Elektronisches Klassenbuch

  • Hallo!


    Wir planen derzeit an unserer Schule (NRW) die Einführung eines elektronischen Klassenbuches.


    Habt ihr schon Erfahrungen gesammelt und könntet eine Empfehlung geben oder von einer Lösung abraten?


    Wir sind derzeit noch ganz am Anfang und daher für alles offen.


    Danke für eure Hilfe.
    Beste Grüße,
    der Marco.

  • Bei uns wurde das elektronische Klassenbuch vor einigen Jahren getestet, aber nach einem Schuljahr wieder abgeschafft. Gründe dafür waren u.a., dass es zu unübersichtlich für die Klassenlehrer war, viele KuK vergessen haben einzutragen (insbesondere die Fehlzeiten von SuS) und das Ganze häufiger "abgestürzt" ist.

  • Danke für eure Reaktionen.


    @Humblebee: Welche Lösung hattet ihr seinerzeit genutzt?


    @MarPhy: Danke für den Hinweis auf Edupage. Ich hatte die Webseite schon gefunden, empfand diese aber als recht unübersichtlich. Welche Kosten sind denn entstanden und wer trägt diese?

  • Hier steht etwas zum elektronischen Klassenbuch infolge DSGVO (Datenschutzverordnung):


    Der weisungsgebundene Einsatz externer Dienstleister zur Verarbeitung personenbezogener Daten ist in Artikel 28 der DSGVO geregelt. Wenn eine Schule etwa eine Cloud-Plattform wie Office 365 von Microsoft nutzt, überträgt sie Daten an den Dienstleister. Diese Übermittlung von Daten muss datenschutzrechtlich abgesichert sein. Das kann über eine Einwilligung der betroffenen Personen erfolgen (Prinzip der Freiwilligkeit) oder eine gesetzliche Erlaubnisform sein. In jedem Fall muss ein Vertrag zur „Auftragsdatenverarbeitung“ (ADV) oder neuer „Auftragsverarbeitung“ (AV) mit dem Dienstleister abgeschlossen werden. Wenn der Zugriff auf personenbezogene Daten möglich ist, muss die Schule den Service als Auftragsverarbeitung behandeln. Das betrifft Software-as-a-Service-Angebote wie das elektronische Klassenbuch und Cloud-Dienste, aber auch die IT-Wartung des Support-Teams über den Remote-Zugriff.


    https://www.cloudcomputing-ins…ulischen-alltag-a-749831/


    Auch sonst steht da noch so allerhand bzgl. der Auswirkungen der DSGVO auf die Schulen.

    Aus Solidarität mit dem vom Aussterben bedrohten Pangolin (zu deutsch: Schuppentier) nenne ich mich jetzt so. ;-)

  • Die Kosten sind vergleichbar mit denen für die Papierversion. Träger ist der, der sonst die Papierbücher bezahlt, vermutlich der Schulträger? Fakt ist aber: 99% der KuK nutzen Edupage auf ihren privaten Endgeräten. Ist von der Schulleitung aber so erlaubt bzw. gewollt.

  • @MarPhy Kannst du sagen, was von den Kolleg*innen als Hauptvorteil gegenüber der Papierversion empfunden wird und was ein Hauptproblem bei der Einführung war.


    Danke für die wertvollen Einblicke.

  • Ich kann direkt Hinweise und Aufgaben für Vertretungslehrer hinterlassen, das Seki sieht sofort welche SuS abwesend sind, Kommunikation mit SuS und den Eltern ist vereinfacht, Hausaufgaben können durch die SuS nachgeschlagen werden. Absenzen werden sehr übersichtlich dargestellt, ich muss kein Papierbuch mehr rumtragen und sehe als Klassenleiter direkt, welche Kollegen noch nicht eingetragen haben.
    Hauptvorteil in meinen Augen: Ich sehe im Terminkalender auf einen Blick, wann meine Klasse schon LKs schreibt, wann welche Klassen abwesend sind und so weiter.

  • Sorry für den Doppelpost, aber wenn ihr sowas macht: Führt es sukzessive sein. Beispielsweise erstmal nur Anwesenheit und Stundenberichte, vorerst keine SuS und Eltern. Dann langsam steigern. Das erleichtert den Einstieg.

  • Bisher habe ich zwei positive Meldungen zu Edupage vernommen. Gibt es auch Erfahrungen mit anderen Produkten - z.B. mit Untis?

  • Wir verwenden webuntis. Vorteil: Früher sind öfters mal die papierenen Klassenbücher verschwunden - vor allem dann, wenn es in der betroffenen Klasse viele (unentschuldigte) Absenzen gab. Jetzt ist das nicht mehr möglich (die Elektronik kann man nicht so einfach verschwinden lassen, ggg.) Nachteile: Besonders die mobile App stürzt sehr oft ab; die Ladezeit ist oft recht lang; oft funzt es einfach nicht, bzw, das Ding reagiert einfach nicht (am Mobiltelephon kann es wohl kaum liegen: Samsung S10+). Insgesamt dauert alles viel länger als beim papierenen Klassenbuch. Insbesondere die Klassenvorstände haben viel mehr Arbeit mit dem elektronischen System: Früher habe ich die Entschuldigung für die Absenz erhalten und die entsprechenden Fehlstunden einfach ausgestrichen; jetzt muß ich in das System einsteigen, Schüler und Datum auswählen, eventuell den Grund angeben, speichern und schließen - viel mehr Arbeit, um zum selben Ergebnis (nämlich: entschuldigte Fehlzeit) zu gelangen....

  • Wir benutzen Untis und sind im Prinzip damit sehr gut zufrieden.
    Die Alltagsgeschäfte erledigt man über eine App, die wirklich gut ist und relativ leicht und schnell zu bedienen. Bestimmte Verwaltungsdinge erledigt man besser über den Browser, da ist die Bedienung in der Tat etwas gewöhnungsbedürftig. Damit kommen dann allerdings dann auch nur Klassenlehrer in Berührung.


    Der Nutzen steht und fällt mit der Disziplin des Kollegiums. Wenn einzelne Kollegen sehr unzuverlässig sind und nie die Anwesenheit kontrollieren und nur unregelmäßig eintragen, hat man schnell viele offene Stunden, hinter denen man herlaufen muss. Das ist zwar beim klassischen Papierbuch nicht anders, da fällt es aber nicht so auf, weil dass nun mal nicht aktiv Hinweise auf fehlende Einträge ausspuckt.


    Nichts desto trotz: eigentlich kann man die Diskussion "digital vs. Papier" nicht mehr ernsthaft führen. Verwaltungsaufgaben digital zu erledigen, ist längst Standard. In fast allen Berufen hat dieser Wandel stattgefunden, lediglich in der Schule hält man sich an Anachronismen fest. Früher oder später wird die digitale Verwaltung per Verordnung kommen.

  • Danke für den Hinweis zur umständlichen Bedienung in webuntis. Sieht es bei edupage evt. besser aus, @MarPhy, @Nordseekrabbe ?

    Ich finde die Bedienung sehr praktisch. Auf dem Handy habe ich die App. Damit trage ich Fehlzeiten und Verspätungen ein. Außerdem trage ich jeweils die aufgegebenen Hausaufgaben ein und kann dann in der nächsten Stunde direkt vermerken, wer sie nicht gemacht hat. Da ich vorab meine Unterrichtsinhalte im Klassenbuch eintrage, habe ich auch morgens direkt einen Überblick, was ich geplant habe. Vertretungen werden von der Schulleitung ebenfalls dort eingetragen und die betreffende Lehrkraft bekommt einen Hinweis auf ihr Handy. Die App ist stabil und mir bisher nicht abgestürzt. Die Desktop-Version nutze ich dann für Klassenbucheinträge und Kontrolle, ob die Fachlehrer auch eingetragen haben. Ebenso nutzen wir es für die Notenverwaltung.

  • Unterschreib ich so, ich nutze die App jedoch nicht, da mir der Dienstherr bisher kein Gerät dafür zur Verfügung stellt. Die Webversion könnte ich auch am PC im Klassenraum benutzen.

  • Nutze die Untis-App, um Abwesenheiten im Unterricht zu protokollieren. Mir wäre es zu zeitaufwändig mich in jedem Raum am Rechner neu anmelden zu müssen.
    Gerade in meinem Bereich ist es super praktisch mir Berichte generieren zu lassen, damit die Betriebe auf Anfrage genau wissen wann Ihre Azubis gefehlt haben. Diese Berichte dürfen wir aber nur in unserem durch Zwei-Faktor-Authentisierung gesicherten Netz erzeugen, sonst wäre es wohl nicht DSGVO-konform.

  • Nutze die Untis-App, um Abwesenheiten im Unterricht zu protokollieren. Mir wäre es zu zeitaufwändig mich in jedem Raum am Rechner neu anmelden zu müssen.
    Gerade in meinem Bereich ist es super praktisch mir Berichte generieren zu lassen, damit die Betriebe auf Anfrage genau wissen wann Ihre Azubis gefehlt haben. Diese Berichte dürfen wir aber nur in unserem durch Zwei-Faktor-Authentisierung gesicherten Netz erzeugen, sonst wäre es wohl nicht DSGVO-konform.

    In der Regel erfüllt das jeder Schulrechner von vornherein weil du ja einen Login brauchst um dich erstmal am Rechner anzumelden.

  • Bei uns gibt es ein Schulnetz, worauf Schüler und Lehrer Zugriff haben mit eigenen Accounts natürlich und ein separates Lehrernetz. Habe mich mit der Rechtslage nicht ausführlich beschäftigt aber ich habe mir sagen lassen, dass das Erzeugen von Berichten im "Schulnetz" nicht zulässig sei, da die Berichte heruntergeladen werden und dann im Schulnetz liegen. Dadurch seien die sensiblen Daten nicht ausreichend geschützt.

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