IQB - Viertklässler rechnen und lesen und rechnen schlechter (zeit.de)

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    • IQB - Viertklässler rechnen und lesen und rechnen schlechter (zeit.de)

      "Viertklässler lesen und rechnen schlechter

      Jahrelang haben sich die Leistungen deutscher Schüler verbessert. Nun dreht sich der Trend – in einigen Bundesländern sogar deutlich. Liegt es an den Migranten? "


      Zum Artikel: zeit.de/gesellschaft/schule/20…rend-leistungen-vergleich
    • Die Gründe können individuell die Kollegen von den Grundschulen wohl am besten erläutern.

      Ich weiß nur die Folge bei uns: Lehrplankommissionen sorgen für die Vereinfachung des Lehrplans, in dem Inhalte aufgenommen werden die man rezitieren kann, Inhalte die anspruchsvoll sind teilweise entfernt werden und man somit für weniger Stoff mehr Zeit hat. Ach, der Abschluss bleibt dabei derselbe.

      Und dann wundert man sich, dass viele Studenten abbrechen oder Vorkurse für Mathe an den Unis aus dem Boden schießen.
    • Ich denke nicht, dass es ausschließlich aufgrund der Schüler mit Migrationshintergrund zu einem derart schlechten Ergebnis kommt, wenngleich ein hoher Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund in einer Klasse (>50%) nachweislich auch nicht gerade förderlich für das Leistungsvermögen einer Klasse ist, weswegen ich Frau Wankas Vorschlag mit der Begrenzung des Anteils an Schülern mit Migrationshintergrund in Problemvierteln zur Steigerung einer optimalen Lernatmospähre nicht schlecht finde.

      Bayern und Sachsen sind natürlich im Gegensatz zu NRW und Berlin nicht gerade die klassischen Einwanderungsbundesländer in Deutschland, aber ich begründe ihren Erfolg in Bildungsevaluationen mit einer allgemein konservativen Haltung in Sachen Bildung - Befürwortung des mehrgliedrigen Schulsystems, geringe Abiturquoten, Skepsis gegenüber neuen pädagogischen Säuen im Dorf. Was verstärkend hinzu kommen könnte (das ist jedoch nur eine Vermutung und nicht statistisch verifiziert): Bayern und Sachsen sind klassische CDU/CSU-, NRW und Berlin klassische SPD-regierte Länder. Bayern und Sachsen sind eher ländlich geprägt, NRW und Berlin eher urban. Vor 50-60 Jahren galt die Landbevölkerung noch als etwas dümmlich und hinterwäldlerisch, während sie im Laufe der Zeit durch (positiven) Kontakt mit den Städten in Sachen Bildung aufholte. In den Städten wird hingegen die Schere zwischen Leistungsstärke und -schwäche stetig größer mit einer Ausbreitung der Bildungsunterschicht vor allem in den sogenannten Problemvierteln, deren Lebensbedingungen sich in den letzten Jahren verschlechteren (was zwangsläufig auch Auswirkungen auf die Bildung der betroffenen Bewohner hat) und die es in dem Maß in ländlicheren Regionen kaum bis nicht gibt.
    • Die Entwicklung in Hamburg dürfte kaum signifikant sein, dafür ist das Bundesland nicht groß genug. Da gibt es nur keine Verschlimmerung, weil es schon vorher furchtbar war. Bremen geht allerdings wirklich in Richtung Dritte Welt Bildung... 8|
      The price of freedom is eternal vigilance. (Leonard H. Courtney)
    • Beziehst du dich dabei auf die angegebenen Diagramme im Artikel? Wenn ja, dann hat sich doch in Sachen Hamburg gar nicht viel Positives getan: Im Lesen gibt es eine leichte Verbesserung, im Zuhören und in den mathematischen Fähigkeiten ist es gleich geblieben. Sachsen und Bayern sind trotz Verlusten noch deutlich vor Hamburg. Im Artikel steht, dass in Hamburg viele Programme geschaltet wurden, um den Negativtrend umzukehren und insbesondere Schüler aus bildungsfernen und nichtdeutschen Familien besser zu fördern. Ich würde mal behaupten, dass Sachsen und Bayern aufgrund demographischer Verhältnisse schon nicht die Notwendigkeit haben, entsprechende Programme einzuführen, da die Gefahr von Parallelgesellschaften durch mangelnde Bildung schlichtweg nicht so groß ist, da tut es ein allgemein konservatives Bildungssystem.
      Die Lesefähigkeit hat wenig mit Selektion im Grundschulalter bzw. mit Schule allgemein zu tun. Vielmehr hängt sie mit der Lesesozialisation innerhalb der Familie zusammen. Kinder, die von klein auf regelmäßig vorgelesen bekommen und in deren Familie eine allgemein positive Resonanz gegenüber Büchern und Bildung besteht, lernen im Schnitt besser und schneller Lesen. Natürlich gibt es auch Kinder, die in bildungsfernen Familien aufwachsen, aber in der Schule durch den Kontakt zu Bildung und Büchern aufblühen und das große Potential dahinter erkennen. Sie stellen jedoch in diesem Zusammenhang eher die Ausnahme dar. Wie es in Sachsen ist, kann ich nicht beurteilen, aber in Bayern haben die Noten einen hohen Stellenwert und das Gymnasium hat noch seinen ehrfürchtigen Ruf. Daher gilt in manchen Familien die Devise, dass sich in der 4. Klasse (diese wurde im Test untersucht) besonders angestrengt werden sollte, sodass die Lehrerin dem Schüler die Eignung für eine möglichst gute Schule (was auch immer in dem Zusammenhang "gut" heißt) bescheinigt.

      @Valerianus: In Bremen tritt alles in Bezug auf lernhemmende Bedingungen in besonderer Schwere auf: Laut Artikel hohe Migrationsanteile und Inklusionsquoten, außerdem laut einem aktuellen Bericht die höchste Flüchtlingsdichte. Bremen ist urban geprägt (das Bundesland Bremen besteht ausschließlich aus 2 Großstädten), eines der ärmeren Bundesländer, klassisch SPD-regiert; 57% eines Jahrgangs machen Abitur. Laut Bildungsmonitoring liegt Bremen auf Platz 15 - zwischen NRW und Berlin :stumm: . Bremerhaven-Lehe ist zwar nicht gerade Duisburg-Marxloh oder Köln-Kölnberg, aber das war es wohl auch schon.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Lehramtsstudent ()

    • Zumindest für NRW wundert mich das nicht - denn man vergleicht u.a. Äpfel mit Birnen :

      Bei uns in NRW wurde sukzessive das Einschulungsalter heruntergesetzt- nun muss jedes bis zum 30. September geborene Kind eingeschult werden - früher war Stichtag der 30.06. , somit sind die Kinder um 1/4 Jahr jünger geworden - und eine erste Klasse besteht nicht selten aus einem Teill Fünfjähriger. In der Uni habe ich damals gelernt, dass für das Matheverständnis mit 7 Jahren eine wichtige Entwicklungsstufe stattfindet - das kann ich aus der Praxis nur bestätigen.

      Dann kommt noch die Abschaffung der Schulkindergärten ins Spiel - entwicklungsverzögerte Kinder, z.B. Frühgeborene, langfristig erkrankte Kinder müssen aufgrund ihres Alters eingeschult werden - die Möglichkeit der Rückstellung kommt so gut wie gar nicht mehr vor. Alle Kinder werden nun während der Schuleingangsphase, die bis zu 3 Jahren dauern kann, im normalen Unterricht auf Fähigkeiten vorbereitet, die sie für die Schule eigentlich schon entwickelt haben sollten. Vergessen wird, dass diese Kinder oft auch einfach Zeit zum Spiel und zusätzliche Bewegung an der Luft benötigen - die kann ich aber den anderen Kindern nicht vermitteln - "warum darf Anna spielen und ich muss das Alphabet lernen?" , Klettern auf dem Schulhof geht nicht, also müssen auch die entwicklungsverzögerten Kinder schon 6 Stunden Unterricht täglich durchstehen.

      Denn zu dieser Veränderung passt nicht,dass z.B. meine Erstklässler aufgrund der Veränderung von Rahmenbedingungen vom zweiten Schultag an 6 Stunden Unterricht am Stück hatten - (durch Englischunterricht, Jahrgangsmischung, JEKI Unterricht, Sportunterricht, der durch Fachlehrer erteilt werden soll, ... ). Quantität heißt aber nicht unbedingt Qualität. Früher haben wir die Kinder jeden Tag drei Stunden bis zu den Herbstferien beschult, damit sich die Kinder langsam an die Schule gewöhnen konnten. Die Klasse wurde in den Randstunden geteilt, heute darf keine Stunde ausfallen ..... und auf die Kinder prasselt alles ein - 6 Lehrer, alle Fächer vom ersten Tag an. Für fitte Kinder natürlich kein Problem, aber die lernen überall unter allen Bedingungen....

      Ich glaube, dass man Kinder wieder mehr Zeit für ihre Entwicklung geben muss - und es muss wieder individuelle Lösungen geben. Wenn ein Kind Zeit braucht, bevor es in die Schule kommt, warum soll es die nicht bekommen? Außerdem denke ich, "back to the roots". Natürlich ist es schön, wenn Aufsatzerziehung, Entwicklung von Methodenkompetenz , Verbraucherschutz in die Eingangsstufe gepackt wird. Aber immer mehr Aufgaben in ein festes Zeitfenster zu legen, bedeutet automatisch, dass Zeit für das Legen von Grundlagen immer enger wird. Zumal ja noch Sonderaufgaben wie Inklusion , Jahrgangsmischung und DAZ in die Schule kommen. ...


      All das , was nicht richtig grundgelegt wird, wirkt sich dann auf die dritten /vierten Schuljahre aus - so dass mich diese Ergebnisse nicht verwundern.
      flippi

      flip
    • @Lehramtsstudent, was denn nun? dass Kinder, die vorgelesen bekommen besser lesen können ist eine Binsenweisheit, aber keine Antwort auf die Frage, warum denn nun in Sachsen und Bayern bessere Leistungen erbracht werden. Oder leben dort generell "bildungsnähere" Schichten? Huiuiui, dass sich kein(e) BremerIn hier meldet...
      Dass starke und frühe Selektion zu besseren Ergebnissen in Klasse 4 führen, erklärst du mit was? dass Eltern/ Grundschullehrer mehr Druck ausüben und die Kinder dann automatisch besser lesen können? Und weil in Bremen mehr Schüler Abitur machen (womit du wohl meinst, dass es leichter ist, dort das Abitur zu schaffen), können die Viertklässler schlechter lesen?
      Im Artikel wird ebenso gesagt, dass in Bayern lebende Kinder mit Migrationshintergrund teils bessere Ergebnisse erzielen, als seit Generationen in Bremen Lebende. Aber die SPD ist wahrscheinlich letztendlich an allem Schuld :sterne: Verworrene Theorien.
      Nur gut, dass wir in Sachsen bald einen AfD-Ministerpräsidenten haben, dann gehts nicht mehr weiter rechts und die Bildung wird noch fantastischer werden, als sie laut vieler toller Studien eh schon ist :sauer:
    • elefantenflip schrieb:

      Zumindest für NRW wundert mich das nicht - denn man vergleicht u.a. Äpfel mit Birnen :

      Bei uns in NRW wurde sukzessive das Einschulungsalter heruntergesetzt[...]

      Alle Kinder werden nun während der Schuleingangsphase, die bis zu 3 Jahren dauern kann, im normalen Unterricht auf Fähigkeiten vorbereitet, die sie für die Schule eigentlich schon entwickelt haben sollten. Vergessen wird, dass diese Kinder oft auch einfach Zeit zum Spiel und zusätzliche Bewegung an der Luft benötigen ...

      [...]

      All das , was nicht richtig grundgelegt wird, wirkt sich dann auf die dritten /vierten Schuljahre aus - so dass mich diese Ergebnisse nicht verwundern.
      Das kann ich voll und ganz unterschreiben. Wir haben diese Entwicklung in Berlin ja schon durch: Bei uns war der Stichtag seit 2005 der 31.12., in dem das Kind 6 wird. D.h. wir hatten Kinder mit 5 Jahren und 8 Monaten in der Schule. Zusätzlich gab es die Möglichkeit, Kinder 3 Monate früher einzuschulen. In meiner damaligen Klasse saß einer mit 5 Jahren und 5 Monaten, der keine Ahnung hatte, wie man auf einem Stuhl sitzt, einen Stift hält und der Zahlen ganzseitig ins Heft schrieb. Elternwunsch. Er hat dann eine spätere Klasse wiederholt.
      Rückstellungen gab es anfangs nahezu nicht. Gleichzeitig wurde die Vorschule abgeschafft - eine Vorbereitung auf den Schuleinstieg für Kinder mit Rückständen.
      Relativ schnell wurden die Rückstellungen wieder eingeführt, zuerst jedoch nur auf Antrag mit ärztlichen Attesten, später auf Antrag der Eltern. Nun wurde der Stichtag wieder vorverlagert - auf den 30.9. wie jetzt in HH. In den letzten Jahren wurde die Rückstellung immer leichter.

      Uns wurde damals gesagt: Die Schulen müssen die Voraussetzungen schaffen: Bewegungsräume, Spiele, Ruheräume etc. Gleichzeitig wurde vergessen, den Lehrplan "nach unten" anzupassen, die räumlichen, sächlichen und personellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Wo sollen die bitte ausruhen? Unter dem Tisch zwischen 54 Füßen? Wo sollen sie spielen? auf 30 mal 40 cm vor dem Regal zwischen Schulranzen? Wo sollen sie andere Aufgaben mit persönlicher Betreuung lösen, wenn denn mal ein Erzieher da ist? Auf dem Flur, im Winter bei 16 Grad mit Zug durch die Fenster und ständigem Lärm durch aufs WC laufende Kinder?

      Wir hatten irgendwann Klassen, bei denen sollte die Hälfte der Kinder individuell sprachlich gefördert werden und ein Viertel motorisch. Von uns alleine. In einer jahrgangsgemischten Klasse mit 25 bis 28 Schülern und 4 Teilungsstunden (ohne Teilungsräume) die Woche. Wir hatten irgendwann so viele "Verweiler" (Kinder, die das 3. Jahr benötigten), dass das ganze Konzept fiel, daraufhin haben wir die Jahrgangsmischung rigoros abgeschafft. Man hat ja so auch genug Heterogenität und die Älteren haben mitnichten den Jüngeren geholfen.

      Mathematik: 7 Jahre, das habe ich entweder nicht gelernt oder vergessen, kann es aber auch sofort bestätigen. In Mathematik wirken sich "ein paar Monate früher einschulen" extrem aus.

      Es ist ein ganzer unsäglicher pädagogischer Saustall, der auf dem Rücken der Kinder (und Lehrer, aber den Kindern versaut es einfach viel mehr) durch die Schulen getrieben wird.
    • Conni schrieb:

      Mathematik: 7 Jahre, das habe ich entweder nicht gelernt oder vergessen, kann es aber auch sofort bestätigen. In Mathematik wirken sich "ein paar Monate früher einschulen" extrem aus.
      Das entspricht auch meiner Erfahrung. Die theoretische Annahme dahinter geht auf Piaget zurück, nach dem sich Kinder normalerweise im Alter von sieben Jahren von der präoperationalen Phase in die konkretoperationale Phase weiterentwickeln. Befindet sich ein Kind noch auf der vorherigen Stufe, kann es bestimmte Vorgänge der Mathematik einfach noch gar nicht nachvollziehen.
    • In Bayern und in Sachsen gibt es noch die notenabhängige Grundschulempfehlung. Vllt. hängt es auch damit zusammen, dass diese beiden Bundesländer so gut abschneiden.

      In BaWü wurde sie 2012 abgeschafft und dieses Bundesland gehört ja zu den "Abstürzern." Nur so eine Idee.
    • lamaison2 schrieb:

      In Bayern und in Sachsen gibt es noch die notenabhängige Grundschulempfehlung. Vllt. hängt es auch damit zusammen, dass diese beiden Bundesländer so gut abschneiden.

      In BaWü wurde sie 2012 abgeschafft und dieses Bundesland gehört ja zu den "Abstürzern." Nur so eine Idee.
      Die Frage noch mal an dich: Was hat die Leseleistung von Viertklässlern mit der Bildungsempfehlung zu tun?
    • Valerianus schrieb:

      Die Anstrengungsbereitschaft insbesondere auf Elternseite dürfte massiv davon abhängen, ob ihr Kind so oder so aufs Gymnasium gehört oder ob die Schulleistungen damit etwas zu tun haben. ;)
      Erst mal danke für diesen Satz, der ist soooooo zutreffend...
      Ein - zugegebenermaßen frecher - Gedanke, wieso sich vllt im "ländlichen Bereich" mehr angestrengt wird: Da gibt es vllt noch die Schreckensvision "wenn du nichts lernst, kommst du aufs Feld zu den Hilfsarbeitern zur Ernte oder in den Stall" - in der Großstadt wird der Satz "wenn du nichts lernst..." vom Nachwuchs dann fortgesetzt "...hartze ich eben wie ihr und Onkel Willi"...
      Es würde mich mal interessieren, ob die Ergebnisse auch detaillierter vorliegen - also ob Großstädte wie München oder Nürnberg dann doch eher dem "urbanen" Profil entsprechen als die ländlichen Gebiete, oder wie sich das überhaupt zusammensetzt. Ein insgesamt geringerer Migrantenanteil in Bayern und Sachsen ist sicherlich nicht von der Hand zu weisen, und vermutlich ein Stück weit auch Grund, aber sicher nicht ausschließlich.
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
      Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
      Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    • @ Krabappel: Als es noch die notengebundene Grundschulempfehlung gab, also bis einschließlich 2011 haben sich die Eltern viel mehr für die Leistungen ihrer Sprösslinge interessiert. Jetzt kommen viele nur gezwungenermaßen zum Elterngespräch bzgl. der Grundschulempfehlung, denn sie wissen bereits vorher, wo sie ihr Kind hinschicken. Den meisten ist es völlig egal, was wir sagen. Viele interessieren auch die Noten nicht besonders. Sie mussten bis jetzt bei der Anmeldung auf die weiterführenden Schulen praktisch nur die Geburtsurkunde vorlegen und eine Bescheinigung, dass sie am Beratungsgespräch teilgenommen haben.

      Ab 2018 ist es anders. Da müssen sie die Grundschulempfehlung zeigen, allerdings stehen da keine Noten drauf, sondern nur die Empfehlung der Grundschule. Die weiterführenden Schulen nehmen aber weiterhin alle SuS auf, die sich anmelden, egal was auf der Empfehlung steht. Warum man das dann macht? Ich habe in einer Zeitung gelesen, um jahrelanges vergebliches Fördern zu vermeiden, was ich persönlich aber auch nicht korrekt finde.

      Die elterliche Unterstützung in der Grundschule hat schon abgenommen seit Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung. Wir LuL sind froh, dass wir keinen Prozess mehr zu fürchten haben, schütteln aber immer wieder den Kopf, weil jedes Mal auch Kinder aufs Gymnasium kommen, die weder gute Leistungen bringen, noch häusliche Unterstützung erfahren.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von lamaison2 ()

    • Das Einschulungsalter wurde in BaWü auch herabgesetzt. Stichtag früher: 30.06., seit ein paar Jahren 30.09. Zurückstellungen sind kaum möglich. Grundschulförderklassen, bzw. Schulkindergarten gibt es nicht mehr überall oder weiter entfernt.
    • Anja82 schrieb:

      Jepp, das Gleiche in HH. Ich habe zahlreiche Kinder die mit 4en und sogar 5en aufs Gymnasium gehen.
      Und wem soll damit geholfen sein? Die Schüler sind überfordert, die Gymnasial- schimpfen auf die Grundschullehrer, welche wiederum auf die Eltern schimpfen. Zu meiner Schulzeit hieß es bereits, dass der Übergang Grundschule/weiterführende Schule hart sei, da man sich erst an das Niveau gewöhnen müsse; aber, auch wenn darunter langfristig einige Schüler leiden müssten, könnte man diesen Kreislauf wohl nur durchbrechen, wenn die Gymnasiallehrer das Niveau in Klasse 5 und 6 ein gutes Stück anziehen würden und es dann eben zu einigen 5ern und 6ern käme, was entweder Realschule (oder wie das bei euch heißt) oder Wiederholung der Jahrgangsstufe bedeuten würde.
    • Valerianus schrieb:

      Die Anstrengungsbereitschaft insbesondere auf Elternseite dürfte massiv davon abhängen, ob ihr Kind so oder so aufs Gymnasium gehört oder ob die Schulleistungen damit etwas zu tun haben. ;)
      Na wenn das die Quintessenz ist: nur mit triezenden Eltern schaffen die Schüler den Durchschnittsstoff der Grundschule, sollten sich die Schulen wirklich fragen, was falsch läuft. Und nicht pauschal über Geldmangel, Politiker, Einschulungsalter, Inklusion, die Ungerechtigkeit der Welt lamentieren. Würde ja auch die These stärken, dass sozial Schwache in Deutschland besonders stark ausgesiebt werden: ein Großteil der Leistung muss von Eltern erbracht, und kann nicht selbständig von den Kindern geschafft werden.

      So der logische Schluss, wenn innerhalb weniger Jahre nach Abschaffen der Gymnasialempfehlung Zehnjährige nicht mehr lesen können :staun:
    • Tevion schrieb:

      "Viertklässler lesen und rechnen schlechter

      Jahrelang haben sich die Leistungen deutscher Schüler verbessert. Nun dreht sich der Trend – in einigen Bundesländern sogar deutlich. Liegt es an den Migranten? "


      Zum Artikel: zeit.de/gesellschaft/schule/20…rend-leistungen-vergleich
      Ach, da ist das Thema ja. :)

      Ich wollte nicht "der Böse" sein, der es hier eröffnet.

      Nun muss man mal überlegen, wenn auf die Ergebnisse schaut, woran es liegen könnte. Bayern und Sachsen - gewöhnlich als recht konservativ verschrien - haben die besseren Ergebnisse. Warum?

      Warum ist alles trotz all der Reformen der letzten Jahrzehnte und trotz Hochschulausbildung der Grundschullehrer schlechter geworden (im Vergleich zu vorher)?
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.
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