Sek I: unpassender Lehrplan Informatik (Niveau viel zu hoch)

  • Hallo,


    wir sind eines der wenigen (oder das einzige?) Bundesland, in dem Informatik-Unterricht verpflichtend ist, und zwar schon ab Klasse 5, und das in allen Schulformen.


    Der Lehrplan sieht - ebenfalls ab Klasse 5 - neben wirklich sehr sinnvollen praktischen Themen wie Benutzung von Word, Powerpoint, Excel auch solche Themen wie Algorithmen, Einstieg in Programmierung, Codierung, etc. etc. vor. Nun sind wir eine regionale Schule mit spätestens ab Klasse 7 (eher wenigen) Realschülern sowie (eher vielen) Hauptschülern, sowie regelmäßig in allen Klassen Fälle von Sonderschülern. Das Niveau des Lehrplans ist viel zu hoch. Nach Rücksprache mit Fachkollegen werden viele Themen wie z.B. Algorithmen gar nicht behandelt. Die Schüler haben allein mit Word und Powerpoint schon mehr als genug "zu tun".

    Das Leistungsniveau ist (spätestens) ab Klasse 7 generell sehr niedrig, die eigentlich meisten Inhalte im Lehrplan sind völlig überzogen und leider nicht einmal ansatzweise den SuS vermittelbar.


    Wie geht Ihr mit solchen Lehrplänen und der Nicht-Machbarkeit um?

  • Ich kenne bisher nur den Lehrplan aus Bayern, der zumindest für 6 und 7 verpflichtend Informatikunterricht vorsieht. Wir verwenden keine speziellen Microsoftprodukte, sondern unterrichten Textprogramme (am Beispiel Libreoffice, Grafikprogramme Libre Draw - dort schon mit Begriffen wie Klassen- und Objektdiagramme). Algorithmen kommen dann in der 7 vor - das geht aber doch an Beispielen wie Pizzabacken ganz gut zu erklären. Andererseits stellen gerade auch jüngere Grundschüler mit geeigneten Plattformen wie Calliope, Scratch, Lego usw. sehr schnell kleine Programme zusammen.

    Daher finde ich die Themen an sich gar nicht so schwer, es kommt ja immer darauf an, was man dann erwartet.

  • Ich kenne Scratch, finde allerdings die Programmierung von Code.org mit der "Eiskönigin" sehr viel besser vermittelbar, da anschaulicher. Allerdings klicken in beiden Fällen die SuS fertige Blöcke zusammen - was ja erst einmal "einfach" aussieht und auch sein mag - die SuS allerdings gar nicht richtig LESEN, was in den Blöcken drin steht und damit auch nicht wirklich WISSEN, was sie da tun. Man nimmt halt einen Block, mit dem XY funktioniert, und den nimmt man dann immer, um ein ähnliches Ergebnis zu erreichen. Man muss nicht zwangsläufig alles durchDENKEN, um zur richtigen Lösung zu kommen, und das sehe ich durchaus als didaktische Schwäche.


    Mein eigentliches Problem ist aber, dass das für unsere SuS schon oft zu hoch ist. Ein aktuelles (mathematisches) Beispiel aus einem anderen Fach: Zeichnen von Schrägbilder (Klasse 7). Die SuS tun sich damit unheimlich schwer, obwohl dieses Thema teils bereits im Ma-Unterricht der 4. Klasse Grundschule behandelt wird. Selbst das Zeichnen von einem Würfel wirft große Probleme auf. Trotzdem zuerst einmal auf Kästchenpapier gezeichnet wird, klappen z.B. die 45-Grad-Linien nicht. Man kann Ihnen zeigen und auch sagen, was man will: "45 Grad", "Diagonale", "von einer Kästchenecke in die gegenüber liegende" - die Linien werden schief. Und zwar jede Linie anders schief. Damit wird dann natürlich die ganze Form nix mehr... Die SuS kommen mit den Begrifflichkeiten nicht klar, weil sie gedanklich das mathematische "45 Grad" nicht umsetzen können. Leider auch nicht die alltagssprachliche "Diagonale" oder das mit den Ecken :grimmig:

    Das nur mal als Beispiel.


    Begriffe wie Klassen oder Objekte? :autsch: Keine Chance.

  • Ergänzung:

    Ich weiß, im Lehrplan steht "programmunabhängig". Wir verwenden aber durchgängig MS-Produkte. Ich finde das auch durchaus sinnvoll, da das nun einmal die gängigen Programme sind, die im Alltag und im Berufsleben genutzt werden. Und zwar weitgehend. Daher sinnvoll. Insbesondere hier nun noch andere Programme zu verwenden, fänd ich für die SuS eher verwirrend.

  • Ergänzung:

    Ich weiß, im Lehrplan steht "programmunabhängig". Wir verwenden aber durchgängig MS-Produkte. Ich finde das auch durchaus sinnvoll, da das nun einmal die gängigen Programme sind, die im Alltag und im Berufsleben genutzt werden. Und zwar weitgehend. Daher sinnvoll. Insbesondere hier nun noch andere Programme zu verwenden, fänd ich für die SuS eher verwirrend.

    Bei uns haben halt nicht alle Schüler MS Produkte daheim zur Verfügung, daher bleiben wir bei Libre Office, auch wenn ich persönlich für mich lieber Word verwende. Die Schüler kommen damit aber nach einer Eingewöhnung ganz gut zurecht. Wobei ich halt nur von meinen sprechen kann.

  • Hallo,


    ist dieser Rahmenplan für die Sekundarstufe I, Regionale Schule, Gesamtschule, Informatik und Medienbildung, 2019 gemeint?


    Wenn ja: Seit wann gilt der denn? Bedeutet "2019", seit SJ 2019/2020? Oder ist er Ende 2019 erschienen, und erst SJ 2020/2021 "wirksam" geworden?

    Wird er "aufwachsend" eingeführt?



    Wenn ich "sinnvollen praktischen Themen wie Benutzung von Word, Powerpoint, Excel" lese, dann habe ich den Eindruck ihr wollt (zumindest in 5 und 6) viel mehr, als der Lehrplan fordert. Tabellenkalkulation sehe ich erst in Klasse 8. In 6 steht "Texte strukturieren" und "Das schreiben eigener Texte steht nicht im Vordergrund".


    Kann es sein, dass nicht (nur) das Lehrplan-Niveau zu hoch ist, sonderen auch eure Interpretation des Lehrplans?

  • Ja, der genannte Rahmenplan ist gemeint.


    Zitat

    Wenn ja: Seit wann gilt der denn? Bedeutet "2019", seit SJ 2019/2020? Oder ist er Ende 2019 erschienen, und erst SJ 2020/2021 "wirksam" geworden?

    Wird er "aufwachsend" eingeführt?


    Keine Ahnung. Jegliche Fragen dazu konnte mir bis jetzt niemand beantworten.


    Zitat


    Wenn ich "sinnvollen praktischen Themen wie Benutzung von Word, Powerpoint, Excel" lese, dann habe ich den Eindruck ihr wollt (zumindest in 5 und 6) viel mehr, als der Lehrplan fordert. Tabellenkalkulation sehe ich erst in Klasse 8. In 6 steht "Texte strukturieren" und "Das schreiben eigener Texte steht nicht im Vordergrund".


    ????

    Ich habe doch nirgends geschrieben, dass das alles in Klasse 5 und 6 dran kommt. Natürlich nicht.

    Es ist aber z.B. der Einstieg in Algorithmen/Programmierung ab Klasse 5 vorgesehen.


    Die Realität hier sieht so aus, dass Informatik bislang mit dem Fach AWT vermischt/verwurschtelt wird (inhaltlich wie auch zeitlich), und das auch weiterhin so gehandhabt wird. Manchmal habe ich das Gefühl, der neue Rahmenplan Informatik ist bei etlichen Informatiklehrern kaum bekannt oder wird zumindest verdrängt :-/

    Ich muss den Kollegen allerdings auch zugestehen, dass sie aufgrund ihrer Erfahrung meinen/wissen, dass die Inhalte des Lehrplans eben viel zu hoch gegriffen sind - und dementsprechend dann agieren und vieles schlicht gar nicht erst im Unterricht ansprechen.


    Aber das ist ja eigentlich auch meine Ausgangsfrage.


    (Für gymnasiale SuS mag das vermittelbar sein, für die Regionalschüler eher so gar nicht.)

  • Steht denn in allen Klassen Informatik auf dem Stundenplan, oder nur in 5, oder nur in 5 und 6? Was sagt die Stundentafel dazu?


    Wenn du schreibst

    "Das Niveau des Lehrplans ist viel zu hoch. Nach Rücksprache mit Fachkollegen werden viele Themen wie z.B. Algorithmen gar nicht behandelt. Die Schüler haben allein mit Word und Powerpoint schon mehr als genug "zu tun"."

    dann folgere ich daraus: Es gibt Erfahrungen mit der Unterrichtung von Word und Powerpoint im Rahmen des neuen Lehrplans.


    Wenn jetzt in Klasse 9 "Präsentationen und Publikationen gestalten" für Kinder unterrichtet wird, die den Lehrplan der Klassen 5 bis 8 gar nicht durchlaufen haben (weil es für sie in Klasse 6 noch kein "Texte strukturieren" gab), dann ist "natürlich" zu erwarten, dass dies schief geht. Dann kann daraus aber noch nicht allgemein auf "Der Lehrplan ist nicht machbar" geschlossen werden, weil in folgenden Jahrgängen das Vorwissen ein anderes ist.

  • Nun ich kenne deine Schule nicht, und arbeite ja selbst inzwischen an einer ganz anderen Schulform. Allerdings habe ich einige Jahre in vielen Projekten rund um Informatische Bildung in Grundschule und Sek1 gearbeitet und kann dir daher aus Erfahrung sagen, dass da verdammt viel möglich ist, wenn man es entsprechend aufzieht. Scratch ist da sicherlich ein Beispiel von vielen, aber auch unplugged also ohne Informatiksystem ist viel möglich. Gerade für jüngere Kinder ist hier in den letzten Jahren an vielen Stellen tolles Material entstanden um den Kindern einen Einblick in diese Themen zu geben und ein erstes Verständnis entwickeln zu können.

    Ich könnte dazu jetzt noch Seitenweise schreiben, habe aber gerade nicht so die Energie dazu. Bin aber gerne für spezielle Fragen offen.

  • Ich sehe da zwei Seiten des Problems.


    Die eine (das klang in den anderen Antworten ja auch an): In 5 Jahren Informatikunterricht das Thema Algorithmen dann ganz wegzulassen finde ich unangemessen. Algorithmen können völlig unabhängig von Technik betrachtet, erklärt und getestet werden (Handlungsanweisung). Wir machen das z.B. beim Einstieg in Robotik so, dass einer den Roboter spielt, die anderen ihn "programmieren", um nur ein Beispiel zu nennen. Bis hin im Leistungskurs spiele ich Algorithmen mit den Kursteilnehmern durch. Aber auch ein Vorgang wie "Tee kochen" ist ein Algorithmus. Wenn man jetzt aufschreiben soll, wie man 5 Tassen Tee kocht, werden wenige Kinder die Anweisungen einfach 5 mal hinschreiben - schon hat man eine Schleife ("mach das bei den anderen 4 Tassen genauso", wenn man jetzt keine Teekanne nimmt).


    Die andere Seite ist: Tatsächlich ist Informatik ein sehr anspruchsvolles Fach, und ich habe in den Lehrplan reingeschaut und finde das insgesamt nicht einfach. Ich vermute, dass hier ein Gymnasialplan unzureichend "heruntergebrochen" wurde. Ferner lebt Informatik auch von Projektartigem Arbeiten, und der Plan ist so voll, dass ich mich frage, wo das noch Platz finden soll.


    Ihr müsstet Euch also als Fachgruppe hinsetzen und das sinnvoll ausgestalten. 5 Jahre Word fände ich aber sehr traurig!

  • Um hier für BaWü zu sprechen:

    Zu viel. zu kompliziert, einfach unangemessen.

    Ich bin absolut dabei, wenn SuS Algorithmen verstehen sollen und diese auch anwenden.

    Und einfache Programme/Apps/Websites zu programmieren ist auch ok, zielführend, mit Drag&Drop, evtl. Source-Bearbeitung (Code.org)

    Aber warum können wir nicht einfach mal sicherstellen dass ALLE SuS Dateien öffnen, speichern, kopieren und umbenennen können?

    Netzwerkstrukturen begreifen?

    Wie funktioniert WhatsApp und wer sieht und speichert meine Daten?

    Was speichert das "Netz"?

    Was ist Datenschutz im Zusammenhang mit Siri, Alexa, Google, wtf?

    Womit verdient Google Geld und wie suche ich richtig?

    Warum macht Youtube und Instagramm auf Dauer dumm und abhängig? Und zerstört noch in manchen "Filterblasen" demokratische Grundsysteme?

    Abgesehen von lästigen 10-Finger-Schreiben statt "Ich-treff-die-Taste-heut-noch"?

    Herr Frodo, wo ist die StrgAltEntf-Taste?


    Die Bildungsplan-Macher hatten sicher gut bezahlte Berater in Ihrem engeren Kreis. Aber mit der Realität einer Realschule, auf dem behüteten weitgehend corona-freien Land in BaWü, haben keinerlei Bezug zur Realität.


    Ich kann 9-Klässlern nicht Graphen, Bäume und Dijkstra-Algorithmus und real-time-logging von Source beibringen die mit dem Geodreieck noch nichtmal eine Orthogonale zeichnen können.


    Zum Glück wird am Ende des Schuljahres wieder jeder versetzt. Auf Begründungen warten wir bis voraussichtlich 07/21.


    PS: Siebtklässler: Herr Frodo, Ich weiß mein Passwort nichtmehr.

    Herr Frodo: Dann wähle jetzt ein neues dass Du Dir auch wirklich merken kannst.

    Siebtklässler: Cool, dann nehme ich jetzt "penis".

    .

    .

    Siebtklässler: Herr Frodo, der Computer sagt mein Passwort ist zu kurz

    :-)

  • Herr Frodo,


    danke! Du sprichst mir aus dem Herzen.


    Ja, Informatik ist von Klasse 5 bis 10 vorgesehen, in JEDER Schulform (bzw. länger in der gymnasialen Oberstufe, vielleicht kann es da dann aber auch abgewählt werden, weiß ich jetzt nicht). Dabei ist das Fach aber nur 1-stündig.


    Zitat


    Ich kann 9-Klässlern nicht Graphen, Bäume und Dijkstra-Algorithmus und real-time-logging von Source beibringen die mit dem Geodreieck noch nichtmal eine Orthogonale zeichnen können.


    Ja. Das ist die reale Situation. Und meine 7-Klässler können keine Diagonale mit dem Lineal auf Kästchenpapier zeichnen...


    6 Jahre Word sehe ich auch nicht als Ziel, das kann es wirklich nicht sein. Mir ist auch klar, dass man Algorithmen mittels Handlungsanweisungen einführen kann. Aber irgendwann in Stunde X muss man über das "Welche Schritte führe ich durch, wenn ich eine Whats-app-Nachricht versenden will" hinaus kommen. Und dann wird es eng. Sehr eng. Im wahrsten Sinne des Wortes.


    Ich habe jetzt mit Informatik-Lehrern von zwei verschiedenen Regionalen Schulen gesprochen, und der Tenor ist einhellig: Zu viel, zu schwer, können wir mit unseren SuS nicht machen.


    Konkret: Das Schreiben und Versenden einer E-Mail (und ich rede hier nicht vom sprachlichen Aspekt (Deutschlehrer) ) ist für die SuS in Klasse 7 eine große Herausforderung, die leider und tatsächlich viele NICHT hinbekommen :-(


    Aber ich habe mich jetzt gerade für eine Weiterbildung "Programmieren kinderleicht" angemeldet. Mal sehen, was die dazu sagen. Ich hoffe, es wird nicht zu abgehoben und zu gymnasiallastig.

  • Ich habe mir mal den Lehrplan aus MV angesehen, der oben verlinkt ist. Da sind viele von Herrn Frodos genannten Aspekten genannt. Und ehrlich gesagt finde ich den Lehrplan gut.

    Nein, mann muss keine Bäume und Co in der Sek 1 machen, steht zumindest in dem Lehrplan oben auch nicht drin, weiß nicht wie das in BaWü aussieht.


    Die Dinge die in MV drin stehen. Lassen sich gut runterbrechen auf sehr unterschiedliche Niveaus und sind sehr Lebenswelt bezogen. Es gibt in dem Bereich inzwischen echt tolle Materialien und Hardware. Alles was dort steht lässt sich mit einer Blocksprache realisieren. Und für viele der Themen gibt es schon tolles Material.

    Die Frage ist überall wie weit geht man in die Tiefe. Codierungen z.B. vielleicht reicht es ja mal zu schauen, dass im Rechner alles als 0 und 1 gespeichert wird und der ja wissen muss, wie er das nachher interpretieren muss, also ob die Kombination nun eine Zahl, ein Buchstabe, was auch immer ist. Kinder kennen das vielleicht schon vom Morsecode oder der Blindenschrift wo man auch Zuordnungen kennen muss. Man muss ja nicht in die Details von Unicode und ASCI Code gehen, ich denke es geht da eher um ein Bewusstsein und Effekte verstehen können.


    Es ist viel Kreativität gefragt und ein anderer Informatikunterricht als wir ihn vielleicht sogar selbst erlebt haben.

  • Naja ein Problem ist doch auch, dass dieses Fach als Sammelbecken genutzt wird:

    Algorithmen, Datenstrukturen, Codierung und als Anwendung Programmieren ist die echte Informatik.

    Officeproduktschulung hat damit eigentlich gar nichts zu tun. Das gehört in Deutsch (Textverarbeitung) bzw. Mathe (Tabellenkalkulation).

    Datenschutz, WhatsApp, Youtube und Co. gehört eigentlich eher zu Sowi, Politik.

    Der ganze Hardwarekram gehört eigentlich in Technik.


    Leider wird halt alles, was mit Computern zu tun hat, pauschal in das Fach Informatik geschoben.

    Diese Erwartung besteht dann auch seitens der Schüler und da eine Officeproduktschulung einfacher ist als Algorithmen zu unterrichten, liegt der Schwerpunkt in der Praxis seit Jahren an vielen Schulen auch genau im Officetraining. Das wiederum verstärkt die Fehlwahrnehmung, was Informatik ist.


    Das ist ein bischen so wie mit Mathe, was im Schulkontext treffender "Rechnen" genannt werden sollte.

  • Bis zu einem gewissen Level gehört die Hardware auch dazu. Es geht um das Verständnis der digitalen Welt das geht nicht ohne diese Systeme und auch nicht nur allein mit einem Fach Informatik.

    Technik gibt es auch gar nicht überall als Fach.

  • Danke für den passenden Beitrag! Und...

    Herr Frodo: Dann wähle jetzt ein neues dass Du Dir auch wirklich merken kannst.

    Siebtklässler: Cool, dann nehme ich jetzt "penis".

    .

    .

    Siebtklässler: Herr Frodo, der Computer sagt mein Passwort ist zu kurz

    ...dafür :rofl:

  • ... Die SuS tun sich damit unheimlich schwer,...

    Mach's an der Tafel vor. Sprich dazu. Erstelle eine bebilderte, nummerierte Anleitung, die als Lernplakat in die Klasse kommt. Lass sie es 10 x auf die gleiche Weise mit Karopapier lösen. Thematisiert Winkel. Übt 45-Gradwinkel auf weißem Papier, übt Schrägbilder auf weißem Papier, sprich dazu an der Tafel handlungsbegleitend, lass es sie 10x auf dieselbe Weise mit weißem Papier lösen...


    Suche auf pinterest und lehrermarktplatz.de zum Thema, irgendwer hat es bereits unterrichtet und eine Idee dazu.


    Es hat wirklich weder Sinn, am Lehrplan zu zweifeln, noch an dem, was die S. können müssten. Nimm, was da ist und mach', was nötig ist.


    Unterrichtest du eigentlich inzwischen alles fachfremd?

  • Ich habe keine Ahnung von Informatikdidaktik, vlt. kann Herr Rau ein bisschen was Fundiertes dazu beitragen, aber Informatik an Haupt- und Realschulen (und diese auf dem Papier als "Regionalschule" bezeichnete Schulform scheint effektiv eine Hauptschule zu sein) ist noch ein relativ neues Fach, dessen Lehramt bislang an wenigen Hochschulen angeboten wird (im Vergleich zu Informatik/Gymnasiallehramt), und anscheinend ist das Curriculum auch noch Recht neu. Das muss sich mit der Zeit erst noch einpendeln.

    Meines Wissens gibt es außerhalb Bayerns und Sachsens keine detaillierten Lehrpläne, was konkret in welchem Umfang zu machen ist, weswegen ich einfach mal pauschal dazu raten würde, die vorgegebene Theorie auf ein Minimum herunterzubrechen und sie mit möglichst viel direktem Praxisbezug zu ergänzen. Viele der Kids werden in der Ausbildung auch noch einmal Informatikunterricht haben. Also ja: Du musst die Inhalte aus dem Curriculum unterrichten, da die Schüler die Kenntnisse am Ende formal nachweisen müssen, aber man muss, um mal ein Mathebeispiel zu bringen, nicht das römische Zahl- und das Hexadezimalsystem durchnehmen, wenn das Dezimalsystem reicht ;) .


    Mit freundlichen Grüßen

  • Zitat

    Meines Wissens gibt es außerhalb Bayerns und Sachsens keine detaillierten Lehrpläne


    Kuckst Du in mein Profil --> MeckPomm hat eben auch solch einen detaillierten Lehrplan


    Zitat


    Mach's an der Tafel vor. Sprich dazu. Erstelle eine bebilderte, nummerierte Anleitung,


    Natürlich. Wurde alles gemacht. Es gab auch bereits mehrere Übungen. In Doppelstunden. Trotzdem...


    Ja, ich unterrichte im Prinzip alles fachfremd. Das ist mein Hauptjob :zahnluecke:

  • Ja, ich unterrichte im Prinzip alles fachfremd. Das ist mein Hauptjob :zahnluecke:

    Naja, dann ist Informatik vielleicht auch besser weniger Programmieren als Worddateien erstellen.

    (Ich wäre übrigens froh, wenn irgendwer meinen Kindern mal zeigen würde, wie man vernünftig mit den gängigen Programmen umgeht. Da Computerräume nur begrenzte Kapazitäten haben, wird das in Deutsch ja sowieso nichts, stattdessen müssen dann Eltern zu Hause den ganzen Kram verklickern, ob sie das können und Computer samt PowerPoint und Internet haben oder nicht ist unseren Lehrern zumindest reichlich egal.)

Werbung