Impfpflicht für Lehrkräfte

  • Der Zweck des Gesundheitsschutzes der allgemeinen Bevölkerung lässt sich auch durch mildere Mittel erreichen.

    Das ist aber ja gerade der Punkt über den man diskutieren müsste. Momentan haben wir ja auch keine Impfpflicht. Wenn wir jetzt eine Impfpflicht hätten und wir trotz milderer Mittel unser Ziel nicht erreichen, ist die Frage ob auch jemand unter Zwang gegen seinen Willen geimpft werden darf. Das wird man dann diskutieren müssen. Das wird auch sicherlich damit zusammenhängen, ob mildere Mittel wirken.

  • Der eine oder andere Arm in ungünstiger Position ist das geringere Übel gegenüber der dauerhaften Geiselnahme durch die Ungeimpften.

    Das gibt die Situation unzutreffend wieder. Zum Einen geht es nicht um einen kurz mal festgehaltenen Arm, sondern um die damit bezweckte Zwangsimpfung als relativ harten Eingriff in das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Zum Anderen befinden sich die Geimpften gar nicht in Geiselnahme der Ungeimpften. Wie ich bereits dargestellt habe, gibt es mildere Mittel zum Schutz der allgemeinen Bevölkerung.


    Bitte nicht falsch verstehen: Ich würde eine Impfpflicht analog zum Masernschutz sehr befürworten. Dafür sind die hier offenbar gutgeheißenen harten Zwangsmittel aber schlicht unnötig.

  • sondern um die damit bezweckte Zwangsimpfung als relativ harten Eingriff in das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

    Mit der Impfpflicht ist entschieden, dass die Einzelne hierbei nicht mehr nur für sich entscheiden kann. Die rechtliche Abwägung zwischen der angeblichen Unversehrtheit und der Gesundheit vieler ist bereits gemacht. Impfpflicht heißt, dass man sich impfen lassen muss. Das ist dann so. Als Zwangsmaßnahme käme dann ein Bußgeld, Erzwingungshaft oder die beschriebene Gymnastik hinzu. Due Frage ist, was davon angemessen ist.

    „Kinderlähmung ist grausam, Schluckimpfung ist süß.“

  • Eben doch.

    Dem kann ich nicht folgen. Ich fühle mich derzeit so gar nicht in Geiselnahme und Einschränkungen, die derzeit diskutiert werden wie 3G/2G oder 2G+ auf bestimmten Veranstaltungen betreffen Geimpfte gerade nicht. Für Ungeimpfte hingegen wird es - vollkommen folgerichtig - wohl in nächster Zeit diverse weitergehende Einschränkungen geben und geben müssen.


    Mit der Impfpflicht ist entschieden, dass die Einzelne hierbei nicht mehr nur für sich entscheiden kann. Die rechtliche Abwägung zwischen der angeblichen Unversehrtheit und der Gesundheit vieler ist bereits gemacht. Impfpflicht heißt, dass man sich impfen lassen muss. Das ist dann so. Als Zwangsmaßnahme käme dann ein Bußgeld, Erzwingungshaft oder die beschriebene Gymnastik hinzu. Due Frage ist, was davon angemessen ist.

    Bitte verwechsle nicht "Impfpflicht" mit "Zwangsimpfung". Das sind zwei sehr verschiedene Kategorien. Die Weigerung, einer Impfpflicht nachzukommen, wäre - wie ich bereits aufgezeigt habe - eine Ordnungswidrigkeit, die ein Bußgeld und ggf. Zwangsgeld nach sich ziehen kann. Die Ausübung unmittelbaren Zwangs hingegen ist an eine Verhältnismäßigkeitsprüfung gekoppelt, bei der abgewogen werden muss, ob der damit verfolgte Zweck nicht auch durch mildere Mittel erreicht werden kann. Und da fallen mir für den einzelnen Impfverweigerer doch einige ein. Das scheint die bisherige Rechtsprechung auch so zu sehen.

  • Und da ja das Beispiel der Blutentnahme hier bereits angeführt wurde, ist der Hinweis auf die dafür erforderliche richterliche Anordnung (Einzelfallentscheidung) wohl angebracht.


    Zunächst einmal wird bei diesem drastischen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte und die Unversehrtheit des Körpers auf die unmittelbare Gefahr im Verzug hingewiesen. Die Fremdgefährdung ist ebenso klar gegeben, wie auch die Gefahr, dass Beweismittel "verschwinden". Eine Übertragung dieses Prinzips der Gefahr im Verzug auf jemanden, der nicht zwingend infektiös, sondern nur ungeimpft ist, wird rechtlich nicht haltbar sein.


    Neben dieser grundsätzlichen Problematik, ergäben sich aus der Idee von Zwangsimpfungen durch Vollzugsbeamte weitere Schwierigkeiten.


    Die Kapazitäten unseres Justizsystems sind seit Jahren ausgereizt. Woher die zusätzlichen personellen, baulichen und organisatorischen Strukturen kommen sollen, die eine Zwangsimpfung bei Justiz, und der ebenso gebeutelten Polizei bedeuteten, ist unbeantwortet.


    Dann muss die Blutentnahme durch einen Polizei-Arzt erfolgen. Bereits heute haben die meisten Polizeidienststellen Probleme, diese Positionen zu besetzen (die Besoldung für Mediziner im Staatsdienst sind im Vergleich zur "freien" Wirtschaft schlicht indiskutabel). Man greift dann auf Honorarkräfte aus der umgebenden Hausärzteschaft zurück. Doch auch hier sind die Kapazitäten schwindend, insbesondere im ländlichen Raum. Das sind die selben Kräfte, die dann impfen müssten. Menschen, die sich dagegen wehren werden, wohlgemerkt.

    Von wegen Schuft, ein Zyniker ist ein enttäuschter Idealist!

    2 Mal editiert, zuletzt von elCaputo ()

  • Bitte verwechsle nicht "Impfpflicht" mit "Zwangsimpfung".

    Das ist klar, aber danke für den Hinweis. Das ist ein wichtiger Unterschied.


    Was die Rechtsprechung dazu anbetrifft, da bin ich tatsächlich nicht sonderlich umfassend informiert. Aber. Nach meinem Gefühl fände ich es komisch, wenn man sich mit einem Bußgeld 'rauskaufen könnte.


    Aber es ist ohnehin utopisch, dass wir in diesem Land eine Impfpflicht bekommen. Man gefällt sich zu sehr darin, den Ungeimpften ihre ansteckenden Ärsche hinterherzutragen.

    „Kinderlähmung ist grausam, Schluckimpfung ist süß.“

  • die derzeit diskutiert werden wie 3G/2G oder 2G+ auf bestimmten Veranstaltungen betreffen Geimpfte gerade nicht.

    Wenn dennn mal 2G käme. Und dann stellt sich auch die Frage, wie gut das klappt. Kontrolliert wird fast nichts. Impfpass fälschen ist straffrei. Ich gehöre zur Risikogruppe und lebe fast so wie im Lockdown. Mit dem Unterschied, dass mir meine Dienstherrin mit Verweis auf die Impfungen deinen Präsenzerlass mehr gewährt. Also halte ich meinen Unterricht mit Maske am offenen Fenster, während die Ungeimpften mich ohne Maske frech angrinsen. Und wenn sie die Maske aufsetzen müssen, um vorne ihr Selbsttestmaterial abzuholen, das ihnen das Land schenkt und das ich ihnen in den Klassenraum getragen habe, blöken sie 'rum.


    Ich gehe nicht in Restaurants, kaufe selten ein, nur wenn in den Läden wenig los ist, fahre weder Bahn noch Bus. Ich der vereinseigenen Sportstätte weiß man, wer dir wenigen Ungeimpften sind, und geht denen aus dem Weg. Viele der Ungeimpften im Verein haben keinen Bock sich testen zu lassen. Das ist wenigstens konsequent und sie bleiben weg. Aber auch da achte ich auf gute Durchlüftung. Dort machte 2G sicher Sinn, weil dort gründlich kontrolliert wird. Wir diskutieren noch. Ich bin bisher gut durchgekommen und werde auch weiterhin nichts riskieren. Aber mit Herdenimmunität wären wir einfach viel dichter am normalen Leben.


    Die Intensivstationen sind voll und es werden schon wierder geplante OPs abgesagt. Wenn die Ungeimpften zu Hause stürben, verbrauchten sie weniger medizinische Ressourcen.

    „Kinderlähmung ist grausam, Schluckimpfung ist süß.“

  • PS: Wir haben auch Schülerinnen aus der Risikogruppe. Denen geht trotz Impfung seit dem Fall der Maskenpflicht ganz schön der Stift. Irgendwie möchte man, wenn man vorimpflich überlebt hat, nicht als Impfdurchbruch sterben. Auch wenn ich die Risiken zahlenmäßig abschätzen kann, habe ich durchaus Verständnis für deren Sorgen, ich bin da selbst nicht ganz frei von.

    „Kinderlähmung ist grausam, Schluckimpfung ist süß.“

  • Die Intensivstationen sind voll und es werden schon wierder geplante OPs abgesagt.

    Ich glaube, dass dieser Punkt viel zu stark unterschätzt wird. Selbst wenn man nur ein kaputtes Knie hat, aber nicht operiert werden kann, ist das schon echt hart. Oder Kuren, die nicht richtig stattfinden können. Letztlich leiden nicht wenige Menschen darunter, dass sich viele nicht impfen lassen. Und wenn die Intensivstationen voll sind, macht es auch mal den Unterschied zwischen Leben und Tod aus.

  • Ich glaube, dass dieser Punkt viel zu stark unterschätzt wird. Selbst wenn man nur ein kaputtes Knie hat, aber nicht operiert werden kann, ist das schon echt hart. Oder Kuren, die nicht richtig stattfinden können. Letztlich leiden nicht wenige Menschen darunter, dass sich viele nicht impfen lassen. Und wenn die Intensivstationen voll sind, macht es auch mal den Unterschied zwischen Leben und Tod aus.

    Im Nachbarkreis wurde alles abgesagt (nur noch Notfälle) inkl. Lungenkrebs-OP. Er wurde bei uns operiert. Noch war es möglich.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Und dann haben wir noch nicht über die Alten, Immunsuppresierten und die anderen aus Gruppe 1 gesprochen. Hier spielt die verspätete Boosterung eine Rolle. Aber auch sonst, das sind Leute, die „aus eigener Kraft“ nie ’ne optimale Immunisierung erreichen werden.


    Und so lange wir keine ausreichende Quote haben, sind die erneut von Vereinsamung bedroht.


    Und von den Kindern, wenn wir doch wieder in Distanz müssen, haben wir auch noch nicht gesprochen.


    Schön für dich, Seph, wenn die Geiselhaft an dir vorbei geht. Andere spüren sie deutlich.


    Und deshalb ganz deutlich: Wenn es die Rechtslage hergäbe, meldete ich mich freiwillig als Impfhelferin bei Zwangsimpfungen. Irgendwer muss den Arm ja halten. Und selbst wenn mir die Idee der Gewaltanwendung nicht weniger zu wider ist als den meisten hier, wäre ich mittlerweile dazu bereit. So weit bin ich dann.


    Bei der übertriebenen Rücksichtnahme auf die Ungeimpften wird immer vor einer Spaltungen der Gesellschaft gewarnt. Als ob man die verhindern könnte, wenn man die Unsolidarischen bevorzugt.

    „Kinderlähmung ist grausam, Schluckimpfung ist süß.“

  • Ich wäre -wie die meisten hier- glücklich, wenn alle Menschen das Impfangebot annehmen würden. Bei einer Impfpflicht befürchte ich allerdings die Reaktionen der Impfgegner. Es werden viele unter ihnen sein, die sich aus Angst vor dem Impfstoff trotzdem nicht impfen lassen. Sie glauben teilweise tatsächlich, dass sie durch den Impfstoff früher oder später sterben werden. Wenn ich so darüber denken würde, würde ich auch alles tun, um die Impfung zu vermeiden. Eine Impfpflicht würde m.M.n. die Anzahl von gefälschten Zertifikaten noch mehr erhöhen, bei einem Impfzwang schließe ich Gewalt bis zu Revolution bei den Impfgegnern nicht aus.

  • Das ist leicht zu durchschauen: Du sprichst dich gegen eine Impfpflicht aus, was den Pokalgeber wahrscheinlich erleichtert, da er in dir eine Fürsprecherin sieht (bist du überhaupt weiblich? ;-) )

    Einmal editiert, zuletzt von Kathie () aus folgendem Grund: Tippfehler

  • Wenn dem so ist, hat der "Pokalgeber" mich falsch verstanden. Ich wäre absolut für eine Impfpflicht, wenn ich nicht die Gefahr fürchten würde, die von den Impfgegnern ausgeht. Denen traue ich teilweise zu, dass sie sich radikalisieren und kriminelle Energien freisetzen (siehe Idar-Oberstein).

  • Ich stelle mir gerade vor, die Geimpften würden sich radikalisieren :tanz:


    Ich will meine Freiheiten wieder! Ich habe keinen Bock auf einem weiteren Winter mit beschlagener Brille! Ich habe keinen Bock auf die blöde Testerei und Zettelausfüllerei! Warum tu ich mir das an? Ich trete in Streik und zwar sofort.


    Und das Selbstmitleid von Impfgegnern, wie arm und diskrimiert sie seien, kann ich nicht mehr hören!


    :pfui::pfui:So etwa :explodier::explodier::schimpf::schimpf:


    Was wäre dann wohl los?

  • Geile Idee eigentlich! Ich wollte zwar nicht dafür mit Maske durch die Kälte wandern, aber die Änderung des Blickwinkels finde ich gut.


    Edit: und dann würde man auch mal die Relationen sehen...

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