KAoA: „Potentialentdeckung“ jetzt in der 9

  • Aber dass dann etliche studierende Studienganghopping betreiben und mehrere Semster verlieren oder nach dem Abi Ausbildungen abgebrochen werden, ist dann nicht so schlimm?

    Ist damals auch schon passiert, das lag dann eben in der Eigenverantwortung des Studenten bzw. Azubis. Und wenn es wirklich nichts für einen ist, dann sollte man eben abbrechen.

    Es wird hier (von Akademikern!) suggeriert, dass man durch den Ausbau der Berufsorientierung in quantitativ grotesken Maßstäben die Abbruchwahrscheinlichkeit gegen absolut utopische 0% streben lassen kann, wenn man doch nur noch mehr Tage mit BO-Kram vollpackt. Gleichzeitig werden Klassenteiler als gottgegeben hingenommen und sich damit abgefunden, dass das Gymnasium immer mehr zur Hauptschule der Nation verkommt.

    Außerdem kann man sowieso nicht alle retten! Und das sollte auch nicht unser Anspruch sein, zumindest nicht, wenn man halbwegs gesund in seinen Ruhestand gehen will.

  • Es wird hier (von Akademikern!) suggeriert, dass man durch den Ausbau der Berufsorientierung in quantitativ grotesken Maßstäben die Abbruchwahrscheinlichkeit gegen absolut utopische 0% streben lassen kann, wenn man doch nur noch mehr Tage mit BO-Kram vollpackt.

    Ah, ok, hatte ich gar nicht gelesen. Wer hat das geschrieben?

    Es gibt eindeutig auch noch ein paar Stufen zwischen 0% und den Zahlen, die wir heute haben. Ich wehre mich lediglich gegen die Annahme, dass am Gym KEINE BO stattfinden muss, weil sie ja Abitur machen. Das kam, soweit ich mich erinnere, von Dir FrozenYoghurt Ich wusste auch bisher nicht, dass Abitur ein Beruf ist. Bin halt nur vom BK und hab nicht mal ein Abitur.

    Ich sitze an einer Stelle, an der ich sehe, wie orientierungslos die Kids sind und sich nicht trauen, eine Ausbildung anzufangen. Ich sehe auch, dass das duale System unbeliebt geworden ist, obwohl andere Länder uns darum beneiden und das Ganze ein Erfolgsmodell ist. Kids, die von ihren Eltern suggeriert bekommen, ein Studium ist das einzig wWahre, dabei werden sie voraussichtlich nicht dazu in der Lage sein. Es kostet uns Unmengen an Geld, wenn die Kids Jedes Jahr einen neuen Bildungsgang starten, anstatt in die Ausbildung zu gehen.

    Und Abiturienten, die erfolglos ein Studium versucht haben, dann zwangsweise in der Ausbildung landen und sagen: Mir war nicht bewusst, was genau duale Ausbildung eigentlich ist und wie sie abläuft. Passt eigentlich perfekt zu mir. Davon habe ich jedes Jahr mindestens einen in nur meinem Beruf (der sehr klein ist!). In anderen Berufen sind das jedes Jahr mehrere. Diese Schleife hat der Gesellschaft reichlich Geld gekostet.

    Es geht um Möglichkeiten eröffnen und bekanntmachen. Ein Lösen aus der Blase der Familie. Aber wir können natürlich auch dabei bleiben, dass Hänschen das macht, was sein Vater schon gemacht hat. Traditionen: So wichtig.

  • Sissymaus


    Aus Sicht von jemandem, der 9 Jahre am Gymnasium war, verstehe ich aber auch, warum der Stellenwert dort ein anderer ist und die ganzen KAoA-Aktivitäten eher nebenbei laufen. Gerade in der Mittelstufe ist das Thema Berufswahl für die Schüler noch so weit weg, dass der tatsächliche Nutzen dieser Tage doch eher überschaubar ist. Bei der Potentialanalyse kamen auch oft Ergebnisse raus, die für die Schüler nicht so richtig nachvollziehbar und hilfreich waren. Meines Erachtens bräuchte es mehr Berufsorientierung in der Oberstufe, der Mittelstufenteil hat aber eher den Charakter von verordnetem Aktionismus.

    Ja, da gebe ich Dir Recht. Ich fand das für meinen Sohn auch wenig zielführend. Da ist auf jeden Fall Potential für Änderungen. Sich ganz rauszuziehen ist m.E. nicht der richtige Weg.

  • Es wird hier (von Akademikern!) suggeriert, dass man durch den Ausbau der Berufsorientierung in quantitativ grotesken Maßstäben die Abbruchwahrscheinlichkeit gegen absolut utopische 0% streben lassen kann, wenn man doch nur noch mehr Tage mit BO-Kram vollpackt.

    Richtig und weil es nicht zu 100% funktioniert, dann lassen wir es. Wenn wir schon dabei sind, dann kann auch der Unterricht in französisch weg, da habe ich kaum französisch gelernt. Zeitverschwendung. Mathematik lernen manche auch nicht richtig, kann also auch weg. Merkste selbst oder?

    Außerdem kann man sowieso nicht alle retten! Und das sollte auch nicht unser Anspruch sein, zumindest nicht, wenn man halbwegs gesund in seinen Ruhestand gehen will.

    Ne können wir nicht. Dann bleiben wir am besten ganz daheim, wenn wir nicht jeden retten können. Du sagst doch selbst, dass das nicht der Maßstab sein kann. Also können wir nicht 6% des Schuljahres für was anderes als Fachunterricht verwenden?

  • Nö.

    Doch! Oooh!

    ... oder ist mit "Nö" etwa 'keine Akademiker' gemeint?! Hmmm...

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

    Die Bildungsmisere (eine Anekdote)

    Der Vorwurf: "lächerliche Fremdwortdichte"

    Der Fakt: Ein Kommentar von 80 Wörtern beinhaltete das Wortpaar "quantifizierend exemplifizieren" - 2,5 %, indeed "lächerlic[h]" :zahnluecke:

  • Doch! Oooh!

    ... oder ist mit "Nö" etwa 'keine Akademiker' gemeint?! Hmmm...

    Wo steht denn, dass durch solche Maßnahmen die Abbruchquote in jedem Fall auf 0 gesenkt wird? Zeig mal.

  • Richtig und weil es nicht zu 100% funktioniert, dann lassen wir es. Wenn wir schon dabei sind, dann kann auch der Unterricht in französisch weg, da habe ich kaum französisch gelernt. Zeitverschwendung. Mathematik lernen manche auch nicht richtig, kann also auch weg. Merkste selbst oder?

    Reductio ad absurdum...

    Mal ehrlich, was sind das immer für 'Diskissionsstile' und rhetorische Windungen von Akademikern?

    Zitat

    Ne können wir nicht. Dann bleiben wir am besten ganz daheim, wenn wir nicht jeden retten können. Du sagst doch selbst, dass das nicht der Maßstab sein kann. Also können wir nicht 6% des Schuljahres für was anderes als Fachunterricht verwenden?

    Zu diesen kuriosen 'Argumentationsstilen' gehört dann auch, trotz Korrektur und wieder besseren Wissens den "6%"-Unsinn zu wiederholen; gerne nochmal (beispielhaft):

    Zitat

    Es fehlen mir im verantwortlichen Fach WiPo in der 8. Klasse eben nicht lediglich "3 komplette Tage", sondern in meinem einstündig unterrichteten Fach i.V.m. mit drr hohen Ausfallquote dann, wenn ich das so vor- und nachbereiten würde, wie es eigtl. angedacht ist, locker ein paar Wochen/Monate, in denen ich mich nicht mehr um das eigtl. Curriculum (wo dann gerade so 'unwichtige' Themen wie das polit. System der BRD anstehen...) kümmern kann.

    Was ist deines Erachtens der Gewinn von Einstiegsistrument und zwei Berufsfeldernundungen bei Achtklässlern, eimem zweiwöchigen Praktikum bei Neunklässleen umd 'nem einwöchigen Praktikum in der Q1?

    Gerne such nochmal (entgegen deinem Strohmann): Es geht nicht gg. BO per se, sondern Qualität und Quantität derselben speziell am Gymnasium.

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

    Die Bildungsmisere (eine Anekdote)

    Der Vorwurf: "lächerliche Fremdwortdichte"

    Der Fakt: Ein Kommentar von 80 Wörtern beinhaltete das Wortpaar "quantifizierend exemplifizieren" - 2,5 %, indeed "lächerlic[h]" :zahnluecke:

  • Wo steht denn, dass durch solche Maßnahmen die Abbruchquote in jedem Fall auf 0 gesenkt wird? Zeig mal.

    Insofern du aus dem Umstand, dass man nicht BO an sich in Frage stellt, sondern deren Qualität und Quantität am Gymnasium kritisiert, eine "dann lassen wir es."-Insinuation bastelst, liegt der Verdacht nahe...

    Oder du legst einfach solche Stilmittel nicht auf die Goldwaage, wenn du selbst entsprechende Übertreibungen formulierst.

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

    Die Bildungsmisere (eine Anekdote)

    Der Vorwurf: "lächerliche Fremdwortdichte"

    Der Fakt: Ein Kommentar von 80 Wörtern beinhaltete das Wortpaar "quantifizierend exemplifizieren" - 2,5 %, indeed "lächerlic[h]" :zahnluecke:

    Einmal editiert, zuletzt von PaPo (19. Februar 2026 08:04)

  • Insofern du aus dem Umstand, dass man nicht BO an sich in Frage stellt, sondern deren Qualität und Quantität am Gymnasium kritisiert, eine "dann lassen wir es."-Insinuation bastelst, liegt der Verdacht nahe...

    Oder du legst einfach solche Stilmittel nicht auf die Goldwaage, wenn du selbst entsprechende Übertreibungen formulierst.

    Für die Qualität ist die Schule selbst verantwortlich und die Quantität ist ziemlich gering. Also kritisiert ihr euch selbst oder wo liegt das Problem jetzt?

  • Für die Qualität ist die Schule selbst verantwortlich und die Quantität ist ziemlich gering. Also kritisiert ihr euch selbst oder wo liegt das Problem jetzt?

    ... wenn Blinde von Farben sprechen. Du hast halt k.A. davon, wle es (warum) läuft.

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

    Die Bildungsmisere (eine Anekdote)

    Der Vorwurf: "lächerliche Fremdwortdichte"

    Der Fakt: Ein Kommentar von 80 Wörtern beinhaltete das Wortpaar "quantifizierend exemplifizieren" - 2,5 %, indeed "lächerlic[h]" :zahnluecke:

  • Und Abiturienten, die erfolglos ein Studium versucht haben, dann zwangsweise in der Ausbildung landen und sagen: Mir war nicht bewusst, was genau duale Ausbildung eigentlich ist und wie sie abläuft. Passt eigentlich perfekt zu mir. Davon habe ich jedes Jahr mindestens einen in nur meinem Beruf (der sehr klein ist!). In anderen Berufen sind das jedes Jahr mehrere. Diese Schleife hat der Gesellschaft reichlich Geld gekostet.

    Diese Schleife liegt allerdings nicht an den schlechten oder zu wenig umfangreichen Berufsorientierungsmaßnahmen der Schulen, sondern an der in der Gesellschaft weit verbreiteten Haltung, dass nur ein Studium einen guten Beruf mit ausreichendem Verdienst ermöglicht.

  • sondern an der in der Gesellschaft weit verbreiteten Haltung, dass nur ein Studium einen guten Beruf mit ausreichendem Verdienst ermöglicht.

    Das beginnt aber jetzt auch langsam zu bröckeln durch die Berichte über gestiegene Arbeitslosenzahlen unter jungen Akademikern in letzter Zeit.

  • Ah, ok, hatte ich gar nicht gelesen. Wer hat das geschrieben?

    Es gibt eindeutig auch noch ein paar Stufen zwischen 0% und den Zahlen, die wir heute haben. Ich wehre mich lediglich gegen die Annahme, dass am Gym KEINE BO stattfinden muss, weil sie ja Abitur machen. Das kam, soweit ich mich erinnere, von Dir FrozenYoghurt Ich wusste auch bisher nicht, dass Abitur ein Beruf ist. Bin halt nur vom BK und hab nicht mal ein Abitur.

    Ich sitze an einer Stelle, an der ich sehe, wie orientierungslos die Kids sind und sich nicht trauen, eine Ausbildung anzufangen. Ich sehe auch, dass das duale System unbeliebt geworden ist, obwohl andere Länder uns darum beneiden und das Ganze ein Erfolgsmodell ist. Kids, die von ihren Eltern suggeriert bekommen, ein Studium ist das einzig wWahre, dabei werden sie voraussichtlich nicht dazu in der Lage sein. Es kostet uns Unmengen an Geld, wenn die Kids Jedes Jahr einen neuen Bildungsgang starten, anstatt in die Ausbildung zu gehen.

    Und Abiturienten, die erfolglos ein Studium versucht haben, dann zwangsweise in der Ausbildung landen und sagen: Mir war nicht bewusst, was genau duale Ausbildung eigentlich ist und wie sie abläuft. Passt eigentlich perfekt zu mir. Davon habe ich jedes Jahr mindestens einen in nur meinem Beruf (der sehr klein ist!). In anderen Berufen sind das jedes Jahr mehrere. Diese Schleife hat der Gesellschaft reichlich Geld gekostet.

    Es geht um Möglichkeiten eröffnen und bekanntmachen. Ein Lösen aus der Blase der Familie. Aber wir können natürlich auch dabei bleiben, dass Hänschen das macht, was sein Vater schon gemacht hat. Traditionen: So wichtig.

    Sorry, leider totaler Unfug. Bitte lies noch einmal meinen Post #33 genau nach. Dass Abitur kein Beruf ist, kann man auch ohne Abitur wissen.

    Richtig und weil es nicht zu 100% funktioniert, dann lassen wir es. Wenn wir schon dabei sind, dann kann auch der Unterricht in französisch weg, da habe ich kaum französisch gelernt. Zeitverschwendung. Mathematik lernen manche auch nicht richtig, kann also auch weg. Merkste selbst oder?

    Ne können wir nicht. Dann bleiben wir am besten ganz daheim, wenn wir nicht jeden retten können. Du sagst doch selbst, dass das nicht der Maßstab sein kann. Also können wir nicht 6% des Schuljahres für was anderes als Fachunterricht verwenden?

    Ich verstehe nicht, was überhaupt dein Problem ist, dass du so schnippisch und albern reagierst. Machst du das in deinem Unterricht auch so, dass du abweichende Meinungen einfach publik ins Absurde übersteigerst und deinem Gegenüber Worte oder Folgerungen in den Mund legst, die es so niemals geäußert hat? Man verzeihe mir die rhetorische Frage, aber ich muss mich doch sehr wundern, wie weit weg vom akademischen Ductus so manche Forendiskussion hier verläuft. Ich empfehle dir, die Posts nochmal genau durchzulesen, es hapert deutlich am Textverständnis. Oder aber am Unwillen, vernünftig auf Diskussionspartner einzugehen. So ist das Eckkneipenniveau.

    Für die Qualität ist die Schule selbst verantwortlich und die Quantität ist ziemlich gering. Also kritisiert ihr euch selbst oder wo liegt das Problem jetzt?

    Und hier machst du es dir extrem bequem, ähnlich wie zahlreiche Politiker im Bildungswesen: Hauptsache, ressourcenfressende Programme wortgewaltig durchdrücken, um anschließend die Verantwortung an die einzelne Schule zu übertragen, anstatt gemeinsame Programme oder Standards zu entwickeln. So geht es uns doch auch seit etlichen Jahren mit der Handyregelung.

    Nochmal mein Standpunkt: BO am Gym ja, aber bitte in angemessenem Umfang. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass eine Lehrkraft wie ein Vermittler der Arbeitsagentur auftreten muss und SuS, die ein Recht auf ein breites Bildungsangebot haben, das zur Interessens- und Persönlichkeitsbildung gereicht, einfach nur stumpf in irgendwelche Jobs presst. Hauptsache, die Zahlen stimmen, richtig? Außerdem bin ich auch kein Sozialarbeiter, der Schülern Bewerbungen erstellt oder gar dabei hilft, zu telefonieren. Wenn das eure Dienstauffassung ist, bitte, macht, was euch glücklich macht. Aber übertragt bitte eure mir seltsam anmutende Auffassung bitte nicht mit einer solchen moralingesäuerten Arroganz auf alle anderen. Das wäre nett.

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