinunterricht braucht, dann stellt sich eben der Studiendirektor Runkelfuß an den Fotokopierer, auch wenn das der gleich dotierte Kriminaldirektor Prügelklopf seine Sekretärin erledigen lassen würde, weil er seine Zeit besser für Dinge in seinem Verantwortungsbereich aufwenden will, die nur er tun kann, was ja auch richtig so ist.


    Wir sind in Deutschland ja nicht so doof, dass wir solche Dinge nicht sähen. Deshalb haben wir ja die Finanzierungskrücke über die Fördervereine der Schulen, die als eigene Rechtspersonen auch Arbeitgeber sein können. An unserer Schule wird z.B. ein Bibliothekar über den Förderverein finanziert. Aber die Fördervereine finanzieren sich aus Spenden und aus eingeworbenen Sponsorengeldern. Es ist ganz bestimmt nicht so, dass der Schulträger heranspaziert käme und sagte: "ach, das ist ja viel günstiger, wenn wir euch einen Pedell finanzieren, dann könnt ihr Lehrer euch besser auf euern Unterricht vorbereiten. Hier, Förderverein, nimm diese dicken Geldbündel und mache was sinnvolles!" Die Kommune hat nämlich ihre Ausgaben und sieht es ganz bestimmt nicht als ihre Aufgabe an, das Land finanziell zu sponsorn - das würde das nämlich bedeuten, wenn durch Landesmittel bezahlte Lehrerarbeitskraft eingespart würde!


    Wenn man Ansätze zur Verbesserung der Schulsitiation sucht, muss man eben wissen, wie der öffentliche Dienst funktioniert. Deshalb sind die Dinge normalerweise nicht so einfach, wie sich das Stammtische bzw. die universitäre Didaktik bzw. junge und idealistische Kollegen so vorstellen. :)


    Nele

  • Zitat Wollsocken :

    Zitat

    Hmm ja ... Gegenfrage: woher kommen unser UV/Vis-Spektrometer und unser Gaschromatograph? Sie kommen geschenkt von der Novartis. Man kenne die Quellen um Luxus für umme zu organisieren, dann ist auch mehr Geld für Obligatorischen übrig. Hab ich an der Uni im schönen Heidelberg auch schon so gemacht. Gerät schnorren, mehr Geld übrig.

    Ach ja, was man immer so alles von der Wirtschaft geschenkt bekommt ! Und immer (!) ganz feine und tolle Sachen !


    Manche Firmen unserer Regionen zeigen sich hier durchaus "spendabel". Alle wollen immer die gute Sache unterstützen.


    Fazit : Unsere Schule nimmt von solchen o.g. "gutgemeinten" Geschenken immer mehr Abstand, weil wir erkannt haben, dass sich die ach so großzügigen Firmen auf diesem Wege einfach nur die Entsorgungskosten für ihren Sondermüll sparen wollen. Nicht nur die vor kurzem geschenkten Computer waren eine Lachnummer.-Noch Fragen, geehrte Wollsocken ? :thumbup:

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

  • Nicht zuletzt ist das auch eine Frage des deutschen Verwaltungsrechtes.

    Eben. Die Übernahme von Kosten zwischen sog. innerer und äußerer Schulverwaltung, d.h. zwischen Land und Schulträgern ist sogar in den Schulgesetzen festgeschrieben (vgl. z.B. das Hessische Schulgesetz ab § 151).


    Schulträger kommen ihren dort festgesetzten Pflichten zur Kostenübernahme aber nur teilweise nach und Schulleiter behelfen sich zähneknirschend mit den eigenen Leuten, wohl wissend, dass sie Schulträgeraufgaben übernehmen (wie z.B. Gläserspülen, Schulbuchausgabe etc.).


    Wer mal z.B. hier nachliest http://www.welt.de/politik/deu…tehen-vor-dem-Nichts.html kann sich denken, warum das manchmal so ist. Selbst im Geberland Hessen gibt es einen sog. kommunalen Schutzschirm für überschuldete Kommunen. Ganze zwei von 30 Schulträgern (Kommunen und Städte) sind in Hessen nicht überschuldet.


    Was das für die Erstattung von Sachkosten der Schulen heißt, kann sich ja jeder ausmalen.

    Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr. Marie Curie

    Einmal editiert, zuletzt von Maria Leticia ()

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