• Ich finde die Unterstützung der Ukraine grundsätzlich richtig und hätte befürwortet, von Anfang an richtige Hilfe bereitzustellen, statt Helme zu schicken und Angstdebatten darüber zu führen, ob Putin uns bei Waffenlieferungen als Kriegspartei einstufen könnte. So, wie es gelaufen ist und läuft, kann man anerkennen, dass die ukrainische Armee sich in Anbetracht ihrer Ausgangslage wacker schlägt, gleichzeitig ist es aber völlige Traumtänzerei zu glauben, dass dieser Krieg ohne Gebietsabtretungen enden wird oder Russland gar in irgendeinem denkbaren Szenario "zerstört wird". Früher oder später wird die Ukraine Gebiete abgeben. Die Frage ist, wie viele Ressourcen - Menschenleben, Gelder, Waffen - bis dahin noch verballert werden.

    Irgendwann muss man sich mal klar positionieren, ob die Ukraine unabdingbar wichtig für die europäische Sicherheit ist und zwingend gehalten werden muss - dann müsste man sich konsequenterweise aber auch direkt und aktiv militärisch beteiligen, denn mit der Strategie, lediglich Gelder und Waffensysteme zu schicken, gelingt es ja sehr offensichtlich nicht, die Ukraine in die Lage zu versetzen, die Russen zurückzudrängen. Möchte man das nicht oder kommt man zu einem anderen Schluss, muss es irgendwann erlaubt sein die Frage zu stellen, wie lange man (neben den ganzen Menschenleben) noch Milliarde um Milliarde in einem Krieg vernichten möchte, der nicht zu gewinnen ist. Oder ob man nicht doch irgendwann mal eine Beendigung gegen Gebietsabgaben und Sicherheitsgarantien o.ä. verhandeln muss.

    Für die 35.000 ukrainischen Männer, die nicht bereit sind, sich in diesem Krieg zu opfern, habe ich vollstes Verständnis. Würde ich auch nicht und wäre sofort weg. Dass sie irgendwo in Europa einen Genozid befürchten müssen, halte ich für genauso absurd, wie die "Russland zerstören"-Phrase. Dennoch passt es nicht so recht zusammen, einereits mit horrenden Summen das ukrainische Militär zu unterstützen und andererseits aktiv zu deren Personalproblemen beizutragen, indem Wehrpflichtige aufgenommen werden. Hier kollidieren individuelle und systemische Betrachtungsweisen.

  • Das denke ich bei dir. Naiv, unwissend und egozentrisch.

    Aber auch typisch, dies wird auf andere übertragen.

    Danke für die Blumen! Ich weiß, dass ich dumm bin, sehr dumm sogar.

    Ok, wenn ich z.B. einwende, dass die Ukraine nicht zur NATO gehört, dann ist das halt In Deinen Augen naiv. Muss ich halt mit leben. Und ich werde es überleben.

    Was mich hier an den Beiträgen von Architect stört, ist der Zungenschlag, die Art und Weise, wie er es vorträgt.

    Wir können hier über diese Thematik lange diskutieren, aber werden zu keinem fruchtbringenden Ergebnis kommen.

    Ob wir es wollen oder nicht, es wird uns nach meiner Einschätzung in einiger Zeit etliches um die Ohren fliegen, sowohl innerhalb unserer Gesellschaft als auch auf internationaler Bühne. Maylin85 hat das schon richtig angedeutet.

    Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Da wird es nicht mehr von Belang sein, was der ein oder andere hier dazu gepostet hat.8)

    Dienst nach Forschrift!

    2 Mal editiert, zuletzt von BaldPension (3. April 2026 10:56)

  • Naiv, nenne ich nein von dir genannten Fakt, dass die Ukraine nicht zur Nato gehört, sondern dass du glaubst, es betrifft dich nicht.

    Dumm habe ich nicht geschrieben, sondern naiv, unwissend und egozentrisch und das bezieht sich nicht nur auf Ukraine, sondern auch Precht, Klimakatastrophe u.a.

    Und nein, wir werden nicht nur Zuschauer sein, Klimakatastrophe trifft uns sicher, Russland vermutlich auch, weil die meisten Russen doch hinter Putin stehen. Und das nicht in ferner Zukunft.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Dumm habe ich nicht geschrieben, sondern naiv, unwissend und egozentrisch und das bezieht sich nicht nur auf Ukraine, sondern auch Precht, Klimakatastrophe u.a.

    Und nein, wir werden nicht nur Zuschauer sein, Klimakatastrophe trifft uns sicher, Russland vermutlich auch, weil die meisten Russen doch hinter Putin stehen. Und das nicht in ferner Zukunft.

    Und trotzdem werde ich in Zukunft weiterhin gerne Precht lesen!

    In Bezug auf Deiner Einschätzung, dass die meisten Russen hinter Putin stehen, pflichte ich Dir allerdings bei.8)

    Dienst nach Forschrift!

  • gleichzeitig ist es aber völlige Traumtänzerei zu glauben, dass dieser Krieg ohne Gebietsabtretungen enden wird oder Russland gar in irgendeinem denkbaren Szenario "zerstört wird"

    ich denke nicht, dass es so traumtänzerisch ist. Ich denke, dass der Ukraine Krieg ähnlich enden wird wie der erste Weltkrieg. 1918 standen deutsche Truppen auch weit auf französischen Boden. Trotzdem hat Frankreich gewonnen, weil Deutschland einfach wirtschaftlich nicht in der Lage war den Krieg weiterzuführen. Die Zivilbevölkerung ist hier schlicht verhungert.

    Aktuell stehen russische Truppen weit in der Ukraine, aber wenn die russische Wirtschaft durch den Krieg wieder so kollabiert wie 1991 am Ende der Sowjetunion, dürfte das Regime in Moskau stürzen und eine neue Regierung den Krieg beenden.

    Das es um die russischen Staatsfinanzen nicht allzu gut steht, kann man hier lesen: https://www.fr.de/politik/aus-de…r-94238962.html

  • Ich finde die Unterstützung der Ukraine grundsätzlich richtig und hätte befürwortet, von Anfang an richtige Hilfe bereitzustellen, statt Helme zu schicken und Angstdebatten darüber zu führen, ob Putin uns bei Waffenlieferungen als Kriegspartei einstufen könnte. So, wie es gelaufen ist und läuft, kann man anerkennen, dass die ukrainische Armee sich in Anbetracht ihrer Ausgangslage wacker schlägt, gleichzeitig ist es aber völlige Traumtänzerei zu glauben, dass dieser Krieg ohne Gebietsabtretungen enden wird oder Russland gar in irgendeinem denkbaren Szenario "zerstört wird". Früher oder später wird die Ukraine Gebiete abgeben. Die Frage ist, wie viele Ressourcen - Menschenleben, Gelder, Waffen - bis dahin noch verballert werden.

    Irgendwann muss man sich mal klar positionieren, ob die Ukraine unabdingbar wichtig für die europäische Sicherheit ist und zwingend gehalten werden muss - dann müsste man sich konsequenterweise aber auch direkt und aktiv militärisch beteiligen, denn mit der Strategie, lediglich Gelder und Waffensysteme zu schicken, gelingt es ja sehr offensichtlich nicht, die Ukraine in die Lage zu versetzen, die Russen zurückzudrängen. Möchte man das nicht oder kommt man zu einem anderen Schluss, muss es irgendwann erlaubt sein die Frage zu stellen, wie lange man (neben den ganzen Menschenleben) noch Milliarde um Milliarde in einem Krieg vernichten möchte, der nicht zu gewinnen ist. Oder ob man nicht doch irgendwann mal eine Beendigung gegen Gebietsabgaben und Sicherheitsgarantien o.ä. verhandeln muss.

    Für die 35.000 ukrainischen Männer, die nicht bereit sind, sich in diesem Krieg zu opfern, habe ich vollstes Verständnis. Würde ich auch nicht und wäre sofort weg. Dass sie irgendwo in Europa einen Genozid befürchten müssen, halte ich für genauso absurd, wie die "Russland zerstören"-Phrase. Dennoch passt es nicht so recht zusammen, einereits mit horrenden Summen das ukrainische Militär zu unterstützen und andererseits aktiv zu deren Personalproblemen beizutragen, indem Wehrpflichtige aufgenommen werden. Hier kollidieren individuelle und systemische Betrachtungsweisen.

    Ich würde gerne diesen Beitrag differenzieren. Eine Abgabe ukrainischer Gebiete de-iure wird die Ukraine nicht akzeptieren. Eine de-facto-Abgabe ist ein potentielles Szenario vom Kriegsende, aber dann stellt sich die Frage, wieso Russland nicht weiter angreifen sollte, weder jetzt, noch in 10, noch in 100 Jahren, noch irgendwann. Sicherheitsgarantien sind wichtig und ich würde darunter schon verstehen, dass es ähnliche Sicherheitsgarantien werden wie Artikel 4 und 5 der NATO-Statuten.

    Weiterhin stellst du den Krieg als "ungewinnbar" dar. Was verstehst du unter einem Sieg der Ukraine? Für einige Ukrainer ist es beispielsweise ein Sieg, wenn a) die Ukraine auf der Weltkarte erhalten bleibt, b) die Ukraine Sicherheitsgarantien analog zum Artikel 4 und 5 der NATO-Statuten erhält, und c) die Ukraine keine Kontrolle über ihre international anerkannten Gebiete de-iure abgibt.

    Der Sieg des Menschenrechts, also die Wiederherstellung der offiziellen ukrainischen Grenzen, ist wiederum ein anderes Szenario. Den Ukrainern gefällt dieses Szenario mehr, aber für Russland und Putin ist selbst das erste Szenario (die Ukraine bleibt auf der Weltkarte erhalten) eine klare Niederlage. Denn Putin geht es um die Zerstörung des gesamten ukrainischen Volkes.

    Und natürlich klingen solche Szenarien wie Völkermorde der Ukrainer (das muss nicht in Europa sein) für manche nicht realistisch, aber das Risiko ist ungleich null. Ich würde mir von unseren Politikern definitiv wünschen, dass sie sämtliche Risiken für das Volk im Vorfeld antizipieren können.

    Was mich hier an den Beiträgen von Architect stört, ist der Zungenschlag, die Art und Weise, wie er es vorträgt.

    Ich denke, was dich wirklich stört, ist vielmehr, dass ich versuche, dich und uns alle aus der Komfortzone herauszubringen.

    Schule. Jeden Tag eine Überraschung. Lohnt sich.

  • Wir können hier über diese Thematik lange diskutieren, aber werden zu keinem fruchtbringenden Ergebnis kommen.

    .... Da wird es nicht mehr von Belang sein, was der ein oder andere hier dazu gepostet hat.8)


    ... Wer da welche Meinung im Lehrerforum vertreten hat, wird nicht von Belang sein8)

    Dafür hast du aber doch ein erstaunlich dringendes Bedürfnis, das letzte Wort zu haben.

  • Ich denke, was dich wirklich stört, ist vielmehr, dass ich versuche, dich und uns alle aus der Komfortzone herauszubringen.

    Eigentlich nicht! Ich denke mal, dass ich trotzdem erstmal auf dem Sofa verharren und weiterhin Precht lesen werde.

    Was mich eher stört, ist der Pathos, mit dem Du Deine Beiträge verfasst. Klingt mir persönlich zu schwärmerisch.

    Aber, was erwartest Du von unserer Gesellschaft? Jahrzehntelang wurde der (gesunde) Patriotismus und Wehrwillen gründlich aberzogen. Auch in den Schulen! Ich denke, Du setzt ein mentales Mindset voraus, das in unserer Gesellschaft einfach nicht mehr vorhanden ist. Es wird Jahre, wenn nicht Jahrzehnte brauchen, bis sich das wieder auf ein vernünftiges Maß einpendeln wird.

    Und sowieso bin ich hier über den plötzlichen Wehrwillen erstaunt. Hätte ich hier vor 10 Jahren meine Überzeugung kundgetan, dass die Bundeswehr wesentlich besser ausgestattet werden müsste und die Aussetzung der Wehrpflicht ein großer Fehler war...Oh jeh!8)

    Dienst nach Forschrift!

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