Durchgefallen

  • Ich hab am eigenen Leib erfahren,dass es Seminarleiter gibt die inkompetente Sadisten sein können und aus reiner « ich mag die Nase nicht » Neigung Referendare durchfallen lassen. Ist besonders schön wenn die Prüfungskommission sich dann vorher abspricht und erst bei der Gerichtsverhandlung das ganze Ausmaß rum kommt.


    Bei mir wurde das erste mal auf durchfallen plädiert weil ich « unangenehm aufgefallen bin » als ich, im Zuge meiner Aufgabe als Seminarsprecher, nach mehreren gescheiterten Gesprächsversuchen mit einem FSL die HSL um Rat gebeten habe. Zitat beider und der SL « Kollegen scheisst man nicht an,auch wenn sie scheisse bauen. »

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
    • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
    • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
  • Beim mir im Seminar ist auch eine eigentlich gute Refi durchgefallen. Warum? Sie hat die Stunde so oft umgeplant, dass sie am Ende nicht mehr wusste wo ihr der Kopf steht und eine andere Stunde gezeigt hat, als in der Planung stand. Sie kam dann durcheinander, versuchte zu retten war aber so chaotisch und panisch, dass gar nichts mehr ging.


    Also ja, auch gute Leute können durchfallen. Auch schlechte können bestehen.
    Was sagte mir mal eine Klasse? „Sein Unterricht war immer soooo schlecht und unstrukturiert, aber die Prüfungsstunde war so gut durchgeplant, da konnten wir wirklich gut mitmachen. Es wäre unfair, wenn wir das boykottiert hätten.“

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Warum glaubst du, dass ich / wir die Schuld bei der Referendarin gesucht habe / haben.


    Okay: einigen wir uns darüber, dass es unter allen gesellschaftlichen Gruppen Psychopathen und Mörder gibt? Soll ich jetzt davon ausgehen, dass jeder Mensch, der mir begegnet, einer ist?
    Wenn ich weiß, dass es in jeder Prüfungsordnung solche Schutzmechanismen wie 4-/6-Augenprinzip gibt, dann muss ich davon ausgehen, dass sich nicht 3 Psychopathen dadrin befinden. Wenn ich anfange, das ständig als Beispiel zu nehmen, dann kann ich nicht einen solchen Beruf ausüben. Sorry.
    Ich möchte nicht, dass die Eltern meiner SchülerInnen ständig glauben, dass ich nur Spass an meienr Notengebung habe, dass ich tendenziell Jungs betatsche oder gar vergewaltige, dass ich Kinder erniedrige und schlage, dass ich meine Arbeit nicht tue, weil ich eh nur auf Ferien aus bin. Und ja: zu jedem dieser Beispiele gibt es sicher solche Kollegen...

    Welchen Schutz bietet dieses Prinzip denn, wenn die Studienleitung den Prüfungsvorsitz inne hat?

  • In einem öffentlichen Forum kann ich natürlich keine Details erzählen. Es hatte nix mit Sicherheitsbedenken o.Ä. zu tun. Mich wundert's, dass ohne die Referendarin zu kennen automatisch die Schuld bei ihr gesucht wird.

    Hier sucht keiner "Schuld". Es ist nur so, dass der Großteil von uns einige bis wirklich viel Diensterfahrung auf dem Buckel haben und deshalb wissen, dass mit einer "ungenügenden" Bewertung einiges auf dem Tisch liegt und gleichzeitig man eine solche Bewertung und einer protokollierten Staatsprüfung nicht einfach so aus dem Ärmel schütteln kann, bloß weil man dem Referendar eins auswischen will.


    Wenn es darum geht, warum die Referendarin durchgefallen ist, hatte sie ja alles Recht auf eine Begründung der Bewertung und kann immer noch Akteneinsicht vornehmen.

    • Offizieller Beitrag

    Welchen Schutz bietet es Abiturienten, wenn der Lehrer den Schüler auf dem Kicker hat und er der Prüfer ist (ob Prüfer oder Vorsitzende spielt da kaum eine Rolle). Es gibt nunmal 2 andere Leute, die ihre Meinung geben können und selbst, wenn der Vorsitzende anders entscheidet, gibt es Aktennotizen im Protokoll und es hilft für einen Widerspruch. Sorry, aber wir leben immer noch in einem Rechtsstaat. und wenn die zwei anderen Prüfer am liebsten eine 5minus aus Nettigkeit gegeben hätten, hilft ja nichts, aber eine 3 oder 4 wird es wohl kaum gewesen sein, dass sie eine 6 ohne zu murksen akzeptieren.

  • Genauso wissen viele Refs schon im Voraus von vorangegangenen 'Generationen', dass Studienleitungen X, Y und Z ganz spezielle Personen mit ganz speziellen Ansichten sind und man bei denen eher mal durchfällt als bei anderen. Wenn sich das dann auch in dieser Form bestätigt und man zuvor bereits sehr guten Unterricht von der durchgefallenen Referendarin gesehen hat, kommt man eben zu dem Schluss, dass die 6 mehr mit der Prüferin als mit dem Unterricht der Referendarin zu tun hat.

  • Ehrlich gesagt, finde ich es nicht so toll, dass mitten im Thread ein "weiteres" eröffnet wurde.. Ich habe es nur noch überflogen, weil ich bei dem ganzen Stress keine Lust habe herauszufiltern, was an mich und was an die andere Person gerichtet ist, die hier auch Probleme hat..


    Zusammenfassend kann ich nur sagen: Ich suche nicht die Schuld bei den anderen, aber es ist schon sehr offensichtlich, dass die Schule (ausgenommen die Schüler!) mich nicht gerade liebte, obwohl ich zu allem ja und amen sagte, dass ich eine Mentorin hatte, die mich nicht richtig unterstützte und dass mein Prüfer meine SL von früher kannte, ist auch nicht zu meinem Vorteil gewesen! Bei der 1. Prüfung habe ich es nachvollziehen können, durchgefallen zu sein, aber dieses Mal gar nicht. Zumindest eine 5 hätte man mir für die 1. Stunde geben können, damit ich mich in der 2. Prüfungsstunde beweisen kann! Mein Entwurf wurde mittlerweile von 4 weiteren Lehrern gelesen und kein einziger hätte mir dafür eine 5 gegeben! Es ist offensichtlich, dass sie ein persönliches Problem mit mir hatten.. Aus welchem Grund auch immer!

  • Ehrlich gesagt, finde ich es nicht so toll, dass mitten im Thread ein "weiteres" eröffnet wurde.. Ich habe es nur noch überflogen, weil ich bei dem ganzen Stress keine Lust habe herauszufiltern, was an mich und was an die andere Person gerichtet ist, die hier auch Probleme hat..


    Zusammenfassend kann ich nur sagen: Ich suche nicht die Schuld bei den anderen, aber es ist schon sehr offensichtlich, dass die Schule (ausgenommen die Schüler!) mich nicht gerade liebte, obwohl ich zu allem ja und amen sagte, dass ich eine Mentorin hatte, die mich nicht richtig unterstützte und dass mein Prüfer meine SL von früher kannte, ist auch nicht zu meinem Vorteil gewesen! Bei der 1. Prüfung habe ich es nachvollziehen können, durchgefallen zu sein, aber dieses Mal gar nicht. Zumindest eine 5 hätte man mir für die 1. Stunde geben können, damit ich mich in der 2. Prüfungsstunde beweisen kann! Mein Entwurf wurde mittlerweile von 4 weiteren Lehrern gelesen und kein einziger hätte mir dafür eine 5 gegeben! Es ist offensichtlich, dass sie ein persönliches Problem mit mir hatten.. Aus welchem Grund auch immer!


    Hallo Hamop76,


    ich glaube dir!
    Ich erlebe es auch gerade, dass eine gute Referendarin regelrecht zerlegt wird. Ich weiß nicht genau warum, aber alle, die sie kennen, können das nicht nachvollziehen. Ist schon krass, was in der Lehrerausbildung alles passieren kann. Man kann nur hoffen, selber nicht unter die "Räder" zu kommen. Deshalb ist es inzwischen auch ganz still im Seminar geworden, alle wollen nur noch irgendwie durch.


    der Buntflieger

  • @Buntflieger so erzieht man sich JA-Sager ran die nicht aufbegehren.
    Negatives und destruktives Verhalten kenne ich auch von einigen Seminarleitern. Einer meiner ehemaligen Kollegen war ebenfalls eine furchtbare Seminarleitung die dir Refis Nur zur Belustigung hat Spießruten laufen lassen.

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
    • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
    • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
  • @Buntflieger so erzieht man sich JA-Sager ran die nicht aufbegehren.
    Negatives und destruktives Verhalten kenne ich auch von einigen Seminarleitern. Einer meiner ehemaligen Kollegen war ebenfalls eine furchtbare Seminarleitung die dir Refis Nur zur Belustigung hat Spießruten laufen lassen.

    Hallo Kapa,


    anders kannst du im Referendariat aber nicht überleben. Es gibt keine Kriterien, sondern nur vage Blickwinkel auf Personen anhand noch weniger klarer Zielvorgaben.


    Wenn du Glück hast, ist das egal. Hast du Pech, dann bekommst du das u.U. ziemlich unschön zu spüren. Was da um mich herum so alles passiert in der letzten Zeit, das hat nicht mehr viel mit Humanität und Objektivität zu tun. Das ist zwischenmenschlich brutal. Notschlachtung wäre fast schon ein zu schöner Begriff dafür. :staun:


    der Buntflieger

  • Hallo Kapa,
    anders kannst du im Referendariat aber nicht überleben. Es gibt keine Kriterien, sondern nur vage Blickwinkel auf Personen anhand noch weniger klarer Zielvorgaben.


    Wenn du Glück hast, ist das egal. Hast du Pech, dann bekommst du das u.U. ziemlich unschön zu spüren. Was da um mich herum so alles passiert in der letzten Zeit, das hat nicht mehr viel mit Humanität und Objektivität zu tun. Das ist zwischenmenschlich brutal. Notschlachtung wäre fast schon ein zu schöner Begriff dafür. :staun:


    der Buntflieger

    Doch, kann und muss man. Ich hätte nämlich mit der Art und Weise mein Ref nie überlebt, wenn ich nicht mal mehr in den Spiegel schauen kann.

  • Ich schließ mich Susannae an: das war damals für mich nicht leicht und hat mir Probleme bereitet, aber im Gegensatz zu den rückgratlosen kriechern kann ich heut noch in den Spiegel schauen ohne mich zu schämen.



    Wenn ihr sowas im Referendariat habt: macht Meldung und lasst das nicht auf euch sitzen. Das geht aber nur wenn ihr das gemeinsam macht. Stillschweigend wegschauen geht gar nicht.

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
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    • Offizieller Beitrag

    Wenn man als Lehramtsanwärter wirklich gut ist und das diverse Stellen bereits durch Noten, Worte etc. bestätigt haben, ist ein "Aufbegehren" in der Tat einfacher.
    Trifft diese Bedingung nicht zu, ist man in der schlechteren Ausgangslage und kann seine Situation noch verschlechtern.


    Es mag auch Charaktertypen geben, die ungeachtet ihrer Situation für ihre Rechte und für ihr Fortkommen kämpfen und damit erfolgreich sind. Warum das so ist, hängt aber auch von den jeweiligen Bedingungen vor Ort ab.

  • Liebe Hamotep76,


    ich glaube dir auch. Manchmal gibt es Konstellationen im Ref, in denen keine objektive Bewertung mehr zu erwarten ist.
    Am besten alles noch einmal durchgehen, dir Hilfe von außen holen und das direkte Gespräch suchen. Nimm dir jemanden mit, der notfalls protokolliert. Und wie sieht es mit Einsichtnahme ins Prüfungs-Protokoll aus? Lass es nicht auf dir sitzen.


    @Buntflieger


    Ich würde mir an deiner Stelle echt Sorgen um die Mitreferendarin machen. Eine Freundin stand im Referendariat kurz vor dem Selbstmord (da ging es um persönliche unverschämte Angriffe) und sie ist deshalb nach einem Jahr ausgestiegen, auch weil nur Jasager im Seminar waren, die hintenrum gelästert haben, aber nach außen alles supitoll fanden und nie Kritik geäußert hätten. Echte Vorbilder für Schüler eben.


    In meinem Seminar gab es auch einen Mitreferendar, der nach allen Regeln der Kunst zerlegt wurde. Er hatte eine schlechte Note im ersten Examen und wie es der Zufall so will, hatte er auch in den Lehrproben 5er. Es war klar, dass er auf der Abschussliste stand. Der SL war ein stockkonservativer Beamter ohne jeden Sinn für Humor. Für ihn zählten nur Noten. Ein armer Mensch.


    Wir sind als Seminar in die Stunden des Mitrefis gegangen und haben ihn beraten. Er hat unserer Meinung nach sehr ordentlichen Unterricht abgeliefert und wir haben als Seminar gesammelt protestiert. Darauf war die Seminarschule nicht gefasst, dass sich ein Seminar solidarisch zeigt. Er bestand dann mit einem 3,4 er Schnitt und ist heute verbeamteter Mathelehrer. Ich hätte es mir nicht verziehen, wenn ich bei einer so offensichtlichen Ungerechtigkeit nichts gesagt hätte.


    Natürlich muss man danach mit negativen Auswirkungen rechnen, bei mir wurde aus bisher hoch gelobtem Unterricht dann plötzlich Mittelmaß, aber ich hatte genug positive Rückmeldung von anderen SL und ich hätte mich auch im Referendariat nicht so verbiegen können.


    Aber diese Entscheidung muss jeder selbst treffen.

    Einmal editiert, zuletzt von anjawill ()

  • Natürlich muss man danach mit negativen Auswirkungen rechnen, bei mir wurde aus bisher hoch gelobtem Unterricht dann plötzlich Mittelmaß, aber ich hatte genug positive Rückmeldung von anderen SL und ich hätte mich auch im Referendariat nicht so verbiegen können.
    Aber diese Entscheidung muss jeder selbst treffen.

    Hallo anjaby,


    das ehrt euch, dass ihr so solidarisch gehandelt habt! :top:


    Dafür benötigt man aber ein sehr aufgewecktes und stabiles Seminar. Und man muss eben so gut funktionieren, dass sie einen nicht ernsthaft knechten können. Das trifft aber nicht auf jeden zu, viele sind auf gezielt gesetzte positive Blickwinkel angewiesen, ich nehme mich da gar nicht aus.


    Ob ich also mein Standing für jemand anders gefährden würde? Wahrscheinlich im Extremfall trotzdem, weil ich da meistens sowieso nicht rational entscheide. Wäre nicht das erste Mal, dass ich mich wegen anderen in Probleme stürze. Aber viele können das einfach nicht, weil sie feige von Natur aus sind. Und dafür können sie selber ja nichts - so sind Menschen eben. Im Zweifel ziehen die allermeisten den *freiwillig zensiert* ein.


    der Buntflieger

  • Toll zu hören das dir dein Rückgrat so unwichtig ist.
    Nur nicht gegen ungerechte Vorgehensweisen aufbegehren. So entstehen Diktaturen und do ändert sich nie etwas an der Situation.
    Kleiner Tipp: das kann auch dich oder die andren Refis treffen. Also gebt euch nen Ruck und rafft euch gemeinsam auf.
    In meinem Seminar hat sich eine Kollegin nach Psychoterror und massiven Angriffen das Leben genommen. Dafür wäret ihr dann mitverantwortlich wenn do etwas passiert.

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
    • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
    • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
  • Leut, mögt ihr euch mal etwas entspannen?
    Im Moment haben wir folgende vagen Infos: Da ist jemand das zweite Mal durchgefallen. Die Referendarin hat das Stundenziel nicht erreicht, die Schüler nicht im Griff gehabt. Das Verhältnis zur Schule war schlecht.


    Ob die Mentorin das Durchfallen vorangetrieben hat und wie und warum wissen wir nicht. Es ist möglich aber nicht sicher und v.a. nicht zu ändern. Jetzt auch noch die Mitreferendare verantwortlich zu machen geht doch etwas weit würde ich sagen.


    Und ja, Menschen sollten sich füreinander einsetzen. Aber nein, für den Suizid eines anderen ist nicht das Kollegium zuständig. Kirche bitte im Dorf lassen.


    @Buntflieger, möchtest du nicht mal konkret werden, worüber du dich hier immer so plakativ beschwerst? Finde dieses übertriebene Referendariatsbashing etwas kindisch. Wenn es ernsthafte Probleme gibt, kann man sich an Vertreter wenden usw. und zwar besser bevor man durchfällt, sonst hat man das Problem der TE.

    Einmal editiert, zuletzt von Krabappel () aus folgendem Grund: automatischer Wortfindungssalat...

  • @Buntflieger, möchtest du nicht mal konkret werden, worüber du dich hier immer so plakativ beschwerst? Finde dieses übertriebene Referendariatsbashing etwas kindisch. Wenn es ernsthafte Probleme gibt, kann man sich an Vertreter wenden usw. und zwar besser bevor man durchfällt, sonst hat man das Problem der TE.

    Hallo Krabappel,


    das hab ich doch selbst oben irgendwo geschrieben, dass man sich vorher um Probleme kümmern sollte.
    Wie viele meiner Mitreferendare bin ich von der Ausbildung nicht gerade begeistert. Es wird hauptsächlich mit Druck-Methoden gearbeitet und wenig gefördert. Die SuS sollst du individuell fördern und wertschätzend behandeln, du selber wirst aber klein-klein gemacht und - wenn du Pech hast - windelweich geprügelt. Daher meine insgesamt negative Sichtweise. Das wird sich wohl auch so bald nicht ändern.


    der Buntflieger

    • Offizieller Beitrag

    @Buntflieger


    Das mag einerseits sicherlich so sein.
    Andererseits erlebe ich viele LehramtsanwärterInnen, die von sich aus ohne Druck sehr zurückhaltend, teils schüchtern, teils sehr "gehorsam" daherkommen. Da muss das Seminar gar nicht viel Druck ausüben. Das formale "Machtgefälle" zwischen Ausbilder und Auszubildenden macht das mitunter ganz von selbst.


    Die meisten unserer Schüler am Gymnasium mucken in der Regel nicht auf, selbst wenn sie mal ungerecht behandelt werden.


    Referendare sind meiner Erfahrung nach mitunter in diesem Punkt schlimmer als Schüler. Probezeitler mitunter auch.

  • In den letzten Jahren häufen sich Stunden von Referendaren und Praktikanten, die aus dem Internte stammen und noch etwas abgewandelt wurden (manche auch gar nicht).
    Mein letzter Praktikant hat eine Stunde nur aus Teilen zusammengeflickt, die er im Netz gefunden hat - ein Teil war für Oberstufe, einer für Gemeinschaftsschule 6. Klasse.
    Übrigens waren die AB gespickt mit Fehlern, war für ihn nicht so schlimm, war ja nur im Fach Deutsch.


    Das wird auch sehr offen kommuniziert und es waren keine Vorführstunden, über die Einstellung zur Arbeit habe ich mich aber doch gewundert. In meiner Ausbildung (noch nicht ewig her) waren wir sehr stolz darauf, uns die ersten Stunden selbst zusammengezimmert zu haben. Ich denke, auch nur so lernt man unterrichten, so lange es noch nicht "gefährlich" ist - ausprobieren und selber machen (zumal man in der Hospitationsphase durchaus noch Zeit hat).


    Da ergibt sich gerade ein massiver Generationenwechsel und die Generation der jetzigen Fachleiter kann ab und an mit der Arbeit der neuen Lehrergeneration wenig anfangen, was Fachwissen, Korrektheit und Klassenführung angeht. Scheint mir ein Generationenproblem zu sein.

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