Mathelehrer - mit welchen Programmen arbeitet ihr so?

  • Liebe Kollegen :)


    in letzter Zeit habe ich das ein oder andere (digitale) Arbeitsblatt erstellt. Mein Anspruch ist da immer, das es professionell gemacht ist und auch vom Layout her vernünftig ausschaut. Bisher habe ich sämtliche Grafiken immer in geogebra erstellt, aber da haben sich für mich ein paar Grenzen eingestellt. Und arbeitsökonom wirkt das an eingien Stellen auch nicht.


    Besondere Probleme habe ich bei Zahlenstrahlen und Baumdiagrammen erlebt, aber auch Graphen (also vor allem die Koordinatenachsen) sehen nicht immer grandios aus. Für Kästchenpapier bin ich tatsächlich auf die Tabellenmethode umgestiegen, ist zwar irgendwie albern, aber sehr funktionabel. Formeln werden natürlich in Latex erstellt, bzw Latex im Formeleditor.


    Ich habe das Gefühl, dass mir die wirklich professionellen Tools fehlen, wenn ich mir so die Schulbücher oder Abschlussarbeiten anschaue. Womit arbeiten die denn? Und womit arbeitet ihr?

  • Ich bin zwar kein "Mathelehrer", aber ich antworte trotzdem mal. Eventuell sind ein paar Tipps aus der Mathematik hilfreich.

    Formeln werden natürlich in Latex erstellt, bzw Latex im Formeleditor.

    Das ist doch schon die Lösung. Graphiken erstelle ich auch in LaTeX mit PSTricks. Damit geht eigentlich alles. Neben der Doku zum Paket gibt es wenig Literatur. Ich kenne nur das Buch von Herbert Voß: https://www.dante.de/dante-e-v/literatur/pstricks/


    Vorteile aus meiner Sicht: Es ist alles aus einem Guß, nicht hier getippt, da eine Graphik erstellt, dann irgendwie eingebunden, raffel, daffel. Insbesondere kannst du in den Graphiken die gleichen Fonts verwenden wie im Text. Da finde ich gerade bei den Formelzeichen wichtig. Dann hast du immer das gleiche kursive eff für die Funktion etc.


    Auf der anderen Seite ist man sehr flexibel, man so so ziemlich alles einstellen nicht Liniendicke, -form und Farbe, sondern z. B. die Form und Größe der Pfeile an den Achsen. Man kann Schrift auf einem Pfad entlangführen (also z.B. einen Text auf den Rand eienr Ellipse setzen), Transparenzen verwenden und was nicht alles. Für Bäume gibt's extra Befehle.


    Am Ende hast du dann eine schöne PDF-Datei.


    Der Nachteil, insbesondere am Anfang ist, dass man sich die Bilder nicht zusammenklickt, sondern quasi ausprogrammiert. Die Syntax muss man halt erst lernen. Für mich hat es sich aber gelohnt.


    professionellen Tools fehlen, wenn ich mir so die Schulbücher

    Schulbücher finde ich erster Linie bunt. Professionellen Satz vermag ich da meist nicht zu erkennen. Das fängt schon damit an, dass Formelzeichen nicht kursiv gesetzt werden.

    "Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert."
    Matthäus 10.34

    3 Mal editiert, zuletzt von O. Meier ()

  • Davon abgesehen: Wenn ich unter Zeitruck bin, zeichne ich auch mal was schnell per Hand (mit meinem Convertible oder auf Papier + Einscannen). Das sieht dann alles andere als perfekt aus, aber beschwert hat sich noch keiner.


    Gerade Lösungswege von Aufgaben mache ich meist handschriftlich, da das leichter für die Schüler dann nachvollziehbar ist, wie es auszusehen hat.
    Gegeben/Gesucht, Formel, Rechnung, Wegkürzen etc.

  • Ja, von Hand ist auch immer eine Alternative. Insbesondere wenn SuS die Feinheiten des Notierens von Indizes oder Ähnliches lernen sollen, kann man da schon ml Vorbild sein. Neulich haben welche zum erstenmal eine Parabel gezeichnet. Auch da wollte ich zeigen, wie das von Hand aussehen kann und habe den Bleistft gespitzt.


    Manchmal habe ich gar keine Lust vor der Kiste zu sitzen und arbeite lieber am Stehpult. Das handschriftliche scanne ich ein, das Papieroriginal fliegt weg. Die Ordner, in die ich früher so etwas gesammelt habe, fasse ich eh nicht mehr an.


    Ich denke, die Mischung macht's. Wenn sie mal ordentlich gesetzte und mal ordentlich aufgeschriebene Formeln sehen, kriegen sie einen Draht dafür, wie es aussehen soll.

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    Matthäus 10.34

    Einmal editiert, zuletzt von O. Meier ()

  • So ähnlich ist es bei mir auch. Meine Arbeitsblätter mache ich alle mit LaTeX. Die Sourcen sind alle in einem einzigen Ordner, und die fertigen pdfs habe ich separat noch einmal nach Themen sortiert. Dann habe ich mir ein Suchprogramm geschrieben, das die Dateien nach Stichwörtern durchsucht, weil ich oft nicht mehr weiß, wo ich eine Aufgabe drin habe.

    Ich habe auch die Möglichkeit, Aufgaben und Lösungen in einer Datei zu speichern und über einen Schalter das eine oder das andere (oder beides) zu kompilieren.

    Per Hand oder mit dem Convertible mache ich auch manchmal Lösungen und binde sie dann einfach als Bild ein, bis ich Zeit finde, es ordentlich zu machen. Und ja, das mit den Zetteln ist ein Graus, diese Ordner gucke ich doch nicht mehr durch.

    PSTRicks habe ich bisher nicht verwendet, ich hatte noch WinFunktion, mit dem mache ich alle Funktionen, die ich so brauche, kombiniert ggf. mit Powerpoint oder CorelDraw (wobei ich mit der neuen Version von Coreldraw nicht gut zurechtkomme). LaTeX habe ich schon an der Uni benutzt, es ist halt aufwendig zu lernen und manchmal mühsam, aber das Ergebnis lässt sich sehen. Vermutich ist es mit PSTricks ebenso.

    Ordentliche Arbeitsblätter sind schon aufwendig, aber das Schöne ist ja, dass man sie mehrfach verwendet und nach ein paar Jahren ist das gerade in Mathe fast ein Selbstläufer.

    Den Vergleich mit einem Buch finde ich unnötig. Das Buch gibt es ja außerdem noch. Damit muss ich nicht konkurrieren.

  • LaTeX habe ich schon an der Uni benutzt, es ist halt aufwendig zu lernen und manchmal mühsam, aber das Ergebnis lässt sich sehen. Vermutich ist es mit PSTricks ebenso.

    Beidem würd' ich eine steile, aber kurze Lernkurve zuordnen. Am Anfang versteht man nichts und staunt über die nutzlosen Fehlermeldungen. Dafür kann man anschließend vieles einfach wegtippen. Bei PSTricks stelle ich fest, dass ich öfter mal was nachschlagen muss, weil es einfach so viele Befehle und Optionen gibt, dass man sich nicht alles merken kann. Umso wichtiger ist es sich die Grundiden anzueignen. Dann kann man Rest aus deinem Beispiel zusammenknibbeln.

    "Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert."
    Matthäus 10.34

  • Gerade Lösungswege von Aufgaben mache ich meist handschriftlich, da das leichter für die Schüler dann nachvollziehbar ist, wie es auszusehen hat.
    Gegeben/Gesucht, Formel, Rechnung, Wegkürzen etc.

    Und ich stelle mal wieder fest, dass sich Didaktik von Förderschule bis Berufsschule im Wesentlichen kaum unterscheidet...

  • Und ich stelle mal wieder fest, dass sich Didaktik zwischen Förderschule und Berufsschule im Wesentlichen kaum unterscheidet...

    Manchmal mache ich auch Grundschulmathematik.
    Aber ja häufig denke ich mir, ich bräuchte mehr pädagogische Fähigkeiten der Sek I oder gar Förderschule.
    Oder Hintergrundwissen zu den vermittelten Kenntnissen.

  • Manchmal mache ich auch Grundschulmathematik.
    Aber ja häufig denke ich mir, ich bräuchte mehr pädagogische Fähigkeiten der Sek I oder gar Förderschule.
    Oder Hintergrundwissen zu den vermittelten Kenntnissen.

    Oh nee, sorry, ich meinte nicht inhaltlich, sondern wirklich nur Fragen des "Wie vermittele ich was... "

  • Oh, auch inhaltlich, glaub mir :D

    Klammern auflösen hatte ich letztens ...

    Oh nee, sorry, ich meinte nicht inhaltlich, sondern wirklich nur Fragen des "Wie vermittele ich was... "

    Ich habe das Gefühl, ganz viel muss man noch immer vormachen und die Schüler es dan zig mal üben und sie immer wieder an die Abläufe erinnern. Selbstständigkeit vermisse ich sehr häufig.

  • Vermutich ist es mit PSTricks ebenso.

    Ich setze meine Arbeitsblätter, Klausuren etc. auch in LaTeX. PSTricks und Asymptote habe ich bisher irgendwie nie zum laufen gebracht. Gerade für 3D-Grafiken scheint das deutlich besser als TikZ zu sein.


    Ich bin oft faul oder habe keine passende Vorlage. In Geogebra gibt es die Möglichkeit PSTricks und TikZ code zu exportieren. Das ist ganz praktisch, neben der Dynamik für den Unterricht.

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • Ich setze meine Arbeitsblätter, Klausuren etc. auch in LaTeX. PSTricks und Asymptote habe ich bisher irgendwie nie zum laufen gebracht. Gerade für 3D-Grafiken scheint das deutlich besser als TikZ zu sein.


    Ich bin oft faul oder habe keine passende Vorlage. In Geogebra gibt es die Möglichkeit PSTricks und TikZ code zu exportieren. Das ist ganz praktisch, neben der Dynamik für den Unterricht.

    Selbstverständlich ist Tikz nicht so einfach und bis man es einigermaßen beherrscht, dauert es schon einige Zeit.

    Aber gerade für 3D-Grafiken ist es sehr gut geeignet.


    Die Exportmöglichkeit aus Geogebra heraus (z.B. nach Tikz) ist nicht besonders gut. Die Koordinaten werden mit x Stellen nach dem Komma als statische Werte ausgegeben, der Linienstil wird immer wieder neu mitgegeben und vieles andere mehr.


    Während des Projekts "Mathematik-Olympiade-Aufgaben von 1961 bis 1994 der Klassenstufen 1 bis 12" habe ich, die von anderen Autoren in Geogebra erstellten Grafiken (etwa 50) mit Tikz neu zeichnen müssen. Insgesamt enthält die PDF 2174 Tikz-Grafiken.

    Es ist aufwendig, aber das Ergebnis ist es wert.


    Ich bin kein "Tikz-Experte", kann aber bei Bedarf den einen oder anderen Tipp geben.

  • Selbstverständlich ist Tikz nicht so einfach und bis man es einigermaßen beherrscht, dauert es schon einige Zeit.

    Aber gerade für 3D-Grafiken ist es sehr gut geeignet.

    Ich finde es gerade anders herum. Die 3D-Grafiken, die ich mit TikZ erzeugt haben, sind nicht wirklich gut (siehe Anhang). Vielleicht habe ich nur nicht gesunden wie man Volumenkörper erzeugt. Ich habe nur Flächen gefunden und dies ist sehr limitiert.


    Mit Asymptote kann man, zumindest soweit ich es gesehen habe, sogar interaktive 3D-Grafiken erzeugen (.u3d) erzeugen. Diese können dann in das Dokument einfach eingebunden werden.

    Dateien

    • skr_int_021.pdf

      (19,32 kB, 36 Mal heruntergeladen, zuletzt: )
    • skr_int_022.pdf

      (671,58 kB, 40 Mal heruntergeladen, zuletzt: )

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • Schulbücher finde ich erster Linie bunt. Professionellen Satz vermag ich da meist nicht zu erkennen. Das fängt schon damit an, dass Formelzeichen nicht kursiv gesetzt werden.

    Das triggert mich sehr häufig. Das können aber einige KuK auch nicht... dort kommen auch oft * bei der Multiplikation zum Einsatz *Gänsehaut*

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • Ich nutze das Mathtype-Plugin für Word, sowie funkfix für Graphen und Kästchen. Tex hatte ich im Studium, vielleicht tue ich mir das an, wenn ich meinen Kram inhaltlich halbwegs vorbereitet habe. Nachteil ist halt, dass der Austausch mit Kollegen erschwert ist....

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