Schulen sind sichere Orte!?

  • Deutschlandweit soll der Reproduktionswert auch "nur" bei 0,68 liegen. Gleichzeitig sind es ~ 33k neue Fälle und 964 neue Todesopfer. Für deutsche Verhältnisse sind das doch recht viele Fälle, wieso ist dann der Reproduktionswert vergleichsweise niedrig?

  • Der R-Wert ist schon seit geraumer Zeit aus Meldungsgründen zu niedrig und wird im Nachhinein über Wochen immer wieder drastisch nach oben angepasst. Ich kann nicht verstehen, dass das RKI das nicht endlich mal aus der Kommunikation rausnimmt. Der Wert, so wie er jetzt ist, ist irreführend. Man könnte damit seriös evtl arbeiten, wenn man sich immer auf die R-Werte von mindestens vor 2 Wochen bezieht.

  • Andererseits:

    Den Unterschied kennst du nicht?


    (Übrigens der R-Wert wird geschätzt und selbst das RKI äußert z. Z. ständig, dass der R-Wert aktuell vermutlich unterschätzt wird, weil an Feiertagen viel weniger getestet wird.)

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  • Der R-Wert bezieht sich aktuell auf den Zeitraum der Weihnachtsfeiertage und taugt genau so wenig als Argument für ein Sinken der Infektionen, wie die Neumeldungen eines einzelnen Tages nach dem Weihnachtszeitraum als Argument dagegen.

  • Ganz nebenbei: der R-Wert wird nicht geschätzt, sondern berechnet, die genaue Formel hat sich zwischenzeitig mehrfach geändert und es waren auch verschiedene Varianten in der RKI-Veröffentlichungen zu finden.

  • Ganz nebenbei: der R-Wert wird nicht geschätzt, sondern berechnet, die genaue Formel hat sich zwischenzeitig mehrfach geändert und es waren auch verschiedene Varianten in der RKI-Veröffentlichungen zu finden.

    Aber die Nachmeldungen verzerren ihn; ich weiß wie unser Gesundheitsamt arbeitet. Da gibts teilweise mal 5 Tage kein Update, am Wochenende wird manchmal gemeldet, manchmal auch nicht. Das RKI kann da wenig für, aber auf der Datengrundlage ist klar, dass der Wert umso frischer er errechnet ist, desto weniger taugt.

  • Ganz nebenbei: der R-Wert wird nicht geschätzt, sondern berechnet, die genaue Formel hat sich zwischenzeitig mehrfach geändert und es waren auch verschiedene Varianten in der RKI-Veröffentlichungen zu finden.

    Das RKI schreibt dazu in seinem Lagebericht


    Zitat


    Die Reproduktionszahl R bezeichnet die Anzahl der Personen, die im Durchschnitt von einem Fall angesteckt werden. Die Schätzung des R-Wertes basiert auf dem sogenannten Nowcasting (Abbildung 4) einem statistischen Verfahren, das die Entwicklung der Fallzahlen nach Erkrankungsbeginn darstellt und für die letzten Tage auch prognostiziert. Diese Prognose ist mit Unsicherheit behaftet, die sich auch in den zum R-Wert angegebenen Prädiktionsintervallen spiegelt. Nach Eingang weiterer Fallmeldungen am RKI wird der R-Wert im Verlauf für die zurückliegenden Tage angepasst und ggf. nach oben oder unten korrigiert. In den letzten Wochen wurden Werte, die am Anfang einer Woche berichtet wurden, typischerweise leicht nach oben korrigiert. Sie hatten also das reale COVID-19 Geschehen in Deutschland leicht unterschätzt. Gegen Ende einer Woche geschätzte Werte verhielten sich stabiler. Den aktuell geschätzten Verlauf des R-Werts zeigt Abbildung 5.



    Der R-Wert liegt aktuell unter 1. Aufgrund der nach wie vor sehr hohen Zahl an infizierten Personen in Deutschland bedeutet dies jedoch weiterhin eine hohe Zahl von täglichen Neuinfektionen. Während der Feiertage werden COVID-19-Fälle nur verzögert detektiert, erfasst und übermittelt, so dass der R-Wert zudem ggf. unterschätzt wird.


    (Zitatende)


    Deshalb ist der aktuelle R-Wert immer mit Vorsicht zu genießen (nach 2 Wochen stimmt er) und aktuell besonders.

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  • Wir untersuchen die Infektionsgeschehen an Schulen nicht im Überblick. Wir können immer nur von unseren Schulen und Schulen der Nachbarschaft schreiben, so weit wir das mitbekommen haben. Da gab es bisher, wenn man aufmerksam gelesen hat, unterschiedliche Rückmeldungen.

    Hier möchte ich mich anschließen - es gibt Schulen mit einem nachweisbaren Infektionsgeschehen, es gibt aber auch Schulen (wie bisher unsere) in dem es nachweislich nicht dazu gekommen ist. Wir haben aber auch einige gute Vorbedingungen - Raumluftanlagen mit CO2-Messgeräten, sehr früh Maskenpflicht während des Unterrichts usw. - wir hatten eine Woche einen Jahrgang in Quarantäne und danach zum Glück "nur" vereinzelt Fälle die sich bei den Eltern angesteckt hatten.
    Aber - gerade jetzt mit der neuen Variante und dem Wissen, dass sich etliche definitiv nicht an die Regeln gehalten haben, habe ich ziemliches Bauchweh wenn ich an einen Schulbesuch im Januar denke. Mir persönlich wäre es lieber, erst geimpft zu sein.

  • Wir haben derzeit im Landkreis erstmals keine Schüler mehr in Quarantäne. Das müsste also jetzt der Effekt von den Schulschließungen sein.

    Wenn die SuS ohnehin zu Hause sind, wird womöglich keine Quarantäne ausgesprochen.

    Dazu kommt die geänderte Teststrategie, Feiertage, in denen die Haus- und Kinderarztpraxen geschlossen sind ...

    ... die Schule erst einmal nur von den Eltern informiert, die in den Ferien eher nicht anrufen,

    und die Quarantäne für eine Klasse braucht Kontakt, beachtet werden hier die 2 Tage vor Testdatum, da gibt es nun keine Quarantäne mehr für Klassen.


    Ob Kinder sich bei Familie, Bekannten oder Freunden infiziert haben UND getestet wurden, kann man nicht wissen.

  • Irgendwo stand mal, dass die Testzahlen um bis zu 90% eingebrochen sind. Das sagt alles. Warten wir mal ab wie sich die Zahlen im Januar entwickeln, wenn wieder normal getestet wird.

  • Bei uns wurden am 23. Dezember noch über 46000 Tests gemacht, während der Weihnachtsfeiertage nur noch etwa 15000 Tests pro Tag. Am 29. und 30. Dezember waren es wieder um die 25000 - 30000 Tests pro Tag, das ist eigentlich normal. Graubünden hat vor Weihnachten mal einen Massentest im ganzen Kanton gemacht, das sieht man natürlich in der Statistik. Bis anhin kann man verhalten optimistisch sein, dass zumindest Weihnachten nicht zu einem grösseren Ausbruch geführt hat. Erfreulicherweise ist die Inzidenz vor allem bei den Ü80ern stark rückläufig, mit Abstand am kleinesten ist sie derzeit wieder bei den 10-19jährigen. Gerade unsere Jugendlichen gehen während der Ferien aber auch seltener zum Test, das Phänomen hatten wir während der Herbstferien schon. Wenn man da krank wird, bleibt man halt einfach daheim, egal ob es jetzt Corona oder sonstwas ist. Ich vermute, dass doch viele Leute so denken. Wir sehen dann nächste Woche, wie viele sich wieder zur Quarantäne/Isolation abmelden, wir starten am Montag ganz normal in den Präsenzunterricht.

  • Auf die Woche bezogen habe ich jetzt ähnliches Zahlen bei uns uns gesehen:

    21.12.-27.12. 1 Mio

    Woche davor 1,5 Mio

    Irgendwo habe ich gelesen, das es an den Weihnachtstagen bis zu 90% weniger waren, obwohl die Labors offen hatten. Muss ich mal gucken, ob ich das noch finde.

    In den Wochenzahlen sind ja auch die Test vor Weihnachten drin. Da haben sich wahrscheinlich viele noch schnell testen lassen.

  • Diejenigen, die sich für Familienbesuche haben testen lassen, werden das wohl hauptsächlich über die Schnelltest gemacht haben und nicht in der Statistik auftauchen.

    Man kann viele Hypothesen über die Auswirkungen der Feiertage anstellen, letztlich ändert das aber nichts an der Tatsache, dass die Zahlen aktuell wenig Aussagekraft haben, maximal im Wochenvergleich.

  • Diejenigen, die sich für Familienbesuche haben testen lassen, werden das wohl hauptsächlich über die Schnelltest gemacht haben und nicht in der Statistik auftauchen.

    Bei uns zählen auch die Schnelltests in die Statistik. Deswegen sind es ja kurz vor Weihnachten so viele Tests pro Tag.

  • Die Schnelltests sind in Deutschland nicht meldepflichtig, ich wüsste auch gar nicht, wie das gehen sollte, denn die können ja einfach in Apotheken gekauft werden (von berechtigten Personen und Institutionen wie Schulen).

  • denn die können ja einfach in Apotheken gekauft werden (von berechtigten Personen und Institutionen wie Schulen)

    Das ist bei uns nicht so. Die dürfen genau wie die PCR-Tests nur von geschulten Personen durchgeführt werden, sprich in Testzentren, Apotheken oder Hausarztpraxen auf Anmeldung und vor Ort. Damit kann jeder Schnelltest genauso registriert werden wie jeder PCR-Test.

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