Probleme der Schüler

  • Eine Schülerin möchte mit mir über ihre Probleme reden. Ich bin mir nicht sicher, ob ich da die richtige Ansprechpartnerin bin. Interessiert ihr euch für die Probleme eurer Schüler?

  • "Interessieren" ist der falsche Ausdruck aber ich hör's mir an und schau ob ich helfen kann.

    Sehe ich auch so.
    Wenn jemand mit mir reden will, dann können wir das gerne machen.
    Je nach Problem gebe ich selbst Rat oder verweise an unsere Sozialarbeiterin/ Vertrauenslehrer/ Schulpsychologen/ Beratungslehrer oder andere Stellen.


    @TE weißt du bereits mehr oder hat die Schülerin dich bisher nur angesprochen und will reden?

  • Selbstverständlich bin ich als Lehrer auch ansprechbar bezüglich der diversen Probleme der Schüler. Das heißt ja nicht, dass ich auch für die Lösung der Probleme alleine verantwortlich bin. Aber qua Alter und Erfahrung weiß ich, wen man fragen kann, wo es Hilfe gibt, kann vermitteln oder bei "Nebensächlichkeiten" Ratschläge geben/direkt Helfen. Manchmal brauchen Schüler auch einfach jemanden zum Reden.


    Die konkreten Probleme interessieren mich nicht direkt, aber ich halte es für wichtig ansprechbar zu sein.

  • Ansprechbar ist schon mal wichtig.
    Ich nehme einfach mal an du bist weder Vertrauens- noch Klassenlehrerin?
    Trotzdem, so oder so - die Schülerin wird einen Grund haben, wieso sie ausgerechnet dich anspricht. Ob du da "die richtige" btst, ist in dem Moment erst mal sekundär, die Schülerin hat für sich entschieden, dass du für sie "die richtige" bist, somit hör dir das erst mal an.
    Wie es dann weitergeht - also ob du direkt einen Rat für die Schülerin hast, oder ob du dich vllt mit ihr zusammen an noch jemand anderen wendest (weil du vllt nicht weißt was du tun sollst - ist keine Schande), das entscheidet sich danach.
    Nimm dir Zeit für das Mädchen. Wenn sie von sich aus zu dir kommt, vertraut sie dir schon mal sehr weit, und hat möglicherweise niemanden sonst, dem sie so weit vertraut (oder die Probleme sind vllt sogar welchemit anderen "Vertrauenspersonen").
    Und wenn du nach dem Gespräch dastehst wie Ochs vorm Berg und gar nicht weiter weißt... schreib mir ne PN.

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Dann höre ihr zu und entscheide anschließend ob es etwas ist, bei dem du selbst helfen kannst oder ob du sie an professionelle Stellen weiterleitest.

  • Noch einmal ein Update:
    Die besagte Schülerin und ich hatten heute ein Gespräch vereinbart. Sie hat mir nun ihr Problem geschildert. Sie sagt sie habe keine Freunde und sei komplett alleine. Ich habe ihr gut zu geredet und mir natürlich alles angehört. Ich kann ihr da natürlich nicht weiter helfen, als ihr gut zuzureden. Deshalb habe ich vorgeschlagen, dass sie zur Schulsozialarbeiterin geht, dass will sie jedoch unter keinen Umständen. Anscheinend war sie schonmal dort und die Schulsozialarbeiterin war ihr unsympathisch und ihr konnte sie sich nicht öffnen. Was kann ich jetzt machen?

  • Habt ihr noch andere Ansprechpartner? Vertrauenslehrer, Schulpsychologe?
    Evtl auch das Jugendamt.


    Hängt halt auch vom Problem ab.


    Edit oder ist das Problem, dass sie alleine ist und keine Freunde hat?

  • Hm... das Mädchen is also "einsam". Da müsste sie mal ein wenig nach den Gründen forschen, und das muss sie selber, du kannst ihr höchstens Anregungen geben.


    Warum also hat sie "keine Freunde" - ist sie noch neu, schlicht schüchtern, interessiert sie sich für Dinge, die sonst keinen interessieren, ist sie auf irgendeine andere Weise "exotisch", ist sie ein "Schmuddelkind" mit dem "man" sich eben nicht abgibt, wird sie gemobbt...?
    "Ich will Freunde finden" ist zwar ein Ansatz, aber von alleine kommen die nicht angeflogen. Viellicht muss sie sich einfach ein wenig mehr umschauen, trauen, auch au0erhalb der Schule, wer weiß. Von welchem Alter sprechen wir hier eigentlich?


    Aber so oder so -du kannst ein paar Ratschläge geben, mehr wohl kaum. Dass sie damit zu dir kommt heißt wohl, dass sie dich mag. Schön. Aber du musst dich hauptsächlich um dein Ref kümmern. Wenn du das Mädchen auch magst (und das klingt so), kannst du ja mal ab und an mit ihr sprechen und dabei vielleicht raushören, ob sich was tut.

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
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    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

    Einmal editiert, zuletzt von Miss Jones ()

  • Jap, das Problem ist, dass sie alleine ist. Das ist doch eigentlich nur ein „kleineres“ Problem. Da kann ich ja nicht wirklich etwas tun. Jedoch hat sie komisches Andeutungen gemacht. Sie hat gesagt, dass sie stets alleine kämpft und nicht weiß, wie lange sie das noch kann. Klingt in meinen Ohren nach einem Hilferuf... Was meint ihr? Ich werde morgen auf jeden fall mal den KL ansprechen.

  • Zu einer anderen Frage, weshalb sie keine Freunde hat:
    Auf mich wirkt sie keineswegs wie ein „Opfer“. Sie sieht völlig normal aus. Sie hat sogar eine beste Freundin, vermute ich mal. Sie machen in der Schule alles zusammen usw. Ich wundere mich auch, wie sie da alleine sein kann...

  • Beitrag von Kathie ()

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht ().
  • Jap, das Problem ist, dass sie alleine ist. Das ist doch eigentlich nur ein „kleineres“ Problem.

    das finde ich schon ganz schön schlimm. Sie fühlt sich allein. Wichtig wäre herauszufinden, wann sie sich allein fühlt. Wogegen oder wofür sie immer alleine kämpft. Ihrer Wahrnehmung nach.
    gezielte Fragen könnten dir den Sachverhalt deutlicher machen.


    Aber damit würdest du schnell in eine Beratungs- oder Therapeutenrolle rutschen, die du nicht ausüben kannst.



    Was heißt denn, du hast ihr gut zugeredet?

  • Wenn die Schulsozialarbeit für sie keine gute Ansprechpartnerin ist, dann vielleicht Beratungslehrer oder Beratungslehrerin? Klassenlehrkräfte ansprechen und einbeziehen ist auf jeden Fall sinnvoll.

  • Jap, das Problem ist, dass sie alleine ist. Das ist doch eigentlich nur ein „kleineres“ Problem. Da kann ich ja nicht wirklich etwas tun. Jedoch hat sie komisches Andeutungen gemacht. Sie hat gesagt, dass sie stets alleine kämpft und nicht weiß, wie lange sie das noch kann. Klingt in meinen Ohren nach einem Hilferuf... Was meint ihr? Ich werde morgen auf jeden fall mal den KL ansprechen.

    Sich alleine zu fühlen (ich nehme an, dass sie einsam meint), ist alles andere als ein kleines Problem. Die meisten Menschen sind soziale Wesen, die zumindest ein gewisses Maß an Eingebundenheit brauchen. Bei Jugendlichen ist das besonders wichtig. Wenn man das nicht (mehr) empfindet, aber braucht, dann ist das ein Problem, das zu einer ausgewachsenen Depression werden (oder schon ist) und bis zum Selbstmord führen kann.
    Meiner Meinung nach (auf der Grundlage der paar Infos hier, es kann in der Realität natürlich ganz anders sein) braucht das Mädel dringend Hilfe.

  • Wenn mich an meiner Schule mit einem, nennen wir es sehr herausfordernden Schülerklientel, die SuS mit persönlichen Problemen und Sorgen ansprechen, dann ist das für mich ein großer Vertrauensbeweis. Denn für viele gilt es als Schwäche, sich damit an einen Lehrer zu wenden. Von daher nehme ich mir dafür immer die Zeit und tue alles, was ich kann. Ich würde aber nicht, möglicherweise noch ohne Wissen der betreffenden SuS, einfach Sozialpädagogen oder Vertrauenslehrer einschalten. Meine ersten Ansprechpartner wären die Klassenlehrer, da sie normalerweise die SuS am besten kennen und vielleicht sogar schon von den Problemen wissen. Dann mal schauen... viel Erfolg dabei.