Ministerin Gebauer plant den Regelbetrieb

  • hm. Bisher 18.000 Unterschriften bei 160.000 Lehrern in NRW?

    Findest du das viel oder wenig? Ich bin überrascht, wie viele Menschen offenbar mobilisierbar sind in kurzer Zeit.

    Einmal editiert, zuletzt von UrlaubVomUrlaub ()

  • samu - ich finde das recht wenig. Bei fast 160.000 Lehrern in NRW. Könnte man so interpretieren, dass die Petition nicht so viel Rückhalt zu haben. ( Wirkt zumindest auf mich so.)


    Maylin85: Emails von den Gewerkschaften müssen IMHO an die Kolleginnen weitergeleitet werden. Ob elektronisch oder per Aushang im Lehrerzimmer ist aber nicht gesagt.


    Wie mimimaus es schrieb: ich sehe es in meinem Kollegium, dass die Öffnung der vergangenen 2 Wochen positiv bewertet wurde. Trotz einem gewissen Risiko. Aber das haben sie auch sehr realistisch eingeschätzt.


    kl. gr. frosch

  • Vielleicht wollen aber auch viele in den Regelbetrieb und sind die "Panikmache" oder Infektionsgefahr leid, weil man ihnen bislang immer noch keine vernünftigen digitalen Lösungen angeboten hat?

    Wir haben trotz vorhandener und gut funktionierender digitaler Infrastruktur sowas von keine Lust mehr auf diesen Zustand, das kannst Du Dir gar nicht vorstellen. Ich warte ehrlich gesagt darauf, dass bei uns die Gewerkschaft endlich laut wird und die Wiederaufnahme des Regelbetriebs ab August fordert. Zumindest die Schulleiterkonferenz tut das endlich schon mal.

  • Die Petition wurde von der Gew übrigens Anfang der Woche an die Schulen verschickt.

    Die Petition wurde schon am 9.6. gestartet.


    Die letzten zwei Wochen sogenannter "Regelbetrieb" (falsches Wort!) liefen bei uns auch recht reibungslos, denn die Kinder waren sehr vernünftig. Ich war eigentlich auch zufrieden mit dieser Notlösung, trotz meiner zeitweiliger Zugehörigkeit zur Risikogruppe. Jedoch habe ich ein ganz schlechtes Gefühl, wenn ich an evtl. komplette Schulöffnungen nach den Sommerferien denke, was hoffentlich in den nächsten Tagen nicht noch verstärkt wird.


    Wie kann man einen Regelbetrieb fordern, wenn in den Sommerferien dafür keine Voraussetzungen geschaffen werden?

    Wir bekamen erst letzte Woche Handtuchspender (teilweise über versiffte Wände montiert...), Mund-Nasenschutz wurde uns überhaupt nicht geliefert, trotz gegenteiliger und ständig beschönigender Reden des Ministeriums. Die Toilettensituation (je 4 m/w für 230 Schüler*innen) wird auch in den Sommerferien nicht verbessert. Die neuen ersten Klassen sind voller denn je. Außerdem: Unsere 90% Multikultikinder fahren/fliegen mehrheitlich in die Heimatländer, auch wenn es für diese Länder Reisewarnungen gibt.

    Ich habe die Petition unterschrieben, weil ich nicht sehe, dass unsere Landesregierung ausreichend Geld in die Hand nimmt, um Voraussetzungen für den Regelbetrieb zu schaffen. Die Schulen können "Hygienekonzepte" so nicht umsetzen. Vieles wird nur schöngeredet, Geld wird dort verteilt, wo die Lobby stärker ist.

    Alte, kranke, mächtige Männer fühlen sich frisch wie neu belebt,

    wenn erst das Blut von Millionen Menschen an ihren Händen klebt.

    [Hannes Wader]

  • ... Unsere 90% Multikultikinder fahren/fliegen mehrheitlich in die Heimatländer,...

    Das halte ich auch für bedenklicher als den normalen Schulbetrieb.

  • Ich hab noch nie eine Gewerkschaftsmail weitergeleitet bekommen - Aushang müsste ich gucken, da laufe ich zugegebenermaßen tendenziell eher vorbei.

    Bei uns ist das ein Kollege, der als freiwilliger Ansprechpartner fungiert und die Mails dann in der Schule aushängt. (Da sollte man dann aber zumindest hingucken, wenn man auf dem Laufenden sein will.)

  • Ich finde den Begriff "Multikultikinder" irgendwie doof. Der Begriff "Multikulti" wird gerne von Rechten und Migrationskritikern in abwertender Form verwendet.
    Bin ich eigentlich auch ein Multikulti-Lehrer (obwohl ich nicht in mein "Heimatland" fliege, weil mir die Strecke von Düsseldorf nach Köln mit dem Flieger doch etwas dekadent vorkommt)?

  • Der Begriff "Multikulti" wird gerne von Rechten und Migrationskritikern in abwertender Form verwendet.

    Das ist für einmal einfach wirklich nicht das Thema. Ich kann Dir jetzt schon sagen, dass sich der Anstieg der Fallzahlen bei uns auf die wieder vermehrte Reisetätigkeit zurückführen lässt und die hängt nun mal damit zusammen, dass 37 % der Bevölkerung Migrationshintergrund hat. Es ist mir wurscht, ob das Virus nun aus Deutschland, Italien oder Serbien wieder eingeschleppt wird, ich will das Geschiss wie im März/April nicht wieder haben. Da jetzt irgendwo Rassismus wittern zu wollen ist kilometerweit am Thema vorbei.

  • Multikulti ist für mich ein durchweg positiv besetzter Begriff. Den lasse ich mir von rechten Idioten nicht kaputt machen (siehe auch "Gutmensch", das Wort nutze ich allerdings nicht aktiv).

    Alte, kranke, mächtige Männer fühlen sich frisch wie neu belebt,

    wenn erst das Blut von Millionen Menschen an ihren Händen klebt.

    [Hannes Wader]

  • Bin ich eigentlich auch ein Multikulti-Lehrer

    Weiß ich nicht. Interessiert mich auch eher weniger. Vielleicht bin ich ein Multikulti-Lehrer, da ich Kinder aus 11 Nationen unterrichte. Außerdem gehe ich sehr gern auf multikulturelle Veranstaltungen und war noch nie auf einem Oktoberfest.

    Alte, kranke, mächtige Männer fühlen sich frisch wie neu belebt,

    wenn erst das Blut von Millionen Menschen an ihren Händen klebt.

    [Hannes Wader]

  • Zitat von samu

    ... Unsere 90% Multikultikinder fahren/fliegen mehrheitlich in die Heimatländer,...


    Das halte ich auch für bedenklicher als den normalen Schulbetrieb.


    Denkfehler! Denn genau das wirkt sich auf den "normalen Schulbetrieb" aus, den es somit nicht geben kann. Voraussichtlich.

    Alte, kranke, mächtige Männer fühlen sich frisch wie neu belebt,

    wenn erst das Blut von Millionen Menschen an ihren Händen klebt.

    [Hannes Wader]

  • Bin ich eigentlich auch ein Multikulti-Lehrer (obwohl ich nicht in mein "Heimatland" fliege, weil mir die Strecke von Düsseldorf nach Köln mit dem Flieger doch etwas dekadent vorkommt)?

    Bei dieser Konstellation würde ich (als Düsseldorfer) sagen -> definitv ja.

  • Oh danke für diesen Tipp.

    Ich habe nicht geguckt, nur gelesen. Geht schneller.


    Ich verzichte übrigens auf ihren Dank. Damit fühle ich mich veralbert. Null Unterstützung... alles alleine gemacht... von ihr nur Steine in den Weg geschmissen und immer wieder neue Anweisungen... gerne Freitags um 22:00 Uhr... ab und zu mal auch zackig wieder zurückgenommen von Herrn Laschet... Hü und Hott... alles gut Geplante wieder in die Tonne zu kloppen und was anderes zu machen... jemand, der mich und meine Arbeit nicht wertschätzt, braucht sich auch nicht zu bedanken. Das ist unehrlich.


    Aber nun.... das sind ja mal wieder superklare Worte... nun wissen wir alle wie es im nächsten Schuljahr weitergeht...

    Nur... was bedeutet...

    Zitat

    Und daher planen wir, dass es nach den Sommerferien für die Schülerinnen und Schüler aller Schulformen wieder Präsenzunterricht nach ihrem Stundenplan geben wird.

    Also ganz normalen Stundenplan... keine festen Gruppen mehr... kein Abstand, keine Masken... kein "rollierendes System"... keine versetzten Anfänge und Pausen... dafür aber Fachunterricht... Mischung der Klassen in Religion und Sport... Mischung der KInder im OGS-Bereich... verstehe ich das so richtig`?



    Aber was bedeutet das dann:

    Zitat

    Von einem normalen Schulalltag sind wir sicherlich aber noch ein Stück weit entfernt.


    Wo ist denn der "Präsenzunterricht nach Stundenplan" kein "normaler Schulalltag"?


    Kann bitte mal jemand Licht in mein Dunkel bringen?

    Das Leben ist unberechenbar. Iss das Dessert zuerst!

  • Zu 1) Verstehe ich auch so.

    Zu 2) Da es theoretisch sein kann / so sein wird, dass noch nicht alle Lehrkräfte wieder zur Verfügung stehen? Wer bisher (NRW) mit Attest zur Risikogruppe zählte, wird es nach den Ferien immer noch und da jederzeit wieder für alle Lernen auf Distanz stattfinden kann?



    By the way: https://www.spiegel.de/karrier…ocket-newtab-global-de-DE

  • Mutprobe für Hartgesottene NRWler: Videogruß von Mme. Gebauer zum Sommerferienbeginn 2020

    Einmal Phrasomat mit Pommes, bitte.


    Ich mein, man darf von etwas nichts erwarten. Danksagungen kann sie z. B. nur recht pauschal aussprechen. Wie auch sonst? Wie will sie den Einzelnen ansprechen? So bleibt's denn bei Floskeln, mit denen sie sich bei den Krampen, die auch sonst nur im Weg 'rumstehen, genau so bedankt wie bei denen, die sich die Rille wund gebuckelt haben.


    Dass eigentliche Problem ist aber, dass die Lernenden anweist, Spaß zu haben, ohne auch nur anzudeuten, dass immer noch Vorsicht geboten ist. Echt? das soll's sein? Hauptsache ihr habt Spaß?

    „Kinderlähmung ist grausam, Schluckimpfung ist süß.“

    Einmal editiert, zuletzt von O. Meier ()

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