Hoher Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund/Ausländern - Vermeidung durch Verteilerschlüssel?

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    • Hoher Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund/Ausländern - Vermeidung durch Verteilerschlüssel?

      Hallöchen,

      durch die Medien geisterte ja kürzlich die "Geschichte" einer Schule in Saarbrücken mit sehr hohem Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund. Die Meisten hier werden davon wohl mitbekommen haben - Falls nicht, hier ein eher "kritischer" Artikel :

      tichyseinblick.de/kolumnen/jos…ozent-ndhs-aus-dem-ruder/

      Ich persönlich unterrichte ja an einem Gymnasium in einer gut-bürgerlichen Region, sodass ich solche Probleme nur aus Erfahrungsberichten von Kollegen aus anderen Schulen mitbekomme. Darüber bin ich natürlich froh, auch wenn das nicht darüber hinwegtäuscht, dass es Schulen vor allem in Problembezirken gibt, die durch einen hohen Anteil an Schülern mit (arabischem(?)) Migrationshintergrund und Ausländern belastet werden.

      Vor einigen Jahren hatte mal ein SPD-Politiker (Politikerin?) vorgeschlagen, eine Art "Verteilerschlüssel" für solche Bezirke einzuführen, die einen signifikant höheren Anteil an Migrantenkindern als an "Biodeutschen" haben, mit dem Ziel, eben jenen Anteil zu verringern. Die Vorteile lägen auf der Hand: Die Bildung von "Nationengrüppchen" innerhalb der Schulen würde reduziert, die teilweise vorherrschende Diskriminierung von "Deutschen Kartoffeln" nähme ab und die Sprachkenntnisse der betroffenen Schüler würden sich (hoffentlich) verbessern.
      Ein Nachteil wäre der vermutlich verlängerte Schulweg.

      Was haltet Ihr von so einem Verteilerschlüssel nach dem Motto "Maximal 50% Ausländeranteil" oder so ähnlich? Glaubt Ihr, so etwas würde das Schulklima in Problembezirken verbessern? Ich wäre insbesondere interessiert an Meinungen von Kollegen, die in entsprechenden "Brennpunktschulen" tätig sind.
    • Ich würde versuchen, das ganze differenzierter zu sehen: Welche Gruppen kommen aufeinander zu?

      Ohne, dass ich die Finger auf (eine) bestimmte Gruppe(n) zu zeigen, ist es bisher meine Erfahrung, dass manche Gruppen sich besser miteinander als mit anderen ... je nachdem, wie diese Zusammensetzung ist, wirkt sich das auf das Klima aus.
    • Ich finde das Kriterium "nicht deutsche Herkunft" sowas von bescheuert, dass ich mich frage, wie akademisch gebildete Menschen darüber diskutieren könnten.
      Nach Pass?
      Nach Geburtsort?
      Nach Geburtsort der Eltern?
      Nach gesprochener / Mutter-Sprache der Eltern?
      Nach deutschem Sprachniveau der Eltern?
      Nach Religion?
      Nach Kriminalitätsstatistik?

      Was ICH durchaus interessant und diskussionswert halte, ist tatsächlich die staatliche Steuerung. Ich komme aus einem Land mit Schulsprengeln bis zur Universität. Dass sie nicht das Allheilmittel sind, weiß ich übrigens auch! Bürgerliche Städte sind nunmal groß genug, unschöne Vororte sind auch mal groß genug, dass man da keine Sprengel dazwischen ziehen kann.
      Meine Herkunftsstadt hat zwei (drei. eine in privater Trägerschaft) Mittelstufenschulen. Sie sind an zwei Enden der Stadt, die unterschiedlichen "sozialen Milieus" (wenn man sie anhand der Wohnsituation feststellen kann) sind schön verteilt. und so ist gesichert, dass Kinder aus bürgerlichen Stadtvierteln mit Kindern aus diesen sozial geförderten Türmen in einer Klasse sitzen.
      Klar, es gibt dadurch in vielen Städten einen florierenden Privatschulmarkt. und einige Schulen, die "Russisch als Erste Fremdsprache" anbieten, sind plötzlich attraktiv, wenn man einer anderen Schule entfliehen will (als Begründung für den Ausnahmewechsel des Sprengels: ein bestimmtes Fach. in der Regel sind es die Sprachen.)

      chili
    • Johanna Wanka hat dieses Jahr auch noch einmal eine Begrenzung des Migrantenanteils an Schulen angesprochen. Gerade in Problemvierteln ist das Bildungsniveau leider sehr niedrig, bestimmte Migrationsgruppen kommen geballt vor und deutsche Familien werden dadurch abgeschreckt. In Berlin hat man vor einiger Zeit an einer Schule mit hohem Migrationsanteil extra für eine für deutsche Schüler angenehme Lernatmospähre geworben, mit dem Ziel, mehr deutsche Schüler an die Schule zu bringen. Das Resultat? Eine deutsche Klasse und eine fast nur mit ausländischen Kindern. Man muss dabei schon leicht an die Zustände in Südafrika vor 30 Jahren denken...
      Kurzfristig bringt ein solcher Verteilerschlüssel schon etwas, wobei meine Erfahrung zeigt, dass eine Lerngruppe mit verschiedenen ethnischen Hintergründen immer noch besser ist als eine ethnisch relativ homogene mit hohem Migrationsanteil. Dann sind die Schüler nämlich gezwungen, in deutscher Sprache miteinander zu reden, statt sich im Ernstfall in ihre L1-Sprache zu flüchten und sich dadurch abzugrenzen. Langfristig sollte es einfach gar nicht dazu kommen, dass in bestimmten Vierteln ein derart hoher Ausländeranteil besteht und dadurch ein Migrationsanteil von 80-100% im Einzugsgebiet einer Schule überhaupt möglich wäre. Es sind ja auch gar nicht alles Ärzte, Manager und Professoren. Die Politik müsste einfach deutlich (!) strenger hinsichtlich der Kriterien zur dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung formulieren bzw. bei Verstoß stärker sanktionieren. Dann gäbe es selbst im Problemviertel Schulen mit Migrationsanteil von sagen wir mal 20% innerhalb der Schülerschaft - und diese 20% hätten Eltern, die beruflich erfolgreich, der deutschen Sprache mächtig und an soziale Umgangsformen gewöhnt wären ;) .
    • Ich bin selber kein Deutscher und kann aus eigener Erfahrung sagen: manche Schüler ausländischer Herkunft benötigen vielleicht mehr Unterstützung. Das muß man doch irgendwie leisten können.

      In NRW gibt es ein festes Kriterium, ob Migrationshintergrund vorliegt oder nicht.

      Individuell fördern kann ich nur, wenn es die Rahmenbedingungen ermöglichen ;)
    • Ich finde das Kriterium "nicht deutsche Herkunft" sowas von bescheuert, dass ich mich frage, wie akademisch gebildete Menschen darüber diskutieren könnten.

      Wieso denn nicht?! Machen wir uns doch nichts vor - jeder hier weiß, dass es spürbare Unterschiede gibt. Im Übrigen auch dann noch, wenn die Schüler z.B. auch hier geboren sind. Da wird zu Hause nie Deutsch gesprochen, weil die Eltern trotz jahrelangem Leben in Dt. noch immer kein Wort Deutsch können, dies sind i.d.R. auch gleichzeitig bildungsferne Elternhäuser, es fehlt das Verständnis für die hiesige Kultur und generell für Allgemeinwissen, die familiären Situationen sind oft schwierig (Kinder haben z.B. keine Ruhe bei den HA, weil mehrere weitere Kinder im kleinen Haushalt leben, und diese sich durchgängig laut verhalten und niemand in der Familie für Ruhe sorgt).

      Unsere Schule (Kleinstadt, keine Problembezirke) hat sehr verschiedene Einzugsbereiche: von ländlich außerhalb, fast komplett ohne Schüler mit Migrationshintergrund, Eltern oft gut situiert bis reich - bis hin zu städtischen Vierteln mit hohem Ausländeranteil, bildungsfernen Elternhäusern und sozialschwach.

      In der Vergangenheit hat man die Klassen je nach Herkunftsort bzw. -grundschule gebildet. Inzwischen mischt man mehr, und zwar aus genau dem Grund, der im Eingangsbeitrag angesprochen wird. Allerdings funktioniert das bislang nur bedingt mit dem Ergebnis, dass wir Klassen mit relativ wenig Migrationshintergrund haben und andere Klassen, mit einem sehr hohen Anteil.

      Und ich möchte anmerken, und das ist meine ganz persönliche Meinung: Die verschiedenen Kulturen passen sich unterschiedlich gut an unsere Kultur und Anforderungen u.s.w. an bzw. sind bereit dazu, oder eben eher nicht. Die Kulturen, die sich eher nicht anpassen (wollen), sind hinlänglich bekannt.
    • chilipaprika schrieb:

      Ich finde das Kriterium "nicht deutsche Herkunft" sowas von bescheuert, dass ich mich frage, wie akademisch gebildete Menschen darüber diskutieren könnten.
      Nach Pass?
      Nach Geburtsort?
      Nach Geburtsort der Eltern?
      Nach gesprochener / Mutter-Sprache der Eltern?
      Nach deutschem Sprachniveau der Eltern?
      Nach Religion?
      Nach Kriminalitätsstatistik?
      Nach Kartoffelgenenanteilen!

      @chili, wie funktioniert das mit den Sprengeln? Dadurch, dass jeder in seinem Sprengel in die Schule muss, wird doch gerade nicht gemischt? Oder müssen dann je die Hälfte der Kinder an Schule A und B?
    • In Hamburg wüsste ich nicht, wie man wohin verteilen möchte. Die Klassen haben hier in Problembezirken über 80%, in anderen mindestens 50% Kinder mit Migrationshintergrund.

      Und nein man kann das nicht irgendwie leisten... (meine aktuelle erste Klasse 22 Kinder- 18 mit Migrationshintergrund, davon 14 mit problematischem Hintergrund)
    • Langfristig sollte es einfach gar nicht dazu kommen, dass in bestimmten Vierteln ein derart hoher Ausländeranteil besteht und dadurch ein Migrationsanteil von 80-100% im Einzugsgebiet einer Schule überhaupt möglich wäre. [...] Die Politik müsste einfach deutlich (!) strenger

      Darauf hat die Politik ja kaum Einfluss, jedenfalls nicht unmittelbar. Solche Viertel entstehen durch die Bedingungen des Immobilienmarktes und allem, was damit zusammenhängt (Lage, Mietpreise, historische Befindlichkeiten, etc.). Natürlich könnte die Politik versuchsweise Einfluss nehmen, zumeist sind das aber gewachsene Probleme, und das Ganze verselbständigt sich im Laufe der Zeit.
    • Anja82 schrieb:

      In Hamburg wüsste ich nicht, wie man wohin verteilen möchte. Die Klassen haben hier in Problembezirken über 80%, in anderen mindestens 50% Kinder mit Migrationshintergrund.

      Und nein man kann das nicht irgendwie leisten... (meine aktuelle erste Klasse 22 Kinder- 18 mit Migrationshintergrund, davon 14 mit problematischem Hintergrund)
      Probehalber umformuliert: in deiner Klasse sind 22 Kinder, 14 davon mit problematischem Hintergrund. Welche Rolle spielt die geografische Herkunft der Eltern? Und was ist mit den 4 Kindern mit Migration in der Familie aber ohne soziale Probleme- gibt es dort auch spezifische Probleme, die durch Migration bedingt wurden? Und die 4 ohne Migrationshintergrund, haben die keine Probleme?

      Die Frage ist m.E. ursprünglicher, nämlich wie man Problembezirke auflösen könnte. Ist ja kein Geheimnis, dass kaum einer, der es sich leisten kann, freiwillig in einem solchen Bezirk wohnen bleibt...
    • @Anja: Euer Bundesland ist ja eh in der Hinsicht etwas voreingenommen. Frau von Berg, Mitglieder der Hamburger Bürgerschaft, meinte ja mal vor 2 Jahren, dass sie es gut findet, dass in einigen Jahren die Deutschen in Hamburg in der Minderheit sein werden. Und die Frau ist studierte Lehrerin. Da fehlen auch mir die Worte. Aber bei deinen genannten Zahlen wird es wohl in absehbarer Zeit dazu kommen, denn die älteren Generationen (60+) sind ja noch diejenigen, die den Migrationsanteil vergleichsweise gering halten. Deine kurze Auflistung zeigt aber bereits, dass fraglich ist, was diese 14 Familien überhaupt in Deutschland zu suchen haben, wenn sie "problematisch" sind. Gäbe es nur die 4 anderen Familien (also die Differenz von 14 und 18 ;) ), würde man durchaus diese als Bereicherung wahrnehmen und es gäbe wohl inner- oder außerschulisch deutlich weniger Konflikte und Anspannungen. Dazu kann die Schule natürlich reichlich wenig, aber die Politik (darunter im kleinen Umfang auch eine Frau von Berg) gibt die Rahmenbedingungen vor und hat dadurch einen gewissen Spielraum, den sie produktiv oder auch kontraproduktiv für Gesellschaft und Institutionen nutzen kann.

      Krabappel schrieb:

      Die Frage ist m.E. ursprünglicher, nämlich wie man Problembezirke auflösen könnte. Ist ja kein Geheimnis, dass kaum einer, der es sich leisten kann, freiwillig in einem solchen Bezirk wohnen bleibt...
      Ich habe ja das Gefühl, dass seitens der Kommunen reichlich wenig Handlungsinteresse zur Verbesserung der Wohnverhältnisse und Erhöhung des Rufes einzelner Viertel oder gar der ganzen Stadt besteht. Ein Beispiel wäre z.B. Offenbach am Main - die Stadt mit dem höchsten Migrationanteil Deutschlands. Die Stadt würde sehr davon profitieren, wenn man die Innenstadt ordentlich aufräumen würde, Problemhäuser aufkaufen und verstärkt Einfamilienhaussiedlungen und Villen bauen würde (Stichwort Gentrifizierung). Ein paar Kilometer weiter nördlich, im Taunus, leben viele Millionäre in schicken Häusern; Probleme kennt man dort nicht. Statt aber etwas daran zu ändern, scheint die offenbacher Kommunalregierung eher damit beschäftigt zu sein, zu jammern, wie arm dann doch dran sei. Dasselbe in Duisburg: In letzter Zeit werden wir medial regelmäßig über die katrastophalen Wohnverhältnisse im Stadtteil Marxloh auf dem Laufenden gehalten. Was ist in den letzten Jahren passiert? Es hat sich nur zum Schlechten verändert. Erste Schrottimmobilien wurden zwar geschlossen, das ist aber eher ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wahrscheinlich findet man es im Insgeheimen noch spannend, ein Viertel mit "urbanem Flair" zu haben :autsch: .

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    • Catania schrieb:

      Ich finde das Kriterium "nicht deutsche Herkunft" sowas von bescheuert, dass ich mich frage, wie akademisch gebildete Menschen darüber diskutieren könnten.
      Wieso denn nicht?! Machen wir uns doch nichts vor - jeder hier weiß, dass es spürbare Unterschiede gibt.
      Also: nicht JEDER weiß was auch immer. Denn ICH weiß es nicht.
      Ja, ich habe viele problematische Kids türkischer Herkunft. Ist es das, was ihr mit "nicht deutsche Herkunft" meint?
      Ich habe auch hervorragende türkischstämmige Kids. Für die Unterscheidung spielt nebenbei eher das Bildungsniveau und die Einstellung zur Schule mehr eine Rolle als die gemeinsame Herkunft.
      Ach Moment: die Russlandsdeutsche, die Polen, die Italiener, die Griechen, der Chinese, der aus Ghana, die aus Syrien, die aus Marokko, die Belgier, die Aramäer, ... alle in den selben Sack?!
      Oh mein Gott!! meine Kinder dürften nicht diese Schule besuchen. diese verdammten Ausländer...





      Im Übrigen auch dann noch, wenn die Schüler z.B. auch hier geboren sind. Da wird zu Hause nie Deutsch gesprochen, weil die Eltern trotz jahrelangem Leben in Dt. noch immer kein Wort Deutsch können, dies sind i.d.R. auch gleichzeitig bildungsferne Elternhäuser, es fehlt das Verständnis für die hiesige Kultur und generell für Allgemeinwissen, die familiären Situationen sind oft schwierig (Kinder haben z.B. keine Ruhe bei den HA, weil mehrere weitere Kinder im kleinen Haushalt leben, und diese sich durchgängig laut verhalten und niemand in der Familie für Ruhe sorgt).


      Krabappel schrieb:

      chilipaprika schrieb:

      Ich finde das Kriterium "nicht deutsche Herkunft" sowas von bescheuert, dass ich mich frage, wie akademisch gebildete Menschen darüber diskutieren könnten.
      Nach Pass?
      Nach Geburtsort?
      Nach Geburtsort der Eltern?
      Nach gesprochener / Mutter-Sprache der Eltern?
      Nach deutschem Sprachniveau der Eltern?
      Nach Religion?
      Nach Kriminalitätsstatistik?
      Nach Kartoffelgenenanteilen!
      @chili, wie funktioniert das mit den Sprengeln? Dadurch, dass jeder in seinem Sprengel in die Schule muss, wird doch gerade nicht gemischt? Oder müssen dann je die Hälfte der Kinder an Schule A und B?

      Wie gesagt: in gewissen Orten kann es nicht funktionieren, aber wenn man sich eine Stadt mit ca. 30000 EinwohnerInnen vorstellt, dann gibt es nicht NUR Sozialwohnungen links auf der Karte und Einzelhäuser rechts. sondern es gibt einfach ganz viele Flecken. Irgendwo auf der Karte wird eine Grenze mehr oder weniger gezogen, um die unterschiedlichen Gruppierungen zu verteilen.
      Aber natürlich müssen nicht in Paris einige 5 km laufen, nur damit sie zu einem "besseren" oder "schlechteren" Viertel gehen können.

      und ein Nachteil davon ist ganz klar: in einigen Städten, wo diese Schulsprengeln doch sehr unterschiedlich ausfallen, sind die Mieten und Kaufpreise auf der einen Seite ganz anders... Ist aber auch in Deutschland nicht ganz anders. Würde ich Kinder planen, wären wir nicht dahingezogen, wo wir jetzt wohnen. Die nächstgelegene Schule ist überhaupt nicht mein Geschmack. Bzw. ich möchte sicher sein, dass ich zum Beispiel meinem Kind unterschiedliche Schulen zur Wahl stellen kann (was ich am jetzigen Wohnort nicht kann).
    • Lehramtsstudent schrieb:

      Deine kurze Auflistung zeigt aber bereits, dass fraglich ist, was diese 14 Familien überhaupt in Deutschland zu suchen haben, wenn sie "problematisch" sind.
      Sag mal, hörst du dich manchmal selbst sprechen??!
      Abgesehen davon, dass Anja gar nicht geschrieben hat, was daran problematisch ist. Sollen Leute, die seit 40 Jahren hier leben, auswandern, weil sie jetzt zb keinen Job mehr haben, oder meinetwegen keine Lust haben, einen Job zu suchen? 90% der Eltern meiner Kids mit Migrationshintergrund sind hier geboren!!!
    • @chilipaprika: Gerade unter den "problematischen" Migranten gibt es viele, die von sich selbst behaupten, dass sie keine Deutschen sind, sondern sich zu einem größeren Teil mit ihrem Herkunftsland identifizieren. Diese Leute sind ja nicht dazu gezwungen, auf Ewigkeit in Deutschland bleiben zu müssen. Und wenn sie sich eh in Deutschland nicht so wohl fühlen und es auch mit dem beruflichen Erfolg nicht so sehr klappt, kann man diese Leute doch mal fragen, ob die Rückkehr in die Heimat nicht für ihre Lebenssituation die bessere Entscheidung wäre.
      Die Sache ist nämlich: Gebürtige Deutsche kann man nicht mal eben wegschicken, wenn sie nur diese eine Staatsbürgerschaft haben. Bei Ausländern hat man jedoch die Möglichkeit, dass man selektieren kann und sich eben diejenigen aussucht, die für die Bedürfnisse des Landes eine Bereicherung darstellen. So macht es jedes Land; manche sind dabei strenger (z.B. manch ein europäischer Zwergstaat) als andere (z.B. Deutschland, Schweden, Frankreich, UK). Warum also nicht von diesem Recht Gebrauch machen und deutlich kritischer bei der Auswahl sein? Das würde auch den Ruf Deutschlands weltweit deutlich erhöhen, weil die Interessenten sich mächtig ins Zeug legen würden, um besser als die Konkurrenz zu sein und einen der begehrten Plätze zu erhalten, statt sich darauf zu verlassen, dass es so oder so klappen wird, wenn man sich nicht völlig doof anstellt.
    • Ich muss das ein wenig erläutern.

      Nicht die Kinder sind problematisch, auch nicht immer die Familien. Aber es sind vorwiegend Familien mit muslimischem Hintergrund, wo es tendenziell zu deutlich mehr Problemen kommt.

      Gerade muslimischen Familien fällt die Integration viel schwerer als z.B Russen, Polen oder Portugiesen. Es sind eben ganz andere Kulturen. Hier sprechen viele Mütter nach vielen Jahren, tlw. Jahrzehnten noch kein deutsch, viele Väter nur gebrochen. Und irgendwie ist die Lebensweise nicht immer mit dem deutschen Bildungssystem kompatibel. (morgens zu spät kommen etc). Das gleiche gilt für häusliches Lernen, auch wenn ihnen die Bildung nicht unwichtig ist...

      Diskussionen um Religionunterricht, Schwimmunterricht, Sportunterricht etc... Und das sind alles Familien, die tlw. in dritter Generation hier leben.

      Dennoch habe ich ganz liebe Kinder mit muslimischem Hintergrund, nur das Lernen und Lernniveau sinken leider bei einem so massivem Anteil in einer Klasse.
    • Hast du diese Elternpaare mal gefragt, ob sie mit ihrer Lebenssituation zufrieden sind, oder ob sie nicht von einer Rückkehr in ihr Heimatland, das ihre Sprache spricht, ihren Glauben und ihre Lebensweise akzeptiert, profitieren würden? Ich habe manchmal das Gefühl, dass diese Leute dem nicht einmal so stark abgeneigt sind, dass sie aber schlichtweg gar nicht auf die Idee kommen, dass es ja auch diese Option für sie gibt. Da kann man wohl nicht oft genug betonen: "Ihr müsst hier nicht bleiben. Es ist euch keiner böse, wenn ihr in eure Heimat zurückkehrt.".
    • Anja82 schrieb:

      Gerade muslimischen Familien fällt die Integration viel schwerer...
      Ihnen fällt es nicht schwerer, sie haben einfach keinen Bock darauf und fühlen sich unter Gleichgesinnten wohl.
      Natürlich kommt jetzt gleich wieder der Aufschrei, was wir Deutsche in all den Jahren mit unseren Gastarbeitern alles so falsch gemacht haben. Ja, weiß ich...
      Ändert aber nix daran, dass sich die 3. oder 4. Generation mittlerweile eher wieder zurück entwickelt als dass sie kulturell etc. einen Fortschritt macht.
      Im Gegensatz zu den von dir genannten Nationen, die sich einfach leichter integrieren (lassen).
    • Unter dem Aspekt der Diversität kann man diese Forderung der Verteilung von Schülern mit unterschiedlichen kulturellen, religiösen und ethnischen Wurzeln auch auf sogenannte "bürgerliche" Schulen nur begrüßen. Nur wer das Fremde kennt, ist davor gefeit, sich von seinen Vorurteilen unreflektiert leiten zu lassen. Das Zulassen neuer Erfahrungen ist deshalb gerade für die Bevölkerung in den monokulturellen Stadtteilen der "Mehrheitsgesellschaft" enorm wichtig. Die jüngsten Wahlergebnisse haben ja leider gezeigt, dass sich das Land hier auf einem unguten Weg befindet.

      Gruß !
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen
    • Ich glaube sie leben an sich schon gerne in Deutschland. Genießen die vielen Vorteile... Ich glaube sogar, dass viele sich zu einem Teil als Deutsche sehen, aber der türkische, afghanische etc.. wird immer größer sein.

      Im Zuge der "Erdogan"-Wahlen äußerten aber viele zb ganz frei,dass sie Erdogan verehren und für ihn stimmen. Meine Frage wieso sie hier die Rechte wie Meinungsfreiheit genießen, aber den Landsleuten in der Türkei nicht, folge nur stummes Schauen...
    • Das ist auch meistens die Art von Eltern, die ihren Kinder von klein auf erzählen, dass Ehre etwas ganz Wichtiges sei :uebel: . Natürlich hat Deutschland als eines der reichsten Länder der Welt den einen oder anderen Vorteil, aber wer absolut nicht mit den deutschen Werten, Gesetzen und der Kultur zurechtkommt, der soll sich doch bitte ein anderes Land aussuchen - gibt ja genug. Und wenn man Erdogan so toll findet, warum nicht z.B. das Land, in dem auch Erdogan tatsächlich Präsident ist?