Rollenkonflikt: Fachseminarleitung und reguläre Lehrkraft

  • Hallo, bestimmt gibt es doch den ein- oder anderen unter euch, der als Fachseminarleiter und als reguläre Lehrkraft an seiner Stammschule noch mit einer 50 : 50 Stelle tätig ist.


    Wie sind diesbezüglich die Erfahrungen? Ist das organisatorisch für alle Beteiligten zufriedenstellend realisierbar?

    Welche Tätigkeit hat höhere Priorität: Schule oder Fachseminarleitung? Sprich, wenn Mittwoch ein UB an der Schule x ansteht, da aber parallel eine Lehrerkonferenz an der Stammschule stattfindet.

    Was dann?

    Woran liegt es, dass Fachseminarleiterstellen bei Lehrkräften nicht gerade heiß begehrt sind? Die Tätigkeit grundsätzlich stelle ich mir recht abwechslungsreich und gewinnbringend vor.


    Freue mich über eure Eindrücke...

    "Die Welt machte mich zu einer Hure, nun mache ich sie zu einem Bordell.“

    (Friedrich Dürrenmatt)

  • Also meine Fachleitungen hatten immer Vorgaben, wo UBs gehen, die fanden immer auch nach Absprache statt, wenn es nicht dringend / zeitkritisch ist, wurde dann eben auch mal gesagt, der Termin geht nicht.


    Woran liegt es, dass Fachseminarleiterstellen bei Lehrkräften nicht gerade heiß begehrt sind? Die Tätigkeit grundsätzlich stelle ich mir recht abwechslungsreich und gewinnbringend vor.

    Ich persönlich würde keine Fachleitung machen wegen der vielen Wege. Gerade beim BK müsste man da ordentlich Strecken zurücklegen. Ich denke, das könnte durchaus einige abschrecken. Mit ÖPNV wäre das wohl nur schwer machbar und ich habe (und will) kein Auto.

  • Ich persönlich würde keine Fachleitung machen wegen der vielen Wege. Gerade beim BK müsste man da ordentlich Strecken zurücklegen. Ich denke, das könnte durchaus einige abschrecken. Mit ÖPNV wäre das wohl nur schwer machbar und ich habe (und will) kein Auto.

    Das ist definitiv auch bei mir ein KO-Kriterium.
    In einer Fortbildung für potentielle Interessierte auf den Job (jede Bezirskregierung kocht zwar ihr Süppchen, aber es gibt da so etwas in jeder, ich empfehle sie dir auf jeden Fall, es ist sehr hilfreich für das Bewerbungsverfahren!), war das durchaus ein wichtiges Kriterium für viele, das doch davon abhielt, es zu versuchen. und tatsächlich eben am BK ist es ein Riesengebiet (auch weil da zusätzlich dazu noch Seiteneinsteiger*innen außerhalb des Gebiets sein können)

  • Welche Tätigkeit hat höhere Priorität: Schule oder Fachseminarleitung? Sprich, wenn Mittwoch ein UB an der Schule x ansteht, da aber parallel eine Lehrerkonferenz an der Stammschule stattfindet.

    Was dann?

    Würde hier tendentiell nicht passieren, da i.d.R. an festen Tagen komplett ans Seminar abgeordnet wird. UBs und Fachseminare liegen dann soweit möglich auf solchen Tagen.


    Woran liegt es, dass Fachseminarleiterstellen bei Lehrkräften nicht gerade heiß begehrt sind? Die Tätigkeit grundsätzlich stelle ich mir recht abwechslungsreich und gewinnbringend vor.

    Ich habe das auch mehrfach überlegt. Da Fachseminarleitungen inzwischen aber nur noch äußerst selten als Beförderungsstellen ausgeschrieben sind, fand ich die 150€ Brutto als Zulage (natürlich nicht pensionswirksam) etwas wenig, um den erwarteten Einsatz des Privat-Kfz für erhebliche Dienstreisen, deren Fahrtzeit auch nicht angerechnet wird, abzugelten. Die eigentliche Tätigkeit stelle ich mir auch spannend vor, nur der Rahmen passt nicht.

  • Woran liegt es, dass Fachseminarleiterstellen bei Lehrkräften nicht gerade heiß begehrt sind? Die Tätigkeit grundsätzlich stelle ich mir recht abwechslungsreich und gewinnbringend vor

    Die Tätigkeit an sich ist sicher recht abwechslungsreich. Allerdings kann ich mit dem Menschenschlag, der sich an Studienseminaren sammelt nichts anfangen. Daher fällt das für mich auf jeden Fall raus.

    Würde hier tendentiell nicht passieren, da i.d.R. an festen Tagen komplett ans Seminar abgeordnet wird. UBs und Fachseminare liegen dann soweit möglich auf solchen Tagen

    Seminartage sind klar und unkritisch. Aber UBs können doch gar nicht an solchen Tagen liegen, weil dann alle (theoretisch) am Seminar sind. Der Unterricht der Refs findet doch nur an den restlichen Tagen statt.

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • Seminartage sind klar und unkritisch. Aber UBs können doch gar nicht an solchen Tagen liegen, weil dann alle (theoretisch) am Seminar sind. Der Unterricht der Refs findet doch nur an den restlichen Tagen statt.

    Damit hast du natürlich Recht. Ich habe mich etwas unpräzise ausgedrückt. Für die Aufgabe am Seminar erhält man einige Abminderungsstunden (je nach Anzahl der zu betreuenden Anwärterinnen und Anwärter. Der eigene Unterricht wird dann möglichst so gelegt, dass neben dem Seminartag noch ein weiterer Tag frei verfügbar ist oder dort nur Randstunden liegen.


    Gesamtkonferenzen usw. sind insofern auch unkritisch, da diese (an der Stammschule) ohnehin außerhalb der Unterrichtszeiten stattfinden sollen. Dann kollidieren sie aber auch nicht mit UBs o.ä. Bei normalen Besprechungen kann das schon eher passieren. Wir handhaben es so, dass in seltenen Fällen, in denen Überschneidungen bei Lehrkräften mit Aufgaben am Seminar vorkommen, diese Aufgaben vorgehen.

  • Bei uns ist eine Kollegin noch vor ihrer Verbeamtung auf Lebenszeit Fachseminarleiterin geworden. Scheinbar brannte es da sehr. Ich weiß, dass es etwas kompliziert wurde, als eine ihrer Refis fragte ob sie bei ihr Ausbildungsunterricht machen dürfenden. Habe aber keine Ahnung wie das em Ende ausging.

    Sie hat jedenfalls den Tag fürs Seminar frei und einen weiteren halben, aber es fällt immer mal irgendwo Unterricht aus, oder sie verschiebt welchen. Wie viele Anrechnungsstunden man bekommt hängt von der Anzahl der zu betreuenden Refis ab.

    Mein FS-Leiter in Englisch hatte so viele Refis, dass er gar nicht mehr unterrichtet hat. War für die Schüler besser so. In Päda die war wirklich toll und uns auch in ihren Unterricht eingeladen.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Ich weiß, dass es etwas kompliziert wurde, als eine ihrer Refis fragte ob sie bei ihr Ausbildungsunterricht machen dürfenden.

    An unserer Schule ist es kein Problem, dass Referendare Ausbildungsunterricht erhalten von Lehrern, die noch nicht auf Lebenszeit verbeamtet sind. Sogar OBASler können Praxissemesterstudenten in ihrem Unterricht aufnehmen...


    Habe auch schon gehört, dass es Ausnahmen gibt, wenn der Bedarf an einem Fachseminarleiter für die Ausschreibung groß ist, im Sinne von "noch nicht verbeamtet auf Lebenszeit".

    Das Prozedere welches dann aber folgt, scheint recht angstrengend zu sein:D

    "Die Welt machte mich zu einer Hure, nun mache ich sie zu einem Bordell.“

    (Friedrich Dürrenmatt)

  • An unserer Schule ist es kein Problem, dass Referendare Ausbildungsunterricht erhalten von Lehrern, die noch nicht auf Lebenszeit verbeamtet sind. Sogar OBASler können Praxissemesterstudenten in ihrem Unterricht aufnehmen...

    das ist hier auch kein Problem. Sie hatte aber halt ein Problem damit eine Refi aus ihrer Seminargruppe im Ausbildungsunterricht zu haben und sie gebeten lieber zu wem anders zu gehen. Ich weiß nicht warum, aber man lernt ja die Refis so schon anders kennen, als wenn es nur im Fachseminar und bei UBs ist.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Mein FS-Leiter in Englisch hatte so viele Refis, dass er gar nicht mehr unterrichtet hat. War für die Schüler besser so.

    Nicht ganz untypisch, würde ich meinen.

    Gib einem Hungrigen einen Fisch, und er ist für einen Tag satt. Zeig ihm, wie man angelt, und er pöbelt Dich an, dass er besseres zu tun hätte, als Schnüre ins Wasser hängen zu lassen.

  • Nicht ganz untypisch, würde ich meinen.

    Das kann schon vorkommen. Meine hauptamtlichen Ausbilder am Seminar hatte so im Schnitt 6-8 Stunden Unterrichtsverpflichtung. Es kann auch weniger sein.


    An unserer Schule ist es kein Problem, dass Referendare Ausbildungsunterricht erhalten von Lehrern, die noch nicht auf Lebenszeit verbeamtet sind. Sogar OBASler können Praxissemesterstudenten in ihrem Unterricht aufnehmen...

    Nur zum besseren Verständnis. Was genau ist Ausbildungsunterricht? Hospitiert oder unterrichtet man selbst? Beides?

    Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.


    Albert Einstein

  • Nicht ganz untypisch, würde ich meinen.

    Wo auch immer dieses Gerücht herkommt, leider wird es nicht zuletzt in diesem Forum genährt. Ich kann nur für meine Fachleiter*innen von vor x Jahren in Bundesland y sprechen und für meine Kolleginnen am Seminar heute in Bundesland x und das sind ganz normale Lehrer und außerordentlich famose Kollegen.


    Vorteile Seminar:

    - du arbeitest mit Erwachsenen

    - du kannst an künftige Lehrer*innen das weitergeben, was dir wichtig ist

    - du lernst dazu, bildest dich selbst ständig in Didaktik fort

    - du kommst mal aus deinem Kollegium raus

    - du kannst es einfach probieren und wenn du keinen Bock mehr hast, lässt du dich nicht mehr abordnen

    - du lernst andere Kollegen und Schulen kennen


    Nachteile Seminar:

    - du fährst dich dumm und dämlich

    - du verlierst den Anschluss ans eigene Kollegium und an die Schüler, wenn du so viele Reffis hast, dass du nur noch 3 Stunden unterrichtest

    - du wirst soundsooft wie ein Aussätziger behandelt (siehe Kommentare über Fachleiter hier im Forum, das Ganze hast du dann live, wenn du in den Schulen auftauchst)

    - es gibt ein paar Abminderungsstunden und einen feuchten Händedruck (wobei, in Coronazeiten fällt auch der weg...)

    - du musst dir alles selbst zusammensuchen an Unterrichtsmaterial

    - wenn du Pech hast, beschweren sich deine Referendare über dich, weil du ihnen nicht den Arsch hinterhergetragen hast und entgegen der landläufig verbreiteten Meinung kriegen nicht die Referendare eins auf den Deckel, sondern du. Es herrscht eine Anspruchshaltung vor, wie wir sie niemals an den Tag gelegt hätten.


    Im Großen und Ganzen: ich würde es probieren, wenn sich die Möglichkeit ergibt, man lernt immer dazu. Aber erst, nachdem man selbst ein bisschen Berufserfahrung gesammelt hat.

  • Nur zum besseren Verständnis. Was genau ist Ausbildungsunterricht? Hospitiert oder unterrichtet man selbst? Beides?

    Ausbildungsunterricht in NRW ist, wenn der Referendar / die Referendarin in den Unterricht einer Lehrkraft kommt, nach einer kurzen Hospitationsphase den Unterricht übernimmt, je nach deStand der Ausbildung in Rücksprache, mit Unterstützung usw.. In der Regel ist kurz darauf ein UB, der /die Referendar*in kommt mit einem Kuchen noch mal vorbei und verschwindet dann zum nächsten Ausbildungsunterricht in einer anderen Lerngruppe.

  • - es gibt ein paar Abminderungsstunden und einen feuchten Händedruck (wobei, in Coronazeiten fällt auch der weg...)

    Es hängt vom Bundesland und der Schulform ab.
    NRW:
    Grundschule: feuchter Händedruck und ein paar Abminderungsstunden (A12)
    Sek1: weiß ich ehrlicherweise nicht mehr, ich glaube aber wie Grundschule (weil beide A12)
    Sek2/BK: A15 (und Abminderungsstunden, ist ja logisch).

    Es ist nicht unüblich, dass sich zu wenig Leute (insbesondere GS/Sek1) bewerben. Im Sek2-Bereich kommt man manchmal vorzeitig an die Stelle "kommissarisch". Weil man "bekannt" war und aufgefallen ist (als ABBA, als Ausbildungslehrer, usw..) Nur: selbst wenn man seit 18 Monaten den Job kommissarisch auf A13 oder A14 macht, hat man keine Garantie, im Verfahren mit der Bestnote rauszukommen und jemand anders könnte die Stelle bekommen.
    Wer sich mit A13 bewirbt, muss 1) Glück haben, dass keiner mit A14 sich bewirbt, 2) trotzdem alle Probezeiten langsam erlaufen, bevor irgendwann A15 kommt.

  • Wo auch immer dieses Gerücht herkommt, leider wird es nicht zuletzt in diesem Forum genährt. Ich kann nur für meine Fachleiter*innen von vor x Jahren in Bundesland y sprechen und für meine Kolleginnen am Seminar heute in Bundesland x und das sind ganz normale Lehrer und außerordentlich famose Kollegen.

    Genauso wie die andere nur "von sich" und "von Refs" sprechen können, die sie betreuen. Es mag ganz sicher ganz großartige FachleiterInnen geben. Muss es statistisch sogar. Ich hatte das Vergnügen, fünf Fachleiter vom Seminar während meines OBAS näher kennen lernen zu dürfen. Da gab es nur die Abstufungen von "mega ätzend und unfähig" bis "etwas ätzend bis etwas unfähig". Weiter nach oben ging die Skala nicht. Ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sagt, dass die Leute da sitzen, weil sie keinen Bock auf Menschen mehr haben. Im Gegensatz von SuS zu Lehrern ist das Abhängigkeitsverhältnis von Refs zu den Fachleitern um Welten größer. In vielen Fächern und vor allem beim Gym/Ge entscheidet die Fachleitung über die weitere Zukunft. Wo du da eine "Anspruchshaltung" von Refs ableitest, die diese auch durchsetzen können, weiß ich nicht. Ich glaube, wenn die Fachleitung sagen würde "Samstag ist Fachseminar bei mir zuhause, wir analysieren wie schnell mein Auto gewaschen werden kann" würde der größte Teil auch dies widerspruchslos machen.


    Insofern ist es für die SuS tatsächlich gut, dass solche Menschen wenig bis gar nicht mehr an Schulen sind. Für die Ausbildung von LuL ist dies natürlich katastrophal. Aber das ist ein anderes Thema

    "Unfähigkeit ist kein Dienstvergehen und kann nicht geahndet werden."

    "Die Pädagogik die Du bei uns (am BK) brauchst ist mit "sei konsequent, dabei kein Arsch und bleib authentisch" nahezu abschließend zusammengefasst."


    Rechtschreibfehler entstehen nur, wenn ich am Handy schreibe. Eine andere Möglichkeit ist ausgeschlossen!

  • Da gehen eure Erfahrungen ja wirklich sehr weit auseinander samu und Kalle29 !


    Ich kann von meinem Referendariat nur berichten, dass ich mit meinen drei Fachleiter*innen gut bis sehr gut ausgekommen bin. Mein Englischfachleiter war eine Seele von Mensch; den ersten Wirtschaftsfachleiter mochte ich nicht so sehr (er war ziemlich arrogant und herablassend), aber da hatte ich Glück, dass er in Pension ging und mein neuer Fachleiter sehr viel "menschlicher" war; meine Pädagogik-Fachleiterin konnte manchmal auch etwas arrogant sein, aber i. d. R. kam ich auch mit ihr gut klar.


    Auch die Fachleiter*innen aus dem Studienseminar, die die Refis an unserer Schule betreuen und die ich bisher kennengelernt haben, machen auf mich einen netten und kompetenten Eindruck. Dabei sind u. a. zwei Herren, die damals zur selben Zeit wie ich das erste Staatsexamen gemacht haben. Ich wüsste auch nicht, dass unsere Refis in den letzten Jahren mit ihren Fachleiter*innen großartig Ärger gehabt hätten. Diejenigen, die nicht gut klarkamen, waren diejenigen, denen auch ich von einer Tätigkeit als Lehrkraft eher abgeraten hätte, muss ich sagen...


    Auch eine ganz liebe Kollegin von mir wird zum 1. November Fachleiterin für Politik an diesem Studienseminar. Sie ist garantiert niemand, der - wie du es ausdrückst Kalle29 - Fachleiter wird, weil sie "keinen Bock auf Menschen mehr hat", sondern weil sie jungen KuK etwas beibringen möchte. Sie ist als Lehrkraft ebenfalls immer total engagiert bei der Sache und wird (zum Glück für uns und für unsere SuS!) auch weiterhin 10 Stunden Politik und Englisch unterrichten.

  • ist - unabhängig von tatsächlich besch... Fachleiter*innen - das Ganze nicht systemisch angelegt?
    Genauso wie der Mathelehrer und die Französischlehrerin super ätzend sind und der Sportlehrer richtig cool?

    Klar könnte man merken, dass der Fachleiter eigentlich nett ist, aber seine Aufgabe an sich ist einfach nunmal doof...

  • Probiere es aus, Kalle29 und berichte von deinen Erfahrungen.

    Hab ich an mehreren Stellen hier im Forum schon. Die für unsere Schule zuständigen Seminare beherbergen im Kernseminar und in den naturwissenschaftlichen Fächern (in die ich Einblick habe) nur Leute, die in meine oben beschriebenen Kategorien passen. Das ist nicht nur meine Meinung (die tatsächlich unbedeutend wäre), sondern das Resultat aus ungefähr zehn Leuten, die in den letzten acht Jahren dort Ref oder OBAS gemacht haben. Die sind allerdings alle auch eher älter. Vielleicht wird man so im Alter. Das die KuK, die jetzt neu Fachleiter werden, motiviert sind, mag durchaus sein.


    Meine Kernseminare bestanden zu großen Teilen aus "Ich habe hier einen Arbeitsauftrag. Sie haben zwei Stunden Zeit, den zu bearbeiten. Wir sind mal eben was erledigen (aka Kaffee trinken)." Der Auftrag war in fünf bis zehn Minuten fertig, den Rest der Zeit haben wir auch nix sinnvolles mehr gemacht. So ging das über Monate. Mein Fachleiter im naturwissenschaftlichen Fach hat sich (ich übertreibe nicht!) jede Doppelstunde ungefähr 60 Minuten mit einem anderen (älteren) OBASler über Modelbau ausgetauscht. In den Nachbesprechungen gab es Aussagen wie (nein, erneut keine Übertreibung sondern fast wörtliches Zitat): "Ich fand das jetzt nicht so gut - aber ich weiß auch nicht, wie man es besser macht." Ich bleibe bei meiner Einschätzung: Da sitzen Menschen, die keine Lust mehr haben - vielleicht wurden sie, wie man früher in der freien Wirtschaft auch machte - wegbefördert.


    Meine Fachleitung in Mathe war methodisch sehr gut. Über den menschlichen Teil sollte man lieber nicht reden - jede Stunde wurde jemand wegen Kleinigkeiten lang gemacht.

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  • Schade, dass es an den von dir beschriebenen Studienseminaren so schlecht läuft, Kalle29 :-( .

    Wer weiß, vielleicht hängt das wirklich mit dem Alter und der "beruflichen Frustration" der Fachleiter*innen zusammen?! An dem für unsere Schule zuständigen Seminarstandort würde ich die Fachleiter*innen zu 75% im mittleren Alter schätzen (so zwischen Mitte 30 und Anfang 50); KuK, die kurz vor der Pension stehen, gibt es dort nur wenige.

    Allerdings war mein damaliger Englisch-Fachleiter auch schon kurz vor dem Rentenalter. Wir waren seine vorletzte Seminargruppe. Und dieser Fachleiter war definitv niemand, der "keinen Bock" mehr hatte: er hat uns immer unterstützt und gefördert, war stets offen für Neues (und sehr interessiert an neuen Methoden usw.; er fand das immer total spannend), kompetent - allein durch seine langjährige Erfahrung,...

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