Verschlampte Schulaufgabe - Walk of Shame

  • Guten Tag Zusammen!


    Ich hoffe ihr habt alle einigermaßen gut das lange Pfingstwochenende überstanden. Ich hab' es unter anderem dazu genutzt, mal wieder meinen Schulkram zu sortieren und vor allem die zurückgegebenen Schulaufgaben zu ordnen um diese weiter an die Fachbetreuung zu schieben. Und da wären wir schon beim Thema.

    Es ist mir so richtig unangenehm und ich dachte, das passiert doch bestimmt nur den chaotischen Typen. Aber jetzt hab ich doch tatsächlich eine zurückgegebene Schulaufgabe verschlampt. Der betreffende Schüler hat den Test auch sicher abgegeben. Ich kann mich selbst daran erinnern, da ich diese schonmal fälschlicherweise in einen anderen Klassensatz gesteckt hatte (Parallelklassen und parallele Schulaufgaben..) und diese dann wieder in den richtigen Stapel geordnet hatte. Da ist sie aber nicht mehr drin. Lange rede kurzer Sinn. Mich erwartet nach der Ferienpause der Walk of Shame.. :autsch:Peinlich und ärgerlich ist es, keine Frage. Die Fachbetreuung nimmt das ganze bestimmt gelassen, die SL macht mich sicherlich nen Kopf kürzer. Was würdet ihr an meiner Stelle machen: Die Fachbetreuung kontaktieren, Problem schildern oder von den Eltern nochmal eine Bestätigung über die Kenntnisnahme der Schulaufgabennote (war sehr gut) erbitten, da ich die Schulaufgabe verlegt habe.. Mit Lügen möchte ich da garnicht erst anfangen..


    Danke schonmal für's zuhören bzw. lesen :rose: und genießt weiterhin das (hoffentlich) gute Wetter!

  • Ähm, also geht es darum, dass du eine Arbeit verloren hast? Ich konnte das nicht alles so gut lesen. Aber hier mal meine Gedanken:

    Ich finde es auf jeden Fall gut, dass du mit offenen Karten spielst und ehrlich bist. Ich würde das der Fach betreuung einfach mitteilen und sagen, dass es dein Fehler war und sowa snicht nochmal vorkommt. Ich glaube ehrlich gesagt, dass die Vorwürfe, die du dir selbst jetzt machst, schon als "Strafe" ausreichen. Und ich finde auhc, dass Ehrlichkeit belohnt werden sollte. Sorry, falls ich was überlesen habe und liebe Grüße :)

  • Bin ich die Einzige, die das nicht schlimm findet? Bei uns werfen die Schüler die Klausuren als direkt in den Müll nach Rückgabe. Nur die Note zählt. Dass sich da einer mal anschaut, was er falsch gemacht hat oder gar aus seinen Fehlern lernen möchte, kam mir bisher nicht unter... :teufel:

  • Bin ich die Einzige, die das nicht schlimm findet?

    Außerhalb Bayerns sicher nicht. In Bayern würdest mit solcher Nonchalance nicht alt werden... tse, Klausuren nach Rückgabe in den Müll werfen. Da läuft es mir nach zehn Jahren im Exil immer noch kalt den Rücken runter!


    @TE: Begriffe wie "Respizienz", "Ablage" und "Fachbetreuung" solltest Du hier sparsam verwenden. Diese feinen Dinge, die dem Lehrer so sehr den Alltag erleichtern, sind außerhalb Bayerns vollkommen unbekannt.

    Gib einem Hungrigen einen Fisch, und er ist für einen Tag satt. Zeig ihm, wie man angelt, und er pöbelt Dich an, dass er besseres zu tun hätte, als Schnüre ins Wasser hängen zu lassen.

  • Vielen Dank für eure schnellen & lieben Antworten, die mich doch sehr beruhigen ;) Trotzdem hoffe ich, dass mir so etwas nicht mehr passiert .... Je nach Bundesland gibt es für uns Lehrer ja sehr große organisatorische Unterschiede und ich stimme fossi74 zu, dass diese bayrischen Besonderheiten auch sehr nützlich sein können.

    Das mit den zusammengeknüllten und zerrissenen Arbeiten gibt's bei uns aber auch (Stadtschule).In dem Fall hab ich das dann aber nicht verbockt und die Erziehungsberechtigten müssen mir eine schriftliche Meldung für verlorene Arbeiten unterschreiben.

  • Danke, fossi74 ! Ich musste mich jetzt mit den genannten Begriffe tatsächlich erstmal über "Tante Googgel" vertraut machen :-) Die habe ich wirklich mein Lebtag noch nicht gehört... Verstehe ich das jetzt richtig, dass in Bayern JEDE Klassenarbeit noch einmal von einer/einem Fachkollegin/kollegen oder der Schulleitung durchgeschaut wird? Der Sinn dahinter erschlie0t sich mir gerade nicht. Vielleicht können die User*innen aus Bayern mich dahingehend bitte mal aufklären!


    An meiner Schule werden die Klassenarbeiten entweder von den SuS selbst gesammelt oder von den einzelnen KuK nach der Rückgabe wieder eingesammelt. Meist haben die SuS einen Schrank in ihrem Klassenraum, in dem sie eine Klassenarbeitsmappe oder eine schmalen Ordner aufbewahren können, wo die KA nach Rückgabe eingeheftet werden. Alle Arbeiten müssen am Schuljahresende von den Klassenlehrer*innen eingesammelt und zur Archivierung ins Sekretariat gebracht werden. Wenn aber mal eine Klausur verlorengeht (egal ob beim Lehrer oder beim Schüler) ist das halb so wild. Würde ja auch gar niemandem auffallen...

  • Verstehe ich das jetzt richtig, dass in Bayern JEDE Klassenarbeit noch einmal von einer/einem Fachkollegin/kollegen oder der Schulleitung durchgeschaut wird? Der Sinn dahinter erschlie0t sich mir gerade nicht. Vielleicht können die User*innen aus Bayern mich dahingehend bitte mal aufklären!

    Ja!


    Obwohl es stark auf die Schulleitung/Fachschaft ankommt, wie streng kontrolliert wird.

    Bei uns schaut die Fachschaftsleitung die Angabe und das Lösungsmuster an und kontrolliert ob es allen Kriterien entspricht.

    Falls dies nicht der Fall ist, spricht sie dich darauf an.

    Kommt dies öfter vor, kann es auch sein, dass sie ein längeres Gespräch mit dir führt, bzw evtl auch die Schulleitung.

    Wie streng das gehandhabt wird, hängt von der Schulleitung ab. Da hab ich schon verschiedenes erlebt


    Sinnvoll daran ist, dass man in einem Fach versucht einen gewissen Standard zu wahren. Ich habe mich dadurch nie gegängelt gefühlt und konnte meine Arbeiten trotzdem frei gestalten.

  • Ui, das ist dann aber ganz schön viel Arbeit für die Fachschaftsleitung... Oder besteht die aus mehreren Personen, die sich diese Aufgabe der Respizienz teilen können?

    Da es bei uns an den BBS meist nur wenige Klassen in den einzelnen Schulformen gibt, tausche ich mich nur mit den in der/den Parallelklasse/n unterrichtenden KuK aus. Ich bin der Meinung, dass auch das ausreicht, um einen gewissen Standard zu wahren (zumal z. B. unser Teamleiter Englisch ja noch gar nicht in allen Schulformen, die es bei uns gibt, schonmal selbst unterrichtet hat).

  • Verstehe ich das jetzt richtig, dass in Bayern JEDE Klassenarbeit noch einmal von einer/einem Fachkollegin/kollegen oder der Schulleitung durchgeschaut wird? Der Sinn dahinter erschlie0t sich mir gerade nicht.

    Ja, bzw. Jein. Ich glaube kaum, dass irgendein Fachbetreuer (oder heißt das jetzt nicht sogar anders...?) jede einzelne Arbeit durchschaut. Unsere macht das so, dass sie die beste, eine mittlere und die schlechteste anschaut, ob das mit der Punkteverteilung, der Bewertung und den sonstigen Vorgaben so stimmt.


    Bei "großen" Fächern ist es immerhin auch eine A15-Stelle. Und (eine) Anrechnungsstunde(n). Ich weiß aber, dass unsere Fachbetreuung die Arbeiten häufig mit in die Ferien nimmt, weil es im Unterrichtsalltag kaum zu schaffen ist.

  • Ja, bzw. Jein. Ich glaube kaum, dass irgendein Fachbetreuer (oder heißt das jetzt nicht sogar anders...?) jede einzelne Arbeit durchschaut. Unsere macht das so, dass sie die beste, eine mittlere und die schlechteste anschaut, ob das mit der Punkteverteilung, der Bewertung und den sonstigen Vorgaben so stimmt.


    Bei "großen" Fächern ist es immerhin auch eine A15-Stelle. Und (eine) Anrechnungsstunde(n). Ich weiß aber, dass unsere Fachbetreuung die Arbeiten häufig mit in die Ferien nimmt, weil es im Unterrichtsalltag kaum zu schaffen ist.

    Ich kann mir auch nicht vorstellen,, dass das so schnell zu schaffen ist mit der Durchsicht. Vielleicht ist es leichter, wenn Jahrgangsteams parallele Arbeiten schreiben. Ich glaube, darauf zielte dein Beitrag ab - vielleicht irre ich mich auch, ich kann das nicht so gut lesen. Viele Grüße :)

  • wir haben an der Schule einen Vordruck, den man ausfüllen kann, wenn eine Arbeit nicht mehr auffindbar ist. Damit wird dann die Kenntnisnahme der Note (wird angegeben) bestätigt. Unterschrift der Eltern. Ginbt es so etwas bei euch vll auch?

    Meist allerdings sind es die Schülerm die das Dokument verbummeln.
    Aus meinen drei Jahren in BY weiß ich noch gut, wie streng alles Formale gehandhabt wurde. Immer mit der Angst im Nacken, die Eltern könnten gegen eine Note Einspruch erheben. Oder was auch immer. Und ja, die Arbeiten mussten kicht nur innerhalb eines bestimmten Zeitfensters korrigiert sein, sie mussten auch innerhalb einer bestimmten Frist beim Fachbetreuer vorliegen. Ein System des Misstrauens, so kam es mir zumindest vor. Der Vorteil: eine gewisse Einheitlichkeit beim Standard der Aufgaben und der Benotung.


    Ich würde mit dem Fachbetreuer reden. Das kommt bestimmt nicht zum ersten Mal vor, nicht mal im überreglementierten Bayern ;)

  • Ein System des Misstrauens, so kam es mir zumindest vor.

    Wow, so habe ich das noch gar nicht gesehen... Aber ich kenne es ja nur so.


    Wenn aber wirklich mal einer Widerspruch einlegt, hat man eben die Fachbetreuung hinter sich, die dann sagt: Fr. Lehrerin hat aber alles richtig gemacht.


    Widerspruch ist mir allerdings in 15 Jahren noch nicht passiert.

  • Bei "großen" Fächern ist es immerhin auch eine A15-Stelle. Und (eine) Anrechnungsstunde(n). Ich weiß aber, dass unsere Fachbetreuung die Arbeiten häufig mit in die Ferien nimmt, weil es im Unterrichtsalltag kaum zu schaffen ist.

    Aber nur am Gym, bei uns nicht.


    Aber ich stimme dir zu, dass es stark vom Fach abhängt, wie viel anzuschauen ist.

    In "großen" Fächern hatten wir aber durchaus schon mal zwei Personen.

  • Ich kann mir auch nicht vorstellen,, dass das so schnell zu schaffen ist mit der Durchsicht. Vielleicht ist es leichter, wenn Jahrgangsteams parallele Arbeiten schreiben. Ich glaube, darauf zielte dein Beitrag ab - vielleicht irre ich mich auch, ich kann das nicht so gut lesen. Viele Grüße :)

    Nein, so war das nicht zu verstehen.


    Und was ist das Problem mit dem Lesen?

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