Arbeiten trotz AU?

  • Hallo, ich hatte vor den Ferien einen Arbeitsunfall und bin noch arbeitsunfähig.
    Nun braucht die Schule die Noten für die Halbjahreszeugnisse.
    Noten habe ich erstellt. Nun kommen Nachfragen, Beschwerden zur Benotung und werde aufgefordert hierzu Stellung zu nehmen.
    Werde also Schritt für Schritt in den Arbeitsalltag einbezogen. Wo ist die Grenze??? Fühle mich überfordert.

  • Eine AU ist erst einmal eine Empfehlung eines Arztes.
    Es kommt ja drauf an, warum man nicht arbeiten kann. Zum beispiel darf man trotz AU auch ins Kino oder ins Fitnessstudio.
    Wenn man geistig also fit ist, sollte man (meiner Meinung nach) in der Lage sein Noten zu machen, zu begründen und dergleichen.


    Heißt, ohne genauere Infos zum Arbeitsunfall, ist eine Aussage schwer.
    Bei Unfall gehe ich aber eher von körperlichen Schäden aus.


    Womit fühlst du dich denn überfordert? Mit der Notengebung oder der Stellungnahme?

  • Meiner Auffassung nach ist es exakt wurscht, ob es ein Arbeits/Dienstunfall oder eine sonstige Erkrankung ist, für die Kastanie (davon gehe ich aus) krankgeschrieben ist. Da sie/er unterrichtet hat, finde ich das Mitteilen der Noten okay. Aber Begründungen und Stellungnahmen kann sich der Schüler/die Eltern immer noch anhören, wenn der Lehrer wieder gesund ist. Und falls doch etwas schief gelaufen ist bei der Übermittlung, geht es auch mal, ein neues Zeugnis auszudrucken.

  • Von wem kommen denn die Nachfragen und in welchem Umfang?


    Werden sie benötigt um einen reibungslosen Ablauf der Konferenz zu gewährleisten? Z.B. Entscheidung bei 4,5.
    Oder sind es eher allgemeine Anfragen von z.B Schülern: "Warum habe ich eine Drei und keine Zwei?"


    Fragen der ersten Kategorie würde ich beantworten, bei Fragen der zweiten Kategorie würde ich ein Gespräch nach der Genesung anbieten oder auch auf den Gesundheitszustand hinweisen und nicht nher drauf eingehen.

  • Von wem kommen denn die Nachfragen und in welchem Umfang?


    Werden sie benötigt um einen reibungslosen Ablauf der Konferenz zu gewährleisten? Z.B. Entscheidung bei 4,5.
    Oder sind es eher allgemeine Anfragen von z.B Schülern: "Warum habe ich eine Drei und keine Zwei?"


    Fragen der ersten Kategorie würde ich beantworten, bei Fragen der zweiten Kategorie würde ich ein Gespräch nach der Genesung anbieten oder auch auf den Gesundheitszustand hinweisen und nicht nher drauf eingehen.

    Wenn der Gesundheitszustand das trotz AU noch zulässt, würde das vermutlich jede Lehrkraft versuchen, wenn es tatsächlich extrem drängen würde (obgleich erst das Halbjahr erreicht ist- zumindest in BW gibt es nur eine Halbjahresinformation und kein Zeugnis, also halb so wild und in jedem Fall nachträglich korrigierbar...), aber eine AU hat man nicht grundlos und man ist ggf. auch dazu außerstande, weil man mit hohem Fieber im Bett liegt oder mit gebrochenem Bein im KKH und Unterlagen liegen nicht vor oder oder oder oder. Ich finde es wirklich schwierig, an dieser Stelle einen Erwartungs- und Leistungsdruck aufzubauen, der letztlich uns allen schadet, weil wir damit schrittweise die Grenze verschieben, was man vielleicht ja doch noch "mal eben" schaffen kann, wenn man eigentlich dienstunfähig ist und die Erholungszeit auch dringend benötigt, damit die Ausfallzeit so kurz wie möglich/nötig sein kann am Ende. Persönlich bin ich im Laufe des Refs bei Forderungen von KuK, was ich trotz DU leisten solle immer rigoroser geworden, weil es einem eben am Ende keiner dankt, wenn man dennoch Vertretungsstunden plant und dafür Materialien und Aufgaben versendet, sondern man nur schief angeschaut wird, wenn man als Folge dieser zusätzlichen Überlastung länger zum Gesundwerden benötigt, als bei tatsächlicher Ruhe.

  • Da stimme ich dir zu. Es gibt einfach ein paar Fälle, wo es sinnvoll ist, sich selbst zu äußern.
    Bei allem anderen gilt, erst mal gesund werden.


    Wir hatten z.B. mal den Fall, Schülerin hat Probezeit, steht auf 4,5, mit 5 nicht bestanden, mit 4 bestanden. Betroffene Lehrkraft ist krank, Anruf der Schulleitung bei ihr um Sache zu klären.

    • Genaues Zuhören sollte eigentlich eine Kernkompetenz von Lehrern sein, scheint aber im Forum nicht immer zu funktionieren. Insbesondere dann nicht, wenn die selbsternannten Fachärzte für leicht erkennbare Krankheiten wieder gutachterlich tätig werden um zu bescheiden, welche Tätigkeit geht oder nicht geht.

    Der Kollege schreibt ziemlich eindeutig in Bezug auf die an ihn herangetragenen Forderungen: Ich fühle mich überfordert. Habt Ihr das überhört? Eine AU ist zunächst einmal allumfassend. Ich bin von jeglicher Arbeitsleistung freigestellt. Wenn ich davon abweiche, dann ist dies ein freiwilliges Entgegenkommen und nur zulässig, wenn ich meiner Genesung damit nicht schade. Um auf Deine Frage zu antworten, wo die Grenze ist. Die legst Du ganz alleine fest und wenn Du Dich schon überfordert fühlst, dann hast Du diese Grenze schon überschritten.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

    • Genaues Zuhören sollte eigentlich eine Kernkompetenz von Lehrern sein, scheint aber im Forum nicht immer zu funktionieren. Insbesondere dann nicht, wenn die selbsternannten Fachärzte für leicht erkennbare Krankheiten wieder gutachterlich tätig werden um zu bescheiden, welche Tätigkeit geht oder nicht geht.

    Der Kollege schreibt ziemlich eindeutig in Bezug auf die an ihn herangetragenen Forderungen: Ich fühle mich überfordert. Habt Ihr das überhört? Eine AU ist zunächst einmal allumfassend. Ich bin von jeglicher Arbeitsleistung freigestellt. Wenn ich davon abweiche, dann ist dies ein freiwilliges Entgegenkommen und nur zulässig, wenn ich meiner Genesung damit nicht schade. Um auf Deine Frage zu antworten, wo die Grenze ist. Die legst Du ganz alleine fest und wenn Du Dich schon überfordert fühlst, dann hast Du diese Grenze schon überschritten.

    Die Art der Antworten zeigt denke ich, dass das mindestens mehrheitlich sehr bewusst wahrgenommen wurde, auch wenn dennoch mehrere (individuelle) Facetten im Rahmen von Antworten beleuchtet werden.

  • Cdl ok, diesmal waren doch etwas mehr arbeitnehmerfreundlichere Kommentare dabei. Aber eben auch andere und zusammen mit dem, was ich in letzter Zeit so an Ausserungen und Handlungen von Vorgesetzten erlebe (Klausuren werden zur Korrektur ins Krankenhaus gebracht) wollte ich an dieser Stelle die rechtliche Grenze deutlich aufzeigen. Wenn ich dabei dem Falschen auf den dicken Zeh gestiegen bin. Sorry!

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • was ich in letzter Zeit so an Ausserungen und Handlungen von Vorgesetzten erlebe (Klausuren werden zur Korrektur ins Krankenhaus gebracht)

    Was hat denn der Vorgesetzte dieses Vorgesetzten dazu gesagt?

    Wer sich mit dem Zeitgeist vermählt, wird bald Witwer sein!

  • Wir hatten z.B. mal den Fall, Schülerin hat Probezeit, steht auf 4,5, mit 5 nicht bestanden, mit 4 bestanden. Betroffene Lehrkraft ist krank, Anruf der Schulleitung bei ihr um Sache zu klären.

    Selbst hier geht die AU vor. Der SL weiß nicht, warum ein Kollege krank ist und es geht ihn auch nichts an. Vielleicht sitzt er in der Reha nach einem Suizidversuch. Das ist natürlich ein konstruierter Extremfall aber zeigt: die Note kann nicht wichtiger sein als die Krankschreibung, weil der Arzt sie verordnet hat und der Vorgesetzte nicht über eine Gewichtung entscheiden darf und kann, ob die Arbeitsleistung doch irgendwie vielleicht machbar wäre.

  • Zeile 13
    Leider gar nichts, weil der\ die Betreffende diesen Schritt nicht gehen wollte. Die KuKs lassen sich alles gefallen, trauen sich aber nicht Ross und Reiter zu nennen. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. Es gibt leider Schulen, da gehört dies zur Schulkultur. Besonders dann, wenn einzelne Kollegen die aufmucken dann über kurz oder lang eine andere Schule finden.(oder gefunden wird?)

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Eine AU ist erst einmal eine Empfehlung eines Arztes.

    da möchte ich entschieden widersprechen, sie ist eine Anordnung des Arztes. Bitte mach der TE kein schlechtes Gewissen und auch dir selbst nicht, wenn du dich mal überfordert fühlen solltest. Krankheiten muss man auskurieren und es ist grenzüberschreitend, zu Hause anzurufen und mit Arbeit (oder hier zudem noch mit Konflikten!) ins Private einzudringen.

  • ...Besonders dann, wenn einzelne Kollegen die aufmucken dann über kurz oder lang eine andere Schule finden.(oder gefunden wird?)

    Möchte man da nicht selbst eine andere Schule finden? Das mit den Klausuren ist doch absurd. Oder hat derjenige darum gebettelt, weil ihm langweilig war? Wenn nicht, hätte das m.M.n. ein Anwalt klären müssen und gar nicht mehr mit dem Chef persönlich ausdiskutiert werden sollen. Es gab ja auch schon Schulen, da wurden nicht die Kolleg*innen gegangen, sondern die Chef*innen.

  • Man muss sich da abgrenzen. Als es bei uns mal eine Zeit lang heiß herging, habe ich irgendwann zu meinen Kollegen gesagt, "ruft mich an, wenn der Laden pleite ist und ich nach der Krankschreibung nicht mehr kommen muss. SONST NICHT!"


    Allerdings war ich da noch nicht SL. Heute kann ich mich da nicht mehr so leicht rausziehen, aber das war ja meine Entscheidung.

    Wer sich mit dem Zeitgeist vermählt, wird bald Witwer sein!


  • da möchte ich entschieden widersprechen, sie ist eine Anordnung des Arztes. Bitte mach der TE kein schlechtes Gewissen und auch dir selbst nicht, wenn du dich mal überfordert fühlen solltest. Krankheiten muss man auskurieren und es ist grenzüberschreitend, zu Hause anzurufen und mit Arbeit (oder hier zudem noch mit Konflikten!) ins Private einzudringen.


    Vielleicht sollte man Zitate nicht aus dem Kontext reißen.


    Noten können auch zum Halbjahr wichtig sein, zum Beispiel bei Bewerbungen oder bei Abiturklassen, weil es zählt, insbesondere dann auch Defizite.


    Ich lese nichts von Anrufen beim TE.


    Angenommen ich habe ein gebrochenes Bein. Ich wäre froh um eine geistige Tätigkeit. Auch wenn ich eben vielleicht nicht zur Schule gehen kann.
    Daher ja auch meine Rückfragen.


    Krankheit ist nun einmal nicht gleich Krankheit.
    Und es gibt Krankheiten, wo es auch hilfreich sein kann, zu arbeiten.
    (Struktur im Leben, geistige Forderung etc)

Werbung