• Naja, wenn wir andere Länder nicht ausbeuten, wird unser Leben halt wesentlich teurer.

    Das kann ich mir sicher leisten. Viele andere werden es sich nur unter Konsumverzicht leisten können und da wird es dann für weite Teile der westlichen Welt schwierig.

    Alles richtig, das bestreite ich nicht. Die Frage ist ja, wozu verpflichtet uns das jetzt moralisch hinsichtlich der Migrationsthematik.

  • Richte dein Leben danach aus die Push-Faktoren in den jeweiligen Ländern minimiert werden.

    Machst du das? Dann erzähl doch mal..

    Du dürftest konsequenterweise nichtmals ein niedersächsisches Biohuhn kaufen in dem Wissen, dass Geflügelresteexporte westafrikanische Agrarmärkte und somit Lebensgrundlagen zerstören.

  • Machst du das? Dann erzähl doch mal..

    Du dürftest konsequenterweise nichtmals ein niedersächsisches Biohuhn kaufen in dem Wissen, dass Geflügelresteexporte westafrikanische Agrarmärkte und somit Lebensgrundlagen zerstören.

    Wenn du das komplette Huhn kaufst, können keine Reste exportiert werden. Und tatsächlich kaufe ich seit vielen Jahren genau aus diesem Grund nicht nur Brust oder Schenkel.

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  • Sorry, dann hab ich es übersehen. Aber dennoch, nur weil Ausweise gefälscht oder falsch ausgestellt sein können, ist eine Ausweiskontrolle ja nicht per se unsinnig. Oder gibt es bessere Methoden als das oder die Röntgenaufnahme?


    Oder man bedient sich eInFaChEr LöSuNgEn und lässt einfach niemanden einreisen. Das ginge ja auch und es muss auch niemand geröntgt werden oder einen gefälschten Pass kaufen.

    Das Ärzteblatt empfiehlt Gespräche. Röntgen ist jedenfalls keine wissenschaftliche Methode für Altersbestimmung. Hast du das auch übersehen?

    Und niemanden einreisen lassen schafft noch nicht einmal Trump.

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  • Ich habe nicht gesagt, dass ich dass mache. Du hast nach den moralischen Verpflichtung gefragt, die unser den globalen Süden ausbeutender Lebensstil mit sich bringt. Welche Antwort hast du denn erwartet auf die Frage?
    Der Einfluss des Einzelnen ist zu gering, um da Wirkung zu entfalten. Das muss auf politischer Ebene gelöst werden.
    Leider findet eine progressive Politik in Deutschland immer nur für kurze Phasen statt.
    Danach ist der der Deutsche so verschreckt, dass sich was verändert hat, das er für mindestens 4 Legislaturperioden den Stillstand einer konservativen Restauration braucht.

    Qui legere potest, plane praevalet

  • Ich habe nicht gesagt, dass ich dass mache. Du hast nach den moralischen Verpflichtung gefragt, die unser den globalen Süden ausbeutender Lebensstil mit sich bringt. Welche Antwort hast du denn erwartet auf die Frage?
    Der Einfluss des Einzelnen ist zu gering, um da Wirkung zu entfalten. Das muss auf politischer Ebene gelöst werden.
    Leider findet eine progressive Politik in Deutschland immer nur für kurze Phasen statt.
    Danach ist der der Deutsche so verschreckt, dass sich was verändert hat, das er für mindestens 4 Legislaturperioden den Stillstand einer konservativen Restauration braucht.

    Das ist genau der Punkt. Der Sachverhalt ist komplex, es hängt auch nicht nur an deutscher Politik, sondern an EU-Politik, und wir haben alle letztlich ein Interesse daran, unseren Lebensstandard zu erhalten. Aber macht uns das nun unmittelbar verantwortlich für afrikanische Wirtschaftsmigranten und deren Menschenrechtslage an den Außengrenzen? Das war ja Kapas Impuls zur Diskussion.

    Schwierig.

  • Oh wirklich? Spannend, das scheint mir selten 😊 Wo kaufst du ein? Nichtmals für den Hund kriege ich "ganze Hühner" mit Füßen geliefert.

    Privat, da weiß ich, wie das Huhn gelebt hat.

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  • Okay - das ist dann aber auch ein sehr spezieller Bezug abseits des üblichen Marktes.

    Wichtig ist für mich auch das Tierleben davor, ich habe also schon vorher direkt beim Bauern gekauft. Und als ich vor einigen Jahren dann im Fernsehen noch ein Bericht über Export von Hühnerresten, aber auch Altkleider sah, hat dies mich bestärkt. Lieber esse ich weniger Fleisch.

    Ich schaue mich um und wenn ich nichts finde... aktuell verzichte ich daher auf Strauß. Früher wohnte ein Bauer mit einer Straußenherde in meiner Nähe. Das vermisse ich jetzt schon.

    Gut, den kompletten Strauß habe ich jetzt nicht auf einmal gekauft, aber neben div. Fleischteilen auch Fett, ich siede als Hobby auch Seife. Und aus den Resten entstand u.a. Brühe.

    Meine Eltern kaufen hin und wieder ein halbes Kalb, das wird eingefroren und in der Familie verteilt. Im Supermarkt habe ich seit vielen Jahren kein Fleisch mehr gekauft.

    Ein Kollege ist Jäger und über ihn erhält man, wenn man möchte, ein halbes Reh. Gibt es bei euch keine Möglichkeiten?

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  • Es liegt aber doch nicht in unserer Verantwortung, die Einhaltung der Menschenrechte auf dem gesamten Planeten zu überwachen. Und wenn, wo ziehen wir Grenzen? Beim Thema Migration ist es also "unser Problem", bei der Gewinnung benötigter Rohstoffe, Lieferketten oder Handelspartnern wie China gucken wir großzügig weg, da sind die Grundrechte anderer dann doch wieder egal.

    Beim letzten Absatz mag ich gar nicht widersprechen und man findet sicherlich gerade in Afrika auch noch zahlreiche andere Beispiele. Und dennoch, leitest du daraus eine Verantwortung für Millionen Wirtschaftsflüchtlinge ab? Wie genau soll es aussehen, dieser Verantwortung gerecht zu werden?

    Die Gewinnung von Rohstoffen und die Zusammenarbeit mit solchen Staaten ist doch Teil des Problems an dieser Stelle.
    Wenn ich akzeptiere, dass ausländische Firmen in einem Land das nicht viel Wasser hat (dafür aber rohstoffreich ist) das vorhandene Wasser vertraglich nur für sich nutzen und die Bevölkerung dadurch vom Trinkwasser abgeschnitten wird, brauch ich mich nicht wundern wenn die Leute vor Ort sich eine andere Möglichkeit zu überleben suchen (nämlich die Flucht).

    Und doch es liegt in dem Falle in unserer Verantwortung:

    Wir bezahlen nicht wenig an die Staaten in Nordafrika, das sie die Zahl der ankommenden Flüchtlinge reduziert. Vertraglich geregelt ist da durchaus aus das Wie (nämlich unter Einhaltung der Menschenrechte). Sehenden Auges ignorieren wir aber, dass Regierungsgewalt dort ganz bewusst mit den Flüchtlingen umgeht wie mit Dreck (Vergewaltigungen und Ermordungen sind da an der Tagesordnung durch Sicherheitskräfte). Gleichzeitig spielen wir uns als Moralapostel gegenüber anderen Ländern auf was die Menschenrechte angeht. Also ja….wir haben diese Verantwortung.


    Wohl dem, der gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann.

    Der Himmel ist nicht mein Limit, ich bin es.

  • Gibt es bei euch keine Möglichkeiten?

    Ich esse so gut wie gar kein Fleisch und die Hunde kriegen überwiegend Weiderind hier aus der Nähe, Wild, oder Huhn vom Bauern. Letztetes hat dann aber auch keine Füße und keinen Kopf mehr. Ob wirklich alle Teile verwertet werden oder irgendwas in "unguten" Export geht, weiß ich im Detail nicht.

    Wahrscheinlich gibt es überall Möglichkeiten für geringfügig besseren Konsum, als konventionelle Massentierhaltung, aber dennoch wirtschaften hier ja letztlich alle unter einer EU-Agrarpolitik, die anderswo Schäden anrichtet. Einen sonderlichen Aufschrei dagegen habe ich noch nicht vernommen.

  • Kann man sehr wohl. Du bist nur zu phantasielos.

    Dann erzähl mal wie? Trump schafft es in Mexiko nicht, Spanien in Nordafrika nicht, Israel nicht um Terroristen abzuwehren und Schmuggel zu verhindern. Die wären alle sicherlich an neuen Konzepten interessiert. Nur mal als Vergleich die Grenze zwischen den USA und Mexiko sind rund 3100 km. Dabei viel unbewohntes Gebiet, das relativ leicht zu überwachen ist. Die Deutschen Außengrenzen sind rund 3800 km und fast überall passierbar.

  • Maylin85 versteh mich da bitte auch nicht falsch: Mir ist bewusst, dass wir das hier nicht lösen werden können. Wir haben historisch und politisch aber die Verantwortung sobald wir uns als Demokratie für Menschenrechte weltweit einsetzen. Und das tun wir seit Jahrzehnten.
    Klar ist es subjektiv gesehen „doof“, dass wir hier Verantwortung für Dinge übernehmen (müssen), um die sich die Staaten eigentlich selbstverständlich selbst kümmern müssten.

    Das Problem kriegt man auch nicht jetzt gelöst, es wird noch schlimmer werden aufgrund der Klimaerwärmung und wir haben gleichzeitig teilweise selbst mit immensen Anpassungsproblemen zu kämpfen (Stichwort Trinkwasser).


    Wir haben da eigentlich gar nicht so viele Möglichkeiten.

    Wir können akzeptieren das wegen uns ein Haufen Menschen leidet und zwar so extrem das sie wie Tiere behandelt werden. Wenn wir das akzeptieren, müssen wir aber still sein bei Menschenrechtsverletzungen weltweit.

    Wir können auch akzeptieren das es so ist und gleichzeitig dafür ernsthaft und gezielt sorgen, dass die Lebensgrundlagen der Menschen sich so verbessert, dass sie bei uns nicht an der Tür klopfen. Dabei können wir unseren Zeigefinger sehr gut nutzen und auch unsere wirtschaftliche Stellung. Wir müssen es halt machen und das ist mit Geld und Arbeit verbunden und mit dem Willen von Politikern die hauptsächlich darauf achten das sie wiedergewählt werden und nur keine unpopulären Entscheidungen treffen.
    Verantwortung ist ein schweres Los.


    Wohl dem, der gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann.

    Der Himmel ist nicht mein Limit, ich bin es.

  • Die Gewinnung von Rohstoffen und die Zusammenarbeit mit solchen Staaten ist doch Teil des Problems an dieser Stelle.
    Wenn ich akzeptiere, dass ausländische Firmen in einem Land das nicht viel Wasser hat (dafür aber rohstoffreich ist) das vorhandene Wasser vertraglich nur für sich nutzen und die Bevölkerung dadurch vom Trinkwasser abgeschnitten wird, brauch ich mich nicht wundern wenn die Leute vor Ort sich eine andere Möglichkeit zu überleben suchen (nämlich die Flucht).

    Und doch es liegt in dem Falle in unserer Verantwortung:

    Wir bezahlen nicht wenig an die Staaten in Nordafrika, das sie die Zahl der ankommenden Flüchtlinge reduziert. Vertraglich geregelt ist da durchaus aus das Wie (nämlich unter Einhaltung der Menschenrechte). Sehenden Auges ignorieren wir aber, dass Regierungsgewalt dort ganz bewusst mit den Flüchtlingen umgeht wie mit Dreck (Vergewaltigungen und Ermordungen sind da an der Tagesordnung durch Sicherheitskräfte). Gleichzeitig spielen wir uns als Moralapostel gegenüber anderen Ländern auf was die Menschenrechte angeht. Also ja….wir haben diese Verantwortung.

    Aber das ist ja der Punkt. Solange "wir" Produkte konsumieren, deren Rohstoffgewinnung und Herstellung als fragwürdig einzustufen ist (und das tun wir alle), solange wir Anteile der entsprechenden Akteure im Depot halten, solange wir Handelsbeziehungen mit Ländern führen, die offen gegen Menschenrechte verstoßen usw., brauchen wir uns nicht als Moralapostel aufspielen und so tun, als würden uns Menschenrechte oder die Lebensbedingungen von Betroffenen in den Herkunftsregionen oder an den Außengrenzen interessieren. Unser Hauptinteresse liegt doch ganz woanders.

    Im Endeffekt gibts zwei Möglichkeiten: entweder, man erkennt eine Verantwortung an und lässt dann aber auch konsequenterweise die Grenzsicherung fallen, die Leute durch und kümmert sich selbst um dieses (unsrige, kann man ja legitimerweise so sehen) Problem. Oder man geht den Weg, den man momentan geht, und lebt damit, dass andere Länder eben anders verfahren, als wir es für richtig halten. Outsourcen und dann von hinterm Zaun den moralischen Zeigefinger heben, dass man es aber bitte anders wünscht, ist eine ziemlich scheinheilige Haltung. Ich persönlich halte Vatiante 1 halt für ziemlich suizidal.

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