Englisch auffrischen

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    • Englisch auffrischen

      Habt ihr eine Idee, wie ich mein vergrabenes Englisch auffrischen und verbessern kann?

      Dachte an ein nettes Magazin. National Geographic oder The New Yorker oder...? Und wo kauft bzw. abonniert man die? Podcasts? Filme? Allerdings verstehe ich gelesen wesentlich mehr als gehört...

      Tandem gibts noch, aber welcher Englischmuttersprachler will schon Deutsch lernen :flieh:
    • Krabappel schrieb:



      Tandem gibts noch, aber welcher Englischmuttersprachler will schon Deutsch lernen :flieh:
      Brexit-Asylanten? Ich habe es inzwischen mit den Fremdsprachen aufgegeben. Bin froh, wenn mir noch alle deutschen Wörter einfallen.
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      Immer wieder gut, Bodo Wartke: youtube.com/watch?v=WiCV4KKW6Nw
    • Kommt drauf an, welchen Bereich du aufpolieren möchtest.

      Für die geschriebene Sprache empfehle ich gerne englischsprachige Foren, da läuft man zwar Gefahr, dass man zunächst von Fachthemen erschlagen wird (z.B. Haustiere, Garten o.ä.), aber die haben meistens genauso einen Smalltalk-Bereich wie deutsche Foren auch. Ein Forum hat darüber hinaus den Vorteil, dass du selber bestimmt, wie viel und wie schnell du liest (anders als bei Nachrichten), du kannst also zeitgleich ganz gemütlich Wörter nachschlagen (die LEO translation app ist super!), wenn was fehlt.

      Selber sprechen geht halt am besten mit Muttersprachlern, die du in deren Land triffst.
      Auf deutschem Boden trifft man Muttersprachler gerne in der Nähe von Unis oder Fremdspracheninstituten an, ich weiß ja nicht, ob du in der Nähe von so etwas wohnst.
    • Krabappel schrieb:

      Dachte an ein nettes Magazin. National Geographic oder The New Yorker oder...?
      Wozu?

      Das Internet ist dein Freund mit Online-Publikationen für alle Themen, Inhalte und Interessensgebiete, sei es die tägliche Zeitungslektüre, seien es interessante Zeitschriften oder Webseiten. Nachrichten- und Kultursender gibt es im Internet als Videostreams, auch Internet-Radiosender sind kein Problem. Netflix bietet englische Tonspuren (und oft Untertitel), genau so wie gängige DVDs und Bluerays. Oder Computerspiele.

      Englischsprachige Webforen zum schriftlichen Kommunizieren sind schon genannt worden und empfehle ich auch immer meinen Lernern.


      Du musst eigentlich nur machen und die Input, Input, Input beschaffen.

      P.S. Wenn du dir nicht über die Aussprache sicher bist, musst du auch nicht das altertümliche IPA lernen; die meisten gängigen Online-Wörterbücher geben Vertonungen zur Aussprache; noch schöner ist Forvo - alle Wörter dieser Welt ausgesprochen.

      P.P.S. Immer gut ist, Bücher in der Zielsprache zu lesen. Die Lektüre auf dem Kindle hat den immensen Vorteil, dass du immer ein (ziemlich gutes!) Wörterbuch zur Hand hast, das bei einem langen Fingerdruck auf ein unbekanntes Wort aufklappt. Die Mühe, jedesmal ein unbekanntes Wort zu notieren und später im Papierlexikon nachzuschlagen, macht sich doch eh keiner, wenn man mal ehrlich ist...

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Meerschwein Nele ()

    • Hier zusätzlich ein paar Ideen für generelle Nachrichten usw.
      Es gibt in Deutschland Spotlight Magazine mit gemischten Themen.
      Ich hatte z.B. ein Gardens Illustrated Abo direkt bei denen online abgeschlossen. Digital gibt’s jede Menge Zeitschriften fürs Tablet. Für Apple Produkte gibt es einige im App Store.
      Der Spiegel hat eine englische Seite.
      spiegel.de/international/
      https://learnenglish.britishcouncil.org/

      bbc.co.uk/learningenglish/

      learningenglish.voanews.com/
      TED talks auf YouTube
      Teacher Luke auf YouTube
      Usw usw
    • oh, lieben Dank für die vielen Ideen!

      @Lehramtsstudent, gute Frage, leseverstehen B1 oder 2, aber mündliches Gestammel eher im A-Bereich. Hörverstehen amerikanischen Genuschels auch eher unter B.

      Fuckingfreakbullshit, ich hatte 9 Jahre Englisch in der Schule! :sterne: :rotwerd:
    • Ehrlich gesagt habe ich mit amerikanischen Englisch (Ausnahme: Ostküste) auch und immer schon Mühe beim Höhrverständnis weshalb ich gar nicht gerne Filme und Serien im Original schaue. Ist eine Frage der Gewöhnung, ich bin sehr stark an britisches Englisch gewöhnt. Wenn man sich überwindet, wird das sicher schnell besser. Ist wie Schweizerdeutsch, das hatte ich auch in etwa 3 Monaten raus. Mit dem US Englisch bin ich einfach faul. :)

      Leseverstehen auf B2 ist doch nach so langer Zeit der Inaktivität gar nicht schlecht. Von meinem ehemals C1 ist auch nicht mehr viel übrig, das ärgert mich schon ein wenig. Aber dann denke ich mir wieder... Ach, wenn ich's wirklich brauche, dann kommt das schon wieder. Du glaubst ja nicht, wie viel Französisch ich noch ausgraben konnte, als ich nach Genf gezogen bin. Da hatte ich die Sprache etwa 15 Jahre lang nicht mehr gesprochen und nach ein paar Monaten Coop auf Französisch war ich im Leseverständnis auch wieder auf B2.
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      Früher war mehr Lametta!
    • Die Frage ist, welche Art von Wortschatz man auffrischen möchte. Altagssprache oder literarische Sprache?
      Den Umgang mit der Sprache lernt man neben Originalquellen am besten im Land. Den Sprachklang lernt man gut im Land verstehen. Außerdem hat man dann auch einen anderen Bezug zur Sprache, wenn man öfter in einem Land war, wo englisch gesprochen wird. Am meisten motiviert war ich deshalb, wenn wieder ein Urlaub in einem englischsprachigen Land bevorstand. Wir gehen in fast regelmäßigen Abständen irgendwo auf die britischen Inseln oder in die USA.
      Vor Jahren habe ich mir zur Vorbereitung einen fortgeschrittenen Englischlernkurs besorgt und den durchgezogen. Das war fürs wieder Reinkommen. Das hat viel gebracht und war für die Verständigung am effektivsten. Bei uns wurde einmal ein kombinierter VHS - Kus mit Konversation und Grammatik durch einen native speaker angeboten. Das fand ich auch effektiv.
      Wenn man wieder drin ist im Englischen, dann wie viele empfehlen, Originalvideos und englisches TV anschauen. Von englischen Songs, die mir gefallen, gucke ich mir den Text an und schlage die unbekannten Wörter online nach. Ebenso lese ich englische Abhandlungen im Internet, die mich interessieren. Englische Literatur lese ich nicht so gerne, da der Wortschatz dort doch ein anderer ist, wie er so tagtäglich gebraucht wird. Da müsste ich zu viele Wörter nachschlagen, die man normalerweise im täglichen Umgang nicht so hört.
      Nachtrag: Mein Mann, der längere Zeit beruflich in den USA war und sehr gut englisch spricht (zusätzlich perfektioniert im täglichen Umgang mit Einheimischen), schwört darauf: Er hat sich zuerst Walt Disney Zeichentrickfilme reingezogen um wieder in die Sprache reinzukommen und darauf englische Originalfilme.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Caro07 () aus folgendem Grund: Ergänzung

    • Da würde ich auch mal bei der Kreisvolkshochschule nachschauen. Unsere ist nicht riesig und bietet doch schon fast dreißig verschiedene Englischkurse an, sortiert nach Niveaustufen oder unter Stichworten wie Refresher, Communication, Conversation, Lektüre

      Ansonsten kann ich dir nur empfehlen neben Nachrichten auch Bücher zu lesen. Ich mache das manchmal, wenn ich das Erscheinen eines neuen Bandes einer Reihe auf deutsch nicht abwarten kann. Das muss ja keine hochschwierige Lektüre sein, dann kann man die Bedeutung unbekannter Vokabeln auch aus dem Kontext schließen. Es hilft auch, einfach mal Filme im englischen Original anzusehen. Wenn du neue Filme dann nicht gut verstehst, nimm einfach einen alten Film, den du magst und schau ihn auf englisch an.
    • Ich sag zu den Schülern auch immer: Filme gucken, Bücher lesen. Hilft aber für den aktiven Sprachgebrauch wenig.
      Mein Mann muss da auch immer durch, wir gucken fast nur noch auf Englisch, schickt mich aber im Urlaub trotzdem am liebsten vor.

      Vielleicht einfach mal Urlaub in England und dann etwas mit Familienanschluss suchen?
      Wenn das Budget eng ist und man mitarbeiten mag ist das auch ganz gut: workaway.info/
      Oder etwas unfair einebnen Austauschschüler aufnehmen, der noch nicht gut deutsch kann und dann anfangs ab und zu auf Englisch ausweichen.
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.
    • Serien auf Englisch ansehen wäre auch mein Tipp, vielleicht für den Anfang was Seichtes, das dir Freude macht (Friends oder so...), dann kannst du dich zu spannenderen komplexeren Serien bewegen.

      Bücher, auch da würde ich zu etwas Einfachem raten, muss ja keine super Literatur sein für den Anfang, sondern soll Spaß machen. Ich habe mir an Game of Thrones die Zähne ausgebissen, aber die Twilight und Shades of Grey Reihen sind zum Beispiel super einfach geschrieben. Kommt halt drauf an, wann deine Schundliteratur-Ampel rot zeigt ;)

      Toi toi toi und viel Spaß!
    • Krabappel schrieb:

      @Lehramtsstudent, gute Frage, leseverstehen B1 oder 2, aber mündliches Gestammel eher im A-Bereich. Hörverstehen amerikanischen Genuschels auch eher unter B.

      Fuckingfreakbullshit, ich hatte 9 Jahre Englisch in der Schule! :sterne: :rotwerd:
      Jetzt nochmal ernsthaft: Mir geht das ähnlich: 7 Jahre Englisch in der Schule, 3 Semester VHS-Kurse zum Auffrischen/Üben zwischendurch und ich habe das Gefühl, nichts mehr zu können. Lesen geht noch einigermaßen. Sprechen auf dem Niveau "Ähhhhhh", wobei meine vielen Englischlehrer eh immer meine Aussprache kritisiert haben. Schreiben war laut letztem E-Lehrer auch immer katastrophal. Hörverstehen je nach Region, A1 bis A2. Youtube-Videos und Filme gehen erstaunlich gut, da hilft ja der optische Eindruck, in "der freien Wildbahn" bin ich aufgeschmissen.
      Ich habe babbel probiert, das hat gar nicht funktioniert, weil ich nach kürzester Zeit gelangweilt war von den immer gleichen Übungen von Einzelvokabeln mikroskopisch kurzen Sätzen. Vielleicht habe ich da auch was falsch gemacht oder die Features nicht gefunden.
      Bei Russisch ist es noch schlimmer: 8,5 Jahre in der Schule und mir fällt noch "Sehenswürdigkeiten", "Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft" und "Ich heiße Conni" ein.

      VHS-Kurse fand ich bislang relativ wenig hilfreich (Ausnahme 2 Semester Spanisch relativ kurz nach dem Schulspanischunterricht, die waren durchdacht und nach Lehrwerk aufeinander aufbauend, gingen aber sehr langsam voran, weil die größere Hälfte der Gruppe vor allem an vino tinto interessiert war.). In den anderen Kursen (3mal Englisch, einmal Spanisch) waren die Lerngruppen sehr heterogen, die Inhalte sehr vom Lehrer und dessen Hobbys/Interessen abhängig. Mein letzter Spanischkurs hatte den Schwerpunkt Konversation und wir haben vor allem Texte mit für mich untinteressantem Vokabular gelesen und dem Lehrer beim kreativ-farbigen Füllen der Tafel zugeschaut und zugehört. Von einer Freundin habe ich ähnliches gehört, die hat mehrere Kurse ausprobiert, bis sie einen Lehrer fand, der für sie passte. Dann ist sie aber auch einmal im Jahr für mehrere Wochen nach Lateinamerika in den Urlaub gefahren und hat ihr Spanisch angewendet.

      Eine Freundin von mir lernt an einem privaten Institut Italienisch und sagt, es bringe ihr viel mehr als VHS. Eine andere Freundin schwört auf Sprachurlaub in GB (für Englisch natürlich). Vielleicht passt davon etwas zu dir?
      Free Klorollen! Keine Klorollen-Basteleien mehr in Grundschulen!

      Immer wieder gut, Bodo Wartke: youtube.com/watch?v=WiCV4KKW6Nw
    • Conni schrieb:

      wobei meine vielen Englischlehrer eh immer meine Aussprache kritisiert haben. Schreiben war laut letztem E-Lehrer auch immer katastrophal.
      Jup, liebe KollegInnen, das passiert, wenn der Sprachunterricht von der Frage "falsch oder richtig" dominiert wird und nicht von "gelingt die Kommunikation oder gelingt sie nicht" bzw. "wie transportiere ich meine Ideen, so dass mein Gegenüber darauf reagieren kann?"

      Und ich darf das dann im zweiten Bildungsweg ständig wieder ausbügeln, wenn meine Anfängerlerner sich nicht trauen, im Englischunterricht was zu sagen, weil "sie nicht wissen, ob es auch richtig ist."

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Meerschwein Nele ()

    • Meerschwein Nele schrieb:

      Jup, liebe KollegInnen, das passiert, wenn der Sprachunterricht von der Frage "falsch oder richtig" dominiert wird und nicht von "gelingt die Kommunikation oder gelingt sie nicht" bzw. "wie transportiere ich meine Ideen, so dass mein Gegenüber darauf reagieren kann?"
      Und ich darf das dann im zweiten Bildungsweg ständig wieder ausbügeln, wenn meine Anfängerlerner sich nicht trauen, im Englischunterricht was zu sagen, weil "sie nicht wissen, ob es auch richtig ist."
      Äh... ich fürchte, so einfach darf man es sich nicht machen...

      Ich unterrichte Englisch in Franken und das ist als gebürtige Westfälin ohnehin eine Herausforderung.
      Während ich in den Eingangsklassen aber bewusst die Freude an der Fremdsprache fördere und z.B. gemeinsam mit den Schülern über den britischen "Singsang" im Satz lache, muss ich spätestens ab Klasse 7 auf Sprachrichtigkeit achten, denn es ist nun einmal ein Unterschied, ob der Schüler sagt: "He's writing a letter" oder "He's riding a ladder". Letzteres könnte zu irritierenden Situationen führen, sollte der Schüler doch einmal auf einen native treffen. Da, wo die falsche Aussprache eine Bedeutungsveränderung zur Folge hat (super Beispiel: das berühmte "th" in path vs. to pass), kann ich nicht mehr ein schmunzelndes Auge zudrücken.

      Hinzu kommt die altersabhängige Scheu, sich evtl. vor der gesamten Klasse zum Löffel zu machen, weil man den einfachsten Satz nicht gerade aussprechen kann. Hier empfinde ich es oft als schwierig zu unterscheiden, ob der Schüler nicht antwortet, weil er schlicht den Wortschatz nicht hat, oder ob er Scheu hat, weil er sich die Intonation nicht zutraut.

      Gerade im einsprachigen Unterricht hat jeder Schüler zu jeder Zeit Gelegenheit, sich auszuprobieren, ohne Gefahr zu laufen, im Ausland zu scheitern (nämlich dann, wenn's wirklich drauf ankommt, dass man sich traut). Aber in der 10. Klasse den Englisch-Lehrer zu verurteilen, weil man sich vorher das nötige Handwerkszeug nicht angeeignet hat, halte ich für einseitig.

      Grundsätzlich stimme ich dir aber zu, dass der Englisch-Lehrer tatsächlich ganz easy peasy die Freude am Englischen kaputt machen kann.
    • Gruenfink schrieb:

      Hinzu kommt die altersabhängige Scheu, sich evtl. vor der gesamten Klasse zum Löffel zu machen, weil man den einfachsten Satz nicht gerade aussprechen kann. Hier empfinde ich es oft als schwierig zu unterscheiden, ob der Schüler nicht antwortet, weil er schlicht den Wortschatz nicht hat, oder ob er Scheu hat, weil er sich die Intonation nicht zutraut.
      Die Frage ist ja, warum man sich in dieser Klasse überhaupt blamieren kann. Erst wenn ich rede, kann ich meine Aussprache verbessern und erst wenn ich nach Synonymen suche, kann ich den Wortschatz erweitern...

      Es stimmt schon, auch wenn der Grammatikunterricht meiner Kids zu wünschen übrig lässt, sie trauten sich schon in der 5. Klasse zu, im Ausland auf dem Campingplatz nach Leihrädern und Schwimmbad zu fragen. Ohne sich zu sorgen, dss es falsch oder peinlich sein könnte. Falls also "Leiterreiten" herausgekommen wäre, hätte man gemeinsam gelacht und herausgefunden, was denn eigentlich gesucht wird. Besser wird man nur durchs (angstfreie) machen.

      Und das fällt mir jetzt noch auf die Füße, ich würde mich gar nicht trauen, in England mehr als nötig auf Englisch zu quatschen, weil wie peinlich ist denn das Gestammel... und der deutsche Akzent erst... :hammer:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Krabappel ()

    • Gruenfink schrieb:

      Äh... ich fürchte, so einfach darf man es sich nicht machen...
      ...
      Ich denke, ihr habt beide irgendwie Recht. Wir hatten in der DDR Lehrer, die nie im englischsprachigen Ausland waren und ihren Dialekt sprachen. Ich habe 2 Jahre lausitzer Englisch und 2 Jahre thüringer Englisch gelernt. Bei meiner Lehrerin aus Thüringen hätten "writing a letter" und "riding a ladder" ungefähr gleich geklungen: "urreaiiiddddün ö läddddddoa", wo bei ddddd wahlweise der Laut d, t oder th im Dialekt der Lehrerin war, eine Art extrem weiches d, bei dem die Zungenspitze den Gaumen nicht berührt, sondern der vordere Teil der Zunge (hinter der Spitze) flach und ganz locker am Gaumen liegt und mit sehr wenig Druck gesprochen wird.

      Von der 10 zur 11 wurde der Westberliner Lehrplan übernommen und uns wurde erklärt, dass wir eigentlich 2 Jahre weiter sein müssten in Englisch und daher jetzt 2 Jahre überspringen. Der Lehrer (Kl. 11 und 13) sprach standard-britisch klingendes Englisch, war sehr leistungsorientiert und die meisten versuchten, das Schuljahr in Starre zu überdauern und in der 13 bloß kein Abi in Englisch zu machen. In der 12 hatten wir einen Australier, der den Kurs am unteren Niveau abholte, mit uns sang und Texte über seine Lieblingssänger las sowie Grammatik aus der 7 wiederholte. Dadurch kam es zwischen 12 und 13 wieder zu einem Leistungssprung, weil uns der Stoff der 12 quasi fehlte. Also eine Verkettung unglücklicher Umstände auf der einen Seite.
      Auf der anderen Seite habe ich für Englisch nie Sprachgefühl entwickelt und bin somit superschlecht in Aussprache, Grammatik und Satzbau. Diese Unsicherheit ging niemals weg, ich weiß nie, ob ich ein Wort richtig ausspreche und Grammatikregeln habe ich immer wieder gelernt, aber nie sicher anwenden können. Und ja, natürlich war da vieles falsch und musste so benannt werden. Das mache ich in Mathe und Deutsch ja auch, wenn 7-5=3, das ist einfach nicht richtig.

      Und jetzt kommt noch die Praxis: Die meisten, die ich bisher traf, sprachen kein britisches Standard-Englisch. Die meisten waren nicht einmal Muttersprachler, sondern hangelten sich in der Fremdsprache herum. Denen war es egal, ob ich relative closes beherrsche und das th 100% korrekt spreche. Kommunikationsvorbereitend wären brauchbarer Wortschatz (Klasse 7/8: Arbeitslosigkeit und Arbeiterklasse in Manchester... ), brauchbare eingesprägte Standardsätze zum direkten Anwenden und als Prototypen für selbst gebildete Sätze, verstehendes Hören und kommunikative Übungen, Dialoge, sprechen, auch mal selber einen Satz improvisieren und nicht nur nach Standard-Sätzen das Lehrbuch abarbeiten, sinnvoll gewesen.

      An dieser Stelle sind Schulunterricht und praktische Anwendung im Alltagskontext nicht passgenau.

      PS: Mir geht es wie Krabapple: Mir bleibt das Wort im Halse stecken, ich habe regelrechte Redehemmungen und mein Kopf ist leer.
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      Immer wieder gut, Bodo Wartke: youtube.com/watch?v=WiCV4KKW6Nw
    • Gegen die Redehemmung: vielleicht englische Lieder laut mitsingen? Oder tut ihr das sowieso?

      Und dann vielleicht in englischsprachigen Foren oder Facebook Gruppen ein bisschen aktiv werden, da schreibt man dann zumindest Englisch und bildet Sätze selbst, das ist ein kleiner Schritt in Richtung sprechen.
    • Kathie schrieb:

      Gegen die Redehemmung: vielleicht englische Lieder laut mitsingen? Oder tut ihr das sowieso?

      Und dann vielleicht in englischsprachigen Foren oder Facebook Gruppen ein bisschen aktiv werden, da schreibt man dann zumindest Englisch und bildet Sätze selbst, das ist ein kleiner Schritt in Richtung sprechen.
      Ich bin beispielsweise in englischen Foren sehr aktiv, aber Sprechen ist nochmal etwas ganz anderes. Ich kann zwar gut Sätze bilden, ich weiß auch wie die Aussprache klingen SOLLTE, aber ich tue es zu selten. Wenn man einmal im Redefluss ist, passt das schon, aber anfangs mach ich das auch nie gerne, weil ich weiß, dass die Aussprache nicht gut ist.