Schulen sind sichere Orte!?

  • Rein pragmatisch gesehen:


    Die Politik will, dass die Arbeitnehmer arbeiten können. Schule ist daher auch in der Funktion, die Kinder zu beaufsichtigen.


    Was spricht vor diesem Hintergrund eigentlich dagegen, wenn wir die Schüler ab 14 Jahre nur noch zu bestimmten Projekt- und Prüfungstagen in die Schule bestellen (dann immer maximal 14 Schüler pro Raum) und sehr sehr viel in den digitalen Unterricht auslagern?


    Was spricht darüber hinaus dagegen, den Betrieb ab ca. 7. Dezember einzustellen und dann an dem 7. Januar 2021 schauen, wie die Infektionszahlen sich entwickeln?


    Da die Sache mit dem Virus das Gesundheitssystem ganz realistisch bis mindestens 2025 - jetzt ist das Virus ja durch Nerze mutiert, so dass die Suche nach Impfstoffen vermutlich wieder vom vorne beginnt - wäre auch darüber nachzudenken, die Sommerferien für fünf Jahre auf 2-3 Wochen zu kürzen und im Winter 2-3 dran zu hängen, da wir immer wieder schwere Winter und relativ leichte Sommer haben werden. Die Zeit wird zu nutzen sein.

  • Ich stimme dir im Punkt Schüler ab 14 ins Homeschooling voll zu.


    Auch könnten ab 14.12. bis nach den Weihnachtsferien alle ins Homeschooling.


    Aber Sommerferien verkürzen? Das halte ich nicht durch, weil es im Sommee in allen Schulen die ich kenne viel zu heiß wird. Außerdem tun die 6 Wochen am Stück frei auch mal gut.

    Sei konsequent, dabei kein Arsch und bleib authentisch. (DpB):aufgepasst:

  • Ich stimme dir im Punkt Schüler ab 14 ins Homeschooling voll zu.


    Auch könnten ab 14.12. bis nach den Weihnachtsferien alle ins Homeschooling.


    Aber Sommerferien verkürzen? Das halte ich nicht durch, weil es im Sommee in allen Schulen die ich kenne viel zu heiß wird. Außerdem tun die 6 Wochen am Stück frei auch mal gut.

    Da stimme ich zu.

    6 Wochen hab ich persönlich zwar nicht unbedingt nötig (nach vier bin ich maximal entspannt, ich hätte lieber dann eine Woche länger Herbstferien...), aber das mit den Temperaturen stimmt schon - bei den Gebäuden, die die meisten Schulen nun mal so sind, sind schon die letzten zwei, drei Wochen vor den Sommerferien eine Qual.

  • Wäre es möglich, den digitalen "Unterricht" nicht als Allheilmittel zu betrachten? Es ist schwer, unterschiedliche Positionen zu dieser ganzen Coronathematik zu tolerieren, wenn dieser Punkt immer und immer wieder aufgebracht wird :/ .

    Die Welt kann und darf nicht wegen Corona stillstehen. Wir müssen damit leben und daher auch damit leben, dass sich Leute anstecken werden.

  • Tja, was spricht wohl gegen Distanzlernen oder das Wechselmodell? Klaus Stöhr traut sich (wenn auch nervös stotternd und etwas verschwurbelt), es auszusprechen:

    https://www.swr.de/swr2/leben-…nicht-zu-stoppen-100.html


    Auf Deutsch: Noch sind zuviele Menschen nicht immun. Wenn Kinder und deren junge Familien krank werden, ist das das kleinere Übel, zwar unangenehm, aber sie werden es meist überleben. Ok, fast jeder zweite Lehrer in Deutschland ist über 50... wo gehobelt wird, da fallen nunmal Späne.

  • Hallo Lehramtsstudent, nur falls du es falsch verstanden hast: Ich finde das hochgradig zynisch!

    Wieso zynisch? Im Grunde stimmt es. Wie jede größere Herausforderung in der Geschichte der Menschheit wird es zu menschlichen Opfern kommen. Das Positive ist doch, dass ein sehr großer Teil der Infizierten Corona überleben wird. Da gibt es Erkrankungen mit einer deutlich höheren Sterberate.

  • Wenn es wirklich so wäre, dass die Kinder und Jugendlichen per Schulpflicht in den Präsenzunterricht gezwungen würden, ihnen dort effektive Schutzmaßnahmen absichtlich verwehrt würden, damit sie sich selbst, weitere Kinder, ihre eigenen und deren Eltern und Geschwister stellvertretend für die anderen Bevölkerungsgruppen infizieren, obwohl sie selbst, ihre Eltern, ihre Geschwister oder die ihrer Freunde dabei schwerwiegende Langzeitfolgen erleiden oder sterben könnten und das ganze mit ihrem Recht auf Bildung und Chancengerechtigkeit verbrämt würde, wäre das nicht zynisch?

  • Wenn es wirklich so wäre, dass die Kinder und Jugendlichen per Schulpflicht in den Präsenzunterricht gezwungen würden, ihnen dort effektive Schutzmaßnahmen absichtlich verwehrt würden, damit sie sich selbst, weitere Kinder, ihre eigenen und deren Eltern und Geschwister stellvertretend für die anderen Bevölkerungsgruppen infizieren, obwohl sie selbst, ihre Eltern, ihre Geschwister oder die ihrer Freunde dabei schwerwiegende Langzeitfolgen erleiden oder sterben könnten und das ganze mit ihrem Recht auf Bildung und Chancengerechtigkeit verbrämt würde, wäre das nicht zynisch?

    Ich nehme an, dass du bewusst die fett markierten Begriffe genutzt hast. Klingt für mich sehr dramatisch, aber für dich vermutlich genau richtig. Was erwünschst du dir jetzt an der Stelle, außer dass mal wieder herauskommt, dass es wie bei vielen gesellschaftlichen Themen unterschiedliche Positionen gibt, die jeder für sich als die sinnvollste empfindet?

  • Nur dass jeder für sich schon deswegen nicht OK ist, weil die Kinder gar nicht gefragt werden und wenig Chancen hätten, sich Gehör zu verschaffen. Im Übrigen sind wir für sie verantwortlich. Sie sind uns als Erwachsene und erst recht als Lehrer anvertraut.


    Deine Antwort werde ich nicht lesen, ich habe dich blockiert.

  • Was spricht vor diesem Hintergrund eigentlich dagegen, wenn wir die Schüler ab 14 Jahre nur noch zu bestimmten Projekt- und Prüfungstagen in die Schule bestellen (dann immer maximal 14 Schüler pro Raum) und sehr sehr viel in den digitalen Unterricht auslagern?

    Ganz einfach: die meisten meiner SuS sind leistungstechisch nicht die Stärksten und brauchen einfach die Möglichkeit, den Lehrkräften persönlich in der Schule Fragen stellen zu können, sich mit Mitschüler*innen austauschen zu können, Inhalte in der Schule - und nicht allein zuhause - erarbeiten zu können etc pp. Zudem steht vielen zuhause weiterhin nur ein Smartphone als digitales Endgerät zur Verfügung...

    Auch könnten ab 14.12. bis nach den Weihnachtsferien alle ins Homeschooling.

    Um Gottes Willen, bloß nicht!!!


    Und eine Verkürzung der Sommerferien kommt m. E. aus den oben bereits genannten Gründen nicht in Frage.

  • Hallo Lehramtsstudent, nur falls du es falsch verstanden hast: Ich finde das hochgradig zynisch!

    Herr Schäuble war im April 2020 dann auch ganz schön zynisch. Ich zitiere aus der "Welt" vom 26.4.2020:


    „Wenn ich höre, alles andere habe vor dem Schutz von Leben zurückzutreten, dann muss ich sagen: Das ist in dieser Absolutheit nicht richtig“, sagte Schäuble dem „Tagesspiegel“. Die im Grundgesetz verankerte Menschenwürde „schließt nicht aus, dass wir sterben müssen“.

    Der Staat müsse für alle die bestmögliche gesundheitliche Versorgung gewährleisten, sagte Schäuble weiter. „Aber Menschen werden weiter auch an Corona sterben.“

  • Abgesehen davon, dass laut der Experten in 75% der Fälle die Infektionsketten (und damit die Frage, was "sichere" und "unsichere" Orte sind) gar nicht mehr nachzuvollziehen ist, stellt sich die Frage aus eine anderen Grund auch nicht mehr: Immer mehr Schüler und Kollegen verabschieden sich in Quarantäne. Und dass das heimische Arbeitszimmer am Ende hoffentlich doch noch unter hygienischen Gesichtspunkten "sicherer" ist, darf mit Blick auf die Klassenräume vorausgesetzt werden. Hygiene ist bereits unter normalen (nicht-corona) Bedingungen immer prekär. Und Schulleitung - zumindest an den Schulen, an denen ich bislang arbeiten konnte - war die Frage, wie sauber und gesundheitsförderlich der Arbeitsplatz der SchülerInnen und KollegInnen ist, immer schon egal.

    "Wir operieren in dem Gebiet, das zwischen den besten Absichten und dummem Zufall liegt. Unser Leben ist ein einziges Glück im Unglück. Und dieser Umstand verleiht all unseren Handlungen etwas unfreiwillig Komisches." (aus: "Die Enzyklopädie der Dummheit")

  • Wie jede größere Herausforderung in der Geschichte der Menschheit wird es zu menschlichen Opfern kommen.

    Sag mal, gehts noch?

    Wie zynisch und menschenverachtend muss man eigentlich drauf sein?


    Das ist keine Naturkatastrophe, kein Erdbeben oder Ähnliches, dem wir einfach machtlos gegenüber stehen. Wir wissen genau (!),

    was zu tun ist, damit sich das Virus nicht weiterverbreitet.



    Das ist keine Herausforderung, das ist eine Seuche, und die kann man ausrotten.

    Man kann sich natürlich auch hinstellen und (als Nicht-Risikopatient) sich alles schönreden, denn, man selbst wird ja schon kein Opfer sein.

    Wenn der Mensch, den du am meisten liebst, durch diese Krankheit stirbt, hängst du dir dann deinen Spruch übers Bett, damit du besser einschlafen kannst?

  • shells: Tut mir leid, wenn mein Beitrag etwas emotionskalt herüberkam. Du hast Recht, dass jeder seinen Teil dazu beitragen kann, die Ausbreitung gering zu halten, um insbrsondere Risikogruppen zu schützen.

  • Distanzunterricht ist der größte Mist.


    Und Homeschooling ist absolut ungeeigneter Begriff, weil der eigentlich kennzeichnet, dass die Mutti quasi den ganzen Tag mit den Kindern den Unterrichtsstoff durchgeht in eigener Verantwortung. Und ist nicht umsonst in fast allen Ländern der Erde verboten

  • Distanzunterricht ist der größte Mist.

    Kann ich weder als Lehrerin noch als "Mutti" bestätigen. Kommt halt drauf an, für wen und wie.

    Homeschooling ... ist nicht umsonst in fast allen Ländern der Erde verboten

    Das ist Quatsch. Es gibt im Gegenteil nur in wenigen Ländern eine Schulpflicht (wenn auch in vielen eine Bildungspflicht). Das Recht auf Bildung mit der Pflicht zum Präsenzunterricht gleichzusetzen, wie es die KM permanent tun, quasi als Grundrecht auf Präsenzpflicht, ist schon sehr verdreht.

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