Kinderbetreuung und Hauspreise in Coronazeiten

  • Du hast natürlich recht und ich meine Ruhe 8).

    (Dass "Humblebee" nichts mit "humble" zu tun hat sondern vom Verb "hum" stammt, ist dir vermutlich auch nicht bewusst, oder?)


    EDIT: Kleiner Tipp für alle, die anscheinend meinen, dass ich hier Blödsinn erzähle: Schaut euch doch einfach mal Immobilienseiten in NDS an. (Ich sprach übrigens nur von einem Kaufpreis von 300.000 Euro, nicht von den noch folgenden Kosten wie Maklergebühren, Grunderwerbssteuer usw.)

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

    2 Mal editiert, zuletzt von Humblebee ()

  • Genauso ist es bei uns auch. Wer nicht geerbt hat oder herausragend gut doppelt verdient, kann gerade kein Haus kaufen. Das stelle ich zunehmend mit Bedauern fest. Und zwar nicht, weil ich einer Familie ihr Haus nicht gönne, sondern weil ich die wachsende Schieflage beobachte. Mit Grundstück hat man noch Platz fürs Carport mit Wohnmobil drunter. Und im nächsten Jahr könnte man einen Pool in den Garten bauen. Und dann vermieten oder verkaufen wird das andere geerbte Haus und fragen uns nicht etwa, was es tatsächlich wert ist, sondern verhökern es meistbietend.


    Wenn man in Meck-Pomm nach (Freizeit-) Grundstücken oder Häusern guckt: dort wird fast nur noch in komischen Bieterverfahren versteigert. Da kann also nur kaufen, wer aus der Portokasse hinblättern kann. Reiche werden auf Kosten anderer immer reicher und merken es nicht mal.

  • Was Tom123 meint (denke ich jedenfalls), dass man nicht so knapp auf Kante finanzieren sollte, dass dann direkt alles verloren ist, wenn ein solcher Notfall eintritt. Ja, da gebe ich Dir auch recht. Dass dann heutzutage in vielen Familien kein Eigenheim mehr finanzierbar ist: Ja, auch das stimmt. Und auch ein Notgroschen sollte immer da sein, der min. 3 Nettogehälter beträgt.

    Danke, du hast mich verstanden. Und sicherlich wird es trotzdem Familien geben, die das aus welchen Gründen auch immer nicht schaffen.

  • Ihr habt euch dafür entschieden, das Kind zu schicken, auch wenn es sich in der Schule anstecken kann. Und damit seid ihr in der Überzahl der Eltern, merkt man ja auch an dem empörten Aufschrei der anderen, die sich dafür entschieden haben. Und das bedeutet, dass ihr keine gesteigerten Sorgen habt, dass das Kind einen Folgeschaden davontragen kann, sonst würdet ihr einen Weg finden, es zu Hause zu lassen. Ich werte das gar nicht, es ist einfach Fakt.


    Edit: ich stimme in dem Punkt Nymphicus zu, dass die Eltern damit völlig alleine gelassen werden. Dadurch, dass die Regierung keine Entscheidungen trifft, fühlen sich weder Schulen noch Arbeitgeber für irgendwas verantwortlich.

    Diese Schlussfolgerungen finde ich, gelinde ausgedrückt, mutig... und das Übergehen sämtlicher Einwände entlarvend...

  • Habe ich nicht getan. Ich habe bereits gesagt, dass ich meine Kinder, wenn sie in Klasse 1 oder 2 wären, schicken würde, weil mir das gemeinsame Lernen wichtiger wäre. Habe ich letztes Jahr übrigens auch gemacht, als in Sachsen die Freiwilligkeit bestand, während in anderen Bundesländern die Schulen noch zu hatten. Das Grundschulkind war in der Schule, genauso wie die meisten anderen. Lediglich wenn Hochrisikoangehörige in Familien sind, wurde vom Homeschooling vereinzelt Gebrauch gemacht. Nicht jedoch, weil jemand Sorge um Longcovidfolgen für das unter 10-Jährige gehabt hätte.

    Unmöglich ist gar nichts, letztes Jahr ging auch einiges. Was nicht heißt, dass ich das irgendwem empfehle oder gar 'verlange', keine Ahnung, warum das alle Eltern gerade behaupten.

    Wieso fragst du mich das denn immer wieder, das habe ich nirgends geschrieben, dass sie das sollen. Ich habe geschrieben, dass die große Mehrzahl der sächsischen Eltern die Kinder in die Schule schicken, weil ihre Sorge vor Longcovid bei ihrem Kind nicht größer ist als die Betreuungsproblematik, die möglichen psychischen Langzeitfolgen oder was auch immer.


    Versucht doch wenigstens mal zu lesen, was da steht.

    Und das weißt du aus deiner selbsterhobenen Umfrage? Oder du unterstellst einfach mal eben?

  • Natürlich, du nicht? Ich könnte finanziell sicherlich auch ein Jahr nicht arbeiten gehen. Natürlich mit Einschränkungen. Aber 3 Monate? Als Lehrkraft brauche ich rund 3.000 € netto im Monat, um meinen normalen Lebensstil zu finanzieren. Wenn ich nun 3 Monate finanzieren müsste, wären das rund 9.000 €. Lass es 10.000 €. Aber das ist doch kein Geld? Ich bin sicher niemand, der viel spart. Eher im Gegenteil. Aber ich kenne persönlich keine Lehrkraft, die nicht 10.000 € als Notgroschen hätte. Was macht man, wenn das Auto plötzlich kaputt ist oder sonst was?

    Aber anscheinend gibt es auch Lehrkräfte, die ihr Geld komplett ausgeben.


    Zur Coronasituation:

    Ich habe nie behauptet, dass man das Kind momentan zu Hause lassen sollte. Ich habe gesagt, wenn man das wollte und es einem wichtig ist, sollte das nicht daran scheitern, dass man zwingend arbeiten gehen muss. Wenn ich ggf. ein Vorerkranktes Kind zu Hause habe und in Sachsen wohne, würde ich anders darüber denken als mit einem gesunden Kind in Ostfriesl

    Du hast keine Kinder????

  • a) Zum gefühlt 100. mal: Ich habe nicht gesagt, dass ich es sinnvoll finde, dass man nun wegen der Kinder zu Hause bleibt. Ich habe nur gesagt, dass ich es sinnvoll, wenn man die Option dazu hat und ggf. ein paar Monate auf ein Gehalt verzichten kann. Ob man das nun macht oder nicht, ist doch vollkommen egal. Ich finde es sinnvoll, dass man die Möglichkeit hat und nicht finanziell so eng angebunden ist, dass man gezwungen Vollzeit durchzuarbeiten, weil sonst die Finanzierung nicht klappt. Vielleicht möchte man einfach auch in ein paar Jahren mal reduzieren?

    b) Ich habe keine Rechnung gemacht. Ich habe lediglich behauptet, dass die meisten Lehrkraftehepaare genug Erspartes haben sollten um auch mal 3 Monate auf ein Gehalt zu verzichten ohne in Existenznot zu kommen. Wie willst du das denn sonst als mit Statistiken belegen? Wenn nicht Lehrkräfte stark unterdurchschnittlich sparen, ist meine Aussage gemäß den offiziellen Zahlen richtig. Das bedeutet nicht, dass Du es dir leisten kannst. Das interessiert mich auch gar nicht. Es gibt sicherlich Lehrkräfte, die das nicht können. Aber das wird nicht der Normalfall sein.

    Natürlich sind fast alle Lehrer auch mit Lehrern verheiratet....

  • In einer Hinsicht muss ich Tom123 ehrlich gesagt zustimmen: Wenn es nicht gravierende Ausgaben gibt, die nicht ins normale Budget des Durchschnittsmenschen fallen (Unterhalt an Expartner, gesundheitliche Kosten usw.), dann gibt es keinen Grund als Lehrer mit verdienendem Partner nicht sparen zu können. Bei solchen Behauptungen kann ich nur staunen. Wir haben vor 1,5 Jahren das Haus gekauft und die Konten waren bis auf das Notfallgroschenkonto von etwa 12000 Euro im wahrsten Sinne des Wortes komplett leergefegt und trotzdem haben wir jetzt wieder ein neues Polster angelegt. Bei uns bleiben immer mehr als 1000 Euro übrig, trotz vergleichsweise hoher Abzahlrate, ich arbeite derzeit Teilzeit (mal 75%, mal 50%), mein Mann Vollzeit. Und wir leben nicht besonders bewusst super sparsam. Was natürlich zum Teil wegfiel, waren die Urlaube, wir waren statt dreimal halt nur einmal weg.

    Es sei denn der Partner verdient deutlich weniger und man selber ist aufgrund der noch relativ kleinen Kinder in Teilzeit ;). Mönsch, ein bisschen Fantasie...

  • Und das weißt du aus deiner selbsterhobenen Umfrage? Oder du unterstellst einfach mal eben?

    Ich lebe hier und sehe als Lehrerin und als Mutter, dass fast alle Kinder zur Schule gehen. Wenn sie nicht gehen, liegt es daran (natürlich selbst erhobene Daten), dass Familienangehörige erkrankt sind. Selbst wenn jemand nicht die Wahrheit erzählt hätte und das Kind deswegen zu Hause bleibt, weil die Eltern Sorge hätten, das Kind könne Langzeitfolgen durch Covid erleiden, würde das nur 1 von 28 Kindern betreffen, da die anderen 27 ja zur Schule gehen. Und somit wären wir bei der überwältigenden Mehrheit, von der ich schrieb.


    Kennst du jemanden persönlich, der es anders handhabt?

  • Ja, mich zum Beispiel....denn ich nehme nichts billigend in Kauf, ich bin laut und aktiv und habe meinen beiden Kinder vergangenen Freitag impfen lassen...Aber das ist wie bei dir auch nur ein persönliches Beispiel und ich würde mir nie anmaßén, aus Beobachtungen und Vermutungen heraus, solche allumfassenden Aussagen zu tätigen. Das finde ich absolut vermessen, überheblich und völlig daneben!

  • Hä? Ich sehe doch, wie viele Kinder zu Hause bleiben. Als Elternsprecherin sehe ich sogar noch viel direkter, was Eltern und Schulleitungen so finden und meinen. Deine Einzelmeinung ändert nichts an der beschissenen Lage in Sachsen.

  • Du hast natürlich recht und ich meine Ruhe 8).

    (Dass "Humblebee" nichts mit "humble" zu tun hat sondern vom Verb "hum" stammt, ist dir vermutlich auch nicht bewusst, oder?)


    EDIT: Kleiner Tipp für alle, die anscheinend meinen, dass ich hier Blödsinn erzähle: Schaut euch doch einfach mal Immobilienseiten in NDS an. (Ich sprach übrigens nur von einem Kaufpreis von 300.000 Euro, nicht von den noch folgenden Kosten wie Maklergebühren, Grunderwerbssteuer usw.)

    Habe ich tatsächlich für Sulingen (irgendwo 50 km südlich von Bremen) mit einem Umkreis von 15 km gemacht. Für 300000 Euro findet man auch hier nur ziemlichen Mist. Entweder muss offensichtlich noch ziemlich viel Kohle investiert werden. Von 19 Treffern waren nur 8 freistehende Häuser in dem genannten Preisrahmen, alle anderen deutlich teurer. Zur Lage: 50 Minuten für einen netten Shoppingausflug und etwas Life nach Bremen, da freut man sich doch.


    Haus 1 : typisches altbackenes aber gepflegtes Haus: Innenleben müsste für meinen Geschmack deutlich umstrukturiert werden, hässliche Küche bezahle ich mit, muss ich gegen Kosten rausreißen lassen und neu aufbauen, Gasheizung scheinbar von ~ 1994 --> muss demnach innerhalb von vier Jahren erneuert werden, da diese dann älter als 30 Jahre ist (Sanierungspflicht), Pool ist Quatsch und zahle ich mit, Böden raus, geschlossene, enge Bauweise it kleinen Zimmern (siehe Grundriss) und kleinen Fenstern usw.). Und schon ist man insgesamt mit Nebenkosten usw. bei locker 430000 Euro für ein Haus in der Pampa mit nem vergleichsweise kleinen Grundstück.


    Haus 2: sehr stark renovierungsbedürftig, keine besonders ansprechende Lage irgendwo in der Pampa, sehr wenig Wohnfläche, insgesamt kommen da locker nochmal 150-200k (erst recht mit den derzeitigen Handwerker und Baustoffpreisen) zusammen. Wohl kaum ein annehmbares Schnäppchen.


    Haus 3: Quasi ein leerer Rohbau ohne alles mitten in der Pampa wo jedem Teenie das Dach auf den Kopf fällt. Kann man locker nochmal 150000 mit allen Gebühren und Kosten draufrechnen.


    Haus 4: Ach was knuffig, ein "Handwerkerhaus", aka eine renovierungsbedürftige KOstenfalle im Immomaklersprech, es sei denn, man hat vor alles selbst zu bauen/händeln.


    Haus 5: Wieder so ein schönes Beispiel: Baujahr 1994, von Sanierung/Renovierungen keine Rede. Also + Gebühren, + Heizung ab 2024, + geschmackliche Anpassungen Innenleben (Böden usw.), + eventuell Dach innerhalb von 10 Jahren. Da sind 300000 doch ein echtes Schnäppchen!


    Haus 6: Renovierungsbedürftiges, seitlich ziemlich zugebautes Haus auf verwahrlostem Grundstück. Neuere Gastherme, dafür müsste das Dach usw. scheinbar alles alsbald neu gemacht werden. Zudem überall kleine Fenster. Jippie.


    Haus 7: Na, wenigstens geben die zu, dass das Haus vielleicht mal schön war...vor vielen Jahren, bevor man es über Jahrzehnte hat verkommen lassen. Am Ende mit allen Kosten wahrscheinlich locker 500000 Euro, es sei denn, man kann alles selbst machen. Viel Glück! Wer hat dafür denn die Zeit nebst Job?


    Haus 8: Auf den ersten Blick ganz nice. Aber: 350000 Euro für ein mäßig hochwertig und z.T. fast geschmacklos (meiner Meinung nach!) eingerichtetes Haus mit ganz gutem Grundriss, aber mitten in der Pampe. + Gebühren sind wir locker schon bei 380000. Plus Umgestaltung bei 430000 oder so.


    Also, bisher bin ich von den "günstigen Preisen" in der Pampa von NDS nicht überzeugt.

  • Also, bisher bin ich von den "günstigen Preisen" in der Pampa von NDS nicht überzeugt.

    Vor allem: Gibts da oben eigentlich auch Häuser ohne die scheußlichen roten Klinker??


    edit: Haus Nr. 7 habe ich mir gerade erst angeschaut - da steckt ohne Zweifel Potential drin. Den Preis halte ich nicht für realistisch, da sollten durchaus noch 25-30% Luft nach unten sein. Bei so einem Objekt stehen die Interessenten auch nicht Schlange.


    Im Übrigen muss man sich einfach auch darüber im Klaren sein, dass die Niedrigzinsen ihren Tribut fordern - klar kosten Häuser, die früher für 200.000 weggegangen wären, heute das Doppelte. Aber das können sich dann eben heute auch Leute leisten, für die früher bei 200.000 Schluss gewesen wäre. Bei Bekannten von uns ist kürzlich das Nachbargrundstück verkauft worden - für 500.000 Euro. Nur das Grundstück, wohlgemerkt. Es ging an so ein typisches Yuppiepärchen: Sie Arzthelferin, er Steuerfachangestellter. Die werden schon wissen, wie sie es finanziert bekommen.

    Selbst ein Friseur schafft es nicht, montags vor 10 Uhr so viele Gerüchte in die Welt zu setzen, wie das Kollegium eines Lehrerzimmers. (c) calmac

    Einmal editiert, zuletzt von fossi74 ()

  • Die niedersächsische Pampa ist zum Teil wirtschaftlich auch überraschend stark mit entsprechenden Auswirkungen auf die allgemeine Kaufkraft und Hauspreise. Das Emsland hat seit Jahren eine Arbeitslosenquote von um die 2%.

  • Vor allem: Gibts da oben eigentlich auch Häuser ohne die scheußlichen roten Klinker??


    edit: Haus Nr. 7 habe ich mir gerade erst angeschaut - da steckt ohne Zweifel Potential drin. Den Preis halte ich nicht für realistisch, da sollten durchaus noch 25-30% Luft nach unten sein. Bei so einem Objekt stehen die Interessenten auch nicht Schlange.


    Im Übrigen muss man sich einfach auch darüber im Klaren sein, dass die Niedrigzinsen ihren Tribut fordern - klar kosten Häuser, die früher für 200.000 weggegangen wären, heute das Doppelte. Aber das können sich dann eben heute auch Leute leisten, für die früher bei 200.000 Schluss gewesen wäre. Bei Bekannten von uns ist kürzlich das Nachbargrundstück verkauft worden - für 500.000 Euro. Nur das Grundstück, wohlgemerkt. Es ging an so ein typisches Yuppiepärchen: Sie Arzthelferin, er Steuerfachangestellter. Die werden schon wissen, wie sie es finanziert bekommen.

    Haus Nr. 7 hat Potenzial, wenn man viiiiiiiel Zeit für Eigenleistungen hat oder viiiiiiiieeel Geld, um es komplett auf Vordermann zu bringen. Vielleicht kriegt man den Preis gedrückt, aber sowas ist nichts für junge Familien, die endlich aus der Wohnung wollen und nicht ewig Zeit haben, da rumzuwerkeln oder eben massiv geld reinbuttern wollen/können. Zumal bei solchen Bauten auch seeehr oft noch böse Überraschungen ("Ups, muss man doch abreißen" auftauchen.

  • Zumal bei solchen Bauten auch seeehr oft noch böse Überraschungen ("Ups, muss man doch abreißen" auftauchen.

    Unbestritten! Zumal es seinen Grund haben wird, warum der Makler lumpige 3 Fotos zur Verfügung stellt. Und alle von außen.

    Selbst ein Friseur schafft es nicht, montags vor 10 Uhr so viele Gerüchte in die Welt zu setzen, wie das Kollegium eines Lehrerzimmers. (c) calmac

  • Unbestritten! Zumal es seinen Grund haben wird, warum der Makler lumpige 3 Fotos zur Verfügung stellt. Und alle von außen.

    Ohja. Redflag No. 1 ehrlich gesagt. Hab mir zweimal aus Neugierde sowas in der Art angeschaut und der "Ach du Schreck"-Effekt beim Betreten des Hauses war beide Male gegeben. :D

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