Mit Quereinstieg-Sek II später Grundschullehrer werden?

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    • Mit Quereinstieg-Sek II später Grundschullehrer werden?

      Hallo ihr Lieben,

      vielen Dank erst mal, dass ich in dieses Forum aufgenommen wurde :gruss: . Nun, ich habe mich für das Berufsbegleitende Referendariat (bRef)Mathe und Physik beworben,
      da ich Dipl. Physikerin bin. Ich liebe es Menschen zu animieren, über physikalische Zusammenhänge nachzudenken. Theoretisch könnte ich das bRef im Bereich Gymnasium absolvieren. Ich habe bei den zuständigen Ansprechpartnerinnen der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie angefragte, ob ich nach Absolvierung auch an Grundschulen in Berlin unterrichten könnte. Die Antwort war, dass sie es mir nicht sagen könnten.
      Nun finde ich das ein wenig befremdlich, aber Schwamm drüber.

      Deswegen frage ich in diesem Forum nach:
      Wäre es nach erfolgreicher Absolvierung des bRef im Bereich der Sek I-II in Berlin möglich, an Grundschulen zu unterrichten?
      Ich weiß auf jeden Fall, dass es umgekehrt nicht ginge .

      Beste Grüße und vielen Dank für die Hilfe :top: ,

      Vanessa
    • Normalerweise sollte die Antwort "nein" lauten, da du mit Mathe, Physik lediglich ein GS-relevantes Fach hast, dich im Ref für eine andere Zielgruppe qualifizieren wirst und Anfangsunterricht nichts ist, was man Menschen ohne passende Ausbildung (oder begleitende Ausbildung in Form des Refs) im Regelfall zutrauen kann. Dies gesagt ist in vielen BL (darunter Berlin) aktuell vieles möglich, was man nicht für möglich halten möchte. Ich meine Conny hat einmal etwas geschrieben zur GS in Berlin: 1 Jahr irgendwie unterrichten und überleben (und hoffen möglichst wenig falsch anzulegen im Anfangsunterricht, was sich nicht mehr einfach korrigieren lässt...) , dann berufsbegleitend Nachstudium in fehlenden Fächern (in deinem Fall wohl zumindest Deutsch). Einfach mal die Forensuche nutzen. Da solltet du fündig werden.
      Warum allerdings willst du in die GS gehen, wenn insbesondere Physik dein Herz höher schlagen lässt? Soviele physikalische Zusammenhänge kann man im Rahmen des Sachunterrichts dann doch nicht bearbeiten... Sek.I/Sek.II oder berufliche Schulen passen doch viel besser bei deinen Fächern und der von dir geschilderten Motivation.
    • Eine unserer ersten Quereinsteigerinnen ist Informatikerin und Mathe wurde ihr als Zweitfach anerkannt. Sie wurde an unserer Schule eingestellt, hat ihr Ref aber am Gymnasium gemacht. Nach bestandener 2. Staatsprüfung kam sie dauerhaft zu uns.
      Danach hatten wir eine Physikerin, der Physik als NaWi anerkannt wurde und Mathe aus dem Physikstudium als zweites Fach. Die hat das komplette Ref bei uns gemacht und musste nichts nachstudieren.
      Allerdings ändert Berlin auch immer mal wieder was. Es kommt dadurch immer wieder mal vor, dass die Senatsverwaltung Fragen nicht beantworten kann.
      Du könntest beim Personalrat nachfragen, die stimmen allen Einstellungen zu.

      Nachstudiert haben bisher nur die mit nur einem relevanten Fach (Kulturwissenschaften = GeWi oder Sport z.B.). Aber wie gesagt, die Ausbildung läuft derzeit ein wenig nach dem Trial-and-Error-Prinzip.

      Wo ich mich CDL anschließen kann: Physik wirst du an der GS wenig erklären können.
      Free Klorollen! Keine Klorollen-Basteleien mehr in Grundschulen!

      Immer wieder gut, Bodo Wartke: youtube.com/watch?v=WiCV4KKW6Nw
    • CDL schrieb:

      Warum allerdings willst du in die GS gehen, wenn insbesondere Physik dein Herz höher schlagen lässt?
      Hi,

      vielen Dank erst mal für die Antworten, ich bin froh, dass es euch gibt.
      Zunächst liebe ich es Kindern neue Dinge beizubringen, sie zum kritischen Denken anzuregen und für neue Dinge zu begeistern. Ich spiele nebenbei auch Musik,türkische Laute, hatte eine klassische Gesangsausbildung. Ich bin beim Greek Festival in Melbourne aufgetreten. Ich lerne Griechisch, hatte Spanisch und habe 2 Jahre in Australien gelebt, was mein Englisch enorm verbesserte, habe meine komplette Arbeit in Englisch geschrieben, da ich auch Fremdsprachen liebe. Ach ja, ich kann auch Zeichnen und war früher einer der besten in Kunst.
      Ich bin vielseitig, so, wie viele Physikerinnen es sind. Die meisten haben sowieso ein Fabel für Politik, Musik oder Coding.

      Mathe würde bei mir als Zweitfach anerkannt sowie Physik als NaWi, das wäre super. Es ist nur so, dass ich mich entscheiden muss, in welchem Bereich ich das Ref absolviere: Grundschule oder Sekundarstufe.

      Wie kommt ihr eigentlich in den Schulen mit der Zeiteinteilung zurecht (Grundschule vs Sek)?
      Ich habe von Gruselgeschichten gehört, wo Menschen bis zu 60 Std. arbeiten, am burnout sind.
      Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, was könnt ihr mir als Ratschlag geben, um nicht in die Falle des burnouts zu gelangen?
      Welche Strategien habt ihr?

      Sorry, das sind viele Fragen auf einmal.


      Beste Grüße,

      Vanessa
    • ...ganz ehrlich, da ist jetzt für mich genau nichts dabei, was dich irgendwie für die gs qualifiziert. warum willst du mit kleinen kindern arbeiten? du schilderst eine vielseitige erwachsene, aber was hat das mit erstunterricht zu tun? warum willst du da arbeiten?

      was heißt für dich differenzierung? wie willst du das konkret umsetzen? was hältst du für entscheidend im schriftspracherwerb? woran erkennt man lrs-verdachtsfällte? was bedeutet für dich struktur im erstunterricht? wie denken sie über vorzeitige einschulung? schildern sie ein inklusionskonzept, das sie beeindruckt hat! diskutieren sie vor- und nachteile von verstärkerkonzepten... keine ahnung, deine ideen bewegen sich einfach sehr weit weg von schule und tatsächlichen kompetenzen eines guten lehrers. vielleicht erstmal ein praktikum?
    • Im Referendariat, was die TE vorhat, lernt sie vieles.

      Die Frage ist eher, ob du Vanessa, bei dem Anspruch, den du geschildert hast, wirklich in der Grundschule unterrichten willst. Von der Fächern her ist das einzige, was ich sehe, Musik und vielleicht Englisch. In Musik könntest du praktische, kindgerechte Lieder und Rhythmen vermitteln, in Englisch könntest du das reduzierte Grundschulenglisch einsprachig unterrichten.
      Dennoch finde ich es in anderen Fächern schwierig. In der Grundschule geht es grundsätzlich um sinnvolle, kompetenzorientierte didaktische Reduktionen und die Schüler dort abzuholen, wo sie sind und durch pädagogisches Geschick bei der Stange zu halten. Außerdem muss man in der Grundschule alles, was Schule betrifft, einführen und üben: vom Kind als Schüler bis hin zum Schüler im Klassenverband mit all seinen Schwierigkeiten. Man kann nicht einfach etwas voraussetzen.

      Die Gefahr ist, dass die Arbeit in der Grundschule (also die Herausforderungen) von Außenstehenden unterschätzt wird. Ich würde dir dringend zu einem Praktikum raten, das kann man nicht vom Hörensagen her gut entscheiden.

      Der Arbeitsaufwand ist über den Daumen gepeilt in der Grundschule genauso wie in anderen Schularten auch. Nach Untersuchungen ist er an Gymnasien einen Tick höher und in Sekundarstufen 1 einen Tick weniger, doch, wenn man wiederum die Fächer an den einzelnen Schularten sieht, müsste das alles ungefähr gleich sein.

      Grundschulen sind vollwertige Schulen (führen also kein isoliertes Dasein) mit den gleichen von oben aufgedrückten Programmen wie z.B. die Schulentwicklung, Elternarbeit und Digitalisierung.

      Unabhängig davon glaube ich, dass es in Berlin an vielen Grundschulen wegen der Klientel (man hat hier alle Schüler sämtlicher Coleur) äußerst schwierig ist. Am Gymnasium hat man da schon eine gewisse Vorauswahl.
    • vanessa_42 schrieb:

      Zunächst liebe ich es Kindern neue Dinge beizubringen, sie zum kritischen Denken anzuregen und für neue Dinge zu begeistern.
      Kindern neue Dinge beizubringen - in welchem Kontext? Ein Kind, 4 Kinder, 28 Kinder? Interessierte Kinder? Kinder, die es nicht interessiert oder die sich nicht fokussieren können?
      Zum kritischen Denken anregen: So weit sind sie in der Grundschule oft noch nicht. Da geht es darum, die Grundlagen "einzuschleifen": Viele Kinder müssen Denk- und Lösungswege überhaupt erst einmal lernen. Kritisches Denken hast du ab Klasse 3/4 bei den sehr leistungsstarken Schülern, vielleicht 2 in der Klasse.

      vanessa_42 schrieb:

      Ich spiele nebenbei auch Musik,türkische Laute, hatte eine klassische Gesangsausbildung.
      Joa, da kannst du dann Musik in vielen Klassen unterrichten, wenn es keine / zu wenige Musiklehrer an deiner Schule gibt. Das kann ein absoluter Knochenjob sein. Ich empfinde Mathe (fachfremd) und Deutsch als wesentlich entspannter.

      vanessa_42 schrieb:

      Ich lerne Griechisch, hatte Spanisch und habe 2 Jahre in Australien gelebt, was mein Englisch enorm verbesserte.
      Wenn dann wieder ein Musiklehrer da ist und eine Englischlehrerin ausfällt, kannst du dich in Englisch einarbeiten, prima.

      vanessa_42 schrieb:

      Ach ja, ich kann auch Zeichnen und war früher einer der besten in Kunst.
      Das qualifiziert jetzt nicht wirklich für den Kunstunterricht, da ist Zeichnen nur ein ganz kleiner Teil. Aber wenn mal kein Kunstlehrer da ist und gerade Bedarf ist, kannst du schnell noch einspringen.


      vanessa_42 schrieb:

      Wie kommt ihr eigentlich in den Schulen mit der Zeiteinteilung zurecht (Grundschule vs Sek)? Ich habe von Gruselgeschichten gehört, wo Menschen bis zu 60 Std. arbeiten, am burnout sind.
      Das sind keine Gruselgeschichten, das ist relativ normal in der Anfangszeit.
      Auch in der Grundschule als Quereinsteigerin. Auch im Referendariat, vor allem, wenn man sich in die Grundlagen der Didaktik und Methodik sowie in Grundfragen der Pädagogik einarbeiten muss. Quereinsteiger haben z.T. auch schon Klassenleitungen an der Grundschule, die können sehr viel Zeit kosten.
      Mit deiner Vielseitigkeit kann es eben passieren, dass du alle paar Jahre oder auch Jahr für Jahr in anderen Klassenstufen und Fächern eingesetzt wirst und dich jedes Mal neu einarbeiten musst.

      Welche Erfahrungen habt ihr gemacht, was könnt ihr mir als Ratschlag geben, um nicht in die Falle des burnouts zu gelangen?
      Welche Strategien habt ihr?
      Dazu gibt es einen oben angepinnten Beitrag hier im Forum.

      Aus meiner Sicht würde ich dir auch raten, dir das ganze anzuschauen, also Praktikum z.B.
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      Immer wieder gut, Bodo Wartke: youtube.com/watch?v=WiCV4KKW6Nw
    • Fachfremden Unterricht gibt es zumindest in der Sek.I ja dann auch noch massenhaft. Wenn zu deiner Interessenvielfalt dann dnak Ref auch noch entsprechende unterrichtliche Qualifikationen dazukommen, könntest du -schulischen Bedarf und eigene Bereitschaft vorausgesetzt- auch dort noch anderer Fächer unterrichten. Erstaml wirst du genug damit zu tun haben dich in deinen eigenen Fächern ausreichend zu qualifizieren. Auch Junglehrer (also die ersten Berufsjahre nach dem Ref) haben ja noch ganz erheblich damit zu tun sich weiter in den Beruf und ihre Fächer einzuarbeiten, Reihen zu erstellen, etc.

      Du klingst nach einem sehr vielseitig interessierten Menschen Vanessa. Das ist schön, aber keine spezifische Qualifikation für irgendein Lehramt auch wenn es Vorteile mit sich bringt für Schüler, wenn die eigenen Lehrer mehr sehen, als nur den eigenen Fachbereich. Ich bleibe ehrlich gesagt dabei, dass deine Selbstdarstellung besser in die Sekundarstufe (oder beruflichen Schulen) passt, als in die Grundschule.

      60h-Wochen sind für Lehrer in Vollzeit nicht die Ausnahme, sondern die Regel (deshalb ja auch die längeren Ferienzeiten als Überstundenausgleich. Der eigentliche Urlaubsanspruch eines Lehrers ist nicht länger, als bei anderen Arbeitnehmern.). Zumindest mal im Ref gehört das in den meisten BL also dazu (nur wenige BL bieten ein Referendariat in Teilzeit an), danach lässt es sich reduzieren durch TZ-Tätigkeit und ein Stück weit durch Berufserfahrung (man profitiert schließlich von der Vorarbeit früherer Jahre, dem Wissen, wie man Themen aufbereiten oder auf Situationen reagieren muss und muss nicht alles komplett neu entwickeln ab eienem bestimmten Punkt).

      Vielleicht mal anders herum gefragt: Was spricht für dich denn dagegen in die Sekundarstufe zu gehen? Was befürchtest oder erwartest du dort, was du in der GS nicht erwartest?
    • keckks schrieb:

      ...ganz ehrlich, da ist jetzt für mich genau nichts dabei, was dich irgendwie für die gs qualifiziert. warum willst du mit kleinen kindern arbeiten? du schilderst eine vielseitige erwachsene, aber was hat das mit erstunterricht zu tun? warum willst du da arbeiten?

      was heißt für dich differenzierung? wie willst du das konkret umsetzen? was hältst du für entscheidend im schriftspracherwerb? woran erkennt man lrs-verdachtsfällte? was bedeutet für dich struktur im erstunterricht? wie denken sie über vorzeitige einschulung? schildern sie ein inklusionskonzept, das sie beeindruckt hat! diskutieren sie vor- und nachteile von verstärkerkonzepten... keine ahnung, deine ideen bewegen sich einfach sehr weit weg von schule und tatsächlichen kompetenzen eines guten lehrers. vielleicht erstmal ein praktikum?
      Hi,
      ehrlich gesagt kenne ich mindestens zwei Physiker, die an der Grundschule unterrichten. Physiker sind vielseitige und interessante Menschen, die oftmals sozial engagierte sind. Ich kenne z.B. auch Leute, die in der Politik sind. Im Gegenteil, ich glaube durch mein Denken, bin ich aus Leidenschaft eher qualifizierter als mancher Mensch, der wegen des Geldes und der Sicherheit Lehrer wird. Ich habe schon an Grundschulen hospitiert. Ich habe auch schon Nachhilfe gegeben.

      Ich finde es interessant, neue Lernmethoden anzuwenden, Kinder im frühen Alter zu ermutigen, so früh wie möglich, für Physik und Mathe. Meistens sind diejenigen, die Jugendliche und Kinder für Naturwissenschaften begeistern jene, die es selber aus Leidenschaft studiert haben. Durch meine eigenen postraumatischen Erlebnisse glaube, dass ich eher qaulifizierter Irs-Fälle sehen kann, als viele andere, denn ich spreche aus Eigen-Erfahrung und habe mich intensiv mit diesem Thema dadurch beschäftigt!!!

      Dies war auch einer der Gründe, in die Grundschule zu gehen, da ich weiß, welche Faktoren die Leistung eines Kindes beeinflussen, ohne das jemand anwesend ist, der einem hilft. Ich habe mich deswegen auch mit Pädagogik beschäftigt und Psychologie, habe auch Kurse besucht aber keine Scheine erworben, hätte ich doch.
      Ein guter Lehrer ist erstmal jemand, der Kindern zuhört, ein Vertrauen zu ihnen aufbaut und sie begeistert ! Danach kommt alles andere.

      Ich bedanke mich aber auf jeden Fall für die netten Ratschläge, die ihr mir gegeben habt und ich werde schauen, wie es sich entwickelt.
      Danke an Conni, CDL und Caro

      Wünsche euch noch ein schönes Wochenende,

      alles Liebe,
      Vanessa
    • vanessa_42 schrieb:

      Ich finde es interessant, neue Lernmethoden anzuwenden, Kinder im frühen Alter zu ermutigen, so früh wie möglich, für Physik und Mathe. Meistens sind diejenigen, die Jugendliche und Kinder für Naturwissenschaften begeistern jene, die es selber aus Leidenschaft studiert haben.
      Schau mal bitte in die Rahmenrichtlinien für die Grundschule und lies nach, was dort in den Bereich Physik fallen würde. Du wirst kaum etwas finden.....

      vanessa_42 schrieb:

      Ein guter Lehrer ist erstmal jemand, der Kindern zuhört, ein Vertrauen zu ihnen aufbaut und sie begeistert ! Danach kommt alles andere.
      Vertrauen und Begeisterung ist eine gute Sache. Aber deine Schlussfolgerung, dass alles andere danach kommt, ist definitiv falsch. Statt dich schon mit LRS zu beschäftigen, solltest du dir erstmal Grundlagen über den Erstunterricht in Mathe und Deutsch aneignen. Ohne die wirst du nämlich ganz arg ins Schwimmen kommen und andere Lehrkräfte können dann in den Folgejahren deine Fehler und Versäumnisse ausbaden.
    • vanessa_42 schrieb:

      Hi,ehrlich gesagt kenne ich mindestens zwei Physiker, die an der Grundschule unterrichten. Physiker sind vielseitige und interessante Menschen, die oftmals sozial engagierte sind. Ich kenne z.B. auch Leute, die in der Politik sind. Im Gegenteil, ich glaube durch mein Denken, bin ich aus Leidenschaft eher qualifizierter als mancher Mensch, der wegen des Geldes und der Sicherheit Lehrer wird. Ich habe schon an Grundschulen hospitiert. Ich habe auch schon Nachhilfe gegeben.

      Ja, Physiker können vielseitig interessierte Menschen sein (habe selbst ein paar Exemplare im Familienkreis)- müssen sie aber nicht. Das Studienfach ist dafür jetzt letztlich nicht so unfassbar aussagekräftig. Würde ich so nämlich auch einer Vielzahl von Gesellschaftswissenschaftler oder MINTlern (also nicht nur Physik) oder Musikern und Künstlern zugute halten. Über deine Qualifikation spezifisch für die GS sagt Physik gar nichts aus und dass du dich selbst als vielseitig interessierten Mensch beschreibst nur wenig. Die Art und Weise, wie du aber auf die vielfältigen Hinweise hier im Thread reagierst und das zu ignoieren oder weitestgehend auszublenden scheinst, was sich kritisch mit deiner selbstgeäußerten Motivation beschäftigt sagt dagegen einiges über dich aus, was nicht unbedingt hilfreich im Schuldienst ist. Ich habe den Eindruck, dass du zumindest wenn es um deinen möglichen Einsatz in der GS geht lieber in Luftschlössern lebst, die davon leben, dass du dich selbst für qualifiziert erklärst Anfangsunterricht zu erteilen infolge von askriptiven Merkmalen wie deiner Begeisterungsfähigkeit, der Fähigkeit türkische Laute zu spielen, diversen Fremdsprachenkenntnissen, weil du früher eine der besten in Kunst warst und weil dein Denken, deine Leidenschaft, deine Vielseitigkeit dich besser als andere für den Schuldienst qualifizieren würden (um nur eine Auswahl zu nennen). Hier im Thread wurden dir viele Aspekte genannt, die relevant für GS sind. Leider scheinst du dich mit diesen nicht kritisch (und das meint hier vor allem selbstkritisch) auseinanderzusetzen.

      vanessa_42 schrieb:

      Ich finde es interessant, neue Lernmethoden anzuwenden, Kinder im frühen Alter zu ermutigen, so früh wie möglich, für Physik und Mathe. Meistens sind diejenigen, die Jugendliche und Kinder für Naturwissenschaften begeistern jene, die es selber aus Leidenschaft studiert haben. Durch meine eigenen postraumatischen Erlebnisse glaube, dass ich eher qaulifizierter Irs-Fälle sehen kann, als viele andere, denn ich spreche aus Eigen-Erfahrung und habe mich intensiv mit diesem Thema dadurch beschäftigt!!!
      Dies war auch einer der Gründe, in die Grundschule zu gehen, da ich weiß, welche Faktoren die Leistung eines Kindes beeinflussen, ohne das jemand anwesend ist, der einem hilft. Ich habe mich deswegen auch mit Pädagogik beschäftigt und Psychologie, habe auch Kurse besucht aber keine Scheine erworben, hätte ich doch.
      Ich spar mir jetzt mal den Witz darüber, dass es zum Glück nur posttraumatische Erlebnisse waren in der Schule, keine traumatischen (den Spruch allerdings nicht). Zu meinen, dass man selbst immer qualifiziert wäre zu diagnostizieren, was man selbst durchleben musste ist allerdings vermessen, ebenso wie eigene Bewältigungsstrategien- ganz gleich ob es um LRS oder andere, potentiell mit traumatisierenden Erfahrungen einhergehende Erkrankungen oder Erlebnisse sind- nicht das Nonplusultra für jeden darstellen, sondern lediglich dein Weg waren von vielen möglichen Wegen. Gute Beratung setzt voraus, dass du von dir selbst und deinen Erfahrungen zwar profitierst, weil sie deine Feinfühligkeit bezogen auf die Problemstellung schärfen können, aber auch ausreichend abstrahierst und Distanz herstellen kannst, um eben nicht bei dir selbst zu bleiben, sondern dein hilfsbedürftiges Gegenüber tatsächlich zu sehen und wahrzunehmen. Wenn dann noch echte Kompetenz und echtes Wissen dazukommen, um die Vielfalt der Behandlungswege und Bewältigungsstrategien zu überschauen, kann am Ende tatsächlich deine persönliche Erfahrung hilfreich sein und dich dafür qualifizieren gut mit LRS-Fällen umzugehen. Andernfalls steht eben diese persönliche Erfahrung dir beruflich im Weg und macht dich im worst case zu einer schlechtere Beraterin, als jemanden ohne persönliche Erfahrung der/die aber entsprechend qualifiziert ist und nicht nur von sich selbst ausgeht als Maßstab.


      vanessa_42 schrieb:

      Ein guter Lehrer ist erstmal jemand, der Kindern zuhört, ein Vertrauen zu ihnen aufbaut und sie begeistert ! Danach kommt alles andere.
      Ich bedanke mich aber auf jeden Fall für die netten Ratschläge, die ihr mir gegeben habt und ich werde schauen, wie es sich entwickelt.
      Danke an Conni, CDL und Caro
      Wünsche euch noch ein schönes Wochenende,
      alles Liebe,
      Vanessa
      In dem Satz könnte man jetzt problemlos das Wort "Lehrer" ersetzen durch "Erzieher", "Sozialarbeiter", "Museumspädagoge"... Ganz einfach deshalb, weil es sich um einen Allgemeinplatz handelt und keineswegs spezifisch genug wäre, um auch nur annähernd darzulegen, was dann am Ende den "guten Lehrer" ausmacht in der Praxis. Beziehungsarbeit ist die Basis guten Unterrichts. Dazu gehört aber sehr viel mehr, als nur idealistisch Kindern zuzuhören, Vertrauen aufzubauen und sie zu begeistern. Beziehungsarbeit bedeutet gerade in der Schule auch klare Grenzen zu setzen, Regeln zu vermitteln und es auszuhalten, wenn deine Schüler dich in der Folge gar nicht mehr begeisternd sondern auch mal eine Zeitlang extrem scheiße finden. Frustrationstoleranz aufzubauen bei Kindern die diese noch nicht ausreichend von zu Hause mitbringen hat nunmal einen Preis und ist Arbeit. Kindern zuhören ist wichtig. Kindern beizubringen anderen zuzuhören und womöglich eigene Bedürfnisse zu verschieben zugunsten der Bedürfnisse einer Gesamtgruppe ist aber ebenfalls Teil der Beziehungsarbeit, die ein guter Lehrer leisten muss. Kinder zu begeistern ist wunderschön. Sie bei der Stange zu halten auch bei Themen oder in Momenten in denen das nicht gelingt ist ebenso wichtig und Teil der zentralen Aufgaben eines guten Lehrers. Eine etwas realistischere Betrachtung des Berufs und spezifisch der Aufgaben als GS-Lehrer könnten dir dabei helfen auch dich selbst und deine tatsächlich vorhandenen Qualifikationen in diesem Bereich realistisch zu betrachten. Wenn du am Ende tatsächlich in der GS landen solltest wird es genau diese momentan noch nicht ersichtliche kritische Selbstreflexion sein, die dir helfen wird zu erkennen, wo du Lücken hast, was du schnellstmöglich nacharbeiten musst, um dann am Ende nicht nur deine hohe intrinsische Motivation und die Liebe zum Fach vorzuweisen zu haben, sondern auch tatsächlich deinen Grundschülern eine gute Lehrerin werden zu können. Momentan stehst du dir deiner Selbstdarstellung hier im Thread nach zu urteilen selbst dabei im Weg eine solche werden zu können. Vielleicht solltest du diese Fremdwahrnehmung und kritische Rückmeldung zu deiner Selbstwahrnehmung einfach mal sacken lassen und über die mögliche Diskrepanz von Selbst- und Fremdwahrnehmung nachdenken. Das ist der einzige Weg, um "blinde Flecken" - die wir alle haben- zu reduzieren. Gute Lehrer arbeiten genau daran- lebenslang!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von CDL () aus folgendem Grund: Diverse Fälle von "schneller tippen als denken" behoben. Weitere Tippfehler versuche ich jetzt nicht mehr zu entdecken.

    • Erstmal danke für all diese Hinweise.
      Ich denke es ist via einem Forenbeitrag schwierig darüber zu reden, denn weder kenne ich euch, noch ihr mich. Ich bin kein Mensch der Luftschlösser baut, dafür habe ich selber zu viel von der Realität gesehen. Ich weiß nur, dass ich selbst 2 Physiker kenne, die jetzt selbst in der Grundschule als Lehrer arbeiten. Die Eltern und Kinder mögen sie. Das ist ein Fakt und somit kein Luftschloss. Die Frage war eher, ob ich später, wenn ich das Ref in Sek gemacht habe, es über weitere Lehrgänge möglich wäre, auch in der Grundschule zu unterrichten.
      Klar werde ich Lücken haben, das ist unausweichlich. Man lernt aus Fehlern und als Lehrer, wirst du nie aufhören zu lernen. Diese Lücken zu schließen bedarf Zeit. Das ist auch klar, man lernt aus den Erfahrungen, daher finde ich auch schwierig zu behaupten, ich wäre dafür wahrscheinlich nicht geeignet.

      "Ich spar mir jetzt mal den Witz darüber, dass es zum Glück nur posttraumatische Erlebnisse waren in der Schule"
      Ja, denn eine Studie zeigt leider, dass nur die Hälfte derer überlebt, die es erlebten.
      Ich habe lediglich auf die Meinung geantwortet, ich wäre womöglich nicht vermögend genug, auf diese Verdachtsfälle angemessen zu reagieren (Beitrag von Kekks). Ich halte es für ganz schön schwierig, Menschen zu beurteilen, wenn man diese nicht kennt. Klar, man kann einer anderen Person nur helfen, wenn man selbst die nötige Stabilität und die Distanz dazu hat. Das bedeutet professionell zu sein. Da gebe ich dir vollkommen Recht.

      Mir hat nicht ein einziger Lehrer geholfen, da die meisten dafür einfach nicht gut genug ausgebildet waren, das ist leider ein Fakt. Neben der ab-und an häuslichen Gewalt wurde ich noch zusätzlich über Jahre hinweg als Außenseiter gemobbt. Bei den offensichtlichen Mobbing-Attacken haben die Lehrer nicht eingegriffen, auch im Anwesenheit der "Klassensprecherin", die es duldete und auch passiv mitmachte, obwohl es offensichtlich war. Für mich war die Schulzeit die schlimmste Zeit meines Lebens (Hölle), da ich das unglaubliche Vergnügen hatte, soviel menschlichem Versagen auf vielschichtigen Ebenen zu begegnen.

      ", keine traumatischen (den Spruch allerdings nicht). Zu meinen, dass man selbst immer qualifiziert wäre zu diagnostizieren, was man selbst durchleben musste ist allerdings vermessen, ebenso wie eigene Bewältigungsstrategien- ganz gleich ob es um LRS oder andere, potentiell mit traumatisierenden Erfahrungen einhergehende Erkrankungen oder Erlebnisse sind- nicht das Nonplusultra für jeden darstellen, sondern lediglich dein Weg waren von vielen möglichen Wegen."

      Das ist wahr, aber genauso sind Psychologen auch nicht das "Nonplus-Ultra", da es dafür nicht genug ausgebildete flächendeckende Fachkräfte gibt. Auch das ist leider ein Fakt. Selbst im Psychologie-Studium ist diese Thematik nur ein Wahlbereich. Es ist eigentlich ziemlich erschreckend, wie wenig Unterstützung man erhält/erhielt und wie viel Eigen-Initiative gefordert wurde.
      Ich werde diesen Thread schließen, da ich nicht denke, dass eine Diskussion über diese Thematik zielführend ist.

      Einen schönen Abend noch und guter Start in die Woche.
    • OK, zwei Physiker sind an einer GS, Eltern und Kinder mögen sie (was noch nichts über die Qualität des Unterrichts aussagt btw). Was sagt das jetzt über dich und deine Kompetenz aus, außer, dass du auch ein Mensch bist, auch Physik studiert hast und auch gerne an die GS möchtest?

      vanessa_42 schrieb:

      (...)"Ich spar mir jetzt mal den Witz darüber, dass es zum Glück nur posttraumatische Erlebnisse waren in der Schule"
      Ja, denn eine Studie zeigt leider, dass nur die Hälfte derer überlebt, die es erlebten.(...)


      Mir hat nicht ein einziger Lehrer geholfen, da die meisten dafür einfach nicht gut genug ausgebildet waren, das ist leider ein Fakt. (...)
      Nur die Hälfte der von LRS Betroffenen überlebt einer Studie nach? Was wäre da die Begründung? Suizid als Folge schwerer Depressionen als Folge von LRS? Welche Studie ist das denn, damit ich das nachlesen kann?

      Was das von dir beschriebene Mobbing anbelangt: Traurig, dass du das erleben musstest. Mein Eindruck ist, dass die Sensibilität diesbezüglich zugenommen hat. Bei uns an der Schule werden derartige Fälle jedenfalls sehr ernst genommen und auch entsprechend reagiert.


      vanessa_42 schrieb:


      Das ist wahr, aber genauso sind Psychologen auch nicht das "Nonplus-Ultra", da es dafür nicht genug ausgebildete flächendeckende Fachkräfte gibt. Auch das ist leider ein Fakt. Selbst im Psychologie-Studium ist diese Thematik nur ein Wahlbereich. Es ist eigentlich ziemlich erschreckend, wie wenig Unterstützung man erhält/erhielt und wie viel Eigen-Initiative gefordert wurde. (...)
      Ich verstehe nicht, was die vermutete Fachkompetenz von Psychologen für eine Relevanz haben könnte für dein Ansinnen an eine GS zu wechseln. Für mich liest sich das im Kontext mit dem, was du über deine selbst vermutete Kompetenz bzgl.LRS schreibst und über das erlebte Mobbing eher so, als wäre da die Trennung zwischen dir als Opfer von Mobbing und Gewalt und dem, was dann als Lehrkraft tatsächlich deine Aufgabe sein wird noch nicht gegegeben. Psychologische Beratung und Therapie leisten entsprechende Fachkräfte, nicht du als Lehrkraft. Dafür sind wir nicht ausgebildet.
      _______________________________________

      Was deine Ausgangsfrage anbelangt: Post 2 und 3 hier im Thread machen denke ich deutlich, dass wenn Bedarf ist, es vermutlich auch einen Weg für dich in die GS geben wird. Wenn du dort bist, kannst du natürlich auch an Fortbildungen im GS-Bereich teilnehmen. Ausgehend von BaWü gibt es jedes Schuljahr einen großen Katalog möglicher Fortbildungen für alle Fächer, Schularten, diverse Zusatzqualifikationen etc. Mach erstmal das Ref, dass dir zugesagt worden ist. Wie im Anschluss die Einstellungslage sein wird bzw.der Lehrermangel in Berlin und an der GS wirst du danach sehen. Gerade in Berlin ist sehr vieles möglich und gleichzeitig sehr viel Bewegung bei den Einstellungsvoraussetzungen, um Versorgungslücken irgendwie zu stopfen.

      Ich wünsche dir viel Erfolg für dein Referendariat und vielleicht denkst du im Laufe des Refs noch einmal an die Fragen hier im Thread zurück und kannst sie mit der in der Zwischenzeit gewonnenen Unterrichtserfahrung besser nachvollziehen und einordnen. Zumindest die Diskrepanz zwischen Selbstwahrnehmung (oder zumindest schriftlicher Selbstbeschreibung) und Fremdwahrnehmung ist ein Thema, dass dir auch im Ref zuverlässig und konstant begegenen wird und dem du dich wirst stellen müssen wie alle Referendare vor, mit und nach dir.
    • "Ich verstehe nicht, was die vermutete Fachkompetenz von Psychologen für eine Relevanz haben könnte für dein Ansinnen an eine GS zu wechseln. Für mich liest sich das im Kontext mit dem, was du über deine selbst vermutete Kompetenz bzgl.LRS schreibst und über das erlebte Mobbing eher so, als wäre da die Trennung zwischen dir als Opfer von Mobbing und Gewalt und dem, was dann als Lehrkraft tatsächlich deine Aufgabe sein wird noch nicht gegegeben. Psychologische Beratung und Therapie leisten entsprechende Fachkräfte, nicht du als Lehrkraft. Dafür sind wir nicht ausgebildet."

      Genau richtig, es ist auch nicht meine Aufgabe, ich habe lediglich darauf geantwortet, ich wäre vielleicht nicht kompetent genug diese Fälle zu behandeln. Ich habe nie behauptet, einen vollausgebildeten Psychologen zu ersetzen. Auf der anderen Seite kann man mir aber dann nicht mehr oder weniger Fachkompetenz vorwerfen, die andere genauso wenig haben, das sie keine Spezialisten sind.

      Danke für die Antwort, ich sehe es eigentlich genauso, wie du es beschreibst. Bezüglich der Fremdwahrnehmung, erhaltet ihr regelmäßig Feedback von euren Schülern?
    • vanessa_42 schrieb:

      Bezüglich der Fremdwahrnehmung, erhaltet ihr regelmäßig Feedback von euren Schülern?
      ja tu ich. Wobei mich das nicht wirklich weiterbringt. Das Feedback geht stark in die Richtung "Frau Zipp du bist die beste Lehrerin, die ich je hatte" oder es bezieht sich auf meine Kleidung :) ;)

      Ich erhalte aber auch Feedback von meinen Kolleginnen und vor allem auch von der Schulleitung, das ist konstrutkiver.

      Viel Erfolg auf deinem Weg.
    • vanessa_42 schrieb:

      Bezüglich der Fremdwahrnehmung, erhaltet ihr regelmäßig Feedback von euren Schülern?
      Ja, meist zwar nur indirekt aber allein schon das Verhalten der Schüler im Unterricht ist eine Rückmeldung bzgl. meiner Arbeit.

      Zudem gibt es verschiedene Möglichkeiten Feedback von den Schülern einzufordern.

      Ich gehe allerdings davon aus, dass CDL sich mit ihrer Aussage eher auf das Feedback von Seminarlehrern und Mentoren im Ref bezogen hat.
    • vanessa_42 schrieb:

      "Ich verstehe nicht, was die vermutete Fachkompetenz von Psychologen für eine Relevanz haben könnte für dein Ansinnen an eine GS zu wechseln. Für mich liest sich das im Kontext mit dem, was du über deine selbst vermutete Kompetenz bzgl.LRS schreibst und über das erlebte Mobbing eher so, als wäre da die Trennung zwischen dir als Opfer von Mobbing und Gewalt und dem, was dann als Lehrkraft tatsächlich deine Aufgabe sein wird noch nicht gegegeben. Psychologische Beratung und Therapie leisten entsprechende Fachkräfte, nicht du als Lehrkraft. Dafür sind wir nicht ausgebildet."

      Genau richtig, es ist auch nicht meine Aufgabe, ich habe lediglich darauf geantwortet, ich wäre vielleicht nicht kompetent genug diese Fälle zu behandeln. Ich habe nie behauptet, einen vollausgebildeten Psychologen zu ersetzen. Auf der anderen Seite kann man mir aber dann nicht mehr oder weniger Fachkompetenz vorwerfen, die andere genauso wenig haben, das sie keine Spezialisten sind.

      Danke für die Antwort, ich sehe es eigentlich genauso, wie du es beschreibst. Bezüglich der Fremdwahrnehmung, erhaltet ihr regelmäßig Feedback von euren Schülern?
      Feedback bekommt man, wenn man sich welches einholt. Ich mache das regelmäßig an der BBS, merke aber immer wieder, wie wenig aussagekräftig scnülerfeedback häufig ist, was gewisse Kriterien betrifft. Hierzu ein Beispiel: Klasse X ist in zwei Gruppen aufgeteilt.,ich habe Gruppe A, ein Kollege Gruppe B. Ein schulhalbjahr lang "quäle" ich meine Gruppe mit unpopulären Methoden und Arbeitsweisen, "überfordere" sie mit Fachtexten und zwinge sie zu ständiger wiederholung, Reflexion und Anwendungen. Dann nötige ich meine Gruppe zum schreiben einer nicht vorgeschriebenen Klassenarbeit. Gruppe B malt beim Kollegen Plakate, Woche für Woche. Feedback nach der Hälfte des Halbjahrs: Frau Hannelotti ist gemein, der Unterricht viel zu schwer, unterricht bei der anderen Gruppe ist viel besser weil die ja nur Plakate machen usw. Auf das Feedback habe ich erstmal nicht meinen Kurs geändert sondern wie bisher weitergemacht. Ergebnis: Am Ende haben nahezu alle verdient Bestnoten erreicht, beherrschten die Inhalte im Schlaf und hatten das Gefühl, dass sie jetzt wirklich einen Mehrwert durch das Gelernte haben. Zweite Feedbackrunde: Danke Frau Hannelotti, dass Sie nicht auf uns gehört haben. Jetzt will keiner mehr in Gruppe B, die nicht nur notentechnisch schlechter dastehen, sondern mittlerweile ziemlich genervt vom plakatieren und dabei nichts lernen sind.
      Was lerne ich daraus? Feedback ist eine gute Sache, die man aber einordnen können muss. Meine sus sind schon erwachsen und trotzdem oft nicht ausreichend in der Lage einzuschätzen, was gerade gut für sie ist und was nicht. Umso schwieriger wirds bei den "Kleinen".
      Genauso siehts mit dem Feedback-Kriterium "mir gefällt der Unterricht bei Frau Hannelotti" aus. In manchen klassen habe ich absolut grottigen unterricht machen müssen, weil da die Ressourcen einfach in dem Moment nicht mehr hergegeben haben. Trotzdem kam meist das Feedback, dass der Unterricht bei Frau Hannelotti ja ganz toll ist und die sooo eine tolle Lehrerin ist. :autsch: