Mit Quereinstieg-Sek II später Grundschullehrer werden?

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    • Mit Quereinstieg-Sek II später Grundschullehrer werden?

      Hallo ihr Lieben,

      vielen Dank erst mal, dass ich in dieses Forum aufgenommen wurde :gruss: . Nun, ich habe mich für das Berufsbegleitende Referendariat (bRef)Mathe und Physik beworben,
      da ich Dipl. Physikerin bin. Ich liebe es Menschen zu animieren, über physikalische Zusammenhänge nachzudenken. Theoretisch könnte ich das bRef im Bereich Gymnasium absolvieren. Ich habe bei den zuständigen Ansprechpartnerinnen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie angefragte, ob ich nach Absolvierung auch an Grundschulen in Berlin unterrichten könnte. Die Antwort war, dass sie es mir nicht sagen könnten.
      Nun finde ich das ein wenig befremdlich, aber Schwamm drüber.

      Deswegen frage ich in diesem Forum nach:
      Wäre es nach erfolgreicher Absolvierung des bRef im Bereich der Sek I-II in Berlin möglich, an Grundschulen zu unterrichten?
      Ich weiß auf jeden Fall, dass es umgekehrt nicht ginge .

      Beste Grüße und vielen Dank für die Hilfe :top: ,

      Vanessa
    • Normalerweise sollte die Antwort "nein" lauten, da du mit Mathe, Physik lediglich ein GS-relevantes Fach hast, dich im Ref für eine andere Zielgruppe qualifizieren wirst und Anfangsunterricht nichts ist, was man Menschen ohne passende Ausbildung (oder begleitende Ausbildung in Form des Refs) im Regelfall zutrauen kann. Dies gesagt ist in vielen BL (darunter Berlin) aktuell vieles möglich, was man nicht für möglich halten möchte. Ich meine Conny hat einmal etwas geschrieben zur GS in Berlin: 1 Jahr irgendwie unterrichten und überleben (und hoffen möglichst wenig falsch anzulegen im Anfangsunterricht, was sich nicht mehr einfach korrigieren lässt...) , dann berufsbegleitend Nachstudium in fehlenden Fächern (in deinem Fall wohl zumindest Deutsch). Einfach mal die Forensuche nutzen. Da solltet du fündig werden.
      Warum allerdings willst du in die GS gehen, wenn insbesondere Physik dein Herz höher schlagen lässt? Soviele physikalische Zusammenhänge kann man im Rahmen des Sachunterrichts dann doch nicht bearbeiten... Sek.I/Sek.II oder berufliche Schulen passen doch viel besser bei deinen Fächern und der von dir geschilderten Motivation.
    • Eine unserer ersten Quereinsteigerinnen ist Informatikerin und Mathe wurde ihr als Zweitfach anerkannt. Sie wurde an unserer Schule eingestellt, hat ihr Ref aber am Gymnasium gemacht. Nach bestandener 2. Staatsprüfung kam sie dauerhaft zu uns.
      Danach hatten wir eine Physikerin, der Physik als NaWi anerkannt wurde und Mathe aus dem Physikstudium als zweites Fach. Die hat das komplette Ref bei uns gemacht und musste nichts nachstudieren.
      Allerdings ändert Berlin auch immer mal wieder was. Es kommt dadurch immer wieder mal vor, dass die Senatsverwaltung Fragen nicht beantworten kann.
      Du könntest beim Personalrat nachfragen, die stimmen allen Einstellungen zu.

      Nachstudiert haben bisher nur die mit nur einem relevanten Fach (Kulturwissenschaften = GeWi oder Sport z.B.). Aber wie gesagt, die Ausbildung läuft derzeit ein wenig nach dem Trial-and-Error-Prinzip.

      Wo ich mich CDL anschließen kann: Physik wirst du an der GS wenig erklären können.
      Free Klorollen! Keine Klorollen-Basteleien mehr in Grundschulen!

      Immer wieder gut, Bodo Wartke: youtube.com/watch?v=WiCV4KKW6Nw
    • CDL schrieb:

      Warum allerdings willst du in die GS gehen, wenn insbesondere Physik dein Herz höher schlagen lässt?
      Hi,

      vielen Dank erst mal für die Antworten, ich bin froh, dass es euch gibt.
      Zunächst liebe ich es Kindern neue Dinge beizubringen, sie zum kritischen Denken anzuregen und für neue Dinge zu begeistern. Ich spiele nebenbei auch Musik,türkische Laute, hatte eine klassische Gesangsausbildung. Ich bin beim Greek Festival in Melbourne aufgetreten. Ich lerne Griechisch, hatte Spanisch und habe 2 Jahre in Australien gelebt, was mein Englisch enorm verbesserte, habe meine komplette Arbeit in Englisch geschrieben, da ich auch Fremdsprachen liebe. Ach ja, ich kann auch Zeichnen und war früher einer der besten in Kunst.
      Ich bin vielseitig, so, wie viele Physikerinnen es sind. Die meisten haben sowieso ein Fabel für Politik, Musik oder Coding.

      Mathe würde bei mir als Zweitfach anerkannt sowie Physik als NaWi, das wäre super. Es ist nur so, dass ich mich entscheiden muss, in welchem Bereich ich das Ref absolviere: Grundschule oder Sekundarstufe.

      Wie kommt ihr eigentlich in den Schulen mit der Zeiteinteilung zurecht (Grundschule vs Sek)?
      Ich habe von Gruselgeschichten gehört, wo Menschen bis zu 60 Std. arbeiten, am burnout sind.
      Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, was könnt ihr mir als Ratschlag geben, um nicht in die Falle des burnouts zu gelangen?
      Welche Strategien habt ihr?

      Sorry, das sind viele Fragen auf einmal.


      Beste Grüße,

      Vanessa
    • ...ganz ehrlich, da ist jetzt für mich genau nichts dabei, was dich irgendwie für die gs qualifiziert. warum willst du mit kleinen kindern arbeiten? du schilderst eine vielseitige erwachsene, aber was hat das mit erstunterricht zu tun? warum willst du da arbeiten?

      was heißt für dich differenzierung? wie willst du das konkret umsetzen? was hältst du für entscheidend im schriftspracherwerb? woran erkennt man lrs-verdachtsfällte? was bedeutet für dich struktur im erstunterricht? wie denken sie über vorzeitige einschulung? schildern sie ein inklusionskonzept, das sie beeindruckt hat! diskutieren sie vor- und nachteile von verstärkerkonzepten... keine ahnung, deine ideen bewegen sich einfach sehr weit weg von schule und tatsächlichen kompetenzen eines guten lehrers. vielleicht erstmal ein praktikum?
    • Im Referendariat, was die TE vorhat, lernt sie vieles.

      Die Frage ist eher, ob du Vanessa, bei dem Anspruch, den du geschildert hast, wirklich in der Grundschule unterrichten willst. Von der Fächern her ist das einzige, was ich sehe, Musik und vielleicht Englisch. In Musik könntest du praktische, kindgerechte Lieder und Rhythmen vermitteln, in Englisch könntest du das reduzierte Grundschulenglisch einsprachig unterrichten.
      Dennoch finde ich es in anderen Fächern schwierig. In der Grundschule geht es grundsätzlich um sinnvolle, kompetenzorientierte didaktische Reduktionen und die Schüler dort abzuholen, wo sie sind und durch pädagogisches Geschick bei der Stange zu halten. Außerdem muss man in der Grundschule alles, was Schule betrifft, einführen und üben: vom Kind als Schüler bis hin zum Schüler im Klassenverband mit all seinen Schwierigkeiten. Man kann nicht einfach etwas voraussetzen.

      Die Gefahr ist, dass die Arbeit in der Grundschule (also die Herausforderungen) von Außenstehenden unterschätzt wird. Ich würde dir dringend zu einem Praktikum raten, das kann man nicht vom Hörensagen her gut entscheiden.

      Der Arbeitsaufwand ist über den Daumen gepeilt in der Grundschule genauso wie in anderen Schularten auch. Nach Untersuchungen ist er an Gymnasien einen Tick höher und in Sekundarstufen 1 einen Tick weniger, doch, wenn man wiederum die Fächer an den einzelnen Schularten sieht, müsste das alles ungefähr gleich sein.

      Grundschulen sind vollwertige Schulen (führen also kein isoliertes Dasein) mit den gleichen von oben aufgedrückten Programmen wie z.B. die Schulentwicklung, Elternarbeit und Digitalisierung.

      Unabhängig davon glaube ich, dass es in Berlin an vielen Grundschulen wegen der Klientel (man hat hier alle Schüler sämtlicher Coleur) äußerst schwierig ist. Am Gymnasium hat man da schon eine gewisse Vorauswahl.
    • vanessa_42 schrieb:

      Zunächst liebe ich es Kindern neue Dinge beizubringen, sie zum kritischen Denken anzuregen und für neue Dinge zu begeistern.
      Kindern neue Dinge beizubringen - in welchem Kontext? Ein Kind, 4 Kinder, 28 Kinder? Interessierte Kinder? Kinder, die es nicht interessiert oder die sich nicht fokussieren können?
      Zum kritischen Denken anregen: So weit sind sie in der Grundschule oft noch nicht. Da geht es darum, die Grundlagen "einzuschleifen": Viele Kinder müssen Denk- und Lösungswege überhaupt erst einmal lernen. Kritisches Denken hast du ab Klasse 3/4 bei den sehr leistungsstarken Schülern, vielleicht 2 in der Klasse.

      vanessa_42 schrieb:

      Ich spiele nebenbei auch Musik,türkische Laute, hatte eine klassische Gesangsausbildung.
      Joa, da kannst du dann Musik in vielen Klassen unterrichten, wenn es keine / zu wenige Musiklehrer an deiner Schule gibt. Das kann ein absoluter Knochenjob sein. Ich empfinde Mathe (fachfremd) und Deutsch als wesentlich entspannter.

      vanessa_42 schrieb:

      Ich lerne Griechisch, hatte Spanisch und habe 2 Jahre in Australien gelebt, was mein Englisch enorm verbesserte.
      Wenn dann wieder ein Musiklehrer da ist und eine Englischlehrerin ausfällt, kannst du dich in Englisch einarbeiten, prima.

      vanessa_42 schrieb:

      Ach ja, ich kann auch Zeichnen und war früher einer der besten in Kunst.
      Das qualifiziert jetzt nicht wirklich für den Kunstunterricht, da ist Zeichnen nur ein ganz kleiner Teil. Aber wenn mal kein Kunstlehrer da ist und gerade Bedarf ist, kannst du schnell noch einspringen.


      vanessa_42 schrieb:

      Wie kommt ihr eigentlich in den Schulen mit der Zeiteinteilung zurecht (Grundschule vs Sek)? Ich habe von Gruselgeschichten gehört, wo Menschen bis zu 60 Std. arbeiten, am burnout sind.
      Das sind keine Gruselgeschichten, das ist relativ normal in der Anfangszeit.
      Auch in der Grundschule als Quereinsteigerin. Auch im Referendariat, vor allem, wenn man sich in die Grundlagen der Didaktik und Methodik sowie in Grundfragen der Pädagogik einarbeiten muss. Quereinsteiger haben z.T. auch schon Klassenleitungen an der Grundschule, die können sehr viel Zeit kosten.
      Mit deiner Vielseitigkeit kann es eben passieren, dass du alle paar Jahre oder auch Jahr für Jahr in anderen Klassenstufen und Fächern eingesetzt wirst und dich jedes Mal neu einarbeiten musst.

      Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, was könnt ihr mir als Ratschlag geben, um nicht in die Falle des burnouts zu gelangen?
      Welche Strategien habt ihr?
      Dazu gibt es einen oben angepinnten Beitrag hier im Forum.

      Aus meiner Sicht würde ich dir auch raten, dir das ganze anzuschauen, also Praktikum z.B.
      Free Klorollen! Keine Klorollen-Basteleien mehr in Grundschulen!

      Immer wieder gut, Bodo Wartke: youtube.com/watch?v=WiCV4KKW6Nw
    • Fachfremden Unterricht gibt es zumindest in der Sek.I ja dann auch noch massenhaft. Wenn zu deiner Interessenvielfalt dann dnak Ref auch noch entsprechende unterrichtliche Qualifikationen dazukommen, könntest du -schulischen Bedarf und eigene Bereitschaft vorausgesetzt- auch dort noch anderer Fächer unterrichten. Erstaml wirst du genug damit zu tun haben dich in deinen eigenen Fächern ausreichend zu qualifizieren. Auch Junglehrer (also die ersten Berufsjahre nach dem Ref) haben ja noch ganz erheblich damit zu tun sich weiter in den Beruf und ihre Fächer einzuarbeiten, Reihen zu erstellen, etc.

      Du klingst nach einem sehr vielseitig interessierten Menschen Vanessa. Das ist schön, aber keine spezifische Qualifikation für irgendein Lehramt auch wenn es Vorteile mit sich bringt für Schüler, wenn die eigenen Lehrer mehr sehen, als nur den eigenen Fachbereich. Ich bleibe ehrlich gesagt dabei, dass deine Selbstdarstellung besser in die Sekundarstufe (oder beruflichen Schulen) passt, als in die Grundschule.

      60h-Wochen sind für Lehrer in Vollzeit nicht die Ausnahme, sondern die Regel (deshalb ja auch die längeren Ferienzeiten als Überstundenausgleich. Der eigentliche Urlaubsanspruch eines Lehrers ist nicht länger, als bei anderen Arbeitnehmern.). Zumindest mal im Ref gehört das in den meisten BL also dazu (nur wenige BL bieten ein Referendariat in Teilzeit an), danach lässt es sich reduzieren durch TZ-Tätigkeit und ein Stück weit durch Berufserfahrung (man profitiert schließlich von der Vorarbeit früherer Jahre, dem Wissen, wie man Themen aufbereiten oder auf Situationen reagieren muss und muss nicht alles komplett neu entwickeln ab eienem bestimmten Punkt).

      Vielleicht mal anders herum gefragt: Was spricht für dich denn dagegen in die Sekundarstufe zu gehen? Was befürchtest oder erwartest du dort, was du in der GS nicht erwartest?