Wie geht ihr dem Corona-Virus entgegen?

  • Das Problem sind nicht die Schulen sondern die Clubs und Partys am Abend von denen aus ein Jugendlicher dann das Virus tagsüber halt in die Schule tragen kann. Jetzt überlegen wir mal kurz gemeinsam, was gesamtgesellschaftlich wichtiger ist: Bildung oder Saufen?

    Na, saufen natürlich. Das ist unmittelbar wertschöpfend und erhält Arbeitsplätze. :cash:

    Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.

  • Weiß man eigentlich wann die Ergebnisse der Hamburger Studie vorliegen sollen? Die scheinen ja auch etwas kritischer zu sein. Wäre ja im Sinne aller, mal mehr Sicherheit zu haben. In der Vorankündigung der Studie haben sie auch darauf hingewiesen, dass man wenig weiß, weil man Kinder weniger testet. Das könnte sich jetzt ja ändern. In Baden-Würtemberg ist ja auch eine Studie, oder?

  • Vor allem frage ich mich, welchen Nutzen diese Ergebnisse für uns als Einzelpersonen genau haben sollen. Bei uns sind jetzt auch an mehreren Orten zugleich serologische Studien an Schulen gestartet. Das ist sicher interessant und vielleicht auch nützlich für zukünftige politische Entscheidungen zu sehen, wie sich das Virus unter den Kindern allenfalls "stumm" ausbreitet. Aber für uns Lehrpersonen ändert das nichts an der Situation, dass wir unter den gegebenen Bedingungen arbeiten gehen (müssen) oder eben auch nicht (ich bin ja immer noch zu Hause). Keiner von uns kann aufgrund solcher Ergebnisse am Ende irgendeine individuelle Entscheidung treffen, so ist das einfach.


    Wir haben morgen Vormittag eine Sitzung mit der Schulleitung in der unter anderem besprochen wird, wie es für uns ab August weitergehen könnte. Ich bin echt gespannt. Fest steht, dass die 4-qm-pro-Person-Regel vom BAG vollkommen an der Praxis vorbei ist, das können die sich aber sowas von an den Hut stecken. Ein gangbarer Weg wäre zumindest mal das 1. Semester im Halbklassenunterricht zu planen und für bestimmte Unterrichtsgefässe müssen einfach spezielle Regelungen her. Ich sehe nicht, dass wir im August wieder 850 Jugendliche zugleich in unserem Schuhkarton bespassen. Wenn wir da irgendwas übersehen, dann bricht die Hölle über uns herein und dass es uns früher oder später auch mal trifft, davon gehe ich aus. Dann muss man es einfach so schnell wie möglich wieder einfangen können, eine andere Lösung sehe ich da nicht.

  • Übrigens ... das schon gestern beobachtete Phänomen etabliert sich: Mit Grill und Würstchen bepackte Deutsche kommen mit Velos über die Felder der grünen Grenze über uns hergefallen und bevölkern die Langen Erlen und das Rheinufer. Ich schwanke noch zwischen grotesk erstaunt und belustigt. :gruebel:

  • Ich habe ehrlich gesagt Verständnis dafür. Solange die Leute draussen an der frischen Luft sitzen kann doch nicht viel passieren und faktisch erleben wir das ja hier die ganze Zeit schon, dass das sehr gut so geht. Ich find's einfach witzig, weil der Einkaufs-Tourismus ja sonst in die andere Richtung geht und wir jetzt auch mal attraktiv für die Gegenseite sind :) Es sollte sich einfach nur nicht zu sehr verdichten.

  • Keiner von uns kann aufgrund solcher Ergebnisse am Ende irgendeine individuelle Entscheidung treffen, so ist das einfach.

    In Deutschland gibt es in einigen Bundesländern die Möglichkeit als Risikopatient Home-Office zu machen / zu beantragen. Bei uns sind an manchen Schule viele Lehrkräfte an anderen keine. Nicht weil es keine Risikopatient gibt, sondern weil man das Risiko individuell anders einschätzt. Aber dafür wäre es natürlich sinnvoll zu wissen, wie groß die Gefahr wirklich ist.

  • Aber dafür wäre es natürlich sinnvoll zu wissen, wie groß die Gefahr wirklich ist.

    Nee eben nicht, denn wenn's Dich getroffen hat, dann ist es egal ob die Wahrscheinlichkeit dafür 1 % oder 50 % war. Entweder man ist Risikopatient oder nicht. Entweder man geht in den Präsenzunterricht oder nicht. Wer wirklich zur Risikogruppe gehört, sollte auf keinen Fall Russisch Roulette spielen. Bei uns MÜSSEN diese Personen im Homeoffice bleiben. Das geht zunächst einmal via Selbstdeklaration aber die Schulleitung kann auch ein Arztzeugnis verlangen. Also "gefühlt" Risikopatient kann man nicht sein und "ich habe Angst" zählt explizit nicht als Grund im Homeoffice zu bleiben.

  • In Deutschland gibt es in einigen Bundesländern die Möglichkeit als Risikopatient Home-Office zu machen / zu beantragen. Bei uns sind an manchen Schule viele Lehrkräfte an anderen keine. Nicht weil es keine Risikopatient gibt, sondern weil man das Risiko individuell anders einschätzt. Aber dafür wäre es natürlich sinnvoll zu wissen, wie groß die Gefahr wirklich ist.

    Ja, so wird es hier jetzt überall sein, ab morgen müssen bei uns alle Lehrer (sind es eh schon) und auch Erzieher wieder vor Ort sein, wenn der Arzt sie nicht individuell als Risikopatient eingeschätzt hat und das attestiert hat.

  • Wer wirklich zur Risikogruppe gehört, sollte auf keinen Fall Russisch Roulette spielen. Bei uns MÜSSEN diese Personen im Homeoffice bleiben.

    Leider sind wir aber nicht in der Schweiz. Das würde ich auch sinnvoller finden. Bei uns dürfen es die Leute selber entscheiden und viele wollen solange es geht zur Schule gehen. Viele gehen halt auch zur Schule, da ja angeblich Kinder nicht (so) ansteckend sind. Bei der Nachbarschule sieht es genau andersrum aus. Bei uns gibt es auch noch einen Paragrafen, dass der SL es von der Unterrichtsversorgung abhängig machen kann. Genauso blödsinnig.

  • Wenn der Staat die Entscheidung trifft, wird sie dadurch auch nicht besser. Dann muss auch irgendwo eine trennscharfe Grenze zwischen Risikogruppe und nicht Risikogruppe gezogen werden, die in der Realität eben nicht scharf ist. Da entscheide ich das für mich und in meiner eigenen Verantwortung schon lieber selber.

  • Ja, aber ich glaube aber auch dass wir Lehrkräfte haben, die kommen, um nicht "doof" dazustehen. Da finde ich eine klare Regelung sinnvoller...

  • Moebius Nicht der Staat sondern im Zweifelsfall der Arzt und der ist diesbezüglich wohl auch kompetent zu entscheiden. "Gefühltes Risiko" gibt's bei uns nicht. Aber die Leute mit entsprechenden Vorerkrankungen kennen diese ja nicht erst seit gestern weshalb es da auf Vertrauensbasis erst mal die Selbstdeklaration tut. Dass "Angst vor Corona" kein Grund ist nicht im Präsenzunterricht zu erscheinen steht sehr deutlich im letzten Schreiben vom Kanton drin. Bei übermässiger psychischer Belastung kann da höchstens unbezahlter Urlaub ausgehandelt werden.


    Umgekehrt ist es für den Arbeitgeber auch ein Risiko, wenn eine Person mit relevanter Vorerkrankung zum Präsenzunterricht erscheint. Wenn die Person sich infiziert und hospitalisiert werden muss, wird es schlussendlich teurer, als würde die Person einfach im Homeoffice bleiben.

  • Dass "Angst vor Corona" kein Grund ist nicht im Präsenzunterricht zu erscheinen steht sehr deutlich im letzten Schreiben vom Kanton drin. Bei übermässiger psychischer Belastung kann da höchstens unbezahlter Urlaub ausgehandelt werden.


    Umgekehrt ist es für den Arbeitgeber auch ein Risiko, wenn eine Person mit relevanter Vorerkrankung zum Präsenzunterricht erscheint. Wenn die Person sich infiziert und hospitalisiert werden muss, wird es schlussendlich teurer, als würde die Person einfach im Homeoffice bleiben.

    Wenn die Angst so übermässig ist, dass sie die Kriterien einer Angststörung nach dem ICD-10 erfüllt, dann kann es zur Krankschreibung führen.


    Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass eine hospitalisierte Person irgendeine Form von Schadensersatz bekommt. Das ist leider das perverse an unserem Rechtssystem. Geschützt wird der Staat, nicht die Privatperson.

  • Natürlich geht's da nicht um Schadensersatz sondern um Arbeitsunfähigkeit, die den Staat schlussendlich Geld kostet. Dass es dazu kommt ist bei einer entsprechenden vorerkrankten Person einfach viel wahrscheinlicher als bei anderen Personen.

  • Wenn die Angst so übermässig ist, dass sie die Kriterien einer Angststörung nach dem ICD-10 erfüllt, dann kann es zur Krankschreibung führen.


    Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass eine hospitalisierte Person irgendeine Form von Schadensersatz bekommt. Das ist leider das perverse an unserem Rechtssystem. Geschützt wird der Staat, nicht die Privatperson.

    Sei bloß vorsichtig, nachher kann noch jemand seine Angststörung auf den Konsum dieses Forums zurück verfolgen und verklagt dich.

  • Das ist doch mal erwähnenswert:


    Grosse anti-Rassismus-Demo in Zürich


    Mit 2500 - 3000 Teilnehmern etwa 10 x grösser als zuletzt die sporadischen Demos gegen die Corona-Massnahmen. Und die Polizei beliess es bei dem Hinweis darauf, dass das eigentlich gegen die Covid-Verordnung verstösst. Es gibt doch noch ein paar vernünftige Leute. :)

  • In Göttingen muss nach dem Corona-Ausbruch jetzt MSN außer im Unterricht immer in der Schule getragen werden. Die Regelung gibt es in BY schon die ganze Zeit, seit die Schulen wieder geöffnet sind. Für mein Empfinden also ein bisschen wenig, was da gemacht wird. Für mich gehören die Schulen geschlossen (viele Betroffene zeigen sich nicht gerade kooperativ)

    https://m.tagesspiegel.de/poli…-verhaengen/25879048.html

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