Arbeitszeiterfassung und Präsenzpflicht

  • Wenn man dienstlich abhängt, ist es Arbeitszeit. Wenn das nicht gewünscht ist, muss das Abhängen verkürzt werden. Dazu dienst die AZ-Erfassung.

    Ja, aber die Arbeitszeit wurde doch erfasst. In mehreren Studien. In Sachsen wurde kürzlich wieder bestätigt, dass insbesondere Schulleitungen zu viel arbeiten. Wenn der Schulleiter eines Gymnasiums in Wanne-Eickel sich selbst gerne reden hört und die Zeit noch mehr in die Höhe treibt, wird irgendwer in den sauren Apfel beißen müssen um ihm zu sagen, dass er aller Beteiligten Zeit vergeudet.

    Oder ich verstehe nicht, was ihr meint. Soll an dieser einen Schule mit unnötigen Konferenzen alle eine Stunde weniger unterrichten müssen?

  • Ja, aber die Arbeitszeit wurde doch erfasst. In mehreren Studien. In Sachsen wurde kürzlich wieder bestätigt, dass insbesondere Schulleitungen zu viel arbeiten. Wenn der Schulleiter eines Gymnasiums in Wanne-Eickel sich selbst gerne reden hört und die Zeit noch mehr in die Höhe treibt, wird irgendwer in den sauren Apfel beißen müssen um ihm zu sagen, dass er aller Beteiligten Zeit vergeudet.

    Und genau hier und bei ähnlichen Dingen kann dann Entlastung geschaffen werden. Und bei TZ-Kräften kann es dann endlich auch zu einer Entlastung bei nicht teilbaren Aufgaben kommen, die zur Zeit in der Regel nicht stattfindet.

    Oder ich verstehe nicht, was ihr meint. Soll an dieser einen Schule mit unnötigen Konferenzen alle eine Stunde weniger unterrichten müssen?

    Nee, aber die unnötigen Konferenzen, die übertriebene Dokumentation etc. werden dann hoffentlich reduziert werden.

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

  • Und genau hier und bei ähnlichen Dingen kann dann Entlastung geschaffen werden. Und bei TZ-Kräften kann es dann endlich auch zu einer Entlastung bei nicht teilbaren Aufgaben kommen, die zur Zeit in der Regel nicht stattfindet.

    Nee, aber die unnötigen Konferenzen, die übertriebene Dokumentation etc. werden dann hoffentlich reduziert werden.

    Okay, ich verstehe die Intention, allein der Glaube fehlt mir. Das würde letzten Endes auf eine Kontrolle der einzelnen Schulen hinauslaufen und die verwaltende Behörde müsste pro Fall entscheiden, ab wann viel zu viel ist und dann Abhilfe schaffen. Dafür braucht es m.E. niemanden, der Arbeitszeiten meldet.

  • Lest mal das Interview im heutigen Spiegel des sächsischen Kultusministers. Welche Dimensionen die Bezahlung von Bildungspersonal in den Landeshaushalten hat.

    Also, ich habe das Interview eben gelesen, und finde es ehrlich gesagt argumentativ sehr pauschal und einseitig.
    Ich bin ganz grundsätzlich der Meinung, dass Lehrer nicht unbedingt verbeamtet sein müssen - da bin ich bei ihm; auch wenn ich meine Privilegien natürlich genieße. Aber er sagt im Prinzip nur "für uns als Staat ist das teuer und unpraktisch", das ist inhaltlich wenig überzeugend.

    Ja, du verweist im Zitat konkret auf den "teuer" Aspekt, aber auch da geht er kaum darauf ein, wie es denn im Vergleich mit Rentenzahlungen wäre, obwohl der Spiegel explizit nachfragt.

  • Wieso soll das der Staat finanzieren, wenn ihr unnötig lange irgendwo rumhängt? Das ist ja dann ganz offenbar ein Problem eurer Mitbestimmungsgremien.

    Edit: was im Unterricht und was danach stattfinden muss ist festgelegt. GLK in Unterrichtszeit hab ich noch nie gehört, sich einen schlauen Lenz machen kanns am Ende auch nicht sein.

    Weil es wohl der Wille des Dienstherrn ist, dass man in Konferenzen abhängt. Dann ist das natürlich Arbeitszeit.

  • Letztlich will er an das Geld der Pensionsrückstellung, die ein kluger Mensch damals in deren Verfassung geschrieben hat. Ist in allen Bundesländern das gleiche. Die meisten machen erst gar keine Rückstellungen, weil solche Typen, wie der, von vorne herein verhindert haben, dass das die Bildung einer Pensionsrückstellung gesetzlich verpflichtend wird.

    Die Überführung des Personals in das ungedeckte Rentensystem wäre da für den sächs. Kultusminister natürlich eine elegante Lösung. So wird er seine Einschränkung durch das Gesetz los und kann hoffen, dass die Rechnung erst dann kommt, wenn er nicht mehr im Amt ist. Zudem ist es dann das Problem des Bundes.

  • Weil es wohl der Wille des Dienstherrn ist, dass man in Konferenzen abhängt. Dann ist das natürlich Arbeitszeit.

    Ähnliches gibt es in der Privatwirtschaft:

    (Quelle)

    Diejenigen, die nach Zeitaufwand bezahlt werden, können im Zweifelsfall Überstunden ansammeln. Diejenigen, die auf Vertrauensarbeitsbasis arbeiten, sind gekniffen - vor allem wenn man im mittleren Management tätig ist und es sich nicht mit den eigenen Vorgesetzten verscherzen möchte.

    Vertrauensarbeitszeit, wie es sie ja auch im Lehrberuf gibt, klingt zwar zunächst gut, da hierbei die Option mitschwingt, dass es ja auch mal eine Woche geben könnte, in der nur 30 Stunden gearbeitet werden müssen, man aber trotzdem das volle Gehalt/die volle Besoldung ausgezahlt bekommt. Ich kenne jetzt keine offiziellen Statistiken, kann mir aber gut vorstellen, dass viele Beschäftigte in Vertrauensarbeit im Durchschnitt mehr als die klassischen 40 Stunden pro Woche arbeiten. Man erkauft sich vermeintliche zeitliche Freiheiten durch etwas mehr Geld und hat quasi keine Möglichkeiten, sich gegen zusätzliche Aufgaben zu wehren, weil im Zweifelsfall alle noch so fragwürdigen on-top-Aufgaben Teil der Stellenbeschreibung und finanziell durch Gehalt/Besoldung abgedeckt sind. Muss man eben seine zeitlichen Ressourcen gut genug planen, sodass man über die Woche hinweg im Rahmen der durchschnittlichen Arbeitszeit hinkommt. Wenn nicht: Selbst schuld!

    Das Missbrauchspotential von Vertrauensarbeitszeit ist sehr hoch und sollte daher rechtlich meiner Meinung nach ausschließlich Selbstständigen, Politikern (m/w/d) in Spitzenämtern, Kunst- und Freischaffenden offenstehen.

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