Wie habt ihr herausgefunden, welche Versicherungen zum Start ins Ref sinnvoll sind?

  • Hallo zusammen,


    ich würde gern wissen wie ihr zum Start ins Ref vorgegangen seid, um eine geeignete private Krankenversicherung zu finden? Ist eine Dienstunfähigkeitsabsicherung sinnvoll? Habt ihr euch selbst drum gekümmert oder einen Ansprechpartner? Ich habe einige Beamte in der Familie, aber die sind alle schon Jahrzehnte in ihren Versicherungen und es hat sich ja auch viel geändert, denke ich.

    Wie seid ihr das Thema angegangen, um da mit einem guten Gefühl ins Ref zu starten?

  • Ich empfehle einen guten/unabhängigen Makler, nur dann kann man direkt die Versicherungen vergleichen und sich informieren.


    PKV ist Pflicht, Haftpflicht sollte es auch sein (und Hausrat)

    Ob DU ja oder nein ist individuell.

    Ich habe noch eine Unfallversicherung und Rechtsschutz, aber auch da muss jeder für sich schauen, ob sinnvoll/angebracht.

  • Als Sohn eines Beamten war ich immer in Vaters PKV und bin übergangslos dort hängengeblieben. Als wichtig erwies sich für uns der BE-Zusatztarif, der bislang anstandslos immer all das abdeckte, was die Beihilfe nicht mehr leistete. Inklusive der gelegentlichen "Preisanpassungen" bin ich sehr zufrieden mit dem Preis-/Leistungsverhältnis. Anderes habe ich aus meiner großen Alle-BuB-Familie noch nie vernommen.

    Dienstunfähigkeitsabsicherungen hat nie jemand von uns erwogen.

    An anderer Stelle hier im Forum, hat schon jemand darauf hingewiesen, dass man einmal bestehende Verträge nie mehr ändern oder umschreiben lassen solle. Das kann ich nur unterstreichen.

    #Zesame:!:


    Konzentrieren Sie sich ganz auf den Text, wenden Sie das Ganze auf sich selbst an. (J.A. Bengel)

  • In die Diensthaftpflicht sollte man am besten auch eine Schlüsselversicherung integrieren, falls der Schulschlüssel mal verloren geht. Oft kostet das nicht mal extra.


    Die anderen Versicherungen (Privathaftpflicht und Hausrat) haben ja nicht so viel mit dem Lehrerjob zu tun, sondern eher damit, dass man (erstmals?) alleine wohnt.

  • Privathaftpflicht lief über meine Eltern bis zum Ende meiner Ausbildung (Uni-Abschluss). Unfallversicherung ebenfalls. Daher nicht zwingend nur was mit Auszug zu tun.

    Hausrat hat man (in der Regel) schon, sofern man alleine / außerhalb des Elternhauses wohnt.

  • Schlüsselversicherung

    Ist wohl eine der überflüssigsten Versicherungen die es gibt. Damit du haftbar für den Schlüsselverlust gemacht wirst muss dir grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden. Das ist gar nicht so einfach.

  • Ist wohl eine der überflüssigsten Versicherungen die es gibt. Damit du haftbar für den Schlüsselverlust gemacht wirst muss dir grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden. Das ist gar nicht so einfach.

    Na ja, eine ehemalige Kollegin hat mal beim Umzug ihren Schulschlüssel "verlegt" und nicht wiedergefunden. Da ist ihre Versicherung "eingesprungen".

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Ich habe übrigens durch meine Mitgliedschaft im VLW (Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Wirtschaftsschulen) eine Diensthaftpflichtversicherung. Die Beiträge sind im Mitgliedsbeitrag enthalten.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Ich empfehle einen guten/unabhängigen Makler, nur dann kann man direkt die Versicherungen vergleichen und sich informieren.

    Volle Zustimmung, wenn man sich nicht selbst in die Materie einarbeiten will, z.B. durch Lektüre von der "Finanztest". Selbst dann ist es anspruchsvoll. Unabhängige Makler kosten aber Geld - sobald jemand umsonst für dich eine Versicherung raussuchen will, macht er das nicht (vollständig) uneigennützig.


    Dienstunfähigkeitsabsicherungen hat nie jemand von uns erwogen.

    Gibts dafür gute Gründe? Diese Absicherung ist aus meiner Sicht eine der wichtigsten. Wenn du nicht wegen einem Dienstunfall dienstunfähig geschrieben wirst, bekommst du zwar immer eine Mindestpension, die um Welten höher liegt als das, was du in der Rentenversicherung erhalten würdest. Die ist aber in NRW z.B. bei A5 Stufe 4 (oder so ähnlich) festgelegt. Das sind irgendwas um die 1500€ netto. Höher wirds eine ganz lange Zeit nicht, bis du selbst einen höheren Anspruch aus deinen Pensionsansprüchen gesammelt hast. Ich sags mal so. Wenn ich von meinem aktuellen Gehalt auf 1500€ fallen würde, hätte ich ein Existenzproblem. Da sollte man sich auf jeden Fall mal informieren.


    Meine Absicherung kostet im Jahr knapp 700€ und zahlt etwas über 2000€ monatlich aus, wenn ich dienstunfähig sein sollte. Das passt dann ganz gut zusammen mit der Absicherung des Dienstherren. 700€ sind ne Menge Geld, neben der PKV die teuerste Versicherung. Das Risiko, dienstunfähig (oder berufsunfähig) zu werden, ist aber viel höher als man denkt.


    ich würde gern wissen wie ihr zum Start ins Ref vorgegangen seid, um eine geeignete private Krankenversicherung zu finden?

    Ich habe damals die entsprechenden Artikel der Finanztest gelesen, die drei am besten bewerteten Angebote angefragt, die Preise für mich verglichen und nach Anleitung der Finanztest die wichtigsten Punkte in den allgemeinen Versicherungsbedingungen gelesen (z.B. welche Hilfsmittel übernommen werden oder wie lange die Finanzierung von Psychotherapien ist). Die PKVs haben im Vergleich zu GKV nämlich große Unterschiede in den Leistungen. Mir war es die Zeit wert, sich intensiv damit zu befassen. Hoffe natürlich, dass ich nie was von diesen Spezialfällen benötige - aber meine Motivation, sich mit der PKV um ein "neuartiges Hilfsmittel" zu streiten, dass nicht im Vertrag berücksichtigt wurde, geht hart gegen 0.


    Auch hier: der unabhängige Makler hilft dir auf jeden Fall weiter. Besser kannst du dein Geld nicht investieren.


    Der Beihilfeergänzungstarif ist meistens auch sein Geld wert, bei mir allein schon wegen der Zahnversicherung, die als extra Vertrag fast die gleichen Kosten hat wie der gesamte Beihilfeergänzungstarif. Das Einbettzimmer hab ich auch (leider) schon in Anspruch nehmen müssen, das war durchaus angenehm. Bei mir kostet er glaube ich knapp 16€ im Monat.

  • Gibts dafür gute Gründe?


    Das sind Erfahrungsgründe: Wir sind ne fast schon unüberschaubare LuL-Familie, aber auch F- und R-BuB, und niemand von uns kam je in die Nähe einer Dienstunfähigkeit.


    Zudem zeigt Rechnung (die wir nie angestellt haben), dass sich so ne Versicherung doch auch im Bedarfsfall gar nicht lohnt. Unsre Meinung halt.

    #Zesame:!:


    Konzentrieren Sie sich ganz auf den Text, wenden Sie das Ganze auf sich selbst an. (J.A. Bengel)

  • Unabhängige Makler kosten aber Geld - sobald jemand umsonst für dich eine Versicherung raussuchen will, macht er das nicht (vollständig) uneigennützig.

    Also ich bezahle meinen Makler nicht, er bekommt aber natürlich eine Provision von den Versicherungen.
    Da besteht natürlich die Gefahr, dass er das empfiehlt, wo er am Meisten bekommt.
    Da muss man persönlich Vertrauen rein haben und sich eben wohl fühlen.


    Vorteil:
    ändert sich meine Adresse oder Bankverbindung - erledigt er das bei allen Versicherungen für mich.
    Suche ich eine neue Versicherung bekomme ich direkt die Gegenüberstellung ohne Zeit zu investieren. (Abgesehen von der fehlenden Lust, die ich für so etwas habe.)


    Meiner hat mir auch schon von selbst Hinweise auf Wechsel gegeben, die günstiger/sinnvoll für mich waren (Haftpflicht und Hausrat).


    Ich habe aber auch das Glück einen wirklich guten Makler zu haben. Wenn jemand in NRW Interesse hat, gerne per PN ;)



    Das sind irgendwas um die 1500€ netto.

    Genau das war auch mein Grund für die DU. Eigenheim, Familie etc. Da wäre so ein Gehalt fatal, wenn man vorher anders plant.

  • Das sind Erfahrungsgründe: Wir sind ne fast schon unüberschaubare LuL-Familie, aber auch F- und R-BuB, und niemand von uns kam je in die Nähe einer Dienstunfähigkeit.

    Keiner aus meiner Familie oder meinem Freundeskreis hatte je einen Autounfall. Trotzdem lege ich immer den Sicherheitsgurt an.

  • Sicherheitsgurt kostet nix extra, ist bereits vor Dienstantritt eingebaut.

    Und das zweite Argument wurde ausgelassen. So solltest du nicht diskutieren.

    #Zesame:!:


    Konzentrieren Sie sich ganz auf den Text, wenden Sie das Ganze auf sich selbst an. (J.A. Bengel)

  • Zudem zeigt Rechnung (die wir nie angestellt haben), dass sich so ne Versicherung doch auch im Bedarfsfall gar nicht lohnt. Unsre Meinung halt.

    Also mir hat die Rechnung gezeigt, dass es eher sinnvoll ist, siehe Beitrag von @Kalle29 
    Aber ja, muss jeder für sich wissen.

  • Ich würde jedes Risiko absichern, dass dich in den finanziellen Ruin treiben kann.


    Also an erster Stelle Privathaftpflicht und Krankenversicherung. BU würde ich auch abschließen.

    Da bin ich vollkommen bei dir und möchte nur noch betonen, dass man auch nur diese Risiken absichern sollte, die einen finanziell in den Ruin treiben.

  • Dito. Ich hab es letztens ausgerechnet: wenn ich (seit 11 Jahren im Schuldienst) jetzt Dienstunfähig werden würde, hätten wir noch rund 1200€ weniger auf dem Konto (arbeite aktuell nur 19/25,5). Mein Mann könnte je nachdem aber auf VZ aufstocken. Wenn ich noch aus der Kirche austreten würde, wäre das zum Glück kein finanzieller Ruin. Zumal in 18 Monaten die Kosten für die Kita von fast 700€ wegfallen.


    Wir haben keine DU.

    Und das Risiko fanden wir überschaubar. Den Hauskredit hätten wir bezahlen können (ging ja auch mit Elterngeld). Das 1. Haus war fast abbezahlt beim 2 Kind.


    Als wir dann umzogen in ein anderes hab ich extra gerechnet ob das auch klappen würde, wenn einer DU werden würde.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Zumal in 18 Monaten die Kosten für die Kita von fast 700€ wegfallen.

    Joa, und irgendwann werden die Kinder dann groß, möchten teurere Dinge haben, vielleicht irgendwo in einer anderen Stadt studieren. Das Kinder günstiger werden, wenn sie älter werden, bezweifle ich irgendwie doch. Man kann das natürlich alles zusammenstreichen und weniger bieten. Manche Familien kommen auch mit 1200€ netto aus. Aber bei dem im Verhältnis doch geringen Kostenanteil eines dreistelligen Betrags pro Jahr möchte ich das nicht riskieren. Wenn man nicht jeden Monat 1200€ auf die Seite legt, muss man sich dann doch halt finanziell einschränken, wenn eine DU eintritt. Wenn man jeden Monat 1200€ über hat, tun einem die 700€ jährlich nicht weh.


    Wenn ich noch aus der Kirche austreten würde, wäre das zum Glück kein finanzieller Ruin.

    Das hat ja überhaupt nichts mit ner DU zu tun. Das geht ja immer und bringt immer mehr.


    Zudem zeigt Rechnung (die wir nie angestellt haben), dass sich so ne Versicherung doch auch im Bedarfsfall gar nicht lohnt.

    Ist das so? Wenn ich jetzt DU fähig werden würde, z.B. weil ich Krebs bekomme oder nen Burnout, dann würden mir jeden Monat 2000€ ausgezahlt werden. Selbst wenn ich den Krebs dann überlebe, hat sich die DU innnerhalb von wenigen Monaten gerechnet. Der Kern einer Versicherung ist ja, dass sie sich für die meisten nicht lohnen wird, da sie ja nur ein Risiko absichert. Weiß auch nicht, welche Rechnung im Bedarfsfall man da anrechnen kann. Man rechnet monatliche Auszahlung * Jahre, die man das bezieht - Kosten bis dahin.


    Die Tatsache, dass man im Umfeld niemanden kennt, ist nie ein Argument, wenn es verfügbare Zahlen über die Anzahl der DUs/BUs im gesamten Bundesgebiet gibt. Ich hatte auch noch nie einen Schaden in der Haftpflicht oder in der Hausrat.


    Langer Rede kurzer Sinn: Sowohl Stiftung Warentest als auch die Verbraucherzentralen empfehlen eine BU/DU in der Rangfolge direkt nach der (verpflichtenden) Krankenversicherung und einer Haftpflicht. Im Zweifel verlasse ich mich lieber auf Experten :)


    Ich besitze übrigens auch eine Risikolebensversicherung für den Hauskredit. Auch wenn ich in meinem Umfeld niemanden kenne, der ein Haus hatte und gestorben ist.


    Sicherheitsgurt kostet nix extra, ist bereits vor Dienstantritt eingebaut.

    Falsch, der ist eingepreist, weil er gesetzlich vorgeschrieben ist. Umsonst ist der sicherlich nicht. Aber das nur am Rande.

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