Wie geht ihr dem Corona-Virus entgegen?

  • Wollsocken80: Du kennst mich, ich bin eigentlich auch pro Schulen offen und für wenige Maßnahmen, aber ich schlug damals im März schon entweder ganz oder gar nicht vor. Diese mittelmäßige Lösung scheint so richtig in keinem Interesse der Beteiligten zu sein.

    "Entweder ganz oder gar nicht" war auch im März schon falsch und Deutschland ist immer noch keine Insel. Es geht bei euch nur noch um das Thema Schulen denn nirgendwo sonst gibt es überhaupt noch Luft zum Justieren. Gut ... man könnte die Einkaufsläden bis auf Apotheken und Lebensmittelgeschäfte noch schliessen. Das war's dann aber. Söder zieht's ja jetzt durch und dann wird man sehen, ob es was bringt. Nur wenn nicht - was dann?

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    Chemie ist das was knallt und stinkt, Physik ist das was nie gelingt.

  • Die Formel "je strikter die Massnahmen desto niedriger die Fallzahlen" geht nicht auf, das hat sich in den letzten Monaten schon zig mal gezeigt. Es hat in Frankreich und Spanien ewig gedauert, bis sich irgendwas getan hat und Fakt ist nunmal, dass sich in Deutschland bei vergleichbaren bis strikteren Massnahmen erschreckend viel weniger tut als in Österreich oder der Schweiz. Es ist natürlich klar, was einige hier im Forum unter "hartem Lockdown" verstehen: Es geht vor allem drum, dass die Schulen geschlossen werden sollen. Alles andere ist eigentlich egal, weil ist ja eh schon zu.

    Irgendwas scheinen die Franzosen wohl besser zu machen als die Schweiz auch wenn die Richtung stimmt. Die Strategie scheint aufzugehen. Der Lockdown-Light scheint bei uns auf jeden Fall nicht die Lösung zu sein.


  • "Entweder ganz oder gar nicht" war auch im März schon falsch und Deutschland ist immer noch keine Insel. Es geht bei euch nur noch um das Thema Schulen denn nirgendwo sonst gibt es überhaupt noch Luft zum Justieren. Gut ... man könnte die Einkaufsläden bis auf Apotheken und Lebensmittelgeschäfte noch schliessen. Das war's dann aber. Söder zieht's ja jetzt durch und dann wird man sehen, ob es was bringt. Nur wenn nicht - was dann?

    Wenn man will, könnte man noch viel mehr: Im Prinzip könnte man es bis auf den Hausarrest für 2 Wochen herunterbrechen, sodass überhaupt nur noch Notfallperson (Ärzte, Feuerwehr, Polizei) das Haus verlassen dürften. Ob das in irgendjemandes Interesse sein dürfte, weiß ich nicht...


    Laut Politik sollen die Schulen nicht problematisch sein, sondern die vielen (?) privaten Treffen momentan. Der Lauterbach schimpft immer noch über die Restaurants. Na dann ist ja alles gut...

  • Irgendwas scheinen die Franzosen wohl besser zu machen als die Schweiz. Die Strategie scheint aufzugehen. Der Lockdown-Light scheint bei uns auf jeden Fall nicht die Lösung zu sein.


    Bitte google mal, wann die Franzosen die Massnahmen gegen die zweite Welle verhängt haben und vor allem welche Massnahmen sie verhängt haben. Dort gelten in einzelnen Städten bzw. Regionen bereits seit Anfang Oktober Ausgangs*sperren*, ganz zu schweigen davon, dass Bars und Restaurants, Freizeiteinrichtungen etc. seither überall geschlossen sind. Wenn ich wollte, könnte ich mich gerade jetzt ins Tram setzen und nach Allschwil zum Essen in ein Restaurant gehen. Landesweite Einschränkungen vor allem im Bereich der Teilnehmerzahl von öffentlichen Veranstaltungen gelten bei uns erst seit dem 4. Dezember. (sorry, es war natürlich November)

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    Chemie ist das was knallt und stinkt, Physik ist das was nie gelingt.

    Einmal editiert, zuletzt von Wollsocken80 ()

  • Wollsocken

    Als Personalratsmitglied liegt meine Priorität darin den Arbeitsschutz der KuKs sicherzustellen. Dies ist gegenwärtig nicht der Fall weil:

    1.);Das Risiko einer Lehrkraft an Covid19 zu erkranken, ist etwa zwei bis dreimal so hoch, wie beim Durchschnitt. D.h. von zwei erkrankten Lehrkräften geht eine Erkrankung auf berufliche Exposition. In dieser Lage (auch bei den vorliegenden Inzidenzwerten) ist es daher durchaus angemessen, neben der Maskenpflicht eine Halbierung der Klassen zu fördern.


    2) Vielfach werden die durchschnittlichen Klassentemperaturen im Vergleich zum Soll (Arbeitsstättenverordnung in Verbindung mit den Arbeitsstätten RiLis)(20 Grad Celsius) deutlich unterschritten. Dies ist ebenfalls nicht hinnehmbar und ja auch leider nicht nur auf ein oder zwei Tage begrenzt. Mir ist nicht bekannt, dass die Arbeitsschutzvorschriften wegen Corona ausgesetzt wären. Der fortgesetzte Verstoss gegen die Temperaturvorschriften kostet dem Verantwortlichen 1000 Euro Bussgeld. Zu zahlen durch den Schulleiter, der für die Einhaltung des Arbeitsschutzes verantwortlich ist (Schulgesetz).

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Das RKI hat seine Sicht aus dem Blickwinkel der Krankheitsüberwachung und –prävention, die politisch Verantwortlichen haben auch dies zu berücksichtigen, allerdings auch noch viele andere Aspekte, für die das RKI nicht zuständig ist und die auch wir nicht umfassend im Blick haben.

    Ja, zum Beispiel auf die Wahlstimmen infantiler Wunschdenker schielen, darauf achten, dass außerhalb der Wirtschaftsförderung kein unnütiger Cent für "unproduktiven" Gesundheitsschutz verloren geht, die lokale Wirtschaft nicht zu verärgern bei der man vielleicht nochmal Anschlußverwendung finden kann, und natürlich nicht zu viele Stimmen an Populisten verlieren. Toll, dass die alle Aspekte so umfassend im Blick haben und es Wähler gibt, die diese Umsicht honorieren. Hätte man diese Haltung nicht medial verantwortungslos hochkochen lassen, dadurch dass man ausgewiesenen Nichtexperten eine Bühne bot und dabei (unabsichtlich?) impliziert, dass es sich um ausgewiesene Experten handelte, hätten wir dieses Problem nicht.

  • Mir ist nicht bekannt, dass die Arbeitsschutzvorschriften wegen Corona ausgesetzt wären. Der fortgesetzte Verstoss gegen die Temperaturvorschriften kostet dem Verantwortlichen 1000 Euro Bussgeld. Zu zahlen durch den Schulleiter, der für die Einhaltung des Arbeitsschutzes verantwortlich ist (Schulgesetz).

    Glaubst du ernsthaft, dass momentan Arbeitsschutzvorschriften groß eine Rolle spielen, wenn mithilfe des Infektionsschutzgesetz sogar das Grundgesetz einschränkt wird?

  • Glaubst du ernsthaft, dass momentan Arbeitsschutzvorschriften groß eine Rolle spielen, wenn mithilfe des Infektionsschutzgesetz sogar das Grundgesetz einschränkt wird?

    Überall sonst schon. Weißt Du, die Durchsetzung von Gesetzen ergibt sich auch aus den Normen des Grundgesetzes (Rechtsstaatgebot), ist natürlich ein Eigentor, wenn man sich als Grundgesetzfan über die angeblichen Einschränkungen echauffiert. Die Bundesregierung könnte schon längst 100% Grundgesetzkonform mit Notstandsregeln durchregieren, wenn sie wollte.

  • Wissen WIR's denn? Hier haben ganz viele den Durchblick, wie alles richtig zu machen wäre. Nur die "doofen Politiker" blicken's mal wieder nicht! Wozu haben die eigentlich Berater, wenn die's auch nicht blicken, nur WIR!

    Also, ich habe für meine Schule/Schulart einen besseren Durchblick als jeder Politiker dieser Welt. Ja, so arrogant bin ich.

    Ich bin aber auch an der Basis vor Ort und erlebe hier Tag für Tag, was hier (falsch) läuft.


    Ich erlaube mir auch, eine Meinung zu den Maßnahmen außerhalb meiner persönlichen Betroffenheit zu haben. So finde ich vieles falsch, beispielsweise die Schließung der Restaurants oder das Tragen von Masken auf Supermarktparkplätzen.


    Gleichwohl ertrage ich die Entscheidungen unserer Politiker noch ohne zu murren (na gut, manchmal schimpf ich ein bisschen vor mich hin) - aber wundern tu ich mich schon manchmal.


    Ich gebe dir recht, Websheriff, es gibt viele, die unreflektiert rumschreien und nur kritisieren. Aber es gibt auch diejenigen, die von den Maßnahmen persönlich betroffen sind und dann empfinde ich es als deren gutes Recht, aussprechen zu dürfen, dass etwas falsch läuft.

  • Die Bundesregierung könnte schon längst 100% Grundgesetzkonform mit Notstandsregeln durchregieren, wenn sie wollte

    Ginge das in Deutschland wirklich? Interessiert mich tatsächlich, ich hab das noch nie so recht gecheckt wann und wie in Deutschland der nationale Notstand ausgerufen werden kann.

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    Chemie ist das was knallt und stinkt, Physik ist das was nie gelingt.

  • Grundrechtsabwägung findet dauernd statt und ist der Struktur des GG inhärent, ich frage erstmal wo Du konkret juristische bedenken hast?

    Rein juristisch dürfen Grundrechte eingeschränkt werden, das stimmt natürlich, die Frage ist, wann und in welchem Maße das moralisch vertretbar ist und das ist wiederum Auslegungssache. Manche finden die aktuellen Grundrechtseingriffe als zu weitgehend, andere vlt. als nicht weit genug gehend. Ich bin der Meinung, dass Grundrechte nur im äußersten Notfall eingeschränkt werden sollten - aber auch das wäre wider Auslegungssache, denn wann ist der äußerste Notfall?

  • Der fortgesetzte Verstoss gegen die Temperaturvorschriften kostet dem Verantwortlichen 1000 Euro Bussgeld. Zu zahlen durch den Schulleiter, der für die Einhaltung des Arbeitsschutzes verantwortlich ist (Schulgesetz).

    Wo steht das denn? Ich erinnere mich an seitenweise Diskussionen um zu heiße Räume im Sommer und dass man höchstens Anspruch auf das Lockern von Krawatten habe, nix mit Schulleiter muss Ventilator und Pool stellen oder Bußgeld zahlen.

  • Die Bundesregierung könnte schon längst 100% Grundgesetzkonform mit Notstandsregeln durchregieren, wenn sie wollte.

    Ist das die Expertise eines juristisch Vorgebildeten? Klingt ganz danach. Jurist, Virologe, Ethikratsmitglied und Lehrer. Hut ab. Kläre uns doch bitte auf, wie das konkret aussieht, so ein 100%iges Durchregieren nach Notstandsregeln.

  • Rein juristisch dürfen Grundrechte eingeschränkt werden, das stimmt natürlich, die Frage ist, wann und in welchem Maße das moralisch vertretbar ist und das ist wiederum Auslegungssache. Manche finden die aktuellen Grundrechtseingriffe als zu weitgehend, andere vlt. als nicht weit genug gehend. Ich bin der Meinung, dass Grundrechte nur im äußersten Notfall eingeschränkt werden sollten - aber auch das wäre wider Auslegungssache, denn wann ist der äußerste Notfall?

    Grundrechte werden ständig eingeschränkt. Außerdem waren die Grundrechte niemals so gedacht, dass sie uneinschränkbar sind. Teilweise widersprechen sich die Grundrechte ja auch. Die genaue Auslegung findet man dann ja in den restlichen Gesetzen. Sonst könnte man ja sagen, dass es im Rahmen einer Religion nun mal dazu gehört, dass man Menschen umbringt (Widerspruch von Religionsfreiheit und Recht auf Leben).

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Ich gebe dir recht, Websheriff, es gibt viele, die unreflektiert rumschreien und nur kritisieren. Aber es gibt auch diejenigen, die von den Maßnahmen persönlich betroffen sind und dann empfinde ich es als deren gutes Recht, aussprechen zu dürfen, dass etwas falsch läuft.


    Wir sind alle persönlich betroffen, Susi, dürfen als LuL auch hier unseren Unmut rauslassen, sollten uns aber hüten von uns auf das Ganze zu schließen.

    Was meinst du, wie es um uns bestellt wäre, wenn unsere Gesellschaft jeder individuellen Forderung nachkommen müsste.

  • Vielleicht dann, wenn eine weltweite Pandemie herrscht? Oh...

    Nö, das sicher nicht. AIDS ist auch ne weltweite Pandemie, die schon lange anhält und zu keinen nennenswerten Grundrechtseinschränkungen geführt hat (hat sie überhaupt?). Polemik ist der Sache halt nicht zuträglich.

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    Chemie ist das was knallt und stinkt, Physik ist das was nie gelingt.

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