Meckerforum, hier darf alles rein, was doof ist

  • Von Vielschreiber*innen / Viellesenden sind solche Rückfragen schwierig.
    In den letzten zwei Monaten hat sich wenig verändert.
    Die Erwartungshorizonte / Bepunktungsraster inklusive prozentuale Kategorien sind VORGEGEBEN!!!

  • Am Gymnasium ist es in Englisch kaum möglich, ein Mangelhaft zu vergeben.

    Ich korrigiere selbst in Leistungskursen Klausuren, die zu Fehlerquotientenzeiten nach der ersten halben Seite bereits "mangelhaft" gewesen wären, in denen kein einziger Satz fehlerfrei ist (Sätze aus einem main und einem relative clause im Gros mind. ca. ein halbes Dutzend Fehler aufweisen), die insb. voller Kohäsions- und Verständnisfehler sind, oberflä hlich ohnehin etc. etc. etc., aber dennoch kommt selten was schlechter als irgendwas mit mind. "befreidigend", im GK zumindest irgendwas"ausreichend" raus.

    Ein "ausreichend minus" gibt es schon bei 40 % der Punkte. Ein Gros dieser Punkte bekommen sie bereits södurch die 'geschenkten'urch Hörverstehen- äoder Mediationsaufgaben.

    40 % richtig ist aber nicht irgendwie "ausreichend", es ist im Gros schlichtweg falsch. Frühestens ab 50 % könnte man m E. über eine schon(!) "mangelhaft[e]" Leistung sprechen.

    Das ist aber nicht das Ziel (ebenso nicht mehr realiter ein C1-Niveau als eigtl. Ziel), polit. geht es um die Generierung von mehr und besseren Abschlüssen - auf dem Papier (s. Oberstufenreform)..........

    Wir sind als Volkswirtschaft am Arsch.

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

    I'm back! 😎

  • Weil?

    Wurde dir jetzt bereits mehrfach erläutert: Weil die Vorgaben de facto so sind, dass die Texte inhaltlich-sprachlich quasi komplett(!) unverständlich und quasi ausnahmslos(!) fehlerhaft sein müssten. Wie kann einer Lehrerin das nicht bekannt sein, auch wenn es nicht das eigene BL u./o. Fach ist?

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

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  • Weil diese Nachfragen von Userinnen aus der Förderschule kommen, vermute ich, dass es mit der Schulform auch zusammenhängt.
    In der Zeit hat es sich an den allgemeinbildenden Schulen eben sehr viel verändert.

    (und dann natürlich die Frage der BL)

  • Weil?

    ...Bayern und Sachsen nicht NRW sind, offenbar ticken die Uhren dort anders.

    Wobei ich es auch nicht für eine besondere Zumutung halte, im Englischunterricht zu erklären und zu üben, wie man Texte verfasst und liest und SuS zum Vokabellernen zu nötigen.

    Ich hatte (damals...) auch keine Lust auf "Wuthering Heights" und das hat das Verständnis nicht gerade gefördert. Edit: Habt ihr euch früher nicht durch die Lektüre gemogelt und nur immer so viel wie nötig gemacht? Es gibt ja noch 15 andere Fächer zum Lernen und nicht jedes ist das Lieblingsfach.

  • ...Bayern und Sachsen nicht NRW sind, offenbar ticken die Uhren dort anders.

    Wobei ich es auch nicht für eine besondere Zumutung halte, im Englischunterricht zu erklären und zu üben, wie man Texte verfasst und liest und SuS zum Vokabellernen zu nötigen.

    Klar, wir sind faule Lehrkräfte, die natürlch nicht erklären und üben lassen.

  • Klar, wir sind faule Lehrkräfte, die natürlch nicht erklären und üben lassen.

    Ich finde diese kaum verhohlenen Unterstellungen den Fachlehrerschaften ganzer Bundesländer ggü. und insb. von Kollleginnenseite(!) auch - euphemistisch formuliert - extrem befremdllich.

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

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  • Quittengelees Einwurf habe ich so verstanden, dass die Bewertungskriterien in Bayern und Sachsen schärfer sind.

    "Wobei ich es auch nicht für eine besondere Zumutung halte, im Englischunterricht zu erklären und zu üben, wie man Texte verfasst und liest und SuS zum Vokabellernen zu nötigen."

    Klingt nach Lehrerbashing...

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

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  • Von Vielschreiber*innen / Viellesenden sind solche Rückfragen schwierig.
    In den letzten zwei Monaten hat sich wenig verändert.
    Die Erwartungshorizonte / Bepunktungsraster inklusive prozentuale Kategorien sind VORGEGEBEN!!!

    Ja sorry, ich arbeite halt an einer ganz andren Schulform, hab mit ominös wichtigen Noten noch nie was zu tun gehabt ;)

    Danke jedenfalls fürs Erklären.

  • ...Bayern und Sachsen nicht NRW sind, offenbar ticken die Uhren dort anders.

    Das scheint mir auch das Problem zu sein.

    Hier gibt's reihenweise 5 und 6 in den Schulaufgaben (also Tests oder wie auch immer das woanders heißt) in allen Fächern.

  • In Bayern ist in der Oberstufe in Englisch die Lektüre eines Dramas und eines Romans in Englisch vorgeschrieben, soweit ich weiß. Im Leistungsfach verbindlich ein Shakespeare-Drama.

  • Aber was glaubt ihr? Natürlich machen wir in NRW und anderen BL ähnlichen Unterricht. Nur kapieren die SuS relativ schnell, wie hoch man springen muss.
    Dazu kommt natürlich die NRW-Besonderheit der Schriftlichkeit/Mündlichkeit und weniger Abifächer.
    Was man nur in einigen Fächern in schriftlichen Bewertungssituationen zeigen muss (Textanalyse), lernt man weniger. und wenn man nicht bestraft wird, weil man keine 100 Wörter gelernt hat (weil "Vokabeltests" kaum Gewicht haben und der Sprachanteil in der Klausur kaum relevant ist), dann entscheiden sich einige eher für eine Runde Basketball. Oder auch nicht - und hier Achtung, ich habe selbst großes Verständnis für die Kids - weil sie kaum noch Zeit dafür haben.
    Können wir uns bitte vergegenwärtigen, dass 16jährige 4-5 Tage die Woche von 8-16 oder 17 Uhr in der Schule hocken, wenige Freistunden haben, dafür keine guten Konditionen zum Arbeiten haben und dann abends noch Hausaufgaben machen müssen?

    Ja, unser System geht vor die Hunde, aber was tun wir denn Kindern und Heranwachsenden an?

  • Klar, wir sind faule Lehrkräfte, die natürlch nicht erklären und üben lassen.

    Nein, ich bezog mich darauf, dass Kairos bemängelte, dass dies oft Thema wäre.

    Im übrigen fällt es Außenstehenden wirklich schwer, das Problem nachzuvollziehen:


    Für die intensive Auseinandersetzung mit Shakespeare, Orwell oder Atwood bleibt unter diesen Bedingungen nicht nur schlicht keine Zeit. Eine solche Lektüre wäre für viele meiner SuS zum jetzigen Zeitpunkt auch eine maßlose Überforderung. ...

    Wenn man die Ansprüche selbst runterschraubt, werden die Noten logischerweise besser. Man könnte auch jedes Jahr eine bestimmte Lektüre als Voraussetzung lesen, so dass nur die mit C1-Niveau mindestens eine 3 erreichen. Wer das Buch nicht versteht, sollte in keinem Bundesland eine 4 in der Klausur schaffen.

    Es tut mir leid, wenn ich es bis heute nicht verstehe, ich weiß, dass dich das nervt. Ich meine es aber nicht persönlich, dass sich hier alle den A*** für ihre Lerngruppen aufreißen ist mir sehr bewusst, chilipaprika

  • und weißt du, was das Schlimme ist, Quittengelee ?
    Die allermeisten NRWler*innen sind nie außerhalb von NRW gewesen und halten ihr System für normal (egal ob SuS oder KuK) und können sich nicht vorstellen, wie es woanders zugeht (egal ob SuS oder KuK).
    Ich habe schon von Sachfach-KuK gehört, dass sie sich nicht vorstellen, wie eine Arbeit in der 8. Klasse aussehen könnte. Oder es zu komplex sei. Fanden meine SuS in NDS nicht, in den Praktika in RLP sah es auch möglich aus.
    Für Bio/Chemie-KuK in NRW ist es gottgegeben, dass SuS nur in D/E/M (und 2. FS/WP) Arbeiten schreiben und erst manchmal in der Oberstufe.

    Und OBWOHL ich in einem System aufgewachsen bin, in dem ich auch 10-12 Fächer hatte und in jedem Fach mindestens 3 Arbeiten pro TRImester schrieb, frage ich mich, wie man es überhaupt schadensfrei überleben kann.

  • Ich glaube, ich hatte das Problem bereits vor einigen Wochen einmal angesprochen: Literatur wird zwar im Bildungsplan erwähnt, spielt in den Prüfungen jedoch keine Rolle. Gleichzeitig haben meine SuS bereits große Schwierigkeiten damit, einen Artikel von etwa 800 Wörtern konzentriert und sinnentnehmend zu lesen. Eine Ganzschrift, die weder handlungsbetont noch besonders spannend geschrieben ist und zudem einen gewissen Wortschatz voraussetzt, würde viele von ihnen schlicht überfordern. Das ist keine Übertreibung, sondern entspricht meinen Erfahrungen aus dem Unterricht.

    Wenn man mit der Schulform nichts zu tun hat, versteht man das kaum, auch dass es so gut wie keine 5 oder 6 geben darf. Und dann bekommen die Schüler/innen ein Abiturzeugnis? Ist das ein Fachabitur oder was kann man damit anfangen?

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

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