Welcher Unterricht gibt euch mehr zurück? Mathe oder NWT

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    • Welcher Unterricht gibt euch mehr zurück? Mathe oder NWT

      Hallo liebe Lehrer,

      ich bin es nochmal. Ich bin gerade noch am Gestalten meiner Zukunft und werde zum Sommersemester mein gymnasiales Lehramtstudium beginnen. Glücklicherweise sind beide Fächer, welche für mich in Betracht kommen, zulassungsfrei. Das Zweitfach ist schon fix, jetzt muss ich mich nur noch zwischen Mathe und NWT entscheiden.
      Ich würde gerne eure Sichtweise nutzen, um selbst einzuschätzen, welches Fach mir mehr mehr liegt und mir in meinem noch langen Berufsleben mehr zurück gibt. Ich mag beides.
      In NWT würde ich ungefähr 2 Semester angerechnet bekommen, was natürlich ein Pluspunkt ist. Ich habe bereits das zweiwöchige Orientierungspraktikum gemacht und konnte einen Einblick in den Mathe- sowie NWT-Unterricht bekommen.
      Mathe mochte ich in meiner Schulzeit sehr gerne und auch im Orientierungspraktikum hat mir der Matheunterricht sehr gefallen, weil die Arbeitsatmosphäre wertschätzender war. In NWT war die Atmosphäre der Schüler eher so, dass das Fach eh nicht so wichtig ist.

      Mein Eindruck war, dass mich das Lehren von Geometrie, Stochastik, Kurvendiskussion evtl mehr befriedigt, als NWT. Ich würde mich sehr freuen, wenn mir ein paar NWT- und Mathelehrer ihre Sicht über das Faches abgeben würden. Speziell welche Fächer man lieber Unterrichtet und warum. Ich treffe die Entscheidung natürlich für mich, aber ich denke ein paar Eindrücke aus der Praxis sind dennoch hilfreich und bereichernd.

      Eine weitere Frage: wie groß ist denn der Arbeitsaufwand von Mathematik als Drittfach?

      Vielen Dank schonmal im Vorraus :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Tuuba ()

    • Was ich aus deinem Beitrag herauslese ist folgendes:

      - mir hat bei der Hospitation Mathematik besser gefallen
      - mir würde es besser gefallen Mathematik zu unterrichten
      - Ich würde in NWT etwas angerechnet bekommen

      In dem Fall würde ich dir zu Mathematik raten, da du ja vor allem später mit dem zufrieden sein solltest, was du machst.
      Ich hab kein NWT, kann die Fächer deshalb nicht direkt vergleichen aber grundsätzlich unterrichte ich das am liebsten, was mir mehr Spaß macht. Und das klingt bei dir eher nach Mathematik als nach NWT.

      Mathematik als Drittfach ist möglich aber durchaus mit viel Arbeitsaufwand verbunden, du solltest auf jeden Fall die gängigen Vorlesungen etc. an der Uni besuchen.

      Wenn dir für NWT einiges angerechnet werden kann, was spricht dagegen Mathematik als Zweitfach zu nehmen und dann NWT als Drittfach zu versuchen?
    • Was verstehst du denn unter „zurückgeben“? Leuchtenden Kinderaugen? Dann NWT als AG.

      Ich unterrichte Physik, Chemie und Mathematik. (Naja, meist auch noch alles Mögliche andere. Aber halt hauptsächlich.)

      Und wenn ich mich jetzt für ein Fach davon entscheiden müsste, könnte ich das nicht. Was ich lieber mache hängt ab vom Jahrgang, den Klassen, den Themen...
      Mathe in 5 bedeutet, man wuselt dauernd zwischend den Kindern herum. Muss hier helfend, da was zeigen, hinten links für Ruhe sorgen, vorne rechts zeigen, wie man den Zirkel hält (gleichzeitig.)
      Mathe in meiner eigegen 10. bedeutet (na gut, nicht immer): Die Schüler arbeiten, ab und zu meldet sich einer der Hilfe braucht, ich hole mir zwischendurch einen Kaffee.

      Chemie/Physik bei 5. Klässlern: neugierige, interssierte Kinder, die gerne zeigen, was sie schon können und wissen. Bei Experimenten etwas laut und wuselig.
      Ab Klasse 7: gelangweilte, lustlose, desinterssierte, im besten Fall galb schlafenden Pubertiere, denen völlig egal ist, was warum bei einem Experiment herauskommt. Die man trotzdmem gut im Auge behalten muss, weil die Hälfte nicht zugehört hat, nicht weiß was zu tun ist und wir den Fachraum und die Materialien auch in Zukunft noch brauchen.
      Die gleiche 10, wo Mathe so entspanennd ist, macht mich in Chemie wahnsinnig. Die sitzen einfach nur da. Und warten, dass due Stunde um ist. Einziger Arbeitsauftrag, der auf Anhieb befolgt wird ist „schreibt xy ab“.

      Das ist jetzt natürlich „etwas“ plakativ und überspitzt. Ich unterrichte alle 3 Fächer gerne. Aber eben abhängig von den Klassen. Wenn man etwas überreizt ist, in Mathe in 10 halt angenehmer als wuselnde 5.Klässler mit Gasbrennern. Wenn ich müde bin, habe ich lieber die Action mit den Kleinen als die Ruhe bei den Großen.

      Je nach Schulform/BL machst du später eh alles, vor dem du nicht wegläufst.
    • Vielen Dank euch zwei,

      hanuta schrieb:

      Was verstehst du denn unter „zurückgeben“? Leuchtenden Kinderaugen? Dann NWT als AG.
      Ich habe ein Jahr Englisch, Science und Geografie in Südamerika unterrichtet. Der Englischunterricht war mir immer am liebsten, weil die Schüler die Themen interessant fanden (Regenwald, Superhelden, Konflikte auf der Welt), anhand welcher man die Grammatik beibringt. In Science war es deutlich schwieriger, weil es die Schüler weniger interessiert hat, warum ein Klebstoff klebt, oder nicht etc. Aus meiner Erfahrung fand ich es befriedigender Englisch zu unterrichten, weil man aktuelle Themen und die Sichtweisen der Schüler in den Unterricht einbauen konnte. Davon habe ich beim Unterrichten mehr Zufriedenheit zurück bekommen.
      Da ich aber eher naturwissenschaftlich veranlagt bin, möchte ich NWT oder Mathe unterrichten und frage mich welches mir als Unterrichtsfach eher liegt, bzw welches Fach mich beim Unterrichten mehr erfüllt. (Es klingt vllt so, dass ich Unterrichen durch die rosa Brille betrachte, aber das ist nicht so. Ich weiß, dass Schüler häufig, oft, immer, wenig interessiert am Lernen sind und man auch oft frustriert ist.)

      hanuta schrieb:

      Die gleiche 10, wo Mathe so entspanennd ist, macht mich in Chemie wahnsinnig. Die sitzen einfach nur da. Und warten, dass due Stunde um ist. Einziger Arbeitsauftrag, der auf Anhieb befolgt wird ist „schreibt xy ab“
      So in etwa habe ich es auch beim Praktikum auch erlebt. Es schien so, dass Mathe mehr wertgeschätzt wird und dadurch das Arbeitsklima angenehmer/fachlicher ist.
      Wie sehen das andere Lehrkräfte?
    • Tuuba schrieb:

      hanuta schrieb:

      Die gleiche 10, wo Mathe so entspanennd ist, macht mich in Chemie wahnsinnig. Die sitzen einfach nur da. Und warten, dass due Stunde um ist. Einziger Arbeitsauftrag, der auf Anhieb befolgt wird ist „schreibt xy ab“
      So in etwa habe ich es auch beim Praktikum auch erlebt. Es schien so, dass Mathe mehr wertgeschätzt wird und dadurch das Arbeitsklima angenehmer/fachlicher ist.Wie sehen das andere Lehrkräfte?
      Wie Hanuta schon schrieb, das hängt stark von der einzelnen Klasse ab.
      Im Moment habe ich eine 10. die mich in Mathe wahnsinnig macht, die aber in anderen Fächern durchaus gut im Unterricht zu haben ist und mit der ich persönlich auch kein Problem habe. Aber das man halt mal Aufgaben selbst üben muss und was für den Abschluss tun muss, dass verstehen sie nicht.
      In anderen Klassen wiederum läuft Mathe besser als mein anderes Fach.

      Was genau verstehst du unter wertgeschätzt?
      Meine Schüler wissen alle, dass Mathe ein Vorrückungsfach und Prüfungsfach ist, weshalb sie auf jeden Fall in den Stunden vor der Schulaufgabe aufpassen und versuchen Sachen zu machen.
      Aber in allen Stunden passen sie deshalb nicht besser auf, machen auch nicht unbedingt ihr Zeug und sind genauso dabei wie in anderen Fächern auch.

      Aber wenn man die Schüler nach ihren Lieblingsfächern fragt, dann landet Mathe selten auf den vorderen Plätzen - und ist bei uns auch immer eines der Fächer mit den meisten 5er/6ern im Zeugnis (mit der Komi Mathe/BwR bin ich dann immer der Lehrer, der hinter den ganzen roten Noten steht :pfeifen: )

      (Das klingt vielleicht grad etwas frustriert - aber wie gesagt meine eine Klasse nervt mich im Moment tierisch :sauer: , das kann nächstes Jahr mit einer neuen Klasse schon wieder ganz anders aussehen. Und jetzt bin ich auch noch neidisch auf Hanuta, bei der die 10. Klasse einfach ihre Aufgaben bearbeitet)
    • Achwas, das klingt überhaupt nicht frustriert. Das kann ich voll nachvollziehen. Als ich das eine Jahr unterrichtet habe, hatte ich auch eine Klasse die mich wahnsinnig gemacht hat und hier ist die Zeit einfach nicht vergangen. Da konnte ich so oft auf die Uhr schauen, wie man wollte :D Ich war sehr froh, dass nicht jede Klasse so war. Diese Klasse hat deutlich mehr Energie verbraucht als der Unterricht in einer anderen. Rückblickend habe ich es trotzdem gerne gemacht, weshalb ich auf Lehramt umsatteln möchte.

      Milk&Sugar schrieb:

      Was genau verstehst du unter wertgeschätzt?

      Meine Schüler wissen alle, dass Mathe ein Vorrückungsfach und Prüfungsfach ist, weshalb sie auf jeden Fall in den Stunden vor der Schulaufgabe aufpassen und versuchen Sachen zu machen.
      Aber in allen Stunden passen sie deshalb nicht besser auf, machen auch nicht unbedingt ihr Zeug und sind genauso dabei wie in anderen Fächern auch.
      Genau so wie du es beschreibst, meinte ich es. Die Schüler wissen, dass es wichtig ist und versuchen es (auch wenn sie es evtl. hassen).
      Bei NWT hatte ich den Eindruck: "Ich hab ne 5 - egal" und wenn die ganze Klasse so eingestellt ist, kann das vermutlich auch ganz schön frustrieren. Ob das nur mein subjektiver Eindruck ist, weiß ich nicht. Vielleicht seht ihr das ja ganz anders?
    • Tuuba schrieb:


      Milk&Sugar schrieb:

      Was genau verstehst du unter wertgeschätzt?

      Meine Schüler wissen alle, dass Mathe ein Vorrückungsfach und Prüfungsfach ist, weshalb sie auf jeden Fall in den Stunden vor der Schulaufgabe aufpassen und versuchen Sachen zu machen.
      Aber in allen Stunden passen sie deshalb nicht besser auf, machen auch nicht unbedingt ihr Zeug und sind genauso dabei wie in anderen Fächern auch.
      Genau so wie du es beschreibst, meinte ich es. Die Schüler wissen, dass es wichtig ist und versuchen es (auch wenn sie es evtl. hassen).Bei NWT hatte ich den Eindruck: "Ich hab ne 5 - egal"
      NwT und Mathe sind beide in BaWü Hauptfächer.
      In keinem der beiden Fächer kann der Gedanke der Schüler bei einer 5 "egal" sein.
      Es ist eher so, dass der Eindruck "egal" bei NwT eher aufkommt, weil hier oft die schlechteste Note eine 4 ist.
      Wenn du selbst den Anspruch an das Fach hast, dass hinter einer 3 ordentlich Arbeit steckt, wird auch das Fach anders wertgeschätzt.
    • Hi,

      ich unterrichte Mathe/Info Sek I+II. Bei dem Mathestudium ist zu beachten,dass Argumente wie,"ich konnte Mathe in der Schule schon immer" und "der Matheunterricht hat mir im Orientierungspraktikum spaß gemacht", eigentlich,auf deutsch gesagt,scheiß egal sind. Natürlich muss man einen gewissen Grad von Spaß haben an dem,welches später unterrichtet wird,aber du musst erstmal das Mathestudium schaffen:D
      Mathe im Studium differiert um Lichtjahre von dem,was du in der Schule machst.Ich verweise da gerne auf Analysis 1-2 ,Stocha mist ,eventuell Numerik und LA1-2 je nach Uni.
      Dafür hast du dann später den Vorteil,dass,falls man es geschickt macht, wirklich fast nur eierschaukeln ist.Z.Bsp: Hab ich Montags einen Eph Kurs Mathematik und was soll ich sagen,ich bereite mich jetzt nicht großartig auf eine Kurvendiskussion und eine 1.Ableitung vor,müsste ich mich darauf fachlich vorbereiten,hätte ich höchstwahrscheinlich meinen akademischen Grad nicht verdient;)
      Informatik ist da auch nicht viel anders.

      Tipp von mir: Gib gas im Mathestudium,hör auf den Guru(Fachleiter) im Ref. und wenn du dann wirklich fertig bist,dann gehst du zu den Lehrer,die das schon ein paar Jahre machen und holst dir Tipp und Tricks,wie die Kiste läuft. Die Mathe typen sind i.A. alle gechillt und es ist easy peasy ;)
    • Vielen Dank für die Rückmeldungen.
      Das Mathe nicht leicht wird, ist mir bewusst. Ich hab auch ehrlich gesagt etwas Angst/Respekt davor. Mir ist bewusst, dass es nichts mit Schulmathe zu tun hat und es um Beweise etc. geht. Dennoch finde ich das Fach interessant und möchte es probieren. Da es mein Zweitstudium ist, wäre Scheitern eine mittlere Katastophe :D
    • Hallo,
      Ich muss mich leider nochmal melden ;)
      Eigentlich habe ich mich entschlossen Mathematik zu wählen, weil es mich etwas mehr interessiert.
      Jetzt komme ich allerdings gerade vom Prüfungsamt, welches mir die Leistungen für NWT angerechnet hat und es ist eine Menge. Es wurden sogar Kurse aus dem Master NWT angerechnet. Es bleibt neben Didaktik, Bio und Chemie kaum etwas übrig und es wäre möglich das gesamt Studium in ungefähr 7 Semester durchzuziehen.
      Aus diesem Grund möchte ich mich nochmal über das Fach NWT informieren. Ich hatte dieses Fach selbst nicht (es ist ja ziemlich neu) und weiß eigentlich gar nicht, was und wie in NWT unterrichtet wird.
      Ich würde mich rießig freuen, wenn ein NWT Lehrer aus BW dazu was sagen könnte, um mir zu zeigen was in dem Fach so behandelt wird. Vllt wäre es am einfachsten, wenn wir am Telefon 10min quatschen.
      (Den Lehrplan habe ich mir bereits angeschaut)

      Vielen Dank im Vorraus schonmal :)
    • Hallo,

      meiner Erfahrung nach wird NWT an vielen Schulen unterschiedlich unterrichtet:
      Von oben gewünscht: Ein NWT Lehrer zieht das ganze Schuljahr durch.
      Von vielen(*) Kollegen eher geliebt: NWT Gruppen liegen parallel und die Gruppen wechseln innerhalb des Schuljahrs den Lehrer.

      Ist bei uns in Trimestern organisiert, passend zu unseren drei Parallelklassen. Heißt für mich: ich übernehme ein Thema zB aus NWT 10 und unterrichtet das bei 10a bis kurz vor Weihnachten, das gleiche Thema dann bei der 10b bis ca Ostern und dann bis zum Sommer noch einmal bei der 10c.
      Die Schüler schätzen durchaus die Abwechslung bei den Lehrern und ich bin in diesem Unterricht meist sehr entspannt, weil ich diesen Unterrichtsgang wirklich schon x mal unterrichtet habe und so langsam alle Fallstricke kenne und Anpassungen an unterschiedliche Schülergruppen aus dem Ärmel schüttele.
      Die Stundenplaner sind mit der Lösung auch ganz zufrieden, weil sie die NWT Gruppen aufgrund der Wahl der 3. Fremdsprache ohnehin parallel laufen lassen müssen.

      (*) eine Kollegin schimpft: ihr wurde in ihrem ersten Jahr (vor 7 Jahren) ein Thema zugeschoben, mit dem sie nicht warm wird. Sie hat das mittlerweile ca. 20 mal unterrichtet, hat sich eingearbeitet, aber Spaß macht es ihr immer noch nicht. Sie ist aber die einzige NWT Kollegin, die mit unserem System unzufrieden ist. - Und sie möchte auch keinesfalls noch weitere Themenbereiche hinzubekommen!

      Mein Vorschlag an dich wäre, bei einer Schule anzufragen, ob du hospitieren kommen dürftest. Und dann NWT einfach mal anschauen! Und evtl an einer anderen Schule auch anschauen... Sprich mit Kollegen über Stunden, die du gesehen hast. Sprich mit Schülern, wie sie das Fach wahrnehmen. Und dann behalte im Hinterkopf, dass es an der dritten Schule schon wieder ganz anders sein könnte.

      Viel Erfolg und Freude mit der weiteren Beschäftigung mit dem Thema!
      Grüße, Clira
    • state_of_Trance schrieb:

      Ich möchte nochmal zu bedenken geben, dass es das Fach "NWT" nicht in allen Bundesländern gibt (falls überhaupt in welchen außer BW).

      Das wird vielen nichts ausmachen, im Hinterkopf behalten sollte man es aber schon.
      Zur Präzisierung: in keinem anderen Bundesland - BW ist tatsächlich das einzige.