Familienfreundlichkeit im Lehrberuf

  • Was meinst du damit?

    Die klassische Erzieherausbildung (m/w/d) ist ja, wenn ich richtig informiert bin, eine schulische Ausbildung, die nicht vergütet wird. Und dann gibt es seit ein paar Jahren das Modell der praxisintegrierten Ausbildung, bei der, analog zur dualen Ausbildung, die Auszubildenden (m/w/d) einer pädagogischen Einrichtung fest zugeordnet sind und auch eine Vergütung erhalten.

  • Wieso sollte es schwierig sein? Das halten immer nur die Vollzeitkräfte für schwierig, weil sie ihre Vorteile nicht abgeben möchten.

    Wenn man konsequent Ausflüge, TdoT, Konferenzen, Elterngespräche, Klassenleitungsaufgaben, Aufsichten etc. prozentual anteilig vergeben würde, müssten die Vollzeitkräfte diese Aufgaben bis zu den 100% übernehmen. Oder eine Klasse macht weniger Ausflüge, das Sommerfest hat einen Stand weniger Aber da quengeln dann nicht nur Kollegen sondern auch Schulleitung und Eltern oft genug.

    Es ist nicht nur eine Frage des Wollens. Die Probleme sind systemimmanent. Wir arbeiten und mit Menschen und können die Arbeiten nicht einfach an eine andere Person übergeben. Die Verkäuferin macht ihre Kasse zu und die nächste macht einfach an gleicher Stelle weiter. Das geht im Unterricht nicht.

    Wenn Du Religion an der Sek 1 unterrichtest, kann man sicherlich einen guten Stundenplan basteln. Aber was ist, wenn Du Deutsch in der ersten Klasse unterrichtest? Unterrichtet dann Person A die Klasse Montags und Dienstags, Person B übernimmt Mittwoch und Donnerstags den Unterricht und Freitag kommt Person C?

    Wir haben an den Grundschulen einen immensen Teilzeitkräfteanteil. Vielleicht sind 20% Vollzeitkräfte. Wie soll es mit Konferenzen, Ordnungsmaßnahmen, Elterngesprächen, Expertengesprächen funktionieren? Irgendjemand hat immer seinen freien Tag. Dann kannst Du auch Kollegen nicht einfach ersetzen, weil alle nur Teilzeit arbeiten wollen.

    Sicherlich muss nicht jede Klasse das gleiche Programm haben. Aber irgendwann werden Eltern und Schüler auch meckern. Und grundsätzlich sollte es doch zu mindestens auch ähnlich sein. Wenn Klasse 3a nur Montags und Dienstags Ausflüge machen kann, weil sonst Frau Müller ihren freie Tage hat, ist das ein Problem. Und wenn wir 80% Teilzeitquote haben, kann man sie auch nicht ersetzen.

    Überregionale Veranstaltungen können kaum einzelne Lehrkräfte berücksichtigen. Für bestimmte Fortbildungen muss ich einfach an bestimmten Zeiten präsent sein.

    Es gibt einfach unteilbare Aufgaben. Nicht aus Sicht des Arbeitsrechtes sondern aus der Realität heraus. Wenn ich in der Grundschule ein extrem auffälliges Kind habe, ist es vielleicht nur die Klassenlehrkraft, die es wieder einfangen kann. Wenn sich eine Schülerin gerade ihre Lehrkraft anvertraut hat, kann nicht am nächsten Tag Kollege XY kommen und dort weitermachen. Wenn ich Kinder zielgerichtet fördern will, kann man das oft nur schwierig aufteilen.

    Alles hängt auch wieder von den Fächern ab. Die Sportlehrkraft wird es eher umsetzen können als jemand der Hauptfächer unterrichtet. Wenn dann Elternsprechtag ist, will mich jedes Elternteil ausführlich sprechen. Dann kann ich nicht sagen, ich habe aber Teilzeit.

    Letztlich ist es auch bei Vollzeitkräften nicht anders. Keiner von uns kann sagen, das sind meine 40 Stunden und nur innerhalb dieses Zeitraumes stehe ich zur Verfügung. Wie oft ist man abends in der Schule. Wenn ich sagen würde, dass ich täglich von 8 - 17 Uhr zur Verfügung stehe und außerhalb dieser Zeit nicht, klappt es auch nicht. Schule muss auch mal spontan reagieren. Wenn etwas schlimmes passiert, muss man kurzfristig einen gemeinsam Termin vereinbaren.

    Auch ein Notarzt, ein Polizist oder was auch immer, muss damit rechnen. Dafür sind die meisten Lehrkräfte auch verbeamtet.

    Letztlich kann man gemeinsam vieles erreichen und gute Kompromisse finden. Aber als Teilzeitlehrkraft muss man auch wissen, dass Teilzeit in unserem Bereich nur schwierig umzusetzen ist und sich oft nicht so lohnt.

  • Letztlich kann man gemeinsam vieles erreichen und gute Kompromisse finden. Aber als Teilzeitlehrkraft muss man auch wissen, dass Teilzeit in unserem Bereich nur schwierig umzusetzen ist und sich oft nicht so lohnt.

    Aber weil es schwer umzusetzen ist, ist das dennoch kein Grund, TZ-Kräfte über ihr TZ-Maß hinaus arbeiten zu lassen.

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

  • So, ich mach jetzt was, was ich eigentlich nicht mache: Ich antworte, ohne alle Beiträge gelesen zu haben, deshalb doppelt es sich vielleicht, dann ist es aber auch nicht schlecht, diese Aussage aus mehreren Mündern zu hören:

    Ich unterrichte Deutsch und Englisch am Gymnasium, habe immer überwiegend Oberstufe.
    Und ja, die Korrekturen sind für mich das Härteste am Job und zumindest für mich hat sich das nicht grundlegend geändert, auch wenn ich natürlich deutlich souveräner und schneller geworden bin. Aber emotional belaten sie mich auch nach 20 Jahren noch.

    Aber:

    • Ich komme nur sehr selten mal über meine Wochenarbeitszeit von 41-46 Stunden (- die 46 Stunden als PI-mal-Daumen Berechnung, um die Ferien jenseits des Urlaubsanspruches weitestgehend frei zu haben).
    • Ich korrigiere in den meisten Herbst-, Weihnachts-, Faschings-, Oster- und Pfingstferien, aber nie (!) die gesamten Ferien und selbstverständlich nie einen ganzen Arbeitstag lang.
    • Man darf nie vergessen, dass Deutsch und Englisch Hauptfächer mit entsprechender Stundenzahl sind. Kollegen mit Nebenfächern haben entpsrechend mehr Lerngruppen und dadurch ihre eigenen Belastungen.

    Langer Rede kurzer Sinn: Ja, die Belastung ist real. Aber die Entlastungsmöglichkeiten sind es auch. Allerdings muss man halt auch Tipps und Hilfestellungen annehmen und darf nicht einfach alles ablehnen, weil man sich in seinem eigenen Elend suhlt.

    Und jetzt gehe ich zurück an den Schreibtisch, obwohl ich heute schon bis 16.30 Uhr Unterricht hatte. Aber morgen habe ich nur zwei Stunden und da möchte ich danach auch nicht so viel machen. Die freie Zeiteinteiung ist nämlich ebenfalls real.

  • Findet ihr Konferenztage im Zuge einer Vereinbarkeit von Arbeit und Familie sinnvoll?

    Ja, sehr sinnvoll, da kann die Betreuung besser geplant werden und auch die freien Tage eben von der Schulleitung meistens nicht dahin gelegt werden (weil wie gesagt sie dann jedesmal einen Ausgleich für Konferenzen geben müssten), übrigens würde bei uns niemand auf die Idee kommen, dass an Klassenlehrertagen die Klassenlehrer, die frei haben erscheinen oder an Wandertagen (die jeder bei uns selber festlegt) oder beim Sportfest oder oder oder.

    Nein, bis auf Einschulung (die für alle am freien Tag, nämlich dem Samstag liegt), der Weihnachtsmarkt und dem Sommerfest müssen keine Veranstaltungen (außer gegen Ausgleich Konferenzen) an freien Tagen besucht werden!

    Wäre ja auch noch schöner.

    Aber ich weiß, dass nun gleich wieder die kommen, die neidisch auf die Berliner Frauenförderpläne sind, die so etwas vorgeben ;)

  • Aber weil es schwer umzusetzen ist, ist das dennoch kein Grund, TZ-Kräfte über ihr TZ-Maß hinaus arbeiten zu lassen.

    Die Frage ist, was das TZ-Maß ist. Es ja auch bei den Vollzeitkräften nicht klar. Wenn Termine über die Woche verteilt liegen, was ist das angemessene Maß?

  • Die Frage ist, was das TZ-Maß ist. Es ja auch bei den Vollzeitkräften nicht klar. Wenn Termine über die Woche verteilt liegen, was ist das angemessene Maß?

    Ich bezog mich auf klar benannte nicht teilbare Aufgaben wie bspw. Konferenzen, Klassenleitungen etc.

    Und den Begriff des TZ-Maßes bezog ich auf den Anteil der TZ zu VZ, der das Maß bildet, entsprechend bei den nicht teilbaren Aufgaben Entlastung zu schaffen.

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

  • Ich bezog mich auf klar benannte nicht teilbare Aufgaben wie bspw. Konferenzen, Klassenleitungen etc.

    Und den Begriff des TZ-Maßes bezog ich auf den Anteil der TZ zu VZ, der das Maß bildet, entsprechend bei den nicht teilbaren Aufgaben Entlastung zu schaffen.

    Aber wenn es Aufgaben gibt, die unteilbar sind, ist das halt schwierig möglich. Das habe ich ja in meinem Post geschrieben. Das ist bei Vollzeit das gleiche Problem. Wenn Du in Teilzeit einen großen Deutsch-Abi-Kurs hast, wirst Du um die Mehrarbeit nicht rumkommen. Das gleiche als Klassenlehrkraft in der Grundschule.
    Natürlich soll und kann man in Maßen Ausgleich schaffen. Aber das geht halt nicht zu 100%. Genauso ist auch bei Vollzeitkräften. Das ist am Ende halt typisch für unseren Beruf.

  • Ich bezog mich auf klar benannte nicht teilbare Aufgaben wie bspw. Konferenzen, Klassenleitungen etc.

    Hier braucht es Mut, um diese "nicht teilbare(n) Aufgaben" teilbar zu machen. Wie gesagt: Wer etwas wirklich will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe dagegen.

    Bei Konferenzen könnte man es so machen, dass Vollzeitkollegen (m/w/d) an jeder Konferenz teilnehmen. Teilzeitkräfte nehmen, je nach Ausmaß der Teilzeit, an jeder 2. bis 3. Konferenz teil. Bei allen verpassten Konferenzen kann man sich entweder das Protokoll durchlesen oder sich von den Vollzeitkollegen (m/w/d) auf den neuesten Stand bringen lassen.

    Man muss nicht an jeder Konferenz teilnehmen. Wenn Kollegen (m/w/d) erkranken und aus dem Grund nicht an Konferenzen teilnehmen können, bricht ja auch nicht das System direkt zusammen.

    Bei Klassenleitungen kommt es auf die Schulform an. Ich weiß, dass an Grundschulen und sonderpädagogischen Förderzentren die Klassenleitung möglichst jeden Tag die Klasse gesehen haben soll. Hier fehlt mir die Erfahrung, was hier praktikable Alternativen wären. Eine Idee von mir wäre eine Art Co-Klassenleitung von zwei Teilzeitkräften. In meinen Bildungsgängen wäre eine Klassenleitung auch möglich, wenn die Lehrkraft die Klasse nur an 2-3 Tagen die Woche sieht, wobei bei uns zumindest in Klasse 5/6 geschaut wird, dass die 3 Tage möglichst nicht unterschritten werden.

  • Aber wenn es Aufgaben gibt, die unteilbar sind, ist das halt schwierig möglich. Das habe ich ja in meinem Post geschrieben. Das ist bei Vollzeit das gleiche Problem. Wenn Du in Teilzeit einen großen Deutsch-Abi-Kurs hast, wirst Du um die Mehrarbeit nicht rumkommen. Das gleiche als Klassenlehrkraft in der Grundschule.
    Natürlich soll und kann man in Maßen Ausgleich schaffen. Aber das geht halt nicht zu 100%. Genauso ist auch bei Vollzeitkräften. Das ist am Ende halt typisch für unseren Beruf.

    Da die Klassenleitung eine nicht teilbare Aufgabe ist, muss durch die Schule ein Ausgleich geschaffen werden. Das ist keine Frage von "typisch für den Beruf". Ich wiederhole: Für TZ-Kräfte MUSS für nicht teilbare Aufgaben ein Ausgleich geschaffen werden.

    Und da erhoffe ich mir besonders für die TZ-Kräfte, dass eine AZ-Erfassung ihnen endlich eine adäquate Entlastung bringen wird. Dieses Problem wird ja bewusst ignoriert.

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
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  • Hier braucht es Mut, um diese "nicht teilbare(n) Aufgaben" teilbar zu machen. Wie gesagt: Wer etwas wirklich will, findet Wege. Wer etwas nicht will, findet Gründe dagegen.

    Bei Konferenzen könnte man es so machen, dass Vollzeitkollegen (m/w/d) an jeder Konferenz teilnehmen. Teilzeitkräfte nehmen, je nach Ausmaß der Teilzeit, an jeder 2. bis 3. Konferenz teil. Bei allen verpassten Konferenzen kann man sich entweder das Protokoll durchlesen oder sich von den Vollzeitkollegen (m/w/d) auf den neuesten Stand bringen lassen.

    Man muss nicht an jeder Konferenz teilnehmen. Wenn Kollegen (m/w/d) erkranken und aus dem Grund nicht an Konferenzen teilnehmen können, bricht ja auch nicht das System direkt zusammen.

    Bei Klassenleitungen kommt es auf die Schulform an. Ich weiß, dass an Grundschulen und sonderpädagogischen Förderzentren die Klassenleitung möglichst jeden Tag die Klasse gesehen haben soll. Hier fehlt mir die Erfahrung, was hier praktikable Alternativen wären. Eine Idee von mir wäre eine Art Co-Klassenleitung von zwei Teilzeitkräften. In meinen Bildungsgängen wäre eine Klassenleitung auch möglich, wenn die Lehrkraft die Klasse nur an 2-3 Tagen die Woche sieht, wobei bei uns zumindest in Klasse 5/6 geschaut wird, dass die 3 Tage möglichst nicht unterschritten werden.

    Ja da schreibst du viele sinnvolle Sachen. Das Problem ist aber, dass die TZ-Kräfte, die ich kenne (insbesondere an GSen) weder bei den Konferenzen, noch bei der Klassenleitung, bei Elterngesprächen, bei Klassenfahrten, bei Sommerfesten, Projektwochen etc. pp. eine Entlastung für ihre strukturell bedingte Mehrarbeit über ihr TZ-Maß hinaus bekommen.

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
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  • Bei Stufen- und Fachkonferenzen ist es bei uns genau so, dass es teilbar gemacht wurde. In Berlin nimmt man nicht in jedem Fach teil, sondern eigentlich an zwei Fächern, bei Teilzeit ist es bei uns nur ein Fach und Stufenkonferenzen kommen wir TZ-Kollegen eben einfach nur anteilig, haut eigentlich immer irgendwie hin. Alles kein Problem und bei uns sind viele Klassenlehrer nicht alle Tage da, selbst von den Jül-Klassen, dann haben sie eben an den Tagen andere Fächer z.B. nur bei zwei Tagen nicht da, wollten sie mir keine kleine Klassenleitung geben, dann eben nicht, wer nicht will, der hat schon ;)

  • Bei Konferenzen könnte man es so machen, dass Vollzeitkollegen (m/w/d) an jeder Konferenz teilnehmen. Teilzeitkräfte nehmen, je nach Ausmaß der Teilzeit, an jeder 2. bis 3. Konferenz teil. Bei allen verpassten Konferenzen kann man sich entweder das Protokoll durchlesen oder sich von den Vollzeitkollegen (m/w/d) auf den neuesten Stand bringen lassen.

    Das haben wir mal versucht. Wir hatten damals exakt 2 Vollzeitkräfte. Das führte dazu, dass bei jeder Konferenz andere TZ-Kräfte anwesend waren. Am Ende konnten keine Absprachen stattfinden und keine sinnvolle Beschlüsse gefasst werden. Das mag an der SEK 1 anders sein aber gerade in der Grundschule dienen die üblichen DVs auch einfach zum Austausch und zur gemeinsamen Absprache.

  • Da die Klassenleitung eine nicht teilbare Aufgabe ist, muss durch die Schule ein Ausgleich geschaffen werden. Das ist keine Frage von "typisch für den Beruf". Ich wiederhole: Für TZ-Kräfte MUSS für nicht teilbare Aufgaben ein Ausgleich geschaffen werden.

    Und da erhoffe ich mir besonders für die TZ-Kräfte, dass eine AZ-Erfassung ihnen endlich eine adäquate Entlastung bringen wird. Dieses Problem wird ja bewusst ignoriert.

    Wir haben fast nur Teilzeitkräfte. Wie soll das gehen?
    Ich habe durchaus deine Meinung verstanden. Aber es hilft nichts, wenn sie an der Praxis scheitern. Ich kann gerne jeder Teilzeitkraft sagen, dass sie sich einen Ausgleich schaffen soll. Wie das funktionieren soll, ist dann eine andere Frage. Am besten bereitet sie ihren Unterricht dann einfacher schneller vor oder korrigiert schneller. Wie gesagt, auch bei Vollzeitkräften entsteht das Problem.

    Eine Arbeitszeiterfassung ist sicherlich eine interessante Sache. Sie wird bei allen Lehrkräften Probleme zeigen. Das hat aber nur begrenzt etwas mit Teilzeit zu tun.

    Das Problem bei der Teilzeit ist auch oft nicht die unteilbaren Aufgaben. Das Problem sind Springstunden, Einsatz nicht am Stück, etc.

  • Sagen wir mal, ein kleines Kollegium besteht aus 20 Kollegen (m/w/d) und die Hälfte fehlt (u.a.) aus Teilzeitgründen bei einer Konferenz. Was spricht dagegen, dass die anwesenden Kollegen (m/w/d) die Beschlüsse fassen und die abwesenden Kollegen (m/w/d) die Ergebnisse, sobald sie wieder vor Ort sind, nachlesen bzw. in Erfahrung bringen?

    So würde es doch auch passieren, wenn Kollegen krankheitsbedingt von Konferenzen fernbleiben, oder?

  • Sagen wir mal, ein kleines Kollegium besteht aus 20 Kollegen (m/w/d) und die Hälfte fehlt (u.a.) aus Teilzeitgründen bei einer Konferenz. Was spricht dagegen, dass die anwesenden Kollegen (m/w/d) die Beschlüsse fassen und die abwesenden Kollegen (m/w/d) die Ergebnisse, sobald sie wieder vor Ort sind, nachlesen bzw. in Erfahrung bringen?

    So würde es doch auch passieren, wenn Kollegen krankheitsbedingt von Konferenzen fernbleiben, oder?

    Bei Abstimmungen kann es aber eng werden werden. Wenn dann noch Pfarrer und andere Leute fehlen, die nicht täglich da sind, oder jemand krank ist, ist man gleich nicht mehr beschlussfähig.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Sagen wir mal, ein kleines Kollegium besteht aus 20 Kollegen (m/w/d) und die Hälfte fehlt (u.a.) aus Teilzeitgründen bei einer Konferenz. Was spricht dagegen, dass die anwesenden Kollegen (m/w/d) die Beschlüsse fassen und die abwesenden Kollegen (m/w/d) die Ergebnisse, sobald sie wieder vor Ort sind, nachlesen bzw. in Erfahrung bringen?

    So würde es doch auch passieren, wenn Kollegen krankheitsbedingt von Konferenzen fernbleiben, oder?

    Das war auch unsere Idee. Am Ende waren meist 2/3 da. Aber es wird halt viel auch abgesprochen, Termine vereinbart usw.. Wir hatten dann vereinbart, wer nicht da ist, hat Pech gehabt. Aber dann hast Du z.B. Karneval auf Tag XY gelegt und dann kam raus, dass die Klasse von der abwesenden Person, da nicht da ist. Oder es wurden Vereinbarungen getroffen, die aus welchen Gründen auch immer, für eine der abwesenden Personen doof waren. Am Ende führte es dazu, dass Themen auf der nächsten DV wieder aufgewärmt wurden oder das Leute unzufrieden waren. Bei uns ist halt auch so, dass fast alles, was auf der DV besprochen wird, alle betrifft. Dann wurden auf der DV die Praktikanten verteilt und Kollegin y kam an nächsten Tag und hatte Praktikantin Z in der eigenen Klasse und wollte auch so gerne eine. Wir haben dann gemeinsam festgestellt, dass es mehr Probleme macht als es hilft und haben es wieder abgeschafft. Bei der Fachkonferenzen etc. handhaben wir es tatsächlich anders. Da versuchen wir zu entlasten. Bei Klassenkonferenzen kann man auch mal "unwichtige" Lehrkräfte rauslassen. Aber auch da. Wenn ich als TZ-Kraft Deutsch unterrichte, muss ich in der Regel da sein. Bei der Sportlehrkraft ist das meistens nicht so wichtig.

  • Bei Abstimmungen kann es aber eng werden werden. Wenn dann noch Pfarrer und andere Leute fehlen, die nicht täglich da sind, oder jemand krank ist, ist man gleich nicht mehr beschlussfähig.

    Vor allem wird auch oft viel im Konsens entschieden. Man tauscht sich aus und findet eine gemeinsame Basis. Da ist es auch wichtig, wenn alle da sind.

  • Susaenne: Hattest Du dich nicht gegen die verwirrt-Smileys ausgesprochen?

    Was verwirrt dich? Das wir an der Grundschule fast nur Teilzeitkräfte haben? Ist das in Berlin anders?

    Oder das Konferenzen an der SEK 1 anders laufen als an der kleinen Grundschule?

  • Wir haben fast nur Teilzeitkräfte. Wie soll das gehen?
    Ich habe durchaus deine Meinung verstanden. Aber es hilft nichts, wenn sie an der Praxis scheitern. Ich kann gerne jeder Teilzeitkraft sagen, dass sie sich einen Ausgleich schaffen soll. Wie das funktionieren soll, ist dann eine andere Frage. Am besten bereitet sie ihren Unterricht dann einfacher schneller vor oder korrigiert schneller. Wie gesagt, auch bei Vollzeitkräften entsteht das Problem.

    Solche Probleme entstehen bei vielen LK, aber im besonderen Maß bei TZ-LK. Wenn eine VZ und eine TZ gleichermaßen eine KL haben, dann bedeutet das an der Stelle aber eine größere Überlastung der TZ-LK. Ich weiß, dass an GSen durch Förderpläne, Elterngespräche, Dokumentationspflichten etc. pp. besonders an Schulen in Brennpunkten eine Überlastung entstanden ist, die die Menschen dort ausbrennt. Schnelleres Korrigieren oder schnelleres Planen von Unterricht ist aber eben keine Lösung, besonders dann, wenn differenziert werden muss etc.

    Das Scheitern in der Praxis sehe ich auch wie du. Der Grund ist struktureller Natur, weil eben die Besetzung mit Personal nicht berücksichtigt, dass eine Entlastung möglich wird. Das ist eben strukturell darauf ausgelegt, dass diese Entlastung nicht stattfinden kann. Die GS-Lehrerin in TZ kann ja nicht nach der Hälfte der Wortzeugnisse aufhören zu schreiben oder nach der Hälfte der Eltern die Zeugnisgespräche beenden etc.

    Eine Arbeitszeiterfassung ist sicherlich eine interessante Sache. Sie wird bei allen Lehrkräften Probleme zeigen. Das hat aber nur begrenzt etwas mit Teilzeit zu tun.

    s.o. Ich weiß um die Belastungssituation auch der VZ-LK. Bei TZ-LK kommt dies aber noch stärker zum Tragen. Und eine AZ-Erfassung würde hoffentlich Lösungen erzwingen oder zumindest die strukturell angelegte Überlastung reduzieren.

    Das Problem bei der Teilzeit ist auch oft nicht die unteilbaren Aufgaben. Das Problem sind Springstunden, Einsatz nicht am Stück, etc.

    Die Probleme bei TZ sind wirklich vielseitig.

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

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