AOSF auf Aktenlage

  • Ich kann es dir nicht sagen, ich hatte die Situation noch nie. Wenn es eintrifft, informiere ich dich, wie es abgelaufen ist.

    Aber was ich weiß: ich würde bei einer Familie mit Migrationshintergrund die gleichen Maßnahmen einleiten wie bei einer Familie ohne Migrationshintergrund. Unterschiede mache ich da nicht.

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

  • Ja, natürlich. Es bleibt ja auch nichts anderes übrig.

    Ich wünsche mir angesichts solcher Fälle nur langsam wirklich dringlich eine veränderte Rechtslage, die das Recht auf Aufenthalt und Leistungen auch an gewisse Pflichten koppelt.


    Generell kann man die Schulpflicht auch direkt aufheben, wenn letztlich eh egal und Abstinenzen hingenommen werden.

  • Ich wünsche mir angesichts solcher Fälle nur langsam wirklich dringlich eine veränderte Rechtslage, die das Recht auf Aufenthalt und Leistungen auch an gewisse Pflichten koppelt.

    Aber was ich weiß: ich würde bei einer Familie mit Migrationshintergrund die gleichen Maßnahmen einleiten wie bei einer Familie ohne Migrationshintergrund. Unterschiede mache ich da nicht.

    Stichwort: Gleichbehandlung

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

  • Die Familie kommt übrigens aus einem EU-Land.

    Schule hat für diese Familie nicht denselben Stellenwert wie für uns, doch auch wenn die Eltern das Schulgesetz missachten, es sind immer noch die Eltern. Obwohl ich ihr Verhalten grundfalsch finde, bin ich schon der Meinung, lieber ohne Bildung aufwachsen, als ohne die Eltern.

  • Ja, die unbegrenzte EU Zuwanderung aus bildungsfernen Schichten ist in meiner Stadt auch ein großes Problem und das sind die Kandidaten, die man dann irgendwann in der Ausbildungsvorbereitung vor sich sitzen hat. Wenn sie denn mal kommen. Läuft.

  • Stichwort: Gleichbehandlung

    Als Mutter eines besonderen Kindes muss ich leider sagen, dass es Gleichbehandlung bei Unterstützungsangeboten und Therapien, auch in der Schule, nicht gibt. Aber anders herum: Kinder mit Migrationshintergründen werden oft bevorzugt! Das bekommt man sogar direkt gesagt, denn „diese Familien brauchen Unterstützung“. Da dürfen die deutschen Familien (oder auch solche mit nicht mehr erkennbarem Migrationshintergründen) mal länger warten und müssen hart kämpfen. Die Ressourcen sind endlich, überall ist das Geld knapp und das Nachsehen haben die Kinder der Eltern, die sich kümmern und die arbeiten gehen. Die sind nämlich nicht so dringend. Und nein, das ist kein Einzelfall, diese Erfahrung macht das gesamte Netzwerk an Familien, dem ich angeschlossen bin. Aber sagen darf man nichts, dann würde man in die Rechte Ecke gestellt.

  • Als Mutter eines besonderen Kindes muss ich leider sagen, dass es Gleichbehandlung bei Unterstützungsangeboten und Therapien, auch in der Schule, nicht gibt. Aber anders herum: Kinder mit Migrationshintergründen werden oft bevorzugt! Das bekommt man sogar direkt gesagt, denn „diese Familien brauchen Unterstützung“. Da dürfen die deutschen Familien (oder auch solche mit nicht mehr erkennbarem Migrationshintergründen) mal länger warten und müssen hart kämpfen. Die Ressourcen sind endlich, überall ist das Geld knapp und das Nachsehen haben die Kinder der Eltern, die sich kümmern und die arbeiten gehen. Die sind nämlich nicht so dringend. Und nein, das ist kein Einzelfall, diese Erfahrung macht das gesamte Netzwerk an Familien, dem ich angeschlossen bin. Aber sagen darf man nichts, dann würde man in die Rechte Ecke gestellt.

    Wenn du die Bedürftigkeit einer Gruppe gegen die einer anderen ausspielst, stehst du halt schon Recht nah in der rechten Ecke. Sagen darfst du es natürlich trotzdem, machst du ja gerade.

    Ich renne von Pontius zu Pilatus wegen jedem Scheiß mit meinem schwerbehinderten Kind. Was andere nicht kennen, können sie nicht nachvollziehen. Man darf nicht allzuviel erwarten, das Mitleid schlägt bald in "sei mal nicht undankbar" um, wenn die Behinderung nach einem Jahr immer noch da ist aber die Mitmenschen wieder ihre Ruhe wollen.

    Konstruktiver ist es, für seine Rechte zu kämpfen und an den Stellen anzusetzen, wo die Gesetze gemacht werden und die Gesetze auszunutzen, die andere vor einem erkämpft haben.

  • Nicht ich spiele die Bedürftigkeit einer Gruppe gegen eine andere aus, sondern die Bedürftigkeit unserer Kinder wird von vielen Stellen gegen die Bedürftigkeit bestimmter Personengruppen ausgespielt. Und das ist leider kein Einzelfall! Und ja, alle diese Muser kämpfen für ihre Rechte, mit Widersprüchen, mit Anwälten und oft mit ihrer letzten Kraft. Und dann bekommen sie vor den Kopf geknallt: Die ukrainische Familie kommt vor Ihnen, die brauchen dringend Hilfe.


    Und nein, das ist leider kein Einzelfall. Und wenn ich in der rechten Ecke stehe wenn ich sage: so geht das nicht, dann stehe ich da in Zukunft mit voller Überzeugung!

  • Nicht ich spiele die Bedürftigkeit einer Gruppe gegen eine andere aus, sondern die Bedürftigkeit unserer Kinder wird von vielen Stellen gegen die Bedürftigkeit bestimmter Personengruppen ausgespielt. Und das ist leider kein Einzelfall! Und ja, alle diese Muser kämpfen für ihre Rechte, mit Widersprüchen, mit Anwälten und oft mit ihrer letzten Kraft. Und dann bekommen sie vor den Kopf geknallt: Die ukrainische Familie kommt vor Ihnen, die brauchen dringend Hilfe.


    Und nein, das ist leider kein Einzelfall. Und wenn ich in der rechten Ecke stehe wenn ich sage: so geht das nicht, dann stehe ich da in Zukunft mit voller Überzeugung!

    Das ist nicht uninteressant, darf ich fragen, wo ihr in direkter Konkurrenz zu Ukrainischen Familien steht und das auch noch so gesagt bekommt? Würde mich wirklich interessieren. Wer hat denn solche Entscheidungsfreiheiten?

  • Ohne Details zu nennen: in einer Schule und bei einer Therapieeinrichtung. Weitere Fälle ähnlicher Art wurden mir auch von anderen Stellen berichtet: wer wird beim Kinderarzt aufgenommen usw. Es mag regional sehr verschieden sein, aber hier stößt man überall auf Kapazitätsprobleme: Es fehlt entweder Personal oder Geld oder beides.

  • Ohne Details zu nennen: in einer Schule und bei einer Therapieeinrichtung. Weitere Fälle ähnlicher Art wurden mir auch von anderen Stellen berichtet: wer wird beim Kinderarzt aufgenommen usw. Es mag regional sehr verschieden sein, aber hier stößt man überall auf Kapazitätsprobleme: Es fehlt entweder Personal oder Geld oder beides.

    Du sagst es - und wenn Kapazitätsprobleme herrschen, wird irgendwer vorrangig behandelt. Geht nicht anders.

    Das kann und darf aber auch die ukrainische Familie sein. (Stichwort: Gleichbehandlung)

    Dann kann man sich über die Kapazitätsprobleme aufregen / ärgern, aber nicht über die Personen, die vorgezogen wurden und über eine angeblichen Bevorzugung.

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

  • Ohne Details zu nennen: in einer Schule und bei einer Therapieeinrichtung. Weitere Fälle ähnlicher Art wurden mir auch von anderen Stellen berichtet: wer wird beim Kinderarzt aufgenommen usw. Es mag regional sehr verschieden sein, aber hier stößt man überall auf Kapazitätsprobleme: Es fehlt entweder Personal oder Geld oder beides.

    Das sind aber alles private Entscheidungen, etwa bei Therapieterminen. Die Begründung ist wahrscheinlich nicht "die Ukrainische Familie hat Vorrang, weil sie ukrainisch ist" sondern "weil das Kind dringenderen Bedarf hat". Möglicherweise auch durch den Migrationshintergrund bedingt, etwa durch Fluchterfahrung oder weil keine Frühförderung stattgefunden hat, wofür andere Familien natürlich auch nichts können. Aber es ist nachvollziehbar, dass die Entscheidungen nach Dringlichkeit und eben nicht nach Nationalität gefällt werden, würde ich sicher auch so machen.

    Also vielleicht wirst du auch ungerecht behandelt, das kann ich nicht beurteilen, aber nach deiner Beschreibung geht es ja eher ums Hörensagen und die gefühlte Ungerechtigkeit anderer und das klingt für mich schwer nach "das Boot ist voll".

  • Man sieht halt die ukrainische Familie, die Hilfe erhält und nicht die, die auch keine erhält. Und dass viele deutsche Familien auch Hilfe erhalten und man prozentual vergleichen müsste, kann man natürlich nicht und dann kommt noch ein Merz.

    Ich lebe in einer Stadt mit dem höchsten Migrationsanteil, die vor 10 Jahren freiwillig überproportional Flüchtlinge aufgenommen hat und erlebe, dass vor allem Flüchtlinge im allgemeinen weniger Hilfe erhalten. Erstens weil sie gar nicht wissen, was möglich ist, zweitens, weil sie gar nicht die Zeit und Kraft haben, immer wieder nachzufragen.

    Wenn ich es oben richtig gelesen habe, wurde dir einmal gesagt, dass eine ukrainische Familie vor euch Hilfe bekommt? Wie viele ukrainische Familien wurden abgewiesen? Wie hoch ist die Dringlichkeit jeweils? Wollen die einen den Kinderarzt wechseln oder haben sie keinen?

    Durch solches Geschwätz kommen wieder die Rechtsaußen an die Macht, die hatten vor knapp 100 Jahren andere Lösungen für in ihren Augen lebensunwertem Leben.


    Ergänzung

    Ich sage nicht, dass man alles schlucken muss. Man sollte nur auf sein Geschwätz und mögliche Folgen achten.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Ich glaube nicht, dass es etwas bringt, wenn ich die Beispiele näher ausführe. Genauso sicher bin ich mir, dass die Betroffenen Familien keine Gleichberechtigung in der Vergabe von Plätzen für was auch immer sehen und sicher auch nicht der Meinung sind, dass temporär hier aufgenommene Menschen die gleichen Ansprüche haben sollten wie die, die vermutlich ihr ganzes Leben hier verbringen werden und die deutsche Staatsbürgerschaft haben.

    Hier wurde übrigens gerade für eine große Anzahl an Förderschulen der Unterricht gekürzt….. für alle Schulen, geistige und motorische Entwicklung. Der Bedarf wächst rasant und neue Schulen gegründet werden… Woran das liegt, darf gerne mal untersucht werden. Auf jeden Fall stehen jetzt alle betroffenen Eltern vor den Problemen, dass die Kinder schon um 14:00 Uhr wieder aus der Schule raus sind, freitags schon um zwölf. Und die FörderSchullehrer werden wahrscheinlich munter versetzt werden… so viel zum Thema Kapazität.

  • Nochmal:

    Klar kannst du dich über fehlende Kapazitäten aufregen. (Wenn du von den Fällen sprichst, von denen ich gehört habe, wird der Unterricht übrigen gekürzt, weil man Förderlehrer an neu gegründete Schulen versetzt).

    Aber die Schuld kannst du nicht den Flüchtlingen in die Schuhe schieben und denen das Recht auf Unterstützung absprechen. Damit machst du es dir zu einfach.

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

  • Grundversorgung in NDS sind 2 Std. pro Klasse pro Woche, die nicht gewährt werden, weil Lehrkräfte fehlen.

    „Inklusion“ muss an vielen Stellen ohne weiteres Personal auskommen, weil keines da ist.

    Ich führe gerade Gespräche mit Eltern, deren Kinder im Sommer zur Schule kommen werden, alle Kinder sind schon jetzt i-Kinder, haben Förderung bekommen. Das ändert aber nichts an den Ressourcen in den Schulen, die Förderung kann nicht aufrecht erhalten werden, weil nicht einmal die winzige Grundversorgung ausgestattet werden kann. Das hat mit einer Bevorzugung bestimmter Kinder oder Familien gar nichts zu tun.

    Ich verstehe, dass Familien eine andere Vorstellung von Inklusion haben, die habe ich auch, aber dies trifft in der Realität nicht zu. Die Familien sind enttäuscht, das gilt aber für alle Familien. Keine der Familien ist dafür verantwortlich (zu machen), das das eigene Kind oder ein anderes Kind zu wenig Förderung bekommt.

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