Schulen sind sichere Orte!?

  • Derzeit ist es aber eben KEINE Vorgabe von oben und deswegen finde ich, man sollte sehr vorsichtig sein, was man gerade zur Selbstverständlichkeit macht. Quarantäneschüler ja, erkrankte Schüler nein.

    Sorry, da habe ich nicht richtig gelesen. Ich dachte es ging um Schüler im HomeSchooling oder Quarantäne. Da ist es bei uns auch Vorgabe.

  • Humblebee

    Hm, vielleicht liegt es auch an der Art, wie ich die Onlinematerialien gestalte und verschicke. Ich habe tatsächlich noch nie einfach nur Arbeitsblätter und Ergebnisse geschickt, sondern immer noch ein paar einleitende Worte zum Kontext bzw. zur Anknüpfung an das Vorausgegangene gschrieben, habe Überleitungen von einer Aufgabe zur nächsten verfasst und erklärt, warum nun was folgt, worauf man bei den einzelnen Aufgaben speziell achten soll bzw. wo sich Schwierigkeiten ergeben könnten, usw. usw. Wenn ich einfach nur kommentarlos Aufgaben oder Arbeitsblätter schicke, habe ich den Eindruck, dass meine Schüler gerne zu oberflächlich arbeiten, die Zusammenhänge nicht verstehen oder den Fokus falsch setzen. Das mache ich gerne für Quarantäneschüler oder für Schüler, die z.B. durch Klinikaufenthalte länger ausfallen, ich möchte das aber nicht für jeden Schnupfenfehltag machen müssen.


    Und ob kommentarloses Schicken wirklich sinnvoll ist, weiß ich halt nicht. Ich finde eher nicht.

  • Und ob kommentarloses Schicken wirklich sinnvoll ist, weiß ich halt nicht. Ich finde eher nicht.

    Ob ich nun "kommentarlos" etwas verschicke bzw. auf "Moodle" einstelle (was ich für längerfristig erkrankte SuS und SuS im Homeschooling ode in Qurantäne auch nicht unkommentiert tue; da schreibe ich natürlich auch noch etwas zur Erklärung dazu) oder die SuS, die nur kurzzeitig gefehlt haben, bei ihrer Rückkehr in die Schule ein Arbeitsblatt "kommentarlos" aus dem Ordner oder ihrem Fach nehmen, macht aber doch wenig Unterschied, oder? Ich kann es so oder so bei unseren hohen Fehlquoten - nicht nur jetzt zu Corona-Zeiten! - nicht leisten, jeder/jedem, die/der gefehlt hat, alles nochmal zu erklären. Das müssen unsere SuS selbstständig nacharbeiten.

  • Nicht nur vielleicht sondern ganz sicher! Ich sage meinen SuS und auch den Erziehungsberechtigten schon immer, dass ich nach 19 Uhr abends nicht mehr erreichbar bin.

    Bei uns heißt es von der SL, zu normalen Geschäftszeiten (am Wochenende oder nach 18 Uhr antworte ich nur in Notfällen).

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Genau das befürchte ich, dass dieser Service sich gerade stillschweigend als neuer Standard etabliert. Ich persönlich finde das arg bedenklich, denn das wird unweigerlich in noch mehr Mehrarbeit ausarten. Einige Eltern erwarten das schon jetzt von uns - denn hey, wir haben doch die Lernplattform. Dass die Onlinebeschulung ausschließlich für Quarantäneschüler erfolgen muss und nicht für kranke Schüler gilt, muss immer wieder aufs Neue mühsam klargestellt und diskutiert werden.

    Ja, ich verstehe gut, was du meinst. Ich habe KuK, die gerade prinzipiell wenn SuS krank sind alle Materialien und Aufgaben online zur Verfügung stellen und das zumindest so deutlich als KLs für ihre Klassen mitteilen, dass deutlich wird, dass es eine Erwartungshaltung gibt das als Fachlehrer in der Klasse genauso zu handhaben. Auch SuS haben sich noch nie so häufig gemeldet, um zu fragen, wie eine Aufgabe zu verstehen sei. Da halte ich es durchaus für wichtig die SuS auch immer mal wieder an eine gewisse Eigenverantwortung zu erinnern, also Fragen zu Hausaufgaben in der Schule stellen und die Zeit dort effizient nutzen, Mitschüler um Aufschriebe bitten, Materialien vom Hausaufgabenpartner bekommen etc. Aber: Ich finde es umgekehrt viel besser, wenn die SuS kurz nachfragen (ob ich online verfügbar bin und antworte liegt ja an mir), als dass sie Hausaufgaben am Ende gar nicht erledigen, nur weil eine Aufgabenstellung nicht ganz klar war. Insofern möchte ich das auch nicht einfach schwarz-weiß betrachten, auch wenn ich das eindeutig nicht ganz so "serviceorientiert" handhabe wie manche meiner KuK.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Schon mal dran gedacht, dass Quarantäne auch einfach saumässig langweilig ist? Unsere Quarantäne-Schüler sind einfach nur froh, wenn sie zu Hause was zu tun haben. Da hat sich bisher noch fast jeder direkt gemeldet und gefragt, was es für die Woche zu tun gibt. Ich stelle schon seit Anfang Schuljahr alles Material parallel auch online zur Verfügung.

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    Chemie ist das was knallt und stinkt, Physik ist das was nie gelingt.

  • bei mir ging es nicht um Quaratäne (da ist dies sogar vorgeschrieben, da würde ich gut aufbereitete Stunden schicken, da bin ich per Chat erreichbar), sondern um einzelne gefehlte Stunden am Nachmittag (und ich bin auch deshalb so "ablehnend", weil ich den Verdacht habe, dass geschwänzt wurde (entsprechende Schüler, nur nachmittags gefehlt) und ich fürchte, dass das "Schule macht".)



    Übrigens biete ich schon seit Jahren eine Stunde in der Woche an, ich bin in der Sammlung und jeder kann klopfen.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • ... Ich stelle schon seit Anfang Schuljahr alles Material parallel auch online zur Verfügung.

    Wie machst du das, dass es nicht zur Mehrarbeit wird? Online sieht das doch ganz anders aus als im Klassenzimmer. Vom Arbeitsblatt mal abgesehen redet man z.B. ganz viel (hast du das nicht als erstes bemerkt im April, wie viel du den lieben langen Unterrichtstag quatschst?:victory:) usw.

  • Ob ich nun "kommentarlos" etwas verschicke bzw. auf "Moodle" einstelle (was ich für längerfristig erkrankte SuS und SuS im Homeschooling ode in Qurantäne auch nicht unkommentiert tue; da schreibe ich natürlich auch noch etwas zur Erklärung dazu) oder die SuS, die nur kurzzeitig gefehlt haben, bei ihrer Rückkehr in die Schule ein Arbeitsblatt "kommentarlos" aus dem Ordner oder ihrem Fach nehmen, macht aber doch wenig Unterschied, oder? Ich kann es so oder so bei unseren hohen Fehlquoten - nicht nur jetzt zu Corona-Zeiten! - nicht leisten, jeder/jedem, die/der gefehlt hat, alles nochmal zu erklären. Das müssen unsere SuS selbstständig nacharbeiten.

    Aber das ist ja der Punkt, ich drücke das Material normalerweisehalt eh nicht kommentarlos in die Hand, sondern nutze eine Arbeitsphase der restlichen Klasse o.ä., um kurz zu erklären, was neu gemacht wurde oder worauf bei den Aufgaben zu achten ist. Wenn in der Sek I neue Grammatik eingeführt wurde, erkläre ich das auch immer 1:1 nochmal detailliert. Aber okay, vielleicht mache ich da auch zu viel Überflüssiges und könnte das abspecken.

  • hast du das nicht als erstes bemerkt im April, wie viel du den lieben langen Unterrichtstag quatschst

    Ja, auf den täglichen Gossip müssen sie dann eben verzichten. Quarantäne ist halt nicht lustig. Ansonsten sieht mein Arbeitsmaterial digital genau gleich aus wie analog. Wenn wir irgendwo ein Experiment ausgewertet haben oder so, holen sich die SuS dann schon noch von den Kollegen. Lösungen zu Aufgaben stelle ich sowieso für alle online. Das wichtigste am Präsenzunterricht ist für unsere Jugendlichen eigentlich der Austausch untereinander und natürlich dass sie einfach aufstrecken und nachfragen können wenn sie was nicht verstanden haben. Das ist digital schon mühsamer. Letztens habe ich dann mit einer Schülerin am Nachmittag mal extra gesessen weil sie sich ein Experiment so gar nicht vorstellen konnte. Vom Arbeitsaufwand her geht's aber solange es nur einzelne SuS in Quarantäne sind. Wenn wir wirklich auf 50 % Präsenzunterricht reduzieren wird es organisatorisch sicher mühsam, ich habe mehrere Kurse im Praktikum. Irgendwie muss ich das dann hinwursten dass die Theorie zu Hause passiert und die Zeit an der Schule maximal fürs Praktische genutzt wird.

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    Chemie ist das was knallt und stinkt, Physik ist das was nie gelingt.

  • Momentan von den Rund 800.000 Lehrern in Deutschland 3800 (0,42) infiziert, was einer deutlich überdurchsnittlichen 7 Tage Inzidenz von 210 entspricht.

    Kleine Wiederholung, Spiralcurriculum und so: nein, tut es nicht, weil eine Infektion nicht 7 Tage dauert. Es macht keinen Sinn aus einer Zahl aktiver Infektionen eine 7 Tages Inzidenz berechnen zu wollen, auch wenn einem das Ergebnis vielleicht gut passt.

  • Kleine Wiederholung, Spiralcurriculum und so: nein, tut es nicht, weil eine Infektion nicht 7 Tage dauert. Es macht keinen Sinn aus einer Zahl aktiver Infektionen eine 7 Tages Inzidenz berechnen zu wollen, auch wenn einem das Ergebnis vielleicht gut passt.

    Doch ergibt es, weil das RKI eine pauschale Tageszahl von 14 Tagen ansetzt, das habe ich recherchiert. Bis zur "Genesung" also muss man die 14 Tage Rohinzidenz von 420 nur durch 2 Teilen um auf den Wert zu kommen. Meine Zahl ist völlig korrekt.

  • Doch ergibt es, weil das RKI eine pauschale Tageszahl von 14 Tagen ansetzt, das habe ich recherchiert. Bis zur "Genesung" also muss man die 14 Tage Rohinzidenz von 420 nur durch 2 Teilen um auf den Wert zu kommen. Meine Zahl ist völlig korrekt.

    Wenn man nur nach "Beweisen" für eine These sucht, die man sowieso schon sicher zu wissen meint, kann man das natürlich so machen.

    Wenn man das ernsthaft betrachten wollte, könnte man eher die Zahl der aktuell insgesamt Erkrankten betrachten, was aktuell ca. 285 000 sind, also 0,35% der Bevölkerung. Aber auch dann bringt einen dieser Vergleich 0 weiter, zum Beispiel weil die Krankheitsdauern in verschiedenen Altersklassen sehr unterschiedlich sind, weil die Angabe der Zahl der Erkrankten nicht auf Diagnostik beruht, sondern darauf, dass positiv getestete Personen nach einer bestimmten Frist automatisch wieder als gesund gezählt werden, etc.

  • Wenn man nur nach "Beweisen" für eine These sucht, die man sowieso schon sicher zu wissen meint, kann man das natürlich so machen.

    Wenn man das ernsthaft betrachten wollte, könnte man eher die Zahl der aktuell insgesamt Erkrankten betrachten, was aktuell ca. 285 000 sind, also 0,35% der Bevölkerung. Aber auch dann bringt einen dieser Vergleich 0 weiter, zum Beispiel weil die Krankheitsdauern in verschiedenen Altersklassen sehr unterschiedlich sind, weil die Angabe der Zahl der Erkrankten nicht auf Diagnostik beruht, sondern darauf, dass positiv getestete Personen nach einer bestimmten Frist automatisch wieder als gesund gezählt werden, etc.

    In den Veröffentlichungen des RKI wird an der 14 Tage-Regel abzüglich der Todesfälle festgehalten, die individuellen Krankheitsverläufe werden nicht systematisch erfasst. Genesen beim RKI = alle Erkrankten die 14 Tage überleben. Das ist einfach so, Du kannst jetzt noch soviel Dinge anführen, die in der Realität natürlich zutreffen, für die Zahlenerfassung des RKI spielt da keine Rolle, dementsprechend ist meine Rechnung statistisch sauber.

  • In den Veröffentlichungen des RKI wird an der 14 Tage-Regel abzüglich der Todesfälle festgehalten, die individuellen Krankheitsverläufe werden nicht systematisch erfasst. Genesen beim RKI = alle Erkrankten die 14 Tage überleben. Das ist einfach so, Du kannst jetzt noch soviel Dinge anführen, die in der Realität natürlich zutreffen, für die Zahlenerfassung des RKI spielt da keine Rolle, dementsprechend ist meine Rechnung statistisch sauber.

    Wenn du annimmst, dass Lehrer nur milde Verläufe haben (nur dann zählt man 14 Tage nach dem Test als gesund) mag das rein rechnerisch stimmen, das ist nicht das Problem. Das Problem ist, das du so tust, als ob man durch dem Vergleich mit der Gesamtgruppe ("überdurchschnittlich") irgendeine Erkenntnis gewinnen könnte und das ist Quatsch, weil Lehrer altersmäßig nur einen Ausschnitt der Gesamtbevölkerung abbilden und die Testhäufgkeit vermutlich auch nicht die gleiche ist.

    Rein mathematisch wäre vermutlich auch die Aussage korrekt, dass Bergarbeiter doppelt so häufig Prostatakrebs haben, wie die Gesamtbevölkerung. Trotzdem kann man daraus nichts ableiten.

  • Dass Lehrer sich häufiger infizieren, kann ich also nicht belegen, weil Lehrer sich also häufiger infizieren?


    Dass Bergarbeiter doppelt so oft Prostatakrebs hätten ist mathematisch korrekt, aber ich kann draus nicht ableiten, dass sie öfters Prostatakrebs hätten?


    :weissnicht:

  • Aber das ist ja der Punkt, ich drücke das Material normalerweisehalt eh nicht kommentarlos in die Hand, sondern nutze eine Arbeitsphase der restlichen Klasse o.ä., um kurz zu erklären, was neu gemacht wurde oder worauf bei den Aufgaben zu achten ist. Wenn in der Sek I neue Grammatik eingeführt wurde, erkläre ich das auch immer 1:1 nochmal detailliert. Aber okay, vielleicht mache ich da auch zu viel Überflüssiges und könnte das abspecken.

    Wie gesagt: Bei uns fehlen in allen Klassen fast immer mehrere SuS; da bleibt mir und meinen KuK wenig bis gar keine Zeit, jedem, der irgendwann wieder da ist, nochmal die Inhalte der vorherigen Stunden zu erklären, sondern wir erwarten, dass die SuS selbstständig nacharbeiten. Anders ist es gar nicht leistbar.

    Da wir aber ja eine anderer Schülerklientel an der BBS haben als du in deiner Schulform (vor allem: ältere SuS), denke ich, dass wir deshalb unterschiedlich vorgehen.

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