Warum ich andere vorm Seiteneinstieg warnen würde und meine Entscheidung heute anders aussehen würde

  • Du wirst hier offene Türen einzelnen einrennen. Im Forum sind wir uns eigentlich einig, dass Seiten- und Quereinstieg ihre Berechtigung haben, aber ein Referendariat in der Regel zu bevorzugen ist.

    Wer ist wir. Hatte einen Seiteneinstieg am BK gemacht und die Referendare haben mich beneidet. Das doppelte Geld, damals noch kürzere Ausbildungszeit und weniger Unterrichtsbesuche.

    Das was dem TE passiert ist, kann jedem passieren. Auch im Referendariat.

    Hat einfach eine ganz schlechte Schule erwischt.

  • Wie empfindest Du Deinen Job, wenn ich mal fragen darf?8)

    Ich habe für mich die ideale Balance aus Job, Verantwortung, Freizeit, Sicherheit und Geld gefunden.

    Kann ich ja auch nicht beurteilen, wie der einzelne konkrete Arbeitsplatz in der Schulstube für jeden einzelnen Kollegen aussieht.

    Dafür äußerst du dich aber sehr oft in allgemeiner Form.
    Und mit besonders konstruktiven Beiträgen, in denen du deine Berufserfahrung einbringst, bist du mir bisher auch nicht aufgefallen.

  • Milli85
    Es tut mir Leid, was Du erlebt hast und ich kann Deine Kritik am System Seiteneinstieg verstehen.
    Ich finde es auch problematisch, wenn man ohne entsprechende Vorbereitung Verantwortung übertragen bekommt.

    Die Verantwortung an sich war nicht das Problem. Eher diese friss oder stirb Haltung und die fiesen Schikanen einiger Kollegen.
    Ich bin ja sogar während der Krankschreibung schikaniert worden.
    Beispiel: Ich schreibe am Vortag, dass ich morgen früh zum Arzt gehe und mich danach melde. Der Arzt hat einen Sprechstundenausfall und ich warte 4 Stunden. Um 12 Uhr bekomme ich eine Mail von der Oberstufenleitung, weshalb ich mich nicht gemeldet hätte. Man geht davon aus, dass ich am nächsten Tag wiederkomme. Und all solche Witze.


    Und klar, vieles ist auch Schikane, aber es gibt eben Dinge, die sich auch wirklich nur auf Seiteneinsteiger beziehen und wo ich wirklich sagen muss, dass da vieles nicht funktioniert.

  • Wer ist wir. Hatte einen Seiteneinstieg am BK gemacht und die Referendare haben mich beneidet. Das doppelte Geld, damals noch kürzere Ausbildungszeit und weniger Unterrichtsbesuche.

    Das was dem TE passiert ist, kann jedem passieren. Auch im Referendariat.

    Hat einfach eine ganz schlechte Schule erwischt.

    Mag sein, aber wenn man nur das doppelte Gehalt sieht, dann läuft was verkehrt. Und welche kurze Ausbildungszeit? Ich finde 2 Jahre in meinem Fall nicht kurz.

  • Gerade für berufliche Schulen finde ich den Seiteneinstieg super! Aber er sollte m. E. immer mit dem Absolvieren eines Ref. verbunden sein.

    Das sollte es.


    Dazu kann man nur spezifisch was sagen, denn es gibt DAS System für Seiten-/Quereinsteiger gar nicht sondern mindestens 16 verschiedene (wahrscheinlich deutlich mehr, alleine in Hessen gibt/gab es 3). Nicht mal die Begriffe werden einheitlich verwendet.

    Deshalb schrieb ich ja, es ist meine Situation, wobei man vieles schon übertragen kann und vieles nicht okay ist.

    Die Jahrgänge nach mir haben auch noch mehr Abminderungsstunden.

    Man scheint langsam zu merken, dass es nicht schaffbar ist.

    Ich meine, sie schrieb mal, dass sie zu alt für die Verbeamtung sei.

    Ich hab den Job nie wegen der Verbeamtung gemacht. Zumal das durch meine langen Fehlzeiten sicher eh nichts mehr wird. Ich unterrichte einfach gerne.


    Und ja, wie gesagt. Ich hab vermutlich auch eine scheiß Schule erwischt.

    Ich hoffe, der Referent wird der Schulleitung und den jeweiligen Kollegen mal ein paar Takte erzählen, dass sie so keinen Nachwuchs kriegen, aber eigentlich wollen sie den ja gar nicht.

    Die Schule dort ist voll mit alten Leuten, die lieber als letzte von Board gehen, als dass es danach jemanden gibt, der den Dampfer nochmal in Schuss setzt und zur See fahren lässt.

  • Wir haben auch Seiteneinsteiger/Quereinsteiger (bei TfA). Einzelne Punkte deiner Kritik könnte auch auf Einzelne bei uns zutreffenden. Das liegt aber nicht unbedingt an uns Kollegen, sondern an der Art der Ausbildung. Es ist nun mal ein Unterschied, ob man einen Beruf grundlegend studiert oder nach einem Ferien-Pädagogikkurs (bei uns, + Fortbildungen während der Schuljahre) direkt Vollzeit quer einsteigt. Fehlende Inhalte müssen halt selbstständig nachgeholt werden. Dafür sind wir an der Schule nicht zuständig.

    Für Lehrer in der Induktionsphase (Ähnlich dem Ref) bieten wir Kollegen freiwillig nach Schulschluss "Ausbildungsstunden" an, wie z.B. Klassenbuch, Was tue ich, wenn..., Aufsichten, Notenlisten führen, ... Dazu laden wir die Quereinsteiger immer ein. Häufig fehlt denen aber das Interesse daran. Wir älteren Kollegen verlieren dann schon mal die Lust, ständig alles außerhalb dieser "Ausbildungsstunden" zu erklären bzw zu helfen. Das Angebot besteht ja.

    Hospitationsstunden: auch dazu laden wir Quereinsteiger freiwillig ein. Auch da ist das Interesse oft leider gering. Es verbietet dir doch keiner, einen Kollegen zu fragen, ob du mal bei ihm hospitieren darfst. Sogar wir alten Hasen machen das gegenseitig.

    Quereinsteiger, die unsere Hilfsangebote annehmen und auch von sich aus aktiv werden, kommen bei uns super durch und fühlen sich wohl. Die anderen nicht (leider die Mehrheit). Ich kann mir schon vorstellen, dass diese ähnliche Berichte wie du schreiben. Denen fehlt es aber oft an Selbstständigkeit, Eigeninitiative, Lernbereitschaft, Kritikfähigkeit, ...

    Überlege dir, was du an deinen Situation ändern kannst. Aber nur bei dir ansetzen. Beispiel: Mir fehlen Hospitationsstunden. Dann überlege, wann du bei wem hospitieren kannst. Kannst in deinen Ferien,wenn wir Schule haben auch zu mir kommen. Aber du musst aktiv werden.

  • Wieso nicht? Welche kritischen Aspekte (von denen es ja tatsächlich einige gibt) wären denn für dich derart gravierend, dass du keine Lust mehr hättest zu unterrichten? Du hast im Profil "Musik" stehen. Gerade das ist doch ein wundervolles Fach, in dem man mit ganz viel Praxis die Kinder abholen kann, unabhängig von sprachlichen und kulturellen Barrieren, egal ob sehr leistungsstark, leistungsschwach oder mit Förderschwerpunkt...

  • Du hast schon gelesen, dass fachinformatiker nicht über dich sondern über seine eigene Ausbildungszeit schrieb und dass dort "damals noch kürzere Ausbildungszeit" steht?!

    Du hast meinen Post scheinbar nicht verstanden.


    Für Lehrer in der Induktionsphase (Ähnlich dem Ref) bieten wir Kollegen freiwillig nach Schulschluss "Ausbildungsstunden" an, wie z.B. Klassenbuch, Was tue ich, wenn..., Aufsichten, Notenlisten führen, ... Dazu laden wir die Quereinsteiger immer ein. Häufig fehlt denen aber das Interesse daran. Wir älteren Kollegen verlieren dann schon mal die Lust, ständig alles außerhalb dieser "Ausbildungsstunden" zu erklären bzw zu helfen. Das Angebot besteht ja.

    Was für ein Traum. Das hätte es bei uns nie im Leben gegeben.

    Hospitationsstunden: auch dazu laden wir Quereinsteiger freiwillig ein. Auch da ist das Interesse oft leider gering. Es verbietet dir doch keiner, einen Kollegen zu fragen, ob du mal bei ihm hospitieren darfst. Sogar wir alten Hasen machen das gegenseitig.

    Ich habe 6 verschiedene Kollegen gefragt.

    Dauerantwort: "Das möchte ich nicht." oder "Heute passt es nicht, frag später nochmal."

    Irgendwann verliert man die Lust.

    ch kann mir schon vorstellen, dass diese ähnliche Berichte wie du schreiben. Denen fehlt es aber oft an Selbstständigkeit, Eigeninitiative, Lernbereitschaft, Kritikfähigkeit, ...

    Stark pauschalisiert ohne Beweise. Kaffeesatzlesen deluxe. Merkst du selbst, stimmts?

    Überlege dir, was du an deinen Situation ändern kannst.

    Gar nichts mehr. Deshalb habe ich ja die Schule gewechselt und den neuen Kollegen gehe ich mit der Anfrage nach Hospitationen genauso auf den Geist wie den alten.

    Aber danke, dass du den Hospitationspunkt ansprichst. Der fehlt noch in meinem Bericht.

  • Beitrag von Milli85 (2. Februar 2026 16:21)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor aus folgendem Grund gelöscht: Erledigt. Bin verrutscht (2. Februar 2026 16:23).
  • Wieso nicht? Welche kritischen Aspekte (von denen es ja tatsächlich einige gibt) wären denn für dich derart gravierend, dass du keine Lust mehr hättest zu unterrichten? Du hast im Profil "Musik" stehen. Gerade das ist doch ein wundervolles Fach, in dem man mit ganz viel Praxis die Kinder abholen kann, unabhängig von sprachlichen und kulturellen Barrieren, egal ob sehr leistungsstark, leistungsschwach oder mit Förderschwerpunkt...

    Beziehst du dich mit diesem Beitrag auf einen Post von BaldPension? Die TE hat nicht "Musik" im Profil stehen. Sie hat dort mittlerweile leider kaum noch etwas stehen; nicht mal ihre Schulform...

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Beziehst du dich mit diesem Beitrag auf einen Post von BaldPension?

    Möglicherweise! Bin noch Freier Musikalischer Mitarbeiter an meiner ehemaligen Schule und bekomme dadurch noch sehr vieles mit. Freilich aus der Perspektive der Unabhängigkeit.8)

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