Wie viele Empfehlungen bekommt ihr so?

  • Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und klare Schwerpunktsetzungen - Stärkung der Basiskompetenzen | Bildungsportal NRW https://share.google/Ox5kFySTU0r1knBFB

    Das ist bestimmt alles gut und richtig, aber warum wird nicht den Studierenden bereits vermittelt, dass Lautlesen effektiv ist? Ist es nicht auch übergriffig, den Grundschulen Lesezeiten zu verordnen und dergleichen mehr?

    Erst werden iPads verteilt und jeder muss Fortbildungen besuchen, wie man Videos zur Kartoffel dreht. Und dann wird erzählt, wie oft man wie viele Minuten auf welche Weise lesen soll. Die Kartoffelvideos werden natürlich trotzdem erwartet...

    Welche Vorgaben bekommt man anderswo, andere Schularten, andere Buländer?

    Wie geht es diesbezüglich eigentlich den Förderschullehrkräften? Ich muss mit 1000 Jahre alten Heften arbeiten und entnehme jegliche aktuelle Erkenntnis der Onlinepresse zur Grundschuldidaktik.

    Würde mir manchmal tatsächlich eine Vorgabe mehr wünschen, damit nicht ich persönlich verantwortlich gemacht werde, wenn das Kind mit einem IQ von 67 nicht lehrplangerecht rechnen oder lesen lernt.

  • zynisch aber halb ernst gemeint:
    In meinem BL, und es wird ziemlich sicher in deinem auch sein, ist die professionelle Selbstentwicklung Teil meiner Dienstpflicht. Das heißt: ICH habe die Aufgabe, mich auf dem aktuellen Stand zu halten.
    In letzter Zeit ist auch tatsächlich das diesbezügliche (öffentliche!) Angebot des Landes zum Wissenstransfer richtig gut. Neueste Studien werden kurz zusammengefasst oder in Podcasts verarbeitet. Lieber so beim Joggen hören als eine Fobi besuchen...

    Studiencheck – Schulforschung auf den Punkt | QUA-LiS

    Podcasts

    Podcast „InklusionsImpulse“ | QUA-LiS

  • Ist es nicht auch übergriffig, den Grundschulen Lesezeiten zu verordnen und dergleichen mehr?

    Erst werden iPads verteilt und jeder muss Fortbildungen besuchen, wie man Videos zur Kartoffel dreht. Und dann wird erzählt, wie oft man wie viele Minuten auf welche Weise lesen soll. Die Kartoffelvideos werden natürlich trotzdem erwartet...

    Welche Vorgaben bekommt man anderswo, andere Schularten, andere Buländer?

    Videos: Hatten wir schulintern. Mit 5 Laptops, die man irgendwo abholen konnte und dann so aus Papier Trickfilme ausschneiden konnte. Hätte ich weder mit meiner letzten noch mit der jetzigen Klasse machen können, die kämen nie mit 5 Laptops (= Gruppen mit 5-6 Kindern) klar, ohne sich die Geräte über den Kopf zu hauen. Ich wüsste auch nicht, wie es geht.

    Lesezeiten: Ja, finde ich. Wir sollen "an unserer Schule mit unserer Vorzeige-FK-Leiterin" täglich 20 min lesen - hach, das geht doch auch in aaaaanderen Fächern! Sollen doch mal Englisch und Mathe machen." Und dazu noch Klassenrat. Aber die Sachunterrichtsthemen sind zu schaffen! Ich habe den Eltern beim letzten Elternabend gesagt, dass diese Lesezeit dazu führt, dass wir andere Inhalte des Deutschunterrichts nicht vollständig schaffen werden, sondern Schwerpunkte setzen. Außerdem schaffen wir im Sachunterricht etwa die Hälfte der Themen + spezifische Klassenthemen. Der Schulleiter hat es auch gehört, der war als Vertretung für die Nachmittagsbetreuungsleitung dabei. Außerdem habe ich nur an 4 Tagen Unterricht in meiner Klasse. Daher nur 4mal Leseband und selbst das ist jetzt nicht mehr zu schaffen. Als kleines Nebenbeiprojekt gibt es ja noch VERA, Klassenarbeiten (upsi!) und dann noch alle 3 Wochen Lesetests am iPad. kommenden Jahr hat der Schulleiter, der davon sehr begeistert ist, Deutsch in meiner Klasse. Ich bin gespannt.

    Wir müssen sogar eine Liste führen, auf der wir notieren, ob das Lesen stattgefunden hat. Ich trage da z.T. einfach ein: "Ging nicht, Klassenarbeit vorbereiten".

    Es gibt Gerüchte, dass ab dem kommenden Schuljahr das Matheband kommt. Dann brauchen wir für den restlichen Mathestoff einfach 2 Schuljahre.

    In meiner KLasse sitzt ein Kind mit IQ im 70er-Bereich, das keinen Förderbedarf "Lernen" bekommt, weil die vorhergehende Klassenleiterin zu gut mit ihm Lesen geübt hat und wir die Kinder freundlich an Zensuren herangeführt haben. Eine 3 in Deutsch schließt den Förderbedarf aus.

    Tjachen.

    🍦 Eis macht Spaß! 🍦
    Schoko, Vanille – ganz egal,
    Hauptsache lecker jedes Mal! 😋

    Ich lese und schreibe nach dem Paretoprinzip.

  • NDS setzt als zusätzliche Unterrichtszeit nun Stunden für "Sichere Basis" an, bei einer sonst im Vergleich schmalen Stundentafel im Grundschulbereich.

    Für diesen Unterricht gibt es Vorgaben, am Ende macht den Unterricht aber jede Lehrkraft selbst.

    Für das Thema "digitale Bildung" werden FoBI angeboten, am Ende entscheide ich selbst, ob ich daran teilnehmen möchte und kann und was ich davon umsetze.

    Nervig finde ich das Geschraube am Curriculum - es werden "fachspezifische Lernaufgaben" angesetzt, zwar mit Beispielen und Vorgaben, aber in großer Vielfalt. Man kümmert sich, informiert sich, entwickelt Aufgaben, probiert sie aus, evaluiert, ist dann zufrieden ... dann wird das Curriculum geändert und es gibt Vorgaben, welche Formate es bitte sein sollen - also wieder von vorn. DAS ist unnötig ...

    Aber so superviele Vorgaben gibt es nicht,

    davon abgesehen werden bei uns FöS-Schüler:innen zieldifferent und ohne Notengebung (Berichtszeugnis) unterrichtet und die Vorgaben sind dann eher individuell. Man fördert das Kind so, dass es möglichst gut in allen Teilbereichen lernt. Ich finde, das nimmt den Druck raus und ermöglicht vieles.

  • Welche Vorgaben bekommt man anderswo, andere Schularten, andere Buländer?

    Wie geht es diesbezüglich eigentlich den Förderschullehrkräften? Ich muss mit 1000 Jahre alten Heften arbeiten und entnehme jegliche aktuelle Erkenntnis der Onlinepresse zur Grundschuldidaktik.

    Offiziell weiß ich recht wenig (edit: Mir sind keine diesbezüglichen Vorgaben bekannt, auch von Kollegen an anderen Schulen nicht). intern hat unser Schulleiter gesagt, wenn die Kinder es brauchen, dass wir 2h mit ihnen rausgehen oder 3h singen oder 4h Knete formen, dann sollen wir das machen. Wir dürfen auf den Lehrplan sch... und das machen, was wir für richtig halten.

    Natürlich machen aber alle Kollegen sehr viel "herkömmlichen" Unterricht, weil der ja oftmals weniger aufwendig, weniger anstrengend ist.

    War das deine Frage oder bin ich mal wieder haarscharf dran vorbei ;) ?

    Einmal editiert, zuletzt von Magellan (1. Mai 2026 11:33) aus folgendem Grund: War undurchdacht formuliert

  • ... intern hat unser Schulleiter gesagt, wenn die Kinder es brauchen, dass wir 2h mit ihnen rausgehen oder 3h singen oder 4h Knete formen, dann sollen wir das machen. Wir dürfen auf den Lehrplan sch... und das machen, was wir für richtig halten.

    ...

    Müsst ihr keine Noten erteilen?

  • Mir geht's um die Unterschiede zwischen den Ländern und Schularten.

    Thema Förderschule: es gibt keine vernünftigen Lehrwerke, lediglich alte werden unprofessionell überarbeitet. Mir ist es peinlich, dass die Kinder, die von der Grundschule zu uns kommen, besseres Material gewohnt sind. Ab und an gibt es auch bei uns Eltern, denen das auffällt. Außerdem ist es ein Arsch voll Arbeit, sich ALLES selbst aus den Fingern saugen zu müssen.

    Hier gibt es Notengebung, auch in der Inklusion, das übt in diesem Falle sinnlos Druck auf alle Beteiligten aus.

    Bei Grundschuldidaktik fällt mir auf, dass sich etwa in Mathe alle an PIKAS der TU Dortmund orientieren. Ist ein tolles Programm, nur frage ich mich, warum andere Unis das offenbar ihren Lehramtsanwärter*innen nicht vermitteln, so dass man Leuten, die fest im Berufsleben stehen, alles neu erzählen muss. So unfassbar viele neue Erkenntnisse kann es doch beim Thema Anfangsunterricht nicht geben, dass daraus aller paar Jahre neue Vorgaben gezimmert werden müssen.

    Und wenn das doch der Fall ist, müsste an anderer Stelle wieder gekürzt werden. Was sollen die Kolleg*innen eigentlich noch alles leisten?

    chilipaprika , gibt es bei euch aller 5 Jahre neue Curricula für die Gymnasien? Vorgaben, wie man Vokabeln lernen soll und wie viele Minuten jede Woche Physikformeln zu wiederholen sind?

  • Quittengelee

    Sorry, ich hatte deinen Beitrag missverstanden, ich dachte, es geht dir nur um den Weg der Informationsbeschaffung.

    Mein Gehirn ist zur Zeit echt schlecht mit Dekodieren 💁

    Nein, keine neuen Vorgaben sondern neue (Querschnitts)Themen, neue Aufgaben (neueste Idee: wir sind für das Beibringen von Erste Hilfe zuständig. Es heißt Laienreanimation. 2 Stunden. Durch eine freiwillige Lehrkraft, die ein paar Stunden auf FoBi war) und natürlich keine Kürzungen der Lehrpläne.

  • Es sind ja mehrere Sachen, die dich ärgern.

    An der Notengebung kannst du erst einmal nicht ändern.

    An den häufig wechselnden Curricula und Vorgaben auch nicht. Da hilft einerseits, nicht alles auf die Goldwaage zu legen: wenn da nicht explizit steht, dass Videos zu drehen sind, dann lass es, wenn die Methode und der Inhalt für deine Schüler:innen nicht passen. Wenn möglich kann man auch es als Schule festlegen, dass sowas nicht jedes Jahr passieren muss, sondern einmal in 4 oder 8 Jahren.

    Zum anderen ein realistische Blick darauf, was sich wirklich ändern muss und welches Gewicht es erhalten kann.

    Bei den notwendigen Materialien hilft Vernetzung. Warum haben die Kinder in der Inklusion andere Materialien? Welche Vorgaben hindern dich, anderes einzusetzen? Welche unterstützenden Hilfen habt ihr seitens der Schule (Zugriff auf Materialbörsen)

    Davon abgesehen denke ich, dass die Beschulung von Förderschüler:innen ein Stiefkind ist und Verlage sich da weit weniger bemühen. Aber du bist doch sich schon lange dabei und müsstest viele Materialien haben. Oder liegt es mit daran, dass du in anderen Jahrgängen eingesetzt bist?

  • Zum anekdotischen Video mit den Kartoffeln: Ich denke, hier ist einfach bildungspolitisch unklar, was wir gesamtgesellschaftlich wollen. Themen streichen geht nicht - das hat man bei der schriftlichen Division in dem einen Bundesland (War es Niedersachsen?) gesehen und zeitgleich fand ja auch die Debatte um den Einsatz vereinfachter Lektüren an einzelnen Schulen in Berlin statt. Das kommt bei der Bevölkerung ganz schlecht an. Hinzu kommt, dass die deutsche Performance in Bildungsvergleichsstudien allerhöchstens mäßig war, wodurch sich die implizite Forderung ergibt, dass zukünftig das Niveau wieder hochgeschraubt werden muss.

    Gleichzeitig ist einfach die Realität so, dass in leistungsheterogenen Lerngruppen nicht einfach durch die Themen durchgehetzt werden kann, nur weil es das Curriculum gefordert - und die Welt sonst zusammenbricht, wenn man ein Thema weglässt. Dann wurden zwar die Themen offiziell behandelt, aber was, wenn davon schlichtweg bei zu wenig Schülern (m/w/d) etwas Substantielles hängen bleibt?

    Man will viel, mitunter auch, dass,Kinder Videos über Kartoffeln drehen können, aber was ist, wenn sich diese theoretischen Vorstellungen nicht widerspruchsfrei in die Unterrichtsrealität umsetzen lassen?

  • Themen streichen geht nicht - das hat man bei der schriftlichen Division in dem einen Bundesland (War es Niedersachsen?) gesehen

    Offenbar verfangen die Überschriften der Medien bei dir, mit dem Sachverhalt scheinst du dich nicht beschäftigt zu haben, teilst aber das, was du behalten hast.

    Die schriftliche Division wurde nicht gestrichen.

    Es ging um eine Entscheidung der KMK, die bundesweit gilt.

    Sie wird mit dem neuen Ma-Curriculum in NDS in die Tat umgesetzt.

    Dass Curriculum gilt ab dem nächsten Schuljahr und die schriftliche Division muss dann in Klasse 4 nicht mehr vermittelt werden, bisher sollten Schüler:innen sie kennenlernen. In Zukunft wird sie in der 5. Klasse eingeführt, so wie andere Inhalte auch, die schon länger nicht mehr in den Curricula der GS stehen oder dort nie standen.

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