...was das Ganze noch sinnfreier macht.
Nutzt ihr im Unterricht gendergerechte Sprache?
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Immer dann, wenn große Kriege beendet werden, wird das Frauenwahlrecht eingeführt (um 1918 und 1945). Und wer sich nicht an einem Krieg beteiligt, kriegt lange kein Frauenwahlrecht (siehe Schweiz und Liechtenstein). Ausnahmen gibt es auch, aber die Häufung ist interessant.
Vielen Dank für den Hinweis. Es ist schon bedauerlich, dass Kriege zu gesellschaftlich verarmenden Entscheidungen mit nicht nachvollziehbaren Gesetzen führen.😏😉
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Das lässt sich noch toppen: Kürzlich war in einer Radiosendung von "anrainenden Staaten" die Rede. Albernheit muss wohl grenzenlos sein.
Geht noch besser: Ich habe im Radio eine Moderatorin das Wort "Hostin" sagen hören.
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Wurde das verordnet oder hat sich dieser Wandel natürlich entwickelt?
Mir fehlt das Alter, um diesen Wandel miterlebt zu haben 😊
Die Anrede „Fräulein“ wurde jedenfalls aus dem Amtsdeutsch gestrichen. Ich wurde 1990 in der Ausbildung noch teilweise so genannt. Dauert halt, bis sich alle dran gewöhnen.
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Wurde das verordnet oder hat sich dieser Wandel natürlich entwickelt?
Ich frage mich immer, wo diese unzähligen Verordnungen zu finden sind, die genderneutrale Sprache vorschreiben. Ich habe noch keine gesehen, auch wenn es sie vereinzelt mal geben mag. Häufiger scheint mir hingegen das Verbot, genderneutrale Sprache zu nutzen, bspw. im öffentlichen Dienst in Bayern oder Hessen seit letztem Jahr.
Was es auch gelegentlich gibt, sind irgendwelche Trottel, die die (Nicht-)Verwendung von genderneutraler Sprache mitbewerten wollen, wie in dem vom Platty verlinkten Fall oder diesem einen Fall von der theologischen Fakultät der Uni Greifswald vor Jahren, der immer noch gerne herausgekramt wird.Jeder, der ein wenig Ahnung von Sprache hat, weiß, dass Verbote und Gebote gerade mal gar nichts bringen. Deshalb gibt es eben auch so gut wie keine Veordnungen, die gendergerechte Sprache vorschreiben und Verbote gibt es nur von idiotischen Populisten, die hier die mentalen Stammtische bedienen wollen.
Weil man noch nie [...]
Das ist natürlich IMMER ein guter Beginn für ein überzeugendes Argument.
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Es ist kein Argument, sondern eine Erklärung, warum manches subjektiv unrund klingt. Welche Sprache ich verwende oder als gängig und weniger gängig empfinde, basiert nunmal auf subjektiver Wahrnehmung.
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Welche Sprache ich verwende oder als gängig und weniger gängig empfinde, basiert nunmal auf subjektiver Wahrnehmung.
Einverstanden. Spannend bleibt aber, warum das gerade beim Gendern so emotionale Reaktionen hervorruft.
Wenn sich Jugendsprache entwickelt ("cringe" oder "sus" oder was auch immer aktuellere Beispiele sind), rollt man vielleicht mit den Augen aber verwendet sie halt selbst nicht. Gleiches gilt für Anglizismen etc. Aber beim Gendern wird plötzlich von "Genderwahn" und "Sprachpolizei" schwadroniert.Ich persönliche gendere im Schriftlichen weitestgehend regelmäßig durch genderneutrale Begriffe wie "Lehrkräfte" oder eben durch die Doppelnennung. Gendersternchen oder Doppelpunkt oder Binnen-I verwende ich persönlich nicht - aus persönlichem sprachästhetischem Empfinden, ebenso wie denn Glottisschlag im Mündlichen oder Schülys oder Ähnliches. Ich bin also wahrlich kein extremer Verfechter des Genderns. Es ist mir aber völlig egal, wenn andere das machen, auch wenn sie "anreinende Staaten" oder "hostende" oder was auch immer verwenden, das ist ihre Sache.
Gleichzeitg ist es mir, trotz meiner linksversifften Bubble und trotz des Umgangs mit Jugendlichen, die oft sehr links sind und sich schnell empören können, noch NIE passiert, dass ich dumm angemacht wurde, weil ich nicht gegendert habe. Ich halte das Gehabe von "Verordnungen" und von "Gendergeboten" für Hysterie und für einen absoluten Strohmann.
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...was das Ganze noch sinnfreier macht.
Es geht nicht um Perfektion, sondern um Haltung: Menschen einzubeziehen statt auszuschließen. Natürlich lässt sich das nicht in jedem Bereich sofort ideal umsetzen. Niemandem ist es verboten, privat zu gendern oder nicht - aber im öffentlichen und institutionellen Kontext sollte der gemeinsame Sinn zählen, nicht nur die eigene Perspektive. Auch wenn man selbst nicht betroffen ist.
Du kannst ja gerne Lösungen finden, die alle mit einbeziehen und sich toll anhören. -
Ich halte das Gehabe von "Verordnungen" und von "Gendergeboten" für Hysterie und für einen absoluten Strohmann.
Genau das. Man sucht irgendwas, worüber man sich ereifern kann, statt die wirklichen Probleme anzugehen. Man sucht etwas, die "Linksgrünversifften" anzugehen und sie in irgendeine Ecke zu stellen und "igitt" zu finden. Erinnert ihr euch, wie Merz ganz stolz gesagt hat, es gäbe keine Linken mehr (weil er jetzt Kanzler ist)? Das ist Teil eines Kulturkampfs, der bestimmte Dinge sagbar macht und Rechten den Weg ebnet.
Ich kann mich an das "Fräulein" auch noch sehr gut erinnern, wurde selbst noch so angesprochen und wehrte mich (im Studium). Dinge, Wahrnehmungen, Sprache: All das ändert sich ständig. Ich finde es total faszinierend, wie einfach und problemlos man beim Sprechen gendern kann. Ich kriege das nicht so hin wie mancher Podcaster, finde es auch nach wie vor umständlich und und kann jetzt auch nicht jede Tabellenüberschrift passend machen und dann muss es halt der Kunde sein - aber: Ich mache Frauen sichtbar. Und das ist ja das Anliegen, um das immer noch gerungen wird.
Wenn man manche alte Fachbücher liest und da ist vom "Fachmann" die Rede (Fachfrauen kommen nicht vor), dann fühle ich mich ausgeschlossen. Wenn da nur steht: "Lieber Leser", dann fühle ich mich nicht angesprochen. Heute schreibt man das anders. Das nenne ich Fortschritt.
"Mitmeinen" ist eine andere Sichtweise als "sich angesprochen fühlen". Die Sicht der Person, die meint, das bestimmen zu können.
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Die Anrede „Fräulein“ wurde jedenfalls aus dem Amtsdeutsch gestrichen. Ich wurde 1990 in der Ausbildung noch teilweise so genannt. Dauert halt, bis sich alle dran gewöhnen.
Das ist das passendste Beispiel, danke dafür.
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Die allergrößte Teil der Leute, besonders außerhalb der linken Akademikerbubble sagt nach wie vor Lehrer.
Weiß ich nicht, habe keine Studie dazu gelesen. Ich finde es allerdings auch nicht ungewöhnlich, dass gebildete Menschen Vordenkerinnen für ethische Themen sind.
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