#FridaysforFuture - Nanu, Frau Merkel!

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    • Kippelfritze schrieb:

      Die Idee von Frau Barley unter dem Eindruck dieser Demonstrationen, das Wahlalter auf 16 zu senken (Bundestagswahlen?) halte ich hingegen für puren Aktionismus.
      Das ist kein Aktionismus, das ist pure Machtpolitik. Seit jeher wissen die Sozen aus Umfragen, daß die jungen Wähler eher links und die älteren Wähler eher rechts/konservativ wählen. Je weiter das Walhalter gesenkt wird, desto mehr Wähler für die SPD. Das geht doch schon mindestens seit den 1970er Jahren so.

      Kippelfritze schrieb:

      Von "Strafen wegen Schwänzens" halte ich wiederum nichts. Man sollte das auf fantasievolle Weise nacharbeiten lassen (ein Projekt, ein Treffen am Nachmittag, eine Hausarbeit zum Thema, Unterricht am Samstag ...).
      Sehe ich anders. Wer ohne Strafe demonstriert, tut dies nur um blaumachen zu können. Wer trotz z.T. extremer Folgen deomnstrieren geht, Hut ab. Und bei extremen Folgen denke ich zuerst an Klausuren, die man unentschuldigt versäumt hat, die entsprechend mit der Note 6 zu werten sind und was zur Folge hat, daß man das Schuljahr wiederholen muß.

      Leute, die solche Folgen in Kauf nehmen, Chapeau! ... Der Rest der Schüler sind nur Oportunisten.
    • Ich halte keine dieser Schüler und Schülerinnen nicht für Opportunisten. Ich halte die, die nicht hingegen, für träge und gedankenlos. Während der Schulzeit streiken ist alles andere als billig. Zum Vergleich: Ausschluss vom Unterricht ist eine ernste Ordnungsmaßnahme, die auch von allen, die ich kenne, so gesehen wird.

      Die Forderung, Schüler und Schülerinnen sollen kalter duschen als die Erwachsenen, kann ich nicht ernst nehmen. SuS haben weniger Autos, sind eher Vegetarier, bestimmen nicht über Flugreisen - jetzt wären erst mal die Erwachsenen dran.
      "Schlimmes geschähe dir da, mein Bester, wenn du nach Athen gekommen, wo in ganz Hellas die größte Redefreiheit herrscht, dann hier als einziger an ihr nicht teilhaben solltest. Aber setze auch dagegen: wenn du weitläufig redest und nicht das Gefragte beantworten willst, daß auch mir Schlimmes geschähe, wenn ich nicht weggehen dürfte, ohne dich zu hören." (Platon, Gorgias)
    • Die gegenwärtige "Bewegung" zeigt mittlerweile Züge einer neuen Religion. Und Greta ist die Auserwählte, die Heilsbringerin, der Kinder und Jugendliche hinterherlaufen.
      Das arme Mädchen (Mädchen mit 16?, besser "junge Frau") wird gnadenlos missbraucht und merkt es nicht, kann es nicht merken, da sie ja nun einmal ein Handicap hat.

      Jeder, auch unsere Schüler, hat das Recht der freien Meinungsäußerung. Das ist unbestritten. Ich verstehe nur nicht, dass in der letzten Zeit einige glauben, immer und ohne Rücksicht auf andere Regeln ihr Meinung äußern zu müssen.
      Was sich nämlich die letzten Jahre tatsächlich geändert hat, ist, dass heutzutage jeder Laienprediger meint, mit seinem Recht auf freie Meinungsäußerung die geltenden Gesetze außer Kraft setzen zu können, und dabei gerne die Durchsetzung höherrangiger Gesetze und Rechte mit Zensur oder Unterdrückung verwechselt.
      Und die Schulpflicht ist ein höherrangiges Gesetz, so lange bis irgendein Verwaltungsgericht die Schülerdemos als "höherwertig" einstuft.

      Jeder Schüler, jeder Schülerin und alle anderen Geschlechter dürfen selbstverständlich demonstrieren, aber eben nicht in der Schulzeit. Treffen die sich freitags nach der Schule ist alles in Ordnung.
      Natürlich stimmt es, dass sie dann weniger Aufmerksamkeit auf sich ziehen würden. Aber nicht, weil die Medien sie dann nicht beachten würden, sondern weil sie dann höchstens noch ein Zehntel an demonstrierenden Schülern zusammenbekommen würden.

      Ich könnte jetzt mich noch ewig über einige Forderungen (man muss sich nur die Plakate und die Interviews mit den Schülern ansehen) aufregen. Einiges ist dabei schon sehr grenzwertig.
      Nur so viel. Smartphones sind vor allem unter den Jugendlichen weit verbreitet. Und die rufen damit nicht unbedingt an, sondern nutzen massiv das Internet, Soziale Medien usw.
      Ich zitiere den Energieexperten Clemens Rhode des Fraunhofer-Instituts:
      "Der Energiebedarf deutscher Rechenzentren liegt momentan bei zehn bis fünfzehn Terawattstunden - je nachdem welche Bilanzgrenzen man da zieht ... Um den Energiebedarf der Rechenzentren zu decken, bräuchte es alleine vier mittelgroße Kohlekraftwerke. ..."
      Und dann laufen unsere Schüler mit der Forderung nach der sofortigen Abschaltung der Kohlekraftwerke herum.

      Es ist nun einmal so, dass jemand im jugendlichen Alter gerne niedliche Eisbärenbabys usw. retten möchte, nur leider kaum Wissen über die wirklich komplexen Zusammenhänge des Klimas hat.
      Deutschland schaltet die weltweit sichersten Kernkraftwerke ab. Nun fordern unsere Schüler die Abschaltung der weltweit saubersten Kohlekraftwerke. Und das noch in der Zeit, in der sie eigentlich die Verpflichtung haben, sich Wissen anzueignen, das eine realistischere Einschätzung der Probleme und ihrer Lösung erleichtert.
      Nein, dafür habe ich kein Verständnis.

      LG Steffen

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von stpolster ()

    • Ich würde gerne mal die Beteiligung an einem regelmäßigen #sundaysforfuture sehen. Die würde sicherlich ganz anders ausfallen.
      Ein paar glauben wirklich dran, das sehe ich ein, aber der Großteil macht doch blau.

      Ich bin regelrecht schockiert, dass es hier Leute gibt, die dieses Verhalten gutheißen.
    • plattyplus schrieb:


      Sehe ich anders. Wer ohne Strafe demonstriert, tut dies nur um blaumachen zu können. Wer trotz z.T. extremer Folgen deomnstrieren geht, Hut ab. Und bei extremen Folgen denke ich zuerst an Klausuren, die man unentschuldigt versäumt hat, die entsprechend mit der Note 6 zu werten sind und was zur Folge hat, daß man das Schuljahr wiederholen muß.
      Leute, die solche Folgen in Kauf nehmen, Chapeau! ... Der Rest der Schüler sind nur Oportunisten.

      Nur die ganz Harten kommen in den Garten?
      Wer also das Jahr nicht wiederholen muss, hat es quasi umsonst gemacht? Dann kann man verstehen, dass man sich in Deutschland über ein paar Tausende auf einer Demo freut (zugegeben, es ist in den letzten 20 Jahren deutlich besser geworden, mit der deutschen Streik- und Demokultur). Warum gehen nicht die ArbeitnehmerInnen in ihrer Freizeit demonstrieren? Warum nehmen sie nicht das Risiko einer Kündigung in Kauf?
      Du bist oft einer der ersten, der sich über seine Arbeitsbedingungen beschwert. Warst du schon einmal dafür demonstrieren? In deiner Arbeitszeit? (Risiko einer Abmahnung / Akteneintrags, weil Beamten nicht streiken dürfen?) In deiner Freizeit? Dich ganz offensichtlich geweigert, einen streikenden Kollegen zu vertreten? Den Streik thematisiert, damit man im Lehrerzimmer weiß, dass gerade an dem Tag draußen Angestellte etwas erstreiken, was uns lieben BeamtInnen unverschämterweise übertragen wird?

      Es _können_ nunmal nicht ALLE ganz harte Sanktionen in Kauf nehmen. Das tun aber schon viele. Die allermeisten SchülerInnen kriegen unentschuldigte Fehlstunden auf dem Zeugnis. Ist es denn in der 9./10./11./12. Klasse etwa nicht besonders relevant? Die Masse an Demonstrierenden ist wichtig. Das ist schön, dass einige auch dazu kommen, die eh unbestraft schwänzen könnten. Schließlich könnten sie nach Hause gehen, wenn es an deren Schulen angeblich keine Konsequenzen gibt.

      Nee, eine Klausur habe ich nie versäumt, habe allerdings genug Demos und Aktionen mitgemacht, dass das eine oder andere Semester einfach am A. war und ich also länger studieren durfte. Trotz Selbstfinanzierung. Prioritäten muss man setzen. und für seine Werte einstehen können. Es mögen nicht deine sein, aber du kannst da nicht höhere Maßstäbe an andere setzen, als du an dir selbst anlegen würdest. (sorry, Unterstellung. Mein Beitrag ist hiermit hinfällig, wenn du doch ein ganz aktiver Streikender bist)
    • CDL schrieb:

      Kippelfritze schrieb:

      Die Idee von Frau Barley unter dem Eindruck dieser Demonstrationen, das Wahlalter auf 16 zu senken (Bundestagswahlen?) halte ich hingegen für puren Aktionismus. Bei aller Wertschätzung glaube ich doch, dass es eine sehr kleine Minderheit unserer Kinder und Jugendlichen ist, die sich politisch interessiert und auch Ahnung hat, was sie da wählen (sollen).
      Aha und ab welchen Alter setzt dann magischerweise das politische Interesse bei einer Mehrheit ein?...

      Ich finde, es gibt eine gute Grenze für das Wahlalter (zumindest gab es sie mal), das ist die Volljährigkeit. Dabei sollte es bleiben. Wer heute 16 Jahre fordert, wird in 10 Jahren 14 Jahre fordern ... oder je eine Wahlstimme pro Kind für die Eltern (ja, auch das gab es schon als Idee).

      Schön fände ich dann noch, wenn für Wahlfunktionen (Abgeordnetenmandate z.B.) ein höheres Alter nötig ist, damit wir da nicht immer mehr Leute haben, die nie etwas anderes kennengelernt haben als Parteipolitik, Parteistrukturen, Parteiintrigen ...

      plattyplus schrieb:

      ...

      Kippelfritze schrieb:

      Von "Strafen wegen Schwänzens" halte ich wiederum nichts. Man sollte das auf fantasievolle Weise nacharbeiten lassen (ein Projekt, ein Treffen am Nachmittag, eine Hausarbeit zum Thema, Unterricht am Samstag ...).
      Sehe ich anders. Wer ohne Strafe demonstriert, tut dies nur um blaumachen zu können. Wer trotz z.T. extremer Folgen deomnstrieren geht, Hut ab. Und bei extremen Folgen denke ich zuerst an Klausuren, die man unentschuldigt versäumt hat, die entsprechend mit der Note 6 zu werten sind und was zur Folge hat, daß man das Schuljahr wiederholen muß.
      Leute, die solche Folgen in Kauf nehmen, Chapeau! ... Der Rest der Schüler sind nur Oportunisten.

      Das finde ich auch und ich bin sicher, es gibt unter diesen engagierten jungen Leuten viele, die auch Nachteile in Kauf nehmen würden. Dabei bin ich aber weniger für Nachteile, die man ihnen bereiten sollte, sondern dafür, "die Spreu vom Weizen zu trennen" - eben dadurch, dass ausgefallener Unterricht in einer fantasievollen Form nachgearbeitet werden muss. Dann wird man schon sehen, wem der Klimaschutz wirklich etwas wert ist.

      Engagierte Lehrer könnten sich ja dann auch mal unterstützenderweise bereiterklären, an anderen Tagen (samstags?) nachmittags ausgefallenen Unterricht mit den Schülern nachzuholen. (Dann könnte man sehen, ob sie sich nicht auch einfach nur über ausfallenden Unterricht freuen.)
      Für alles gibt es ein Publikum und für jede Meinung das passende Argument.

      Wir sind gewohnt, dass die Menschen verhöhnen, was sie nicht verstehn... (Johann Wolfgang Goethe: Faust I )
    • Kippelfritze schrieb:


      ... sondern dafür, "die Spreu vom Weizen zu trennen" - eben dadurch, dass ausgefallener Unterricht in einer fantasievollen Form nachgearbeitet werden muss. Dann wird man schon sehen, wem der Klimaschutz wirklich etwas wert ist.
      Dir ist schon klar, dass du auch über deine Welt sprichst, die zerstört wird? Klar, wir sind so alt, dass die Erde uns wahrscheinlich noch aushalten wird. Vor allem uns hier in Mitteleuropa, unser Müll wird in anderen Erdteilen verbrannt und wenn die Meeresspiegel weiter steigen, müssen bloß die Syltbewohner umziehen, die haben eh zu viel Geld.
      Ein 16-Jähriger hat aber noch ein paar mehr Jährchen vor sich. Das ist doch keine Witzveranstaltung!

      Komische Debatte hier, ehrlich. Wieso muss sich ein Teenie rechtfertigen, wenn er an einer Demo teilnimmt?
      Und ja, kein Mensch weiß, was es bedeuten würde, Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke abzuschalten, niemand hat einen Plan, wie die Energieversorgung der Zukunft aussehen soll. Weder unsere Zehntklässler, noch die Erwachsenen. Deswegen wirds Zeit, diejenigen mit einem Rachen voll Geld und Verantwortung an ihr Geld und ihre Verantwortung zu erinnern.

      Wie wärs, wenn Konzerne wie E.ON, oder lass mal googeln, Duke Energy Geld in die Forschung zu ressourcenschonenenden Energien investieren würden? Oder VW in die Frage, obs noch was anderes als Diesel gibt? Nennt mich naiv, aber was diese Jugendlichen sehen ist das, was ich auch sehe: "verdammte Scheiße, unsere Welt wird zugrunde gerichtet und wir haben keinen Plan, was wir tun sollen."

      Aber vielleicht sind hier ja weniger naive Menschen unterwegs, die einen ausgetüftelten Plan in der Tasche haben und daher der Jugend sagen können, hey, chillt mal, Freitag 16 Uhr demonstrieren reicht doch ooch noch.
    • Krabappel schrieb:

      Deswegen wirds Zeit, diejenigen mit einem Rachen voll Geld und Verantwortung an ihr Geld und ihre Verantwortung zu erinnern.
      Wie wärs, wenn Konzerne wie E.ON, oder lass mal googeln, Duke Energy Geld in die Forschung zu ressourcenschonenenden Energien investieren würden? Oder VW in die Frage, obs noch was anderes als Diesel gibt?
      Falls sich damit Profit machen lässt, machen die das schon von ganz alleine. So wie diverse kleine und große Öko/Bio/Fair-Trade/etc.-Unternehmen auch.
      Auch ganze Staaten setzen zunehmend auf erneuerbare Energien, um sich aus der teilweisen Abhängigkeit von anderen Staaten zu befreien.

      Eine "Verantwortung", an die Politk und Wirtschaft "erinnert" werden sollen, existiert doch de facto gar nicht, außer in den Köpfen derjenigen, die Wahlversprechen und Sonntagsreden für bare Münze nehmen.
    • Krabappel schrieb:

      Morse schrieb:

      Falls sich damit Profit machen lässt, machen die das schon von ganz alleine. ...
      Das ist logisch, darauf möchte aber der Rest der Welt nicht warten. Und da es nicht jeder aushält, stillzusitzen, geht er/sie eben demonstrieren. Ob das was ändert, kannst du auch nicht abschätzen, du kannst es nur für dich als sinnlos abtun.

      Ich finde die diese Schüler-Streiks gar nicht sinnlos und wollte die auch nicht als solches abtun.
      Jeder, der sich für Politik interessiert, hat ja irgendwann und irgendwo mal angefangen. Dass zwar jede Politik eine Moral hat, die sie rechtfertigt, aber keine Politik moralische Grundsätze hat, das werden die Jugendlichen dann schon noch selbst merken, wenn sie am Ball bleiben.
    • CDL schrieb:

      Das wäre mir jetzt zu schwarz-weiß Morse. Politik wird von Menschen gemacht. Diese Menschen haben natürlich individuelle Werthaltungen, die in ihren poltiischen Entscheidungen- gerade bei freien Abstimmungen- u.a. zumTragen kommen.
      Diese individuellen Werthaltungen scheinen beim Thema Vermögen ja recht einig zu sein, wenn man sich mal ansieht, wie das tatsächlich verteilt ist. Vermeintliche Moral hin, tatsächliche Moral her.
    • Ich habe mir gerade noch einmal ein paar Äußerungen der "kleinen Greta" angesehen/angehört und mir wird Angst!
      Gretas Forderungen sind nicht nur extrem, sie droht auch:

      „Wir werden sie nicht davon kommen lassen.“

      Mit "sie" meint sie die "weißen, alten Männer" der Katharina Schulze.
      Das klingt sehr bedenklich nach Aufforderung zu mehr als verbalen Protesten.

      So etwas gab es schon mehrfach. Zum Beispiel während der "Kulturrevolution" in China wurden Kinder und Jugendliche gegen die Erwachsenen so aufgestachelt, dass das Land ins Chaos stürzte. Religiöse Fanatiker haben in nahezu jeder Religion in der Geschichte Kinder so weit manipuliert, dass sie mit Gewalt gegen Menschen mit anderer Nationalität, Religion oder Weltanschauung militant vorgingen. Beispiele gibt es leider viel zu viel.
      Nun sind wir zwar (Gott sei Dank) noch lange nicht soweit, aber eine Aussage Gretas:

      Die Erwachsenen sagen immer, wir müssen den jungen Menschen Hoffnung machen, aber ich will eure Hoffnung nicht. Ich möchte nicht, dass ihr hoffnungsvoll seid. Ich möchte, dass ihr in Panik geratet. Ihr sollt die Angst spüren, die ich jeden Tag spüre. (Zitat von MDR-Nachrichten)

      ist schon eingetreten. Sie macht mir wirklich Angst. Nur eben ganz anders, als sie denkt.
      Wir sollten nicht zu schnell die "Aktivistin" Greta positiv finden. Politisches Interesse unserer Schüler ist sehr gut, aber Vorsicht ist immer angesagt, wenn jemand zu radikal auftritt.
      Als Lehrer sollten wir die Sorgen unserer Schüler sehr ernst nehmen und mit ihnen sprechen. Wir sind aber auch verpflichtet, sie zu schützen. Rattenfänger gibt es nicht nur im rechten Lager.

      LG Steffen
    • stpolster schrieb:


      Wir sollten nicht zu schnell die "Aktivistin" Greta positiv finden. Politisches Interesse unserer Schüler ist sehr gut, aber Vorsicht ist immer angesagt, wenn jemand zu radikal auftritt.

      Oh mein Gott!!! die Radikalaktivistin Greta!! Sie sitzt jeden Freitag auf einem öffentlichen Platz!!! Hiiiiiilfe!
      und jetzt hält sie sogar Reden!
      in denen sie sagt, dass die erwachsene Generation dafür zahlen muss, dass sie sich nicht um die Umwelt gekümmert hat. Es MUSS ein versteckter Hinweis auf Massenvandalismus und Morddrohungen sein.

      Dass ich nicht lache. Wir sind immer noch in Deutschland und auf dem Rasen steht ein Schild...
    • Zurück zum Thema Schulpflicht. Ich halte es für gut und richtig, dass diese Tage als unentschuldigt gelten. Es fällt mir immer stärker auf, dass Lehrer ihre Neutralitätspflicht vergessen. Ganz egal, was ich persönlich davon halte, Schulpflicht ist Schulpflicht.
      Ich finde politisches Engagement der Schüler prima und ich denke auch, dass viele Schüler politisch sehr interessiert sind und es nicht primär ums Schwänzen geht.

      Aber wenn ein Schüler fehlen möchte, dann muss er auch mit den Konsequenzen leben. Eigenverantwortung ist hier das Stichwort.

      Ich halte es für fatal, wenn genau diese Verantwortung ausgehebelt wird.
    • Was würde eigentlich passieren, wenn die Klasse oder ein Kurs mit Lehrer*in die Demo als außerschulischen Lernort aufsuchte... - sagen wir ein- bis zwei Mal im Monat? Inhaltlich könnte man das doch mit einigen Fächern bzw. Lehrplänen begründen... :top:
      L.G. Pia
    • primarballerina schrieb:

      Was würde eigentlich passieren, wenn die Klasse oder ein Kurs mit Lehrer*in die Demo als außerschulischen Lernort aufsuchte...
      Du verstößt mit einer Demo in der Arbeitszeit gegen die Neutralitätspflicht.

      Siehe dazu: §2, Absatz 8 Schulgesetz NRW:
      "Die Schule ermöglicht und respektiert im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unterschiedliche Auffassungen. Schulleiterinnen und Schulleiter, Lehrerinnen und Lehrer sowie Mitarbeiterinnen undMitarbeiter gemäß § 58 nehmen ihre Aufgaben unparteilich wahr. Sie dürfen in der Schule keine politischen, religiösen, weltanschaulichen oder ähnlichen Bekundungen abgeben, die die Neutralität des Landes gegenüber Schülerinnen und Schülern sowie Eltern oder den politischen, religiö-sen oder weltanschaulichen Schulfrieden gefährden oder stören. Insbesondere ist ein Verhalten unzulässig, welches bei Schülerinnen und Schülern oder den Eltern den Eindruck hervorruft, dass eine Schulleiterin oderein Schulleiter, eine Lehrerin oder ein Lehrer oder eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter gemäß § 58 gegen die Menschenwürde, die Gleichberechtigung nach Artikel 3 des Grundgesetzes, die Freiheitsgrundrechte oderdie freiheitlich-demokratische Grundordnung auftritt. Die Besonderheitendes Religionsunterrichts und der Bekenntnis- und Weltanschauungsschulen bleiben unberührt."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von plattyplus ()

    • Aus dem Kerncurriculum Oberstufe Hessen:
      Demokratie und Teilhabe / zivilgesellschaftliches Engagement: sozial handeln, politi-sche Verantwortung übernehmen; Rechte und Pflichten in der Gesellschaft wahrnehmen; sich einmischen, mitentscheiden und mitgestalten; sich persönlich für das Gemeinwohl en-gagieren (aktive Bürgerschaft); Fragen des Zusammenlebens der Geschlechter / Generatio-nen / sozialen Gruppierungen reflektieren; Innovationspotenzial zur Lösung gesellschaftlicher Probleme des sozialen Miteinanders entfalten und einsetzen; entsprechende Kriterien des Wünschenswerten und Machbaren differenziert bedenken
      Nachhaltigkeit / Lernen in globalen Zusammenhängen: globale Zusammenhänge bezo-gen auf ökologische, soziale und ökonomische Fragestellungen wahrnehmen, analysieren und darüber urteilen; Rückschlüsse auf das eigene Handeln ziehen; sich mit den Fragen, die im Zusammenhang des wissenschaftlich-technischen Fortschritts aufgeworfen werden, aus-einandersetzen; sich dem Diskurs zur nachhaltigen Entwicklung stellen, sich für nachhaltige Entwicklung engagieren
      Selbstbestimmtes Leben in der mediatisierten Welt: den Einfluss von digitaler Kommuni-kation auf eigenes Erleben und persönliche Erfahrungen wahrnehmen und reflektieren; den medialen Einfluss auf Alltag und soziale Beziehungen sowie Kultur und Politik wahrnehmen, analysieren und beurteilen, damit verbundene Chancen und Risiken erkennen; Unterschiede zwischen unmittelbaren persönlichen Erfahrungen und solchen in „digitalen Welten“ iden-tifizieren und auch im „online-Modus“ ethisch verantwortungsvoll handeln; einen selbstbe-stimmten Umgang mit sozialen Netzwerken im Spannungsfeld zwischen Wahrung der Pri-vatsphäre und Teilhabe an einer globalisierten Öffentlichkeit praktizieren; in der media-tisierten Welt eigene Interessen und Bedürfnisse wahrnehmen (...)

      Themeninhalte Englisch E1/2:

      E.2 Making a difference (Die Welt verändern)
      – volunteering and commitment (Ehrenamt und Engagement)
      – generation gap (Generationenkonflikt)
      – rights and obligations (Rechte und Pflichten)

      E.3 The Blue Planet (Der blaue Planet)
      – saving our planet (die Rettung unseres Planeten)
      – the environmental footprint (der ökologische Fußabdruck)
      – taking responsibility (Verantwortung übernehmen)

      In den Lehrwerken finden sich zu beiden Themen massenweise Artikel und Geschichten über Menschen, die sich zum Schultze der Umwelt oder der Mitmenschen engagiert oder gestreikt oder anderweitig wirksam protestiert, etwas blockiert, etwas erfunden oder sich etwas verweigert haben, ziviler Ungehorsam wird diskutiert, mediales politisches Engagement und viele andere Formen von "making a difference".

      Das unterrichtet man in der E ein halbes Jahr lang. Und geht man allen Ernstes hin und sagt "Vergesst die Texte und das ganze Gedöns, das waren ja nur Texte, wie immer in der Schule. Kümmert euch lieber um eure Pensionen (bzw. eher um MEINE!) und darum, dass das mit der Grammatik klappt. Geschwänzt wird nicht!" :/

      Die Schülerinnen, die ich kenne, wollen dafür gar keinen Freibrief/Entschuldigungen. Die wollen gehört werden. Sie haben es verstanden und dafür haben sie meinen Respekt.
      WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
      World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
      yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.
    • Die SuS, die aus Überzeugung da hin gehen und nicht weil Unterricht ausfällt, die haben meinen Respekt und ich freue mich, dass wir solche jungen Leute haben, denen etwas so wichtig ist, dass sie Nachteile dafür in Kauf nehmen.
      Und bzgl. der Frage, ob da nur welche mitlaufen, weil Unterricht ausfällt (bei uns haben die Direktoren der örtlichen Schulen erst einmal vereinbart, keine Schulstrafen auszusprechen, somit ist das Risiko nicht sehr hoch): Mein Eindruck ist, dass ihre Zahl recht überschaubar ist.

      Ich würde mich allerdings auch freuen, wenn die SuS, denen die Umwelt so wichtig ist, auf ihre MitschülerInnen einwirken könnten, dass z.B. unsere Pausenhalle nach der Pause nicht ausschaut wie eine Müllkippe.
    • Es gibt ja auch im Beamtenrecht durchaus Möglichkeiten der kreativen Lösungssuche: Begleitung einer Klasse, die einen klaren Arbeitsauftrag erhält (z.B. Interviews mit Anwesenden SuS zu deren Motivationen führen anhand eines vorab erarbeiteten Interviewleitfadens). Die Klasse erhält die offizielle Ansage ihrer Lehrkraft, dass weder Lehrer, noch Klasse mitdemonstrieren können während der Schulzeit, sondern die SuS einen Arbeitsauftrag zu erfüllen haben, den sie eben nur bei dieser Demo erfüllen können. Man steht mit den SuS entsprechend am Rand der Demo. Wenn dann einzelne SuS von ihrem Recht auf Meinungsfreiheit Gebrauch machen und etwas mitskandieren erinnert man sie an ihren Arbeitsauftrag mit dem Nachdruck, den man für nötig hält. So etwas geht natürlich nicht an jeder Schule, aber je nach SL und Art des Anliegens, gibt es da Möglichkeiten.

      (Habe letztes Jahr von einem Vorgehen fast wie beschrieben von einigen Gymnasien in BaWü vor dem Hintergrund einer rechtsextremen Demo direkt vor dem Schulgelände gehört. Dieses Vorgehen war natürlich mit den Schulleitungen abgesprochen, die die Verantwortung dafür auch übernommen haben. Kollegen blieben am Rand stehen, beaufsichtigten lediglich demonstrierende Schüler, die ihr Recht auf Meinungsfreiheit (vom sicheren und polizeilich gesicherten Schulhof aus) nutzen wollten. Unterricht war aus Sicherheitsgründen sowieso nicht möglich während die Demonstration an der Schule vorbeizog.)